Billboard
AudioQuest
Demnächst im Test:

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Druck de luxe
  2. 2 Genelec S360 SAM – der Klangcheck

Das letzte Mal, dass ich so einen großen Genelec-Lautsprecher (Vertrieb: www.audiopro.de) zu Gast hatte, ist schon ein paar Tage her: Da ging es um die Genelec 8260, das größte „Alu-Ei“ der Finnen. Jetzt ist die Genelec S360 SAM bei uns eingetroffen – die kein Koaxialkonzept wie die 8260 darstellt, einen Weg weniger besitzt und mit 8.120 Euro etwas günstiger ausfällt. Gleichwohl entstammt sie einer hierarchisch höher stehenden Lautsprecher-Linie, nämlich der „Master Studio Monitor“-Serie, zu der auch die ganz dicken Brummer der Firma gehören. Wie passt das zusammen? Wo liegen weitere Unterschiede? Und vor allem: Wie klingt das Ding?

Box. Punkt

Das Einfachste zuerst – der Look. Einige werden das runde, eiförmige Gehäuse der Genelec 8260 originell, ungewöhnlich und ansprechend finden. Viele vermutlich aber auch gar nicht mehr so „süß“ wie bei den kleineren Modellen des Hauses, sondern eher etwas verschroben. Mag man klare, klassische Formen, ist man bei der Genelec S360 besser aufgehoben. Mehr nach „Box“ kann ein Lautsprecher kaum aussehen, das einzig mildernde Element sind die verrundeten Kanten rechts und links, die akustisch störende Diffraktionen vermeiden helfen sollen. Es gibt die S360 übrigens auch in Weiß.

Links die Genelec 8260, rechts die Genelec S360

Links die Genelec 8260, rechts die Genelec S360

Genelec bietet als Zubehör Wand- und Deckenhalterungen an, mir wurde das Testmuster mit dem passenden Stativ zugeschickt – das allerdings fürs heimische Hören im Loungesofa ein wenig zu hoch ausfällt, wurde es doch mit Blick auf Studiobedürfnisse entworfen, und da ist oft ein Mischpult zu überwinden.

Hardware

Während die runden Genelec-Modelle aus Alu-Druckguss gefertigt werden, ist das Gehäuse der Genelec S360 aus einfacherem Holz geschnitzt, nämlich aus MDF. Die Frontwand sei 32 Millimeter dick, so die Finnen, über die Stärken der restlichen Wandungen schweigen sie. Verstrebungen im Innern sollen Gehäuseresonanzen minimieren, war noch zu erfahren, aber das ist ja eh Standard.

Die Genelec S360 ist in Weiß und Schwarz erhältlich

Die Genelec S360 ist in Weiß und Schwarz erhältlich

Das Auffälligste auf der Schallwand scheint mir das Hochtonhorn zu sein, welches Genelec allerdings nicht so nennt, sondern „Directivity Control Waveguide“. Ein reichlich tiefer Waveguide, wie ich finde. Das sei der akustischen Anforderung an den Lautsprecher geschuldet, so der deutsche Genelec-Vertrieb. Die Genelec S360 soll auch große Räume souverän bespielen können. Bei der Entwicklung sei nicht nur ans Abmischen und Musik-Mastering in großen Tonstudios, sondern auch an den Einsatz in Film-Produktionsstudios gedacht worden. Deshalb stand im Lastenheft, dass auch noch in zehn Meter Entfernung von der Box ein Schalldruckpegel von >100 dB möglich sein muss. Eine definierte Schallformung in Richtung eines eventuell weiter entfernt sitzenden Auditoriums ist also ausdrücklich gewünscht – und dabei soll der Waveguide helfen.

Blick in den Waveguide der Genelec S360

Blick in den Waveguide der Genelec S360

Befeuert wird dieser hornartige Waveguide von einem eigens entwickelten Kompressionstreiber mit 1,7-Zoll-Titanmembran, der das Feld ab 1.400 Hertz bestellt und alles darunter dem ebenfalls exklusiv für die S360 im Einsatz befindlichen 10-Zöller mit beschichteter Papiermembran überlässt. Das neu entwickelte Langhubchassis sei bewusst nicht ganz so hart aufgehängt worden, um Tiefgang- und Pegelanforderungen zu erfüllen, so Produktmanager Nils Boden. Nun, das mag für Pro-Verhältnisse stimmen, sollte aber niemanden darüber hinwegtäuschen, dass der Woofer im Vergleich zum HiFi-üblichen Durchschnitt recht straff eingespannt wurde.

Großaufnahme von der Sicke des Tiefmitteltöners der Genelec S360

Großaufnahme von der Sicke des Tiefmitteltöners der Genelec S360

Unterstützt werden die unteren Lagen durch ein Bassreflexsystem, das über zwei nach unten arbeitende Schlitze Tieftonenergie in den Raum gibt. Smart gemacht: Der „Iso-Plate“ genannte Standfuß der S360 entkoppelt den Monitor nicht nur effektiv vom Untergrund, sondern sorgt auch dafür, dass die Bassreflexkanäle frei atmen können.

Blick von unten auch die sogenannte IsoPlate-Standplattform der Genelec S360, die den Lautspreche rvom Untergrund entkoppeln soll. Links und rechts zu sehen: die Bassreflex-Kanäle

Blick von unten auf die sogenannte IsoPlate-Standplattform der Genelec S360, die den Lautsprecher vom Untergrund entkoppeln soll. Links und rechts zu sehen: die Bassreflex-Kanäle

Über weitere Details zu den Treibern lassen sich die Finnen genauso wenig aus wie zu solchen über die proprietären Class-D-Endstufen der Genelec S360 – die für den Tief/Mittelton 200 und für den Hochton 150 Watt bereitstellen. Im eingangs erwähnten „großen Ei“ 8260 stecken übrigens Class-AB-Verstärker, ein weiterer Unterschied zu unserem heutigen Probanden.

10-Zoll-Tiefmitteltöner der Genelec S360

Der 10-Zoll-Tiefmitteltöner der Genelec S360

Ach ja, wer das noch nicht auf dem Schirm gehabt haben sollte: Die Genelec S360 ist natürlich ein Aktivlautsprecher, so wie alle Modelle aus Iisalmi, Finnland. Heißt: Die Trennung der Frequenzwege erfolgt vor der Endverstärkung, in diesem Fall durch einen leistungsfähigen Rechenknecht, sprich einen DSP. Da der alleine mit der Trennung der Wege geradezu unterausgelastet wäre, setzt Genelec ihn auch für andere Dinge ein. So etwa zur generellen Abstimmung des Studiomonitors, bei der ein verstärktes Augenmerk nicht nur auf einen möglichst ausgeglichenen Frequenzgang (39 Hz – 19 kHz mit +/-2 dB), sondern auch auf eine konstante Gruppenlaufzeit gelegt worden sei, so die Finnen.

Software

Aber der Signalprozessor kann noch mehr: Der Genelec S360 ist ein sogenannter „Smart Active Monitor“ (SAM). Der Begriff stellt darauf ab, dass man die Box mit dem separat für 500 Euro zu erwerbenden „Genelec Loudspeaker Management“-Einmess-Kit (GLM-Set) – nun, Sie ahnen es: einmessen kann. Der von Genelec entwickelte Algorithmus („AutoCal“) ist das eine – er sorgt bis 2.000 Hertz für eine Korrektur der Amplitude und Laufzeit, und das nicht nur für ein Stereopärchen, sondern für bis zu 45 Lautsprecher/Subwoofer, was heimische Bedürfnisse aber dann doch wohl sprengt.

Mit Genelecs GLM-Set kann der Lautsprecher eingemessen werden

Mit Genelecs GLM-Set kann der Lautsprecher eingemessen werden

Das andere sind die vier Shelving- und 16 Notch-Filter, welche es dem Anwender ermöglichen, die Genelec tonal in jede Richtung zu ziehen, die er möchte – wenn er es denn möchte. Um nicht alles doppelt zu erzählen, verweise ich an dieser Stelle für weitere Details zu SAM & GLM noch einmal auf den Test der Genelec 8260, das dort Gesagte gilt prinzipiell auch für die S360.

Schnittstellen

Die Genelec S360 lässt sich analog wie digital ansteuern – und zwar symmetrisch. Cinchbuchsen, koaxiales S/PDIF, Toslink, USB, WLAN oder gar Bluetooth? Pah, Consumerkram! Gibt’s nicht. Gerechterweise muss erwähnt werden: Wer sich der Genelec unsymmetrisch nähert, kann über ein(en) Adapter(kabel) Anschluss finden, das Signal wird im Innern der S360 sofort symmetriert. Mit beiden Schnittstellen lässt sich also recht pragmatisch umgehen.

Anschlussterminal der Genelec S360

Anschlussterminal der Genelec S360

Genelec S360 SAM – der Klangcheck

Die Genelec S360 ist eine große Kompakte, und zudem aktiv, insofern bin ich darauf vorbereitet, so eine Art „Standboxen-Act“ geboten zu bekommen. Eine Show, wie man sie von Hornlautsprechern kennt – das hatte ich jetzt aber nicht auf dem Zettel. Zwei Dinge lassen die Assoziation aber aufkommen: Da ist der weitläufige, mutig einen Schritt nach vorne gehende Bühnenentwurf, der das genaue Gegenteil vom zwar hochakkuraten, aber doch entfernt bleibenden „Guckkasten“-Ansatz ist. Und da ist diese grobdynamische Lässigkeit, die Fähigkeit, wenn eh schon Rambazamba herrscht, ganz locker noch mal einen draufzusetzen. Nichts verklebt, nichts macht dicke Backen, presst oder drängelt, nein, ganz im Gegenteil, alles bleibt schön luftig-locker, auch bei forciertem Pegel und massiven Großsignaleinsätzen. Ja, ich habe dergleichen schon öfter gehört, nicht zuletzt deshalb, weil ich einen horngestützten Lautsprecher besitze. Doch nein, solch grobdynamische Souveränität von einer dann doch noch halbwegs überschaubar großen Box – das kannte ich bis dato nicht.

Genelec S360

Verwickelt

Zunächst einmal möchte ich aber ein etwas langweiliges, für den Tester gleichwohl verwickeltes Thema vom Tisch kriegen: die Tonalität. Na, „langweilig“ ist vielleicht harsch ausgedrückt, doch weder glaube ich, dass jemand mit einem speziellen tonalen Geschmack auf die Idee verfällt, einen Studiomonitor zu kaufen, noch scheint mir die Tonalität das Besondere der Genelec S360 zu sein: Ja, da passt schon alles ganz gut zusammen. Für den Kick sorgen aber andere Dinge.

Etwas „verwickelter“ gerät die Darstellung aber, weil sich mit Recht fragen ließe: Von welcher Tonalität soll denn jetzt die Rede sein? Sie können sich mit der S360 in die tonale Badewanne gleiten lassen oder sich den mittenzentrierten Britpopper zurechtschneidern – die Anpassungsmöglichkeiten, vor allem mit der sogenannten „GLM“-Software, sind vielfaltig. Andererseits: Kaufen Sie sich einen Studiomonitor, um sich einen tonalen Exzentriker zurechtzubiegen? Eben.

Über die rückseitig zu findenden DIP-Schalter lassen sich einige Einstellungen an der Genelec S360 vornehmen

Über DIP-Schalter lassen sich einige Einstellungen an der Genelec S360 vornehmen

Ich sage Ihnen, was ich gemacht habe: Zunächst komplett uneingemessen, quasi im „Naturzustand“ gehört, dann via rückseitigem DIP-Schalter den Bass um 2 dB abgesenkt, wie es der Hersteller für normal bedämpfte Räume und freier Aufstellung der Boxen empfiehlt – und schließlich ließ ich die „AutoCal“-Raumeinmessung laufen. Meine Erfahrungen dabei?

Der Bass und der Rest

James BlakeDer gut abgehangene, aber wegen der Synthiebass-Eskapaden im Mittelteil immer wieder gerne genommene Track „Limit to your Love“ in der Version von James Blake (vom gleichnamigen Album; auf Amazon anhören) sorgt mit der uneingemessenen Genelec S360 für einen kleinen Panikanfall: „Oh Mist, was klirrt da so fies? Hab‘ ich es mit der Lautstärke übertrieben?“

Das Klirren kommt allerdings nicht von vorne, sondern von einer gut 15 Meter entfernten Vitrine, in der sich die Gläser ob der durchs Haus wabernden Basswellen zum Mittanzen animiert fühlen … Schnell ist klar: Kompakt sind vielleicht so gerade eben noch die Abmessungen der S360, die Menge an Tiefton, die sie, wenn gefordert, in den Raum schaufelt, ist es nicht – und ich höre ja nun schon auf nicht völlig beengten 40 qm. Eine Anpassung des Tieftons je nach Boxenaufstellung und Raumgröße dürfte in den meisten Fällen sinnvoll sein. Mit -2 dB im Bass gefiel es mir am besten, das Ergebnis nach der AutoCal-Einmessung war zwar zugegebenermaßen noch neutraler, aber mit etwas mehr Schmackes untenrum kann ich leben.

Woofer der Genelec S360

Der weite Rest des Frequenzschriebs zeigt sich stimmig, schlüssig und gut balanciert. Echte Abweichungen gibt es nicht. Auf zwei Stellen sei aber trotzdem hingewiesen: Die oberen Mitten wirken deutlicher als vielfach gewohnt – von „Betonung“ mag ich trotzdem nicht sprechen. Sagen wir es mal so: Gnädiges Verschweigen ist nicht der Stil der Finnin. Logisch, schließlich ist die Genelec S360 in erster Linie ein Werkzeug fürs Studio. Zweitens: Im Superhochtonbereich ist mir schon mal Offeneres untergekommen. Der gesamte Hochton der Genelec ist im positiven Sinne unauffällig, gut angebunden, aber nach ganz obenraus doch minimal „trocken“. Flächenstrahlerkonzepte bezirzen einen da regelmäßig offensiver, auch gute Textilkalotten, wie die von Dynaudio, tönen etwas luftiger.

Klar: Beides könnte man mit dem verbauten DSP „umbiegen“, aber zum einen sind das nur Nuancen – eine Orbid Sound Mini Galaxis V (4.800 Euro, Passivlautsprecher) zum Beispiel langt im Präsenzbereich noch etwas knackiger hin, ist mir aber auch noch nicht zu scharf –, zum anderen geht es mir hier um den Grundcharakter der Genelec. Wie Sie sie bei sich daheim einstellen, bleibt Ihnen überlassen.

Genelec S360, linksvorne

Zurück auf Anfang …

… und jetzt mehr zu den besonderen Aspekten der Genelec. Die eingangs erwähnte „Horn-Ähnlichkeit“ soll nicht auf die falsche Fährte führen: Im Bass ist das mit Backloaded-Hörnern (wie zum Beispiel die Hornmanufaktur Eurydike eines besitzt) nicht zu vergleichen. So viel Substanz und Tiefgang habe ich von derlei Konzepten jedenfalls noch nie gehört, sie überzeugenden meist mit anderen Tugenden: mit dieser besonderen federnden Leichtigkeit im Untergeschoss etwa. Hierin ist die S360 zwar auch nicht übel – zwei 10-Zöller sind ja schon mal was – aber Spezialisten mit noch mehr Membranfläche (respektive großem Hornmund) klingen doch anders, da bleibt die Finnin eher klassisch. Und klasse: Die Genelec spielt die Vorteile der Aktivtechnik im Tiefton voll aus. In dieser Preisklasse eine Paarung aus Passivlautsprecher und Endstufe zu finden, die die Kombination aus Tiefgang, Substanz und klarer Definition im Bass so mitgeht – das wird schwer bis unmöglich. Ja, allein schon für ihren begnadeten Tiefton ist die S360 ein Probehören wert, zumal er 1a an die räumlichen Gegebenheiten angepasst werden kann – und damit hat man die halbe Miete im Sack.

laura-marlingAndere Vergleiche passen besser: Was mich an der schon erwähnten, im Mittel-/Hochtonbereich ebenfalls horngestützt arbeitenden Orbid Sound Mini Galaxis V vor allem begeisterte, war die nach vorne spielende Gangart, und die hat auch die Genelec S360 drauf. So wird mit ihr die zierliche Folk-Sängerin Laura Marling etwas weniger zierlich als mit vielen anderen Lautsprechern in den Raum projiziert, sprich ihre Stimme auf „Alpha Shallows“ (Album: I speak because I can; auf Amazon anhören) kommt nicht nur einen Schritt auf den Hörer zu, sie wirkt auch größer. Die Illusion von Größe und Nähe der Musiker erzeugt nun aber regelmäßig dieses besondere „Involvement“, sorgt dafür, dass der Funke überspringt, dass man quasi mitjammt.

Die Abbildungspräzision und das Gefühl der Körperlichkeit einzelner Instrumente und Stimmen geraten dabei ganz gut – aber auch nicht überragend gut, da geht schon noch mehr. Zum Beispiel mit der Konkurrenz aus dem eigenen Haus, der Genelec 8260. Auch wenn es schon lange her ist, dass ich sie hörte – ich müsste mich doch sehr vertun, wenn sie nicht etwas kleinere, griffigere und randschärfere Klänge auf die virtuelle Bühne stellte als die S360. Die 8260 spielt mehr nach der „reinen audiophilen Lehre“, auch was die Bühnenabmessungen angeht: Bei ihr ist’s eher der klassische Kasten, der in etwa bei der Grundlinie der Boxen startet und dann schön weit nach hinten reicht. Bei der S360 geht’s dagegen eher, wenn man im Bild bleiben will, ab der Boxenbasis trichterförmig nach vorne.

Blick auf den entkoppelnden Standfuß der Genelec S360

Angesichts dessen erstaunt mich, wie gut die Tiefenstaffelung funktioniert. Zwar ist das jetzt nicht die hochpräzise Landvermessung wie mit der 8260, doch Vorne-Hinten-Beziehungen werden deutlich aufgezeigt, deutlicher jedenfalls, als ich es von vielen Hornlautsprechern kenne, die ja auch eher die Bühne nach vorne werfen und „den Raum fluten“, die Tiefendimension dagegen schon mal stiefmütterlich behandeln; die erwähnte Orbid ist so ein Fall.

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen führt ein Vergleich mit der passiven Dynaudio Contour 20 (die bei circa 4.500 Euro liegt, nimmt man noch eine ordentliche Endstufe mit in die Rechnung, hinkt der Vergleich preislich kaum). Auch sie bringt etwas mehr Fokus und Plastizität ins Klangbild, was freilich auch zu ihren Stärken gehört, während die Genelec S360 da einfach „nur“ einen guten Job macht. Ich müsste mich auch stark täuschen, wenn die Contour 20 in Sachen Auflösungsvermögen nicht noch einen Tacken mehr bietet als die S360, zumindest ab den Mitten aufwärts. Beides gilt erst Recht für die famose (und mit 11.900 Euro ohne Amp deutlich teurere) Paradigm Persona 3F, die kürzlich zu Gast war. Aber: Wenn es um unverzerrten Konzertpegel geht und um grobdynamisches Feuer, dann läuft die Finnin der Kanadierin wie der Dänin davon, und das nicht nur zwei-drei Schrittchen.

Rückseite der Genelec S360

Klar: So was macht mit handfester Musik – Rock, Pop, Metal, Elektro etc. –, bei der es darauf ankommt, Attacke zu fahren und sich auch mal richtig föhnen zu lassen, einen Heidenspaß. Tatsächlich erinnert mich die Performance der Genelec S360 bei solchem Programmmaterial und forciertem Pegel auch mehr an eine hervorragend eingestellte PA in einem Club als an normales Wohnstuben-HiFi.

Doch die Genelec aufs rockige Genre festnageln, das funktioniert nicht: Auch klassische Musik profitiert sehr von ihren Tugenden, vor allem, wenn ein großes Orchester artgerecht rübergebracht werden soll. Machen wir uns nichts vor: Die Spielanweisung „fff“ lässt sich salopp auch mit „föhnen, föhnen, föhnen!“ übersetzen, wie mir letztens wieder auffiel, als John Adams zu Gast bei den Berliner Philharmonikern war. Und deshalb ist es musikalisch doch ganz entscheidend, dass das möglichst echt und unkomprimiert rüberkommt. Genau hier spielt die Genelec ihre Trümpfe aus: Mit der S360 kann ein Orchester dynamisch viel freier atmen als mit vielen, vielen anderen Boxen – auch was die wahrgenommene Größe des Klangkörpers angeht, die lautstärkeabhängig zu- und abnimmt.

Test: Genelec S360 SAM | Aktivlautsprecher

  1. 1 Druck de luxe
  2. 2 Genelec S360 SAM – der Klangcheck
Billboard
HiFi Regler: Herbst Pakete

Das könnte Sie interessieren: