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Bluesound

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Aktive Ansage
  2. 2 JBL LSR705P – der Klangeindruck

JBL gehört zu den wenigen Firmen, die im Consumer- wie im Profisegment gleichermaßen zu Hause sind. So haben die Amis mit der Control One seit über 30 Jahren einen Lautsprecher im Programm, der ursprünglich für professionelle Zwecke entwickelt wurde, aber seinen Kultstatus der Nachfrage im Consumerbereich zu verdanken hat. Grund genug, sich mal ein aktuelles Modell aus dem Pro-Bereich von JBL anzuhören. Voilà: Hier kommt die JBL LSR705P (Vertrieb: www.audiopro.de; Preis des Testgerätes: 2.558 Euro).

JBL LSR705P - seitlich

Bei den ersten Versionen der Control One, die 1987 auf den Markt kamen, war die Frequenzweiche unter anderem mit einer Glühbirne bestückt. Die diente nicht der Lautsprecher-Innenbeleuchtung, sondern als Überlastschutz. Je mehr Leistung durch die Birne floss, desto höher wurde der Widerstand des Wolframglühfadens und bremste so den Verstärker aus, bevor die Chassis Schaden nehmen konnten. Das war auch notwendig, da die kleinen, robusten Boxen unter anderem als Kontrolllautsprecher für mobile Anwendungen gedacht waren, wo es lautstärkemäßig auch mal ruppig zugehen kann. Darüber hinaus war die JBL Control One auch für einfache Beschallungsaufgaben konzipiert. Und besonders hier war ihr Erfolg durchschlagend. Wer sich heute in Cafés, Kneipen oder Restaurants umguckt, wird erstaunlich häufig unter der Decke, in Raumecken oder auf Simsen und Borden versteckt auf die eine oder andere Control One stoßen. Auch eine aktive Version hat JBL im Angebot.

Konzept

So viel zur Historie. Unserer aktuellen Testkandidatin, der LSR705P, hat JBL einen 5-Zoll-Tiefmitteltöner und einen 1-Zoll-Druckkammertreiber als Hochtöner mitgegeben. Der Hochtöner sitzt hinter einem Gitternetz, dem Ganzen ist ein Waveguide vorgesetzt, wie er für die Profi-Lautsprecher von JBL typisch ist. Es handelt sich dabei um eine Art kurzes Horn, das in diesem Fall nicht den Wirkungsgrad steigern, sondern die Richtcharakteristik beeinflussen und für eine gleichmäßige Schallabstrahlung sorgen soll – was letztendlich einer besonders präzisen räumlichen Abbildung zugutekomme, so JBL. Der unter dem Waveguide sitzende Tiefmitteltöner ist ebenfalls geschützt, auch er sitzt hinter einem fest montierten Gitter. Eine unterhalb des Gitters austretende, sich hornförmig erweiternde Bassreflexöffnung unterstützt ihn bei der Basswiedergabe.

JBL LSR705P - BR-Port

Zwei rechts oben in das Gitter eingelassene LEDs machen bereits deutlich, dass es sich bei der JBL LSR705P um einen Aktivlautsprecher handelt. Mit der LSR705i bietet JBL auch eine passive Version des Lautsprechers an.

Die Front des aus beschichteten Birkensperrholz bestehenden Gehäuses ist mit 27 x 15 Zentimeter vergleichsweise kompakt, mit etwas über 27 Zentimeter allerdings recht tief. Dafür sind die Anschlüsse für das Netzkabel und die Signaleingänge versenkt montiert – es ragen also keine Stecker hinten heraus. Oben und unten auf dem Gehäuse hat JBL Montagepunkte angebracht, sodass man die LSR705P sicher auf Stativen oder Wand- und Deckenhalterungen montieren kann. Für die Oberflächenbeschichtung meiner Testexemplare, die offensichtlich schon öfter im Einsatz waren, gibt es aber Abzüge in der B-Note: An Stellen, bei denen ein Kratzer den Anfang gemacht hat, blättert die oberste Schicht ab.

Anschlussfeld JBL LSR705P

Das Anschlussfeld der JBL LSR705P

Spannend ist die Rückseite der JBL LSR705P. Hier finden sich nicht nur der Stromanschluss und der harte Netzschalter, sondern auch die digitalen Eingänge: in Form eines AES/EBU-Eingangs, wie im Profi-Bereich für die digitale Verkabelung üblich, und einer RJ45-Buchse, die es erlaubt, den Lautsprecher in ein sogenanntes „HiQnet“ einzubinden. HiQnet ist ein Kommunikationsprotokoll, welches der Vernetzung unterschiedlicher Audiokomponenten der Harman Pro Gruppe, zu der auch JBL gehört, dient. Gerätschaften vom Mikrofon bis zum Lautsprecher lassen sich hierüber kontrollieren und steuern – aber für unsere Zwecke ist das letztlich nicht interessant.

Der AES/EBU-Eingang (eine 3-Pol-XLR-Buchse „weiblich“) ist durchgeschleift, der Lautsprecher hat also auch einen AES/EBU-Ausgang in Form einer „männlichen“ XLR-Buchse. Auf das „Wozu?“ kommen wir später. Analoge Signale nimmt der JBL-Monitor nur symmetrisch entgegen, hierfür gibt es auf der Rückseite eine weitere XLR-Buchse.

DSP & Endstufen

Spätestens, wenn der Blick auf das LCD-Display nebst dem darunterliegenden Einstellrad und den Tasten fällt, wird klar, dass die JBL LSR705P mit einem DSP (Digital Sound Prozessor) ausgestattet ist. Mit dem lassen sich verschiedenste Parameter der Klangwiedergabe einstellen. Neben Frequenzgang- und Raumkorrekturen per parametrischem Equalizer, der sowohl über einige Standardeinstellungen wie über frei programmierbare Speicherplätze verfügt, lässt sich mittels DSP auch ein Delay, also eine Verzögerung der Schallwiedergabe, einrichten. Das kann nützlich sein, um zum Beispiel Ton und Bild zu synchronisieren. Moderne Fernseher führen vor der Bildausgabe viele Berechnungen durch, um das Bild optimal darstellen zu können, sodass das Video- oft länger als das Sound-Processing dauert. Hier muss man die Soundwiedergabe verzögern, damit der Ton dem Bild nicht vorauseilt (Frame Delay). Eine gezielte Verzögerung der Schallwiedergabe kann auch sinnvoll sein, um die Laufzeitunterschiede bei unterschiedlichen Entfernungen der Lautsprecher zur Hörposition auszugleichen (Speaker Delay).

JBL LSR705P - Display

Dass die vergleichsweise kompakten Lautsprecher sehr ernst zu nehmen sind, zeigen die eingebauten Verstärker: zwei 250 Watt starke Class-D-Amps – einer für den Hochtöner und einer für den Tiefmitteltöner, insgesamt also solide 500 Watt pro Lautsprecher. Lassen Sie sich das ruhig noch einmal durch den Kopf gehen: Die kleine Kiste da bringt insgesamt 500 Watt Verstärkerleistung auf die „Waage“, ein Stereopaar LSR705P stellt also lässig 1000 Watt für die Beschallung zur Verfügung.

Anschluss gesucht

Halten Sie durch, wir kommen gleich zum Klang, aber vorher müssen wir noch über die Ansteuerung der JBL LSR705P sprechen. Auf analogem Wege gibt es hier nicht viel zu beachten. In einem Stereosetting schließen Sie beide Lautsprecher an ein entsprechendes Quellgerät an. Wenn Ihre Quelle ein symmetrisches Signal liefert, ist das ideal. Wenn nicht, können Sie sich mithilfe eines Adapters/Adapterkabels behelfen. Der Pegelunterschied zwischen (professionellen) symmetrischen und unsymmetrischen Signalen lässt sich über eine Einstellung im Menü ausgleichen (+ 4 dB/- 10 dB). Die Lautstärke regeln Sie am besten aber am Quellgerät, also am Vorverstärker, Mischpult oder was auch immer Sie nutzen. Zwar kann man den Pegel auch am Lautsprecher selbst einstellen, doch geht das nur an jeder Box einzeln – per Wahlrad auf der Rückseite. Zur Lautstärkekontrolle sollte man das Display im Blick haben, das die aktuelle Einstellung in Form eines Balkendiagramms darstellt. Für den täglichen Einsatz halte ich so ein Vorgehen jedoch für sehr unpraktisch.

JBL LSR705P - Front/Back

Ein bisschen komplizierter wird die Sache, wenn Sie die JBL LSR705P digital ansteuern. Lassen wir das Harman-spezifische HiQnet mal beiseite, bleibt da noch der Anschluss via AES/EBU. Hier werden die Lautsprecher in Reihe geschaltet. Das heißt, von der digitalen Quelle geht ein Kabel zum ersten Lautsprecher, und von dort geht es weiter zum zweiten. Da die Stereokanäle hier nicht durch Verkabelung zugeordnet werden, muss man jedem Lautsprecher sagen, ob er sich aus dem digitalen Datenstrom nun das Signal für den linken oder den rechten Kanal herauspicken oder gegebenenfalls das Summensignal wiedergeben soll. Auch diese Einstellung wird über Display und Wahlrad auf der Rückseite (einmalig) vorgenommen. Ein letzter Hinweis: Auch bei der digitalen Ansteuerung können Sie die Lautstärke auf der Rückseite der Box regeln. Einfacher ist aber auch hier, wenn ihr Quellgerät die Lautstärke – in diesem Fall auf der digitalen Ebene – regeln kann.

JBL LSR705P – der Klangeindruck

Zunächst dürfen die beiden JBL LSR705P auf meinem Schreibtisch Dienst tun, wo sie die Plätze der Genelec 8020B (circa 800 Euro/Paar) einnehmen. Die dienen mir hier sonst als Nahfeldmonitore. Der Fairness halber sei angemerkt, dass die Genelecs nur etwa halb so groß sind, ein Drittel der JBL kosten und über keinen DSP verfügen. Der Fairness halber deshalb, weil die JBL LSR705P meinen Genelecs, die ich ansonsten sehr schätze, keine Chance lassen. Aber der Reihe nach.

JBL LSR705P auf dem Schreibtisch

Nach dem Einschalten braucht man Geduld. Erst dauert es ein paar Sekunden, bevor die obere der beiden LEDs auf der Front weiß leuchtend Betriebsbereitschaft signalisiert. Dann folgt leise ein zweimaliges Schmatzen und erst dann sind die JBL LSR705P bereit, Musik wiederzugeben. Wer diesen „Hochfahrprozess“ genauer verfolgen will, kann das über das Display auf der Rückseite tun. Vor dem allerersten „Anspielen“ ist eh ein Blick auf das Display angesagt, um zu kontrollieren, ob der richtige Eingang gewählt und die Eingangsempfindlichkeit vorsichtshalber erst mal ein wenig heruntergeregelt wurde.

Präzisionsarbeit

Worrisome Heart von Melody GardotVon meinem regelbaren DAC Antelope Zodiac+ angesteuert, lasse ich es langsam angehen und wähle für den Anfang das Album Worrisome Heart von Melody Gardot (auf Amazon anhören). Was mich als erstes anspringt, ist der unglaublich hoch aufgelöste, präzise Hochton, den die JBL LSR705P bieten. Das sind definitiv keine audiophil-samtigen Töne, das ist eine Ansage. Was es im Hochton zu hören gibt, bekommt man unmittelbar und unverblümt mitgeteilt. Das können Geräusche der Lautbildung, Atemgeräusche am Mikrofon oder eben auch einmal ein Zischer sein, wenn ein Sänger/eine Sängerin zu stark ins Mikro atmet. Ja, die JBL LSR705P sind Monitorlautsprecher, nein, sie beschönigen nichts.

Wem das zu viel des Guten ist, der kann sich gerne an den Möglichkeiten zur Klangbeeinflussung austoben. Wenn ich hier alle Einstellungen durchexerzieren würde, könnte ich allerdings ein Buch über die JBL LSR705P verfassen. Insofern lasse ich sämtliche Parameter zur Klang-, Raum-, Aufstellungs- oder Zeitanpassung auf Werkeinstellung. Trotzdem ist es wichtig zu wissen, dass man die Lautsprecher in Sachen Hochton durchaus zügeln könnte, wenn man denn wollte. Will ich aber nicht. Denn ich bin ein Freund von klaren Tönen. Die sicher schon recht guten Kalottenhochtöner meiner Genelecs kommen in Sachen Auflösung hier definitiv nicht mehr mit.

Auch in den Mitten zeigen die JBL LSR705P klar ihren Monitor-Charakter. Damit geben sie Musik eher von der analytischen Seite wieder. Auflösungsvermögen und tonale Neutralität in Verbindung mit Präzision und straightem Timing dominieren den Klang. Das hört man an der Stimmwiedergabe von Frau Gardot, und man hört es auch daran, wie die JBL die Begleitmusiker in Szene setzen: Das Klavier strahlt, die Saiten haben einen markanten metallischen Sound – das muss so. Das sehr sanft gespielte Sax versteht es, wunderbar zu säuseln und zu schmeicheln. Wenn die Musik das hergibt, können die JBLs es auch. Doch insgesamt ist ihre Art der Musikwiedergabe eine klare Absage an Hörer, die generell auf sanfte, warme Töne abonniert sind. Diese Klarheit der JBL LSR705P macht mit den richtigen Aufnahmen unglaublichen Spaß, nur lassen sie mit schlechterem Material eben auch kaum Gnade walten.

JBL LSR705P - Hochtonhorn

Dafür gibt’s exakte Klangfarben, jede Menge Tempo und Dynamik – Letzteres sowohl „fein wie grob“. Ja, wirklich: auch Grobdynamik! Das macht sich insbesondere im Bass bemerkbar. Denn was die kleinen Kisten mal locker-knackig an tiefen Tönen heraushauen, ist definitiv beeindruckend. Tatsächlich muss ich hier meinem Vorsatz, die Finger von den elektronischen Einstellmöglichkeiten der Lautsprecher zu lassen, untreu werden: Ein 70-Hz-Hochpass muss rein, sonst entwickelt meine Schreibtischplatte ein zu starkes Eigenleben.

Eigentlich sollte die Schreibtischaufstellung ja nur dem ersten Reinhören dienen, aber sie macht mir unglaublichen Spaß. Diese unmittelbare Ansprache, die irgendwo zwischen normaler Aufstellung im Raum und Kopfhörerfeeling liegt, macht an und lässt die Talente der JBL LSR705P mit ihrer zackigen Dynamik und ihrem klaren Auflösungsvermögen wunderbar zur Geltung kommen. Ich muss mich förmlich zwingen, die Lautsprecher im Hörraum aufzustellen.

Jenseits des Desktops

Auf den massiven Ständern, auf denen sonst meine Valeur Audio Micropoint 4 SE stehen, wirken die JBLs fast verloren. Würden die oberen Platten der Stands nicht herausragen, könnte das fast schon wieder cool aussehen. An meine Ear-Yoshino-Vorstufe angeschlossen, dürfen die JBLs jetzt mit normaler Hördistanz, in meinem Hörraum etwa drei Meter, zeigen, was sie drauf haben.

JBL LSR705P im Hörraum

Ich fange wieder mit Melody Gardot an. Und auch in dieser Aufstellung zeigen die Monitore ihre überragenden Fähigkeiten im Hochton. Wobei: In den Beryllium-Druckkammertreibern meiner Valeur Audio finden die JBL ihre Meister. Das ist zweifelsohne immer noch saugut, doch die Micropoint 4 SE haben hier nun mal eine unumstrittene Stärke und zeigen, dass das Ganze noch einen Zacken klarer, präziser und mit noch mehr Feinheiten geht. Was ich bei dem Preisunterschied – mehr als Faktor sechs, rechne ich die Endstufe mit hinein – zu den (im Verhältnis) großen Valeurs und dem sie antreibenden Bryston-Amp auch erwarte.

Roland Van CampenhoutAuch Richtung Mitten bleibt der überaus positive Eindruck, den die JBLs im Nahfeld gemacht haben, erhalten. Zur Abwechslung darf mal eine Männerstimme ran. Das kleine Kölner Label Meyer Records hat da einen Barden mit extrem markanter Stimme unter Vertrag, Roland Van Campenhout, dessen Stimme mindestens so rau ist wie sein Gesicht. Und bei der Wiedergabe des Albums Dah Blues Iz-a-comming ... (auf Amazon anhören) machen die JBL einfach alles richtig. Tonal neutral, mit hervorragender Auflösung und extrem detailreich setzen sie den Belgier in Szene. Auch sein Gitarrenspiel kommt sehr nuanciert, knackig und präzise. Man hört, dass die Aufnahme puristisch und deshalb authentisch ist. Ja, den Valeurs gelingt es auch hier, das Ganze noch etwas griffiger, noch konkreter in den Raum zu stellen. Doch angesichts des Preis- und Größenunterschiedes bin ich mehr als beeindruckt von dem, was die kleinen JBL-Aktivlinge bieten.

JBL LSR705P auf Stand

Bass & baff

Richtig baff bin ich, als ich die JBL LSR705P im Bass an ihre Grenzen bringen will und bei deutlich gehobener Zimmerlautstärke James Blakes Version von Feists „Limit to Your Love“ in die Playlist schiebe. Ja, ich habe vorher den 70-Hz-Hochpass herausgenommen – nein, das megatiefe Grummeln des Synthesizers beeindruckt die Lautsprecher kein bisschen. Mich dafür umso mehr. Das ist deutlich mehr, als die von meiner Bryston 4B³ befeuerten Valeur Audio mit ihren 7,5-Zoll-PA-Tiefmitteltönern so hinkriegen! Die vermitteln höchstens eine Ahnung von dem, was die JBL da in meinem Hörraum anrichten.

JBL LSR705P - Wählrad und Diplay

Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass ich Ähnliches bisher nur von Trümmern wie den großen Nubert nuVero 140 gehört habe. Logisch, die Nubert können noch viel lauter und haben den Raum besser im Griff. Aber was die zwei 5-Zöller der JBL, jeder von einer 250-Watt-Endstufe angefeuert, hier leisten, verschlägt mir den Atem. Dass die Chassis mächtig arbeiten, merke ich, als ich die Hand vor eine Bassreflexöffnung halte. Hui, hier ein Rückschlagventil angebracht und ich könnte mit der Luft, die bewegt wird, meine Luftmatratze aufpumpen. Doch nicht nur bei solchen „extremen“, auch bei „normalen“ Bässen zeigen die JBLs eine Performance, die mich nur staunen lässt.

Weitere Hörvergleiche

Meine Genelec 8020B will ich hier gar nicht erst zum Vergleich heranziehen. Die arbeiten ordentlich, doch haben wir deren Grenzen, was Basstiefe und Lautstärke angeht, schon weit hinter uns gelassen. Besser vergleichbar mit den JBL LSR705P sind die Dynaudio Xeo 2. Die kosten ungefähr die Hälfte der JBLs und sind ganz klar mehr für den Heimgebrauch ausgelegt. Die Xeo 2 sind weder so pegelfest wie die JBL, noch können sie mit einem derart knackigen Bass punkten – dafür spielen sie immer auf der etwas freundlicheren, leicht wärmeren und auch weicheren Seite, was sie insgesamt toleranter in Bezug auf mittelmäßigere Aufnahmequalitäten macht.

JBL LSR705P, seitlich

In einer preislich ähnlichen Region wie die JBL LSR705P sind auch die (allerdings passiven) Horns FP6 unterwegs. Die übrigens auch mit einer Schallführung vor dem Hochtöner arbeiten und deren klare Diktion bei hohen Frequenzen mich in einem ähnlichen Maß wie bei der JBL beeindruckt hat. Allerdings sind die polnischen Lautsprecher etwas „ruppiger“ und tonal nicht ganz so neutral abgestimmt. Die Raumabbildung der Horns FP6 ist freilich exzellent.

Bühnentechnik

ESTApropos Raumabbildung: Dies ist eine weitere Disziplin, in der die JBL LSR705P beeindrucken können. Sicher kommt es den Aktivmonitoren zugute, dass sie so kompakt sind und mit ihrer kleinen Front dem Ideal einer Punktschallquelle nahekommen. Auch die Schallführung soll ja hierzu beitragen. Was Raumabbildung wie Lokalisationsschärfe betrifft, geben sich die Monitore jedenfalls fast schon „erschreckend“ präzise. Den Orchestersaal des London Philharmonic Orchestra leuchten sie groß und tief aus und positionieren die Instrumentengruppen exakt – nicht nur rechts/links, sondern auch mit authentischer Tiefenstaffelung. Noch faszinierender finde ich allerdings, wie sie die einzelnen Musiker kleiner Jazz-Besetzungen plastisch in den Raum beamen. Lange bleibe ich bei der fantastischen e.s.t. live in Hamburg (auf Amazon anhören) hängen: So intensiv habe ich diese Sternstunde des Jazz lange nicht mehr erlebt.

Test: JBL LSR705P | Aktivlautsprecher

  1. 1 Aktive Ansage
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