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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Wild at Heart
  2. 2 Abacus C-Bass 10 und C-Box 3: Hörtest & Vergleiche

Subwoofer-Satelliten-Kombinationen gelten vielen Musikliebhabern als weniger „audiophil“. Entsprechend selten sind solche Tests bei fairaudio zu finden. Doch warum eigentlich? Schließlich kann ein solches Setting einige Probleme lösen. Der „WAF-Faktor“ ist oft deutlich höher als bei einem konventionellen, großen Lautsprecherpaar und ganz nebenbei kann man die eine oder andere raumakustische Unstimmigkeit der Tieftonwiedergabe in den Griff bekommen, wenn man die Bassabteilung unabhängig von der Aufstellung, die die Stereophonie verlangt, im Raum positioniert. Also nehmen wir ein Paar bekanntermaßen exzellente, aktive Kleinlautsprecher in Gestalt der C-Box 3 von Abacus Electronics (990 Euro) und lassen ihnen vom neuen Subwoofer C-Bass 10 (1.490 Euro | www.abacus-electronics.de) unter die Arme greifen.

Muss ich Abacus electronics an dieser Stelle noch vorstellen? Schließlich gibt es die von Karl-Heinz Sonder gegründete Firma in Nordenham schon seit einer gefühlten Ewigkeit, nämlich seit 1983. Und seit über 30 Jahren machen die Herren Sonders von Abacus einiges besonders, na zumindest anders als der Mainstream. Ja, man gefällt sich in der Nischenposition und behauptet sich hier seit Jahren souverän. Wer noch mehr über Abacus erfahren möchte, dem sei unser Firmenbericht empfohlen.

Der Subwoofer Abacus C-Bass 10 in den verfügbaren Farben Schwarz, Wasserblau und Weiß

Der Subwoofer Abacus C-Bass 10 in den verfügbaren Farben Schwarz, Wasserblau und Weiß

Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale sind vor allem die speziellen Dolifet-Verstärkerschaltungen mit sehr geringer Ausgangsimpedanz und hoher Bandbreite (das Dolifet-Prinzip wird etwa im Test Abacus Ampino 20 Dolifet kurz erklärt) sowie ein meist sehr geradliniges Design. Letzteres ist Geschmackssache, auf jeden Fall ist die Sache stabil – und hat Charme: Verweigert sich Abacus Electronics doch jeglichem Chichi oder Bling-Bling und macht damit klar, dass hier purer, zweckorientierter Pragmatismus herrscht. Abacus ist ganz klar eine Firma, die „ingenieurgetrieben“ ist.

Das merkt man auch unseren Testgeräten an. Lautsprecher wie Subwoofer sind untadelig verarbeitet. Die matten Lackierungen wirken einwandfrei und robust, die Schrauben sitzen gerade in Gewindebuchsen, die Anschlüsse sind stabil montiert, die Regler laufen satt und spielfrei. Überdies weisen Subwoofer und Satelliten nicht das kleinste Detail auf, das nicht klar seinen Zweck erfüllt. Einzige Ausnahme sind die Farben, in denen Abacus die Geräte anbietet: Die Abacus C-Box 3 gibt es in sechs Farben, darunter auch das knallige Melonengelb meiner Testmuster. Beim Abacus C-Bass 10 beschränkt sich die Auswahl auf drei Farben, neben Schwarz und Weiß das Wasserblau des Testgeräts.

Die Abacus C-Box 3 in den Farben Schwarz, Melonengelb und Wasserblau

Die Abacus C-Box 3 in den Farben Schwarz, Melonengelb (Testmuster) und Wasserblau, zudem gibt es die Varianten Weiß, Gelbgrün und Verkehrsrot. Im Bildvordergrund die eigentlich rückseitig integrierte Verstärkerelektronik

Alte Bekannte: Abacus C-Box 3

Auf die – übrigens durch und durch analoge – Abacus C-Box 3 ist mein Kollege Benjamin Baum schon umfassend eingegangen – daher ganz kurz: Die C-Box 3 sind sehr kompakte, gerade mal 20 Zentimeter hohe, aktive Zwei-Wege-Lautsprecher mit einem geschlossenen 1,6-Liter-Gehäuse, in dem ein 100-Millimeter-Tiefmitteltöner sowie ein 25-Millimeter-Ringstrahler arbeiten, die von einem 25-Watt-Dolifet-Verstärkermodul auf der Lautsprecherrückseite angetrieben werden. Das Musiksignal wird über eine analoge Cinch-Buchse eingespeist.

Die C-Box 3 verfügen rückseitig über zwei Regler, einen zur Lautstärkeeinstellung und einen zur Anpassung des Basstiefgangs. Wobei der Bass-Equalizer der C-Box 3 bei maximaler Einstellung laut Hersteller einen Frequenzgang bis zu einer unteren Grenze von 35 Herz (- 6 dB) erlaube. Natürlich kann man bei Abacus die Physik nicht überlisten: Ein 10-cm-Basstreiber vermag natürlich niemals ein Tiefbassgefühl beziehungsweise einen echten Tiefbassdruck entstehen zu lassen, wie das große Treiberflächen vermögen.

Die Rückseite der Abacus C-Box 3 mit Drehreglern zu Lautstärkeeinstellung und Anpassung des Basstiefgangs

Die Rückseite der Abacus C-Box 3 mit Drehreglern zu Lautstärkeeinstellung und Anpassung des Basstiefgangs

Wie mir Karl-Heinz Sonder am Telefon erzählt, haben es die C-Box 3 zu einer „Karriere“ gebracht, die man anfangs gar nicht vorsah: Die kleinen Aktivlinge etablierten sich in vielen Tonstudios als Nahfeld-Monitore. Für den Einsatz im professionellen Umfeld sind primär eigentlich die Studio-Monitore Mirra 14 und Mirra 15 gedacht (die sich wiederum auch Hifi-Kunden nachhause holen). Die C-Boxen zählen dagegen formal zum HiFi-Lautsprecher-Portfolio, sind aufgrund ihrer Abstimmung aber eben auch studiotauglich.

Der Protagonist: Abacus C-Bass 10

Hauptdarsteller dieses Tests ist der Abacus C-Bass 10. Der ist allein von den Abmessungen schon eine andere Nummer. Mit Sockelplatte ist er fast einen halben Meter hoch sowie je 35 Zentimeter breit und tief; die Grundfläche des Gehäuses selbst ist etwas kleiner als die Sockelplatte, letztlich wird dem 25-Zentimeter-Treiber ein Volumen von rund 30 Litern geboten. Das ist für einen 10-Zöller im geschlossenen Gehäuse nicht viel, doch wie bei Subwoofern üblich, sorgt eine entsprechend ausgelegte Elektronik dafür, dass das Chassis unter diesen Bedingungen tiefste Frequenzen wiederzugeben vermag. Abacus deklariert die unterste Frequenz des C-Bass 10 mit 16 Herz (-3dB).

Der Abacus C-Bass 10

Der Kellermeister Abacus C-Bass 10. Die angeschlossenen Satelliten spielen übrigens weiter, wenn der Subwoofer ausgeschaltet wird, der Subwoofer überbrückt dann unbefiltert

Damit das Ganze funktioniert, ist ordentlich Leistung notwendig. Die liefert die auf der Rückseite integrierte Elektronik in Form eines Verstärkers, natürlich in Dolifet-Technik, der für 120 Watt RMS-Leistung gut sein soll, sowie eines DSPs. 120 Watt muten im Vergleich zu manchem Wettbewerber wenig an, doch wir wissen: Wichtig ist, was im Hörraum rauskommt.

Die Elektronik des Abacus C-Bass 10 ermöglicht es, den Roll-Off des C-Bass 10 zwischen 16 und 48 Herz einzustellen, die obere Filterfrequenz ist zwischen 60 und 120 Hertz justierbar. Dazu gibt es auf der Rückseite zwei Drehregler. Zwei weitere Regler dienen zum Einstellen des Bass-Levels und der Phase, damit man Subwoofer und Satelliten sowohl hinsichtlich der Lautstärke als auch des Phasengangs aneinander anpassen kann. Neben dem Cinchbuchsen-Doppel für das analoge Eingangssignal findet sich ein weiteres Buchsenpaar, das das Signal hochpassgefiltert an die Satelliten ausgibt: Hier arbeitet ein Linetreiber mit nahezu 0 Ohm Ausgangswiderstand. Der Hochpass lässt sich auf eine Grenzfrequenz zwischen 60 und 120 Herz regeln.

Die Rückseite des C-Bass 10 mit Reglern zur Einstellung des Pegels, der Phase sowie der Grenzfrequenzen

Die Rückseite des C-Bass 10 mit Reglern zur Einstellung des Pegels, der Phase sowie der Filterfrequenzen. Hinein und hinaus geht es via Cinch

Im Zusammenspiel mit den C-Box 3 empfiehlt Abacus electronics eine Übergangfrequenz von 80 Herz, die bitte nur am Subwoofer eingestellt werden soll, während die Bassregler der Stereoboxen auf maximalem Tiefgang verharren. Das soll den saubersten Übergang zwischen Sub und Satelliten ergeben.

Pegel und Phase sind nach Gehör einzustellen: Pegelseitig regelt man den C-Bass 10 erst einmal so laut, dass man ihn klar hört und dann so weit herunter, bis der Eindruck entsteht, dass der Subwoofer nicht mehr arbeitet. Eine kurze Berührung der Membran zeigt einem, dass der Sub sehr wohl etwas tut, aber so, dass man nicht bewusst wahrnimmt, dass er die kleinen Lautsprecher unterstützt. Die korrekte Phase findet man ebenso leicht mittels Gehör, wobei das schwerer zu beschreiben ist. Ich würde immer bei Null anfangen und dann in kleinen Schritten den Regler so lange verstellen, bis eine Einstellung gefunden ist, bei der der Bass am „knackigsten“ klingt. Keine Bange, auch wenn Sie meine Beschreibung hier nicht ganz nachvollziehen sollten, in der Praxis werden Sie es hören.

Abacus C-Bass 10 und C-Box 3: Hörtest & Vergleiche

Abacus electronics C-Box 3 und C-Bass 10 im Hörraum

Abacus electronics C-Bass 10 und C-Box 3 und im Hörraum

Die Story von den Winz-Lautsprechern, die so beeindruckend große Räume beschallen, dass man automatisch den Subwoofer sucht, erzähle ich Ihnen jetzt nicht, denn die stimmt im Falle der Abacus Electronics C-Box 3 nicht. Das kann mit vergleichsweise kleinen Boxen funktionieren, doch die kleinsten Boxen, die das in meinem Hörraum bisher wirklich glaubwürdig schafften, sind die JBL 4305P (aktuell 2.399 Euro), die ein drei Mal größeres Volumen als die C-Box 3 aufweisen – und die bei mir seit knapp über einem Jahr am Schreibtisch für exzellenten Klang sorgen.

Die Abacus C-Box 3 „solo“ frei aufgestellt im Hörraum

Stehen die Abacus C-Box 3 frei und alleine auf Lautsprecherständern in meinem Hörraum – dort, wo sonst meine Standlautsprecher Divine Audio Bellatrix positioniert sind – agieren die kleinen Niedersachsen recht neutral und mit einer beeindruckenden Portion Spielfreude. Tendenziell eher Team Attacke als Kuschelrock. Wobei der Kollege Jörg Dames, der die C-Box 3 auf seinem Schreibtisch betreibt, berichtet, dass das Temperament der kleinen Racker stark vom verwendeten Signalkabel abhängt. Vielleicht ein guter Hinweis, sie am besten mithilfe des speziellen Abacus Line-Treibers anzusteuern – näheres dazu findet sich im bereits erwähnten Test des ehemaligen Kollegen Benjamin Baum.

Die Dreibeinständer der C-Box 3 lassen sich optional bei Abacus mitbestellen

Die Dreibeinständer der C-Box 3 lassen sich bei Abacus optional mitbestellen

Ty Dolla $ign Ego DeathBei mir, von meinem RME Adi-2 DAC FS über Wire World Stream 8 Interconnects angesteuert, gehen die C-Box 3 wunderbar nach vorne und bieten ein preisklassenbezogen sehr gutes Auflösungs- und ein wirklich gutes feindynamisches Differenzierungsvermögen. Auch in Sachen Tiefgang geht mit Blick auf die physische Größe der Boxen ein Bisschen was: So höre ich „Ego Death“ von Ty Dolla $ign (Album: Ego Death) mit großem Vergnügen. Die treibenden Beats bringen die Abacus C-Box 3 druckvoll rüber, der Dancefloortrack geht über die kleinen Boxen überraschend stark in die Beine.

Wobei aktuelle Popmusik ja meist nur so tut, als wären die Bässe tief. Oft spielt sich unterhalb von 100 Herz jedoch kaum noch etwas ab. Wer glaubt, dass die Toningenieure bei solcher Musik auf optimale Klangqualität achten, irrt. Oder nein, irren ist das falsche Wort. Letztendlich ist die Definition von optimaler Klangqualität eine andere. Populäre Musik wird meist so abgemischt, dass sie nicht unter bestmöglichen Wiedergabebedingungen das Maximum an Klang bietet, sondern, dass sie unter möglichst vielen Bedingungen gut klingt – auch wenn sie aus einem „Gettoblaster“, einem mobilen Bluetooth-Lautsprecher oder einem Küchenradio tönt. Dass in vielen Tonstudios Lautsprecher wie Yamaha NS-10 oder Auratone 5C arbeiten, liegt nicht daran, dass diese Lautsprecher so gut sind, sondern dass sie den Toningenieuren einen guten Eindruck davon vermitteln, wie die Musik unter weniger optimalen Wiedergabebedingungen klingt.

Die Abacus C-Box 3 in Melonengelb

Zurück zu den Abacus electronics C-Box 3: Auch wenn ich ein großer Fan von dynamischen, anspringenden Klangbildern bin, irgendwo fehlt mir ab einer gewissen Laustärke vor allem Ruhe und Souveränität im Klangbild. Ich führe das darauf zurück, dass die kleinen Tiefmitteltöner dann schon wirklich am Rande ihrer Möglichkeiten agieren und eine deutliche Portion Stress – sprich Verzerrungen – ins Klangbild tragen. Und größere Hörabstände verlangen den Boxen offensichtlich zu viel Pegel ab, erinnern wir uns daran, dass jede Entfernungsverdoppelung mit 6 dB Schalldruckverlust einhergeht, was eine Halbierung bedeutet.

Abacus C-Bass 10 mit C-Box 3 frei aufgestellt im Hörraum

Die Abacus C-Box 3 im Zusammenspiel mit dem Subwoofer C-Bass 10

Die Abacus C-Box 3 im Zusammenspiel mit dem Subwoofer C-Bass 10

Liz Wright GraceUnd jetzt kommt, Sie ahnen es, der C-Bass 10 ins Spiel. Seine Wirkung ist absolut überzeugend. Wie gesagt, „funktioniert“ ein Subwoofer am besten, wenn man meint, ihn eigentlich nicht zu hören. Und so ist das erste, was ich mit eingeschleiftem C-Bass 10 wahrnehme, gar nicht der Bass, sondern ein ungleich entspannteres und souveräneres Klangbild. Vor allem in den Mitten. Fand ich es ohne Sub ein wenig anstrengend, mich auf Stimmen zu konzentrieren, funktioniert das jetzt perfekt. Liz Wrights „Barely“ (Album: Grace) klingt über die Sub-Sat-Kombi aus Abacus C-Bass 10 und C-Box 3 schlicht überwältigend. Die Stimme von Frau Wright ist über jeden Zweifel erhaben und die Abacus-Kombi gibt sie fein aufgelöst und sauber nuanciert wieder.

Erst beim zweiten Hinhören fällt mir dann auf, wie tiefreichend und kontrolliert das Abacus-Set die mörderisch tiefen Trommelschläge, die das Stück enthält, in den Raum wuchtet. Die kommen perfekt kontrolliert rüber und haben trotzdem einen beeindruckenden Impact. Dieses Zusammengehen von Kraft und Kontrolle schaffen passive Lautsprecher in der Regel erst in einer deutlich höheren Preisklasse. Hier sind reine Bassspezialisten eindeutig im Vorteil. Und das Beste ist, dass ich gehörmäßig dafür wirklich nur die kleinen C-Box 3 verantwortlich machen möchte.

Der Abacus C-Bass 10 mit zwei C-Box 3

Auch dynamisch geht mit dem Abscus C-Bass 10 noch ein Stück mehr. Klar, grobdynamisch sowieso, da durch ihn die Tiefmitteltöner der C-Box 3 deutlich entlastet werden und ein 10-Zöller mit 120 Watt im Nacken einfach mächtig Schub geben kann. Aber auch feindynamisch klingt alles noch lockerer, gelöster, schneller, klarer. Beeindruckend, was die kleinen Vierzöller der C-Box 3 leisten, wenn sie von der Bassschwerstarbeit befreit werden.

Was ebenfalls in einem Maß, das ich nicht unbedingt erwartet hätte, vom C-Bass 10 profitiert, ist die Räumlichkeit. Mit Subwoofer gewinnt der Raum klar an Tiefe, das Ganze wirkt dreidimensionaler. Wobei ich natürlich sagen muss, dass die Raumabbildung jetzt zwar dreidimensional und stabil anmutet, meine ungleich teurere Wiedergabekette aus Audio Analogue ABsolute und Divine Audio Bellatrix dennoch mehr Luft zwischen den musikalischen Akteuren schafft, diese selber räumlich griffiger abbildet und schon eher etwas von dem, was man als „holographische Räumlichkeit“ bezeichnet, bietet. Doch hallo – ich spreche hier von einer Kette, die etwa das 15fache kostet.

Blick auf den vom Gehäuse gelösten 10-Zoll-Treiber des Abacus C-Bass 10

Blick auf den vom Gehäuse gelösten 10-Zoll-Treiber des Abacus C-Bass 10

Für einen faireren Vergleich wechseln meine JBL 4205P vom Schreibtisch auf die Lautsprecherständer im Hörraum. Preislich liegt die Kombi aus Abacus C-Bass 10 und C-Box 3 (2.480 Euro) nahezu gleichauf mit den „fairaudio’s favourite Award“-prämierten JBL 4305P. Und klanglich? Gibt’s deutliche Unterschiede zwischen den beiden Lösungen. Wobei ich mich keineswegs auf besser oder schlechter festlegen möchte. Die JBL klingen noch stärker nach Monitor, lösen noch etwas feiner auf und agieren im Vergleich zum Abacus-Setting beinahe zurückhaltend – und das, obwohl ich den JBL beeindruckende dynamische Talente zugesprochen habe und das immer noch tue.

Die Abacus‘sche Sub-Sat-Kombi punktet dagegen mit satterem Farbauftrag und mehr Drive. Der Bass bietet mehr Punch und Substanz – er langt auch tiefer herunter als der der JBL. Ja, das Subwoofer-Satelliten-Trio weiß sich im Tiefton ganz anders zu inszenieren als das JBL-Duo mit seinen Bassreflex- und DSP-gestützten Fünf-Zoll-Treibern. Zum zackigen Schub im Bass setzt die C-Box 3/C-Bass-10-Kombi noch einen leichten Akzent im Präsenzbereich, sodass das Klangbild insgesamt weiter nach vorne, Richtung Hörplatz rückt und ansprechender wirkt.

Das rückseitige Anschluss- und Bedienfeld des Abacus C-Bass 10

Das rückseitige Anschluss- und Bedienfeld des Abacus C-Bass 10

Entsprechend stürmt das dichte Klanggefüge von „Anabasis“ auf dem gleichnamigen Album von Dead Can Dance über das Abacus-Setting beeindruckender und noch mitreißender auf mich ein als über die JBL. Die JBL führen mir dafür sehr exakt vor Ohren, dass das angeschlagene Blech links von der Mitte und ein bisschen weiter hinten zu verorten ist. Solche Details dröselt die Abacus-Kombi nicht ganz so akribisch auseinander.

Insgesamt macht der Abacus-C-Bass-10-Subwoofer die C-Box 3 unter allen Aspekten „wohnzimmertauglich“, zumindest, was meinen 17 Quadratmeter großen Hörraum betrifft (näheres zu dessen Raumakustik finden Sie hier). Und so entspannt und stressfrei, wie das Ganze bei mir klingt, bin ich mir sicher, dass da noch mehr geht. Mir gefällt die Performance der Subwoofer-Satelliten-Kombi von Abacus auf jeden Fall extrem gut.

Ab ins Nahfeld

Die Abacus C-Box 3 ohne Subwooferunterstützung auf dem Schreibtisch

Die Abacus C-Box 3 ohne Subwooferunterstützung auf dem Schreibtisch

Zuletzt interessiert mich noch, ob der Subwoofer auch im Nahfeld sinnvoll ist. Dazu wandern die Abacus C-Box 3 auf meinen Schreibtisch. Abacus hat gleich ein paar kurze Tischstative, die mithilfe der Gewinde auf der Unterseite der Boxen befestigt werden, mitgeliefert. Von meinem Audio-Interface SPL Crimson angesteuert, lassen die C-Box 3 erst mal keine Wünsche offen. Auf sich alleine gestellt, also ohne Subwoofer, sind kurze Hördistanzen definitiv ihre Paradedisziplin. Und ich vermisse nichts. Ob anspruchsvoller Jazz oder auch ein großes Orchester – selbst die Räumlichkeit, die sich in dieser Hörsituation einstellt, ist klasse. Und was bringt der C-Bass 10 hier?

Abacus C-Bass 10 mit C-Box 3 am Schreibtisch

Das volle Abacus-Programm im Nahfeld

Herbert Grönemeyer Gemischte GefühleDer Einfluss des Subs auf die Gesamtperformance ist in meinem Schreibtisch-Setup deutlich geringer. Die C-Box 3 agieren hier bereits alleine überzeugend souverän. Selbst Bässe kommen vehement rüber und bringen die Schreibtischplatte zum Vibrieren. Der Abacus C-Bass 10 neben dem Schreibtisch sorgt eher für ein Plus an physischem Erleben. Passend dazu wähle ich den Titel „Musik nur, wenn sie laut ist“ von Herbert Grönemeyer, zu finden auf seinem frühen Album Gemischte Gefühle. Und ja, der Bass, um den der C-Bass 10 die C-Box 3 in diesem Setting ergänzt, ist eher der, der in den Magen fährt. Das brauche ich persönlich am Schreibtisch sitzend nicht unbedingt, kann mir aber vorstellen, dass diese Option nicht zuletzt für Gamer extrem attraktiv ist.

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Test: Abacus electronics C-Box 3 und C-Bass 10 | Subwoofer-Satelliten-Kombi

  1. 1 Wild at Heart
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