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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Power mit Köpfchen
  2. 2 JBL 708P: Hörtest und Vergleiche

Wenn es um Lautsprecher geht, hat jeder seinen eigenen Geschmack. Das gilt auch für uns HiFi-Redakteure, wenngleich wir es gewohnt sind, professionelle Distanz zu wahren. Mir beispielsweise gefallen Hörner und Aktivboxen. Es liegt vermutlich daran, dass ich mich vor allem von einer guten Dynamik einfangen lasse. Raumdarstellung, Auflösung und Tonalität der Komponenten sind idealerweise natürlich auch tipptopp, logisch! Aber wenn ich einen Kompromiss eingehen und Abstriche hinnehmen muss, dann bitte zuletzt beim Timing, dem Rhythmusgefühl und der Dynamik. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Nun, der Studiomonitor JBL LSR708P (Web: www.audiopro.de; Preis: 5.120 Euro) vereint beides – Aktivtechnik und ein Horn. Das könnte also ein spaßiger Test werden.

JBL LSR708P – Technik und Konzept

Wobei – ist das eigentlich ein Hochtonhorn? JBL spricht in den Unterlagen fast durchgängig von „Image Control Waveguide“ und betont, dass ein akkurates und gleichmäßiges Abstrahlverhalten für einen möglichst großen, homogenen Sweet-Spot das Ziel der Konstruktion sei. Nun, für einen Waveguide ist das aber mal ein amtliches Ding, und Carsten Peter vom deutschen Distributor Audio Pro gibt gerne zu, dass die Erhöhung der Schalldruckausbeute durch den Waveguide natürlich gerne gesehen wird, schließlich sei eine Grundidee der 7er-Serie (deren kleinere 705P wir übrigens schon im Test hatten), aus kompakten Abmessungen deutlich mehr linearen Pegel herauszuholen als gemeinhin üblich. Da hilft so ein „Hörnchen“ – dessen besondere Form übrigens zum Patent angemeldet wurde.

Das Zweiwege-Aktivsystem JBL LSR708P mit 1-Zoll-Druckkammertreiber und 8-Zoll-Woofer

Die JBL LSR708P ist ein Zweiwege-Aktivsystem mit 1-Zoll-Druckkammertreiber und 8-Zoll-Woofer. Insgesamt  stehen 500 Watt Leistung pro Lautsprecher zur Verfügung

Befeuert wird das Horn/der Waveguide durch einen Druckkammertreiber, das 1-Zoll-Modell ist kein Zukaufteil, sondern eine Eigenentwicklung. JBL hat die Ressourcen für so was: Treiber, Gehäuse, Amps, die machen alles selbst. Das Besondere des Hochtonchassis ist nun, dass da kein „normaler“ Dome-Tweeter werkelt, sondern eine Ringmembran mit mittig platziertem Phase-Plug.

Das JBL-Druckkammermodell „2409H“

Das JBL-Druckkammermodell „2409H“ besitzt eine Ringmembran, die für Verzerrungsarmut und gutmütiges Resonanzverhalten sorgen soll

Vorteil Nr. 1: Die Membran sei vergleichsweise leicht und damit impulstreu, so Peter. Vorteil Nr. 2: Das Resonanzverhalten sei viel besser als mit konventionellen Membranen, Break-up-Probleme glänzten durch Abwesenheit, was auf die Verzerrungsfreiheit bei hohen Pegeln einzahle. Man könne das JBL-Druckkammermodell „2409H“ zwar nicht so tief ansteuern wie andere Systeme vergleichbarer Größe, aber das sei beim Einsatz in der 708P eh nicht gefragt, so Peter, der Übergabe-Punkt liege bei 1700 Hertz. Bis hinauf zu diesem Punkt arbeitet der 8-Zoll-Tiefmitteltöner „728G“, ebenfalls ein Eigengewächs von JBL, das auf Pegelfestigkeit und Linearität gezüchtet wurde. Seine Membran besteht aus einem Verbundwerkstoff aus Papier- und Kohlefasern und wird von der sogenannten „Differential Drive Technology“ angetrieben.

Der 8-Zoll-Tiefmitteltöner „728G“ von JBL

Der 8-Zoll-Tiefmitteltöner „728G“ von JBL kommt mit der sogenannten „Differential Drive Technology“

Der Begriff stellt darauf ab, dass auf dem Schwingspulenträger gleich zwei Spulen gewickelt wurden – und zwar hintereinander und gegensinnig. Beide Spulen besitzen eigene Neodym-Magnetsysteme, die zwecks Effizienzsteigerung im Innern des Spulenträgers platziert wurden. Dieser Aufbau sorge für eine bessere Kontrolle der Membranbewegung und für höhere Pegelreserven bei gegebener Baugröße, so JBL. Und es gibt einen nützlichen Nebeneffekt: Das Chassis sei „systembedingt“ äußerst robust. Kurz vor der Belastungsgrenze ragt nämlich die hintere Spule ins vordere Magnetsystem und die vordere ins hintere – und da sie nun einmal gegensinnig gewickelt wurden, wirken sie sodann als elektrodynamische Bremsen, was vor mechanischem Schaden schützt. Das kann im robusten Studioeinsatz nicht schaden und daheim natürlich auch nicht. Zur Unterstützung des Tieftons steckt dieser Treiber in einem Bassreflexgehäuse, die Öffnung zeigt nach vorne und besitzt eine leichte Hornkontur.

Die JBL 708P, von vorne, angewinkelt

Die JBL 708P ist in erster Linie ein „Studiowerkzeug“, und dementsprechend sieht sie aus

Apropos Gehäuse: Das ist normalformatig für einen Kompaktmonitor (438 x 248 x 292 mm, HxBxT) und macht einen – nun, wie soll man es nennen? – „werkzeughaften“ Eindruck? Die Griffmulden links und rechts werden wohl nicht jede nervenschwache Innenarchitektin verführen können, die Schrauben auf der Oberseite für die Montage an entsprechenden Halterungen ebenfalls nicht … aber mir ist das irgendwie sympathisch, hat was Kumpelhaft-Robustes und taugt als optischer Kontrapunkt in allzu glatt gestylten Umgebungen. Doch klar: Es ist Geschmackssache. Aufgebaut ist das Ganze aus 12 Millimeter starkem Birkenschichtholz, das mattschwarz kaschiert wurde. Damit kennen Sie auch schon die ganze Palette an Farboptionen … 😉 Falls Sie sich an den leuchtenden LEDs auf der Front stören: Keine Bange, die lassen sich auf Wunsch abschalten.

Die JBL 708P hat Griffmulden an den Seiten des Gehäuses

Henkelmann: Der Aktivmonitor JBL 708P hat Griffmulden an den Seiten, was beim Transport ziemlich praktisch ist

Die JBL LSR708P sind – wie erwähnt – Aktivlautsprecher, die Elektronik ist mit an Bord. Zweimal 250 Watt aus Class-D-Endstufen befeuern jede Box, und diese Verstärker seien ebenfalls Eigengewächse, verrät mir Carsten Peter – doch viel mehr auch nicht, denn hier gibt sich der Hersteller schmallippig. Die Trennung der Wege, Entzerrung im Bass und optionalen Eingriffsmöglichkeiten für den User erfolgen über einen leistungsfähigen DSP, der auf 32 Bit/192 kHz-Floating-Point-Processing basiert. Der Monitor lässt sich auf zweierlei Art ansteuern: analog und digital, in beiden Fällen via XLR. Analogsignale werden natürlich umgehend digitalisiert, sonst würde das mit dem DSP ja auch ein bisschen schwierig. Wer keine Quelle/Vorstufe mit symmetrischen Ausgängen besitzt, kann sich mit entsprechenden Adaptern helfen, das sollte kein Hindernis darstellen.

Einstellrad und Display auf der Rückseite der JBL 708P

Dank DSP-Technik lässt sich an der 708P vieles einstellen, auch EQ-Einstellungen sind möglich

Es klang schon an: Die JBL LSR708P erlauben dem Besitzer viele Eingriffsmöglichkeiten, von der Wahl der Eingangsempfindlichkeit über Delay-Einstellungen bis hin zu Raum- und User-EQs. Gerade Letztere sind praktisch, denn jede(r) Raum und Aufstellsituation ist anders. Auch ich habe nach einer Woche Einspielzeit sanft hiervon Gebrauch gemacht. Da mein Raum im Bass gerne etwas Energie schluckt, was das Klangbild insgesamt ein wenig karger erscheinen lassen kann, legte ich ab 100 Hertz 2 dB drauf – und zog ab 1000 Hertz 0,7 dB ab. Wahrlich keine weltbewegenden Eingriffe – und damit sind wir auch schon beim Klangteil.

JBL 708P: Hörtest und Vergleiche

So klein diese Eingriffe waren, danach kam mir die JBL LSR708P rechtschaffen balanciert-neutral vor, was eigentlich erstaunlich ist angesichts meiner Hörsituation, die auch sehr große Lautsprecher locker „wegsteckt“. Können wir das Thema Tonalität also schon abhaken?

Aktivlautsprecher JBL 708P

Bass & Pegel

Ganz so schnell geht’s nicht! „Balanciert-neutral“ sagt ja nicht automatisch schon alles über die Breitbandigkeit eines Lautsprechers aus, es sei denn, man interpretiert die Aussage sehr orthodox. Also: Obenrum ist mit der 708er alles da, auch im Superhochton, untenrum nicht. Wie auch, es ist ein Kompaktmonitor. Als unteren -1,5-dB-Punkt geben die Amerikaner 45 Hertz an. Das ist realistisch. Freunde gigantischer Orgelpfeifen und elektronisch generierter Tiefstbass-Feste bekommen also nicht das ganze Brett, die unterste Oktave fehlt. Aber das ist eine banale Aussage. Wo soll’s denn auch herkommen bei der Größe?

Ganz erstaunlich hingegen ist, dass im Mid- und Oberbass alles geboten wird; dass das vergleichsweise kleine Kistchen sich hier nicht nur rechtschaffen müht, sondern richtig Power in die Bude bringt. Ich muss es wohl noch einmal deutlicher sagen: Ich höre auf 40 Quadratmetern, eigentlich auf noch mehr, denn über Durchbrüche zu anderen Zimmern wird weiteres „akustisches Volumen angekoppelt“, das ist kein Heimspiel für solch einen Monitor.

Erika de Casier SensationalGleichwohl ist mit der JBL richtig was los im Tiefton, wenn das Quellmaterial es vorgibt (etwa bei satt abgemischten Soulstücken wie Erika de Casiers „Polite“, bei Dance Tracks, Pauken etc.). In ihrem natürlichen Umfeld – das ich so zwischen 15 bis 30 Quadratmeter taxiere – dürften sich sehr, sehr viele Hörer die Frage stellen, warum man denn bitteschön größere Lautsprecher aufstellen sollte. Die JBL kann richtig Bass.

Und sie kann richtig laut: Wer Musik gerne auch mal physisch spürt, aber keine großen Boxen aufstellen kann oder will, der dürfte die 708P ziemlich cool finden. Sie kann dann ein echter Problemlöser sein. Jetzt fragen Sie sich, was „richtig laut“ heißt. Nun, der Maximalschalldruck der JBL LSR708P wird mit 114 dB angegeben, davon sollten bei realistisch angenommener Hördistanz locker 100 dB am Ohr ankommen. Halte ich für richtig laut, sollte man sich nicht dauerhaft geben.

Hochtonhorn der JBL 708P von seitlich-oben, im Hörzimmer

Geht’s im Kompaktformat noch lauter? Klar, im gleichen Vertrieb sind die Genelec-Speaker beheimatet, und die Finnen haben mit dem S360 SAM einen Hochpegelmonitor im Angebot, von dem ich mich seinerzeit im Test regelrecht wegföhnen ließ. Der gräbt im Bass nicht nur tiefer, sondern legt noch einmal 4 dB SPL beim Maximalpegel drauf, was knapp 60 % mehr Schalldruck bedeutet. Also, bei Billie Eilishs „Bad Guy“ und so Sachen sag‘ ich da nicht nein … Aber hey, ich vergleiche hier Äpfel mit Birnen: Die S360 wiegt das Dreifache unseres aktuellen Probanden und hat einen 10-Zöller am Start, ist also eine ziemlich feiste Kompakte – und kostet nicht ganz unerhebliche 3.000 Euro mehr.

Zurück zur 708P. Wo wir von Schalldrücken reden – die JBL kann auch leise, ohne zu versumpfen, was genau so interessant ist. Irgendetwas von Nik Bärtsch Ronin läuft bei Pi mal Daumen 55 dB im Hintergrund (wer noch leiser hört, kann gleich zum Küchenradio wechseln), und ich habe kein Problem damit, unterschiedliche Basslagen klar zu differenzieren, die Mitten saufen im Vergleich zu den Hochton-Impulsen nicht ab, ja, das alles ist deutlich mehr als anständig – und keine Selbstverständlichkeit, die jeder Lautsprecher draufhat. Prima.

Dynamik

Laut kann sie, leise kann sie – ist sie also auch dynamisch gut beieinander? In aller Kürze: ja. Ein wenig genauer möchte ich die JBL 708P aber noch einordnen.

Marialy Pacheco, IntroducingErstens: Wie viele Aktivlautsprecher kommt die JBL mit dem systembedingten Vorteil, dass ein aktiv angesteuerter Bass bei gegebener Gehäusegröße nicht nur tiefer hinunterkommt, sondern so gut wie immer auch strukturierter, straffer und unverschwabbelter wirkt als ein passiver. Und wo nichts nachwabert, kommen die Impulse unmittelbar und direkt. Timing und Rhythmusgefühl sind deshalb klare Stärken der 708P. Wunderbar, wie direkt und mit der nötigen Härte Schlagzeug und Percussion bei „Cuban Suite (Conga)“ von Marialy Pachecos Album Introducing in den Hörraum transportiert werden, da wandert sogar dem routinierten Tester eine Augenbraue anerkennend nach oben. Das Frappierende ist vor allem diese Diskrepanz zwischen optischer und akustischer Größe. Logisch geht mit oben genannter Genelec S360 maximaldynamisch noch einiges mehr. Da steht dann aber auch ein deutlich größerer Lautsprecher im Raum.

Zweitens: Der Waveguide/das Horn zahlt ebenfalls auf die dynamische Performance der JBL LSR708P ein. Wenn der Drummer die Sticks zusammenschlägt, ein paar Rimshots knallen lässt und die Bronzeabteilung bedient … also, das ist mit der 708P dann schon ein anderer Schnack als über eine Wald-und-Wiesen-Gewebekalotte. Ich weiß, manchen Hörern mag das gar zu viel werden. Mir gefällt es aber, es hat meiner Meinung nach mehr mit dem zu tun, was bei Livemusik geboten wird.

Front- und Rückseite der JBL 708P

Die Front- und Rückseite der JBL 708P

Gleichwohl scheint mir „Horn-Dynamik“ nun auch nicht das primäre Entwicklungsziel bei JBL gewesen zu sein. Ich habe im Laufe meiner HiFi-Karriere viele Hörner gehört, nicht nur die halbe Blumenhofer-Range, sondern noch einige andere mehr. Die JBL LSR708P kommt nicht wie ein „reinrassiger Sprinter“ rüber, schon gar nicht wie einer, der zwecks höchster Impuls-Performance andere Klangkriterien hintanstellt. Gemessen an „echten“ Hörnern wirkt die 708P somit zurückgenommener, auch wenn sie im Quervergleich zum Gros aller Lautsprecher zu den dynamischeren Vertretern der Zunft gehört.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Der Kollege Tobias Zoporowski hatte kürzlich die (passive) Klipsch Heresy IV (circa 5.000 Euro) am Wickel und schwärmte unter anderem von der Stimmreproduktion dieses Horn-Konzepts. Ich weiß genau, was er meint. Hörner können Gesang mit einer phänomenalen Präsenz in den Raum stellen, die konventionellen Konzepten oft abgeht. Dieses besondere „Hornflair“ – böse Zungen sprechen von „Show“ oder „Sounding“ – kann ich bei der 708P nun nicht ausmachen. Doch das macht ja nix, sie punktet dafür bei anderen Klangkriterien, allein schon im Bass dürfte die Klipsch nur die Rücklichter sehen. Wie auch immer: Die JBL ist kein „echtes Horn“, sondern ein sehr dynamischer Studiolautsprecher.

Die JBL 708P von schräg-oben

Auflösung

Als solcher bietet sie hohe Auflösung, denn das ist der Job: genau aufzeigen, wie es um die Aufnahme steht. Steht‘s nicht so gut, macht die JBL 708P das unmissverständlich klar, was vermutlich nicht jedem Genusshörer gefallen wird. Doch die gehören wohl auch nicht zur engeren Zielgruppe dieses Lautsprechers.

Wie auch immer, insgesamt liegt das Auflösungsvermögen der JBL LSR708P jedenfalls einiges über dem in der Preisklasse üblichen, allerdings muss man differenzieren: Während es vom Bass bis in die Mitten hinein ganz hervorragend ist, kommt es mir ab den Präsenzen und im Hochton eher wie Normalkost (fürs Geld) vor.

Ben Harper / LiveÜber die Tieftonperformance habe ich oben schon geschwärmt, das muss ich hier nicht wiederholen. Doch Stimmen, Gitarren – gern auch elektrische („Voodoo Child“ in der Version von Ben Harper & The Innocent Criminals: Yeah!) – Saxofone (egal ab Alt oder Sopran) und Klavier kommen ebenfalls sehr unverstellt und natürlich rüber. Das ist richtig klasse. Wenn Sie nun aber überwiegend Streichquartette hören … hm, na ja. Also, schlecht ist das nun wirklich nicht, doch es gibt Alternativen. Bessere Alternativen. Wer auf dem Standpunkt steht „Was interessiert mich das Studio, ich will Klangfarbenzauber!“, könnte zu diesem Zwecke beispielsweise einen Lautsprecher mit gutem Flächenstrahler im Hochton mit einer transparenten, aber „netten“ Röhre kombinieren … was nicht zwingend teurer würde als das, was für ein Pärchen 708P aufgerufen wird, aber sicherlich ganz anders klänge. Und zumindest was Saiteninstrumente angeht wohl auch geschmeidiger, gefälliger, ausgebauter.

Die JBL 708P im Hörraum

Was ich sagen möchte: So detailreich und gut aufgelöst die JBL LSR708P spielt, der Obertonbereich und die Klangfarben sind eher sachlich gehalten. Percussion, Anschläge, Impulse kommen mit diesem Hochtonkonzept wunderbar echt rüber – zur Wiedergabe gestrichener Saiten alleine kauft man diesen Monitor indes nicht.

Raum

Das Schöne an der Raumdarstellung der JBL ist, dass sie ihr völlig frei gerät, nichts bleibt an den Boxen hängen, vielmehr wirkt das akustische Bild unabhängig von ihnen. Es ist richtig: Das gelingt vielen Kompaktlautsprechern, es scheint so eine Art Systemvorteil zu sein – den ich auch bei der JBL sehr zu schätzen weiß.

Was mir ebenfalls gefällt, ist das „Grundlayout“ des Bühnenraums. Das ist nicht ausufernd, aber doch realistisch dimensioniert und legt sich quasi wie eine Ellipse um die Boxen, sprich es geht ein gutes Stück nach vorne wie nach hinten und bisweilen auch seitlich über die Lautsprecher hinaus. Hierdurch wird eine gute Staffelung in der Tiefe möglich (Schlagzeug hinten, Gitarre auf der Basislinie, Stimme vorne o.ä.), und weil es mit der Musik nicht erst ab der Stereobasis beginnt, sondern weiter vorne, nimmt einen die JBL mit, wirkt nicht distanziert. Aber auch nicht frontal. Bisweilen ist der Mittelweg eben doch der goldene, jedenfalls dürfte diese Form der Ansprache viele Hörer glücklich machen.

Die JBL 708P vor einer Regalwand

Und wie sieht es mit der Abbildungspräzision aus? Nun, Streicher im Orchester arrangiert die LSR708P eher zu Gruppen, als das sie jede Violine einzeln herausseziert, Solo-Instrumente und Stimmen werden klar verortet, deren Randeinfassung aber doch eher mit dem weichen Stift gezeichnet. „Eine Ortung wie mit der Akupunkturnadel“, wie Kollege Nick Mavridis an anderem Orte einmal schrieb, kann ich der 708P nicht nachsagen. Was freilich, je nach Gusto, auch ein Segen sein kann, schließlich gefällt vielen ein etwas runderer/weicherer Strich besser als eine geradezu „hyperreal-überscharfe“ Darstellung, die mitunter etwas Künstliches haben kann. Hier entscheidet letztlich der persönliche Hörgeschmack.

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Acapella Audio Arts

Test: JBL 708P | Aktivlautsprecher

  1. 1 Power mit Köpfchen
  2. 2 JBL 708P: Hörtest und Vergleiche

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