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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Sensibel streamen
  2. 2 Netzwerkplayer Marantz NA6006: Klangtest & Vergleiche

Streaming löst die CD ab, auch bei den nicht unbedingt als Trendsetter bekannten deutschen Kunden. Das hören wir wieder und wieder und mit immer höherer Frequenz – und das sicherlich nicht zu Unrecht, wie die Absatzzahlen in beiden Bereichen zeigen. Dennoch hält Marantz auch in seiner brandneuen 6006er-Serie der Compact Disc mit dem CD-Player CD6006 weiterhin die Treue und bietet so ein klassisches Stereo-Setup im Verbund mit dem Vollverstärker PM6006 an. Nun aber stellt der amerikanisch-japanische Hersteller den Streamingplayer Marantz NA6006 vor und macht so das Trio komplett. Wir schauen uns genau an, ob der Neue dazu taugt, das Ende der CD-Ära zu beschleunigen …

Während ein CD-Player mit Fernbedienung und dem Entfallen des Plattenumdrehens gegenüber Plattenspielern auftrumpfen kann, erlaubt ein Netzwerkplayer es dem Couch-Potato, aus einer theoretisch unbegrenzten Vielzahl von Musikstücken zu wählen, sei es von einer über das heimische Netzwerk oder USB angeschlossen Festplatte oder direkt aus dem Internet. Und das alles übersichtlich visualisiert über eine entsprechende App. Eat this, Compact Disc! Der Marantz NA6006 gibt sich in dieser Hinsicht dann auch maximal offen für musikalischen Input: Dank UPnP erkennt er ohne jegliche Probleme den ins Netzwerk eingebundenen NAS, er versteht sich nativ mit den datenreduzierten Streamingdiensten Spotify, Amazon Music, Deezer, Napster und Soundcloud sowie dem Highres-Streamingdienst Tidal (dessen Mitbewerber Qobuz und Highresaudio bleiben leider erst mal außen vor) – und via TuneIn hat man Zugriff auf zehntausende Internetradiostationen aus aller Welt. Dies alles lässt sich äußerst bequem über die kostenlose und sehr einfach zu bedienende HEOS-App (verfügbar für iOS, Android und Kindle) anwählen, die eine Multiroom-Streaming-Steuerung und auch Vollzugriff auf die nicht netzwerkbasierten Anschlussmöglichkeiten bietet. Da wäre, wie bereits angedeutet, ein USB-A-Port, über den man Musik ein- wie ausgeben kann und der wie üblich auf der Front des Marantz NA6006 platziert wurde, sowie ein optischer Digitaleingang auf der Rückseite. USB-B gibt’s leider nicht. Der optische digitale Übertragungsweg hat sich mittlerweile etabliert für die Anbindung eines Smart-TV, das in vielen Fällen als Hub für diverse Zuspieler wie BluRay-Player, AppleTVs, PlayStations, WD-TVs und Konsorten fungiert. Über zwei Marantz-Remote-Bus-Buchsen lassen sich weitere Marantz-Geräte in die Bedienung via App oder über die beigelegte, hübsche Fernbedienung des NA6006 einbinden, so dass man der Fernbedienungsflut wirkungsvoll Einhalt gebieten kann.

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Netzwerkanschluss

Ansonsten findet sich auf der Rückseite natürlich ein LAN-Port für die Ethernet-Verbindung zum Router sowie zwei Antennengewinde. Mit den beiden beigelegten Funkempfangsstäben loggt sich der Marantz NA6006 mit 2,4-GHz/5-GHz-Dual-Band-Unterstützung nicht nur störungsresistenter ins WLAN ein als mit nur einer Antenne, er empfängt so auch Bluetooth-Signale. Leider setzt Marantz hier noch nicht auf den aktuellen Standard Bluetooth 5.0, der erweiterte Funktionen und eine deutlich höhere Datenrate bereitstellt als das verwendete Bluetooth 3.0, auch wenn wie hier EBR (Enhanced Bitrate) mit an Bord ist. Auch aptX (HD) wird nicht unterstützt, lediglich der SBM-Codec (Low Complexity Subband Codec) findet beim Marantz NA6006 Anwendung. Das ist vor allem für Android-User in Hinsicht aufs klangliche Potenzial nicht ganz optimal – denn sie kommen ja per se nicht in den Genuss der Airplay-2-Integration des Marantz N6006, da der 2010 eingeführte Apple-Standard nur mit den beapfelten Geräten aus Cupertino kompatibel ist.

Multitalentiert

Marantz NA6006 Netzwerkplayer

Da Airplay auf WLAN basiert, lassen sich deutlich größere Datenmengen übertragen als mit dem Bluetooth-Protokoll, was an sich schon von Vorteil ist. Darüber hinaus hat Apple mit dem neuen Airplay 2 die Multiroom-Fähigkeit eingeführt, so dass man mehrere Geräte gleichzeitig auswählen kann, um zum Beispiel auf zwei oder drei Apple TV beziehungsweise Homepods – oder eben dem Marantz NA6006 – in unterschiedlichen Räumen dieselbe Musik synchron abzuspielen. Auch nimmt Airplay 2 einen größeren Cache-Speicher in Anspruch, der zudem nun im Abspielgerät selbst sitzt. Deshalb sollen die im „alten“ Airplay doch ab und zu auftretenden, nervigen Aussetzer der Vergangenheit angehören, selbst wenn man mal kurzzeitig das Heimnetz verlässt. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Player schneller auf Befehle vom Controller, also dem Mac-Rechner, iPhone oder iPad, reagieren kann. Mithilfe des HEOS-Alexa-Skills reagiert der Marantz NA6006 übrigens auch auf Sprachbefehle an Alexa, dafür ist allerdings ein zusätzliches Amazon-Echo-Gerät erforderlich.

Wandelbar

Marantz NA6006 Netzwerkplayer Innen, Platine

Der im Marantz NA6006 integrierte D/A-Wandler setzt auf einen Sabre-ES9016-Chip, der im Verbund mit einer sogenannten Dual-Quarz-Taktgebung (also zwei sich gegenseitig kontrollierende Quarze) und der Marantz-eigenen HDAM-Technologie (Hyper Dynamic Amplifier Module) in der analogen Verstärkerstufe für geringe Verzerrungen und einen hohen Dynamikumfang sorgen soll. Als Schmankerl baut Marantz die aus den Referenzgeräten bekannte MMDF-Technologie in den NA6006 ein, mit der sich zwischen zwei verschiedenen Digitalfiltern umschalten lässt. Filter 1 ist dabei der Standard-Filter, der einen möglichst linearen Frequenzgang produzieren soll, dabei allerdings prinzipbedingt etwas längere Nachschwinger produziert, während Filter 2 sich auf eine maximal präzise Impulswiedergabe mit kürzest möglichen Nachschwingern konzentriert, was im Allgemeinen eine im Superhochton minimal reduzierte Amplitude nach sich zieht. Im Allgemeinen wird der zweiten Filterauslegung ein „analogerer“ Klang zugesprochen, während man dem Standardfilter eine klarere Zeichnung und größere Bühne nachsagt. Generell sind die Einflüsse des Digitalfilters meiner Erfahrung nach eher gering, aber das werden wir später noch genauer eruieren. Wie dem auch sei, dank des optischen Digitaleingangs profitieren auch ältere oder nicht ganz so hochwertig wandelnde Geräte von den Talenten des Wandlers im Marantz NA6006 – so kann man noch funktionierende, aber nicht mehr auf dem aktuellsten Stand der Technik befindliche Geräte sinnvoll „upcyceln“. Wer hätte je gedacht, dass ein Hifi-Gerät zum Umweltschutz beitragen kann?

Futterverwertung

Den Marantz NA6006 kann man fast als digitalen Allesesser bezeichnen: MP3, AAC und WMA werden – entgegen der Angaben im Datenblatt auf der Marantz-Webseite – in allen Bitraten verarbeitet (eine dem NA6006 über Airplay angediente AAC-Datei mit 320 kbps zum Beispiel spielte er ohne Weiteres ab) und bis zu einer Abtastfrequenz von 48 kHz gewandelt. Die Lossless-Formate ALAC, FLAC versteht der NA6006 ebenso wie natürlich das WAV-Format. An High-Res-Ansprüche hat Marantz auch gedacht, denn selbst ambitionierte Einsteiger in den audiophilen Zirkel lassen sich nicht mehr mit dem Redbook-Format der CD abspeisen. Eine 192-kHz/24-Bit-Digital-Analog-Umwandlung ist damit geradezu Pflicht, ebenso wie die DSD-Fähigkeit bis hin zu DSD 128 (5,6 MHz).

Flexibles Management

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Cinchanschlüsse

Nun geht’s ja in einen solchen Player signalmäßig nicht nur rein, irgendwann muss auch wieder was rauskommen – logisch. Dafür hat Marantz beim NA6006 gleich zwei Pärchen Cinchbuchsen verbaut. Nicht etwa, um mehrere Verstärker anzusteuern, sondern weil man dem neuen Netzwerkplayer auch eine interne Lautstärkeregelung mitgegeben hat. Ergo geht es einmal mit fixem Pegel und einmal lautstärkegeregelt hinten raus. So kann man in einer minimalistischen Konfiguration den Marantz NA6006 auch direkt an ein Pärchen Aktivlautsprecher hängen. Das geht dann auch mit einem eher seltenen Ausstattungsmerkmal, dem optischen Digitalausgang: Aktive Lautsprecher mit einem entsprechenden Eingang lassen sich so komplett auf digitalem Wege ansteuern, und die Lautstärkeregelung bliebe den Lautsprechern überlassen. Zu guter Letzt gesellt sich noch eine frontseitig montierte 6,3-Millimeter-Klinikenbuchse mit einer über einen kleinen Drehregler einstellbaren Lautstärkeregelung zum Ausstattungsreigen.

Netzwerkplayer Marantz NA6006: Klangtest & Vergleiche

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Display Einrichtungsassistent

Einer der Hauptgründe, warum viele Nutzer den Einstieg ins Streaming scheuen, dürfte die vermeintlich hakelige Integration des neu erworbenen Geräts sein: Wie komme ich ohne LAN-Verbindung ans Setup des Streamers? Wie finde ich jetzt mein NAS? Schließlich hat nicht jeder tagtäglich mit (W)LAN-Netzwerken zu tun. Umso erfreulicher, dass die Einrichtung des Marantz NA6006 extrem easy und schnell vonstattengeht: Nach dem Verkabeln und Einschalten des Geräts fordert das Display mich zur Wahl meiner Sprache auf, gefolgt von der Aufforderung, mich mit dem WiFi-Netz des Geräts zu verbinden, nachdem ich die HEOS-App auf meinem Smartphone installiert habe. Ich muss dann nur noch angeben, in welches WLAN-Netzwerk sich der Marantz einloggen soll, und alles Weitere übernimmt die „künstliche Intelligenz“ in NA6006 und iPhone, inklusive Passwortübertragung. Nach etwa zehn Sekunden befindet sich der Marantz in meinem WLAN und ist nach einigen wenigen weiteren Sekunden, in denen er die nötigen Infos zu den verfügbaren Internetradiostationen und lokalen Musikbibliotheken (bei mir der NAS) sammelt, einsatzbereit. Ist der Marantz NA6006 über ein LAN-Kabel mit dem Netzwerk verbunden, entfällt selbstredend der erste Schritt, dann flutscht es sogar noch einfacher. Da ich aber weder in Sachen Verbindungs- noch Klangqualität einen Vorteil für die kabelgebundene Ansteuerung ausmachen konnte, habe ich alle Hörtests im WLAN-Modus durchgeführt. Ebenso habe ich der internen Lautstärkeregelung wenig Beachtung geschenkt – sie ist, wie ein kurzer Check ergibt, eine Notlösung für minimalistische Ketten, ich empfehle definitiv den Anschluss an einen adäquaten Voll- oder Vorverstärker.

Sanftmut ist eine Tugend

4Hero - Creating PatternsDer Mensch ist ein Gewohnheitstier, und das ist beim Musikhören nicht anders. Ich kenne den Klang meiner Anlage in- und auswendig, und gerade deshalb bin ich nach den ersten Takten Musik aus dem Marantz NA6006 einigermaßen überrascht: Sooooo unterschiedlich klingt das ja gar nicht – oder etwa doch? Fangen wir mal oben an, wo der Marantz-Netzwerkplayer eine feine, seidige, dem Klang des D/A-Wandlermoduls in meiner Vorstufe Norma SC-2 (5.400 Euro) nicht unähnliche Textur offenbart. Die Schlagzeugbleche und Schellenglöckchen in 4heros „Conceptions“ und „Time“ vom Album Creating Patterns (auf Amazon anhören) funkeln duftig, leicht und fein, ebenso wie die Triangel und elektronisch erzeugten Hochfrequenzsynthies in Felix Labandes „Black Shoes“ (Album: Dark Days Exit; auf Amazon anhören). Das klingt alles sehr unangestrengt und sauber – der Marantz NA6006 vermeidet jede Art von tonaler Überbetonung in den obersten Frequenzetagen, die allzu schnell in Stress umschlagen könnte. Klar, das ätherische Nachstrahlen von Metallschlaginstrumenten und die Menge an Details, die die fast sieben Mal so teure Kombination aus Auralic Aries und Norma-Wandler vom NAS liest, muten ungleich ausgearbeiteter an –  was im direkten Vergleich aber auch fast schon wieder weniger süffig wirkt. Der Marantz NA6006 findet hier eine gekonnte Balance aus blitzeblanker Sauberkeit, sanfter Qualität und entspannender Natürlichkeit, die vor allem im Verbund mit preislich adäquateren Lautsprechern Sinn ergibt – und weniger mit meinen knapp 20.000 Euro teuren Lansche No. 3.1 SE mit ihren alles, aber auch wirklich alles offenbarenden Corona-Hochtönern. Das beweist auch der kurze Quercheck an den Nubert AS 100, die normalerweise auf meinem Schreibtisch zu Hause sind. Den 19-mm-Kalotten der kleinen Aktivlautsprecher verhilft der Marantz NA6006 über ein analoges Verbindungskabel deutlich besser zu funkelndem Leben, als es die direkte Ansteuerung vom MacBook Pro oder Airport Express vermag.

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Rückseite

Über die optische Schnittstelle mit den Nubert verbunden, senkt sich ein leichter Nebel über das Geschehen und die Wiedergabe gerät ein Stück weniger flüssig – ein Hinweis auf die Kompetenz des Wandlers im Marantz, wenn es um Sauberkeit und Transparenz geht. Der zur noch besseren Einordnung der Marantz`schen Wandlerleistung angeworfene Nuprime DAC-10H (um 1.495 Euro) spielt im Hochton ähnlich angenehm, fließend und minimal zurückgenommen, kann aber absolut gesehen mit einem noch größeren Detailreichtum auftrumpfen. Kein großes Wunder angesichts der Preisdifferenz – erstaunlich ist eher, dass der Wandler des Marantz NA6006 in Sachen Hochtonqualität schon ziemlich „nah dran“ am DAC-10H ist.

Der Mittelton nun ist die vielleicht am intensivsten angestrahlte Sonnenseite des Marantz-NA6006-Netzwerkplayers. Das drückt sich zuallererst in einer für diese Preisklasse fast schon unglaublichen Klangfarbenstärke aus, die der NA6006 zudem mit einer erstaunlich flinken Transientenwiedergabe verknüpft. In „Minka“ auf Dark Days Exit murmeln Gewässer, platzen Tropfen mit einem geradezu körperhaften „Platsch“ auf Felsbrocken, zwitschern Vögel erstaunlich individuell voneinander unterscheidbar, spielt irgendwo hinten im Raum ein Klavier; in „Time“ von 4hero schnurren die Saiten des Kontrabasses wie ein satt gefressener schwarzer Panther, dem man das Kinn krault: All das entsteht mit einer satten, fluiden und organischen Eleganz, die gemeinsam mit dem zarten, aber nicht explizit dunklen Hochton eine fast schon romantische Sprache spricht. Wer bei „romantisch“ jetzt „schönfärberisch“ denkt, schrammt ein paar Millimeter an der Wahrheit vorbei – so wie der Marantz an der tatsächlichen Schönfärberei. Viel eher brilliert der NA6006 in der Klangfarbendisziplin außerordentlich. Und trotz voller Farbenpalette vernachlässigt der NA6006 keinesfalls, dass die Stimme von Ursula Rucker (4hero) mit klaren Sibilanten ausstattet ist und prononciert im Raum steht. Hat da gerade jemand „Röhre“ gesagt …?

Glühende Leidenschaften

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Steuerung

Ja klar, beim ersten Hinhören kann man dazu neigen, das tonale Auftreten des Marantz NA6006 als „warm“ zu bezeichnen, was ja meistens mit einem prominenten Bass und/oder einem schwachbrüstigen Hochton gleichgesetzt wird. Ich möchte den Marantz NA6006 jetzt nicht gänzlich davon freisprechen, dass er im (Ober-)Bass vielleicht den einen oder anderen durchaus angenehmen Akzent setzt, jedoch halte ich seinen überbordenden Klangfarbenreichtum in Verbund mit der fein-seidigen Hochtoncharakteristik für weit wichtigere Aspekte, die den Eindruck eines angenehmen, langzeittauglichen und wohligen Grundcharakters konstituieren. Ein Kontrabass dröhnt nicht, elektrisch erzeugte Bässe dicken nicht über Gebühr auf, so dass ich mich selbst mit meiner doch recht basskräftigen Anlage niemals über zu viel Bass vom Marantz NA6006 beschweren kann. Dass er Impulse im Bass- und Grundtonbereich dabei leicht abrundet, ist der weitestgehend festen Kontrolle und ordentlichen Transparenz im Tiefton nicht abträglich und passt gut zum allgemeinen Eindruck: Der Marantz will gefallen – und er gefällt – ohne sich echte Blößen zu geben.

Yellos - Pocket UniverseDer Ultratiefbass in Yellos „Resistor“ (Album: Pocket Universe; auf Amazon anhören) ist jedenfalls gut vom darüber liegenden Geschehen separiert, klar umrissen und bei entsprechender Lautstärke auch im Sofa spürbar – fast so wie ich das auch von meinem erwähnten Norma kenne. Das Fußtappen der Sänger in „Grandma’s Hands“ von Livingston Taylor (Album: Chesky 10th Anniversary Special Edition) auf der hölzernen Bühne gibt trotz seiner eher subtilen Präsenz einen spürbaren physischen Impuls ab. Dass der grobdynamisch ziemlich knackige Nuprime-Wandler hier die Tiefbassschraube noch eine Umdrehung fester anzieht, war zu erwarten, die Differenzen sind aber wieder einmal geringer als man vorab vermuten würde – ich empfinde den Sprung vom DAC-10H zum integrierten Norma DAC (Optionspreis 2.220 Euro) mit seiner markerschütternden Wucht auch ganz unten im Frequenzkeller sogar als etwas signifikanter als den vom Marantz zum Nuprime (beide über ein optisches Kabel vom Marantz NA6006 angesteuert).

Chesky 10th Anniversary Special EditionDie Eleganz subtiler Feindynamik herauszuarbeiten, zum Beispiel beim Klatschen der Flamenco-Tänzer in „No Quiero Verte“ von Carlos Heredia (Album: Chesky 10th Anniversary Special Edition), beherrscht der NA6006 dennoch generell etwas besser als die Artillerie stampfender Stilettos grobdynamisch zu bedienen. Realistische Feindynamik, „Schnelligkeit“ und Differenzierungsfähigkeit auf dem Mikroinformations-Level sind Tugenden, die der Marantz preisklassenbezogen in hohem Maße mitbringt. Und das erklärt auch, warum der Mitteltonbereich so luzide und elegant wirkt.

Raumfrage

Marantz NA6006 Netzwerkplayer / Streamer Logo

Bleibt noch zu klären, wie sich der Marantz NA6006 in der räumlichen Darstellung schlägt. Eine schöne Akustikaufnahme, mit dem Stereomikrophon aufgenommen, ist für solch einen Check äußerst hilfreich – das schreit förmlich nach dem Chesky Records 10th-Anniversary-Sampler und Ana Carams „Meditation“: Stimme, akustische Gitarre und Piano teilen sich über den Marantz NA6006 eine relativ kompakte, sich von der Lautsprecherbasis ausgehend tendenziell eher nach hinten denn zum Hörer hin erstreckende Bühne. Die einzelnen Akteure kommen sich dabei zwar etwas näher als mit dem direkter nach vorne abbildenden Nuprime DAC-10H oder gar dem Norma-DAC, laufen dabei aber keineswegs Gefahr, ineinander zu verschwimmen. Die Snaredrum in Clark Terrys „Sugar Blues“ steht eindeutig identifizierbar rechts neben dem leicht nach hinten versetzten Kontrabass, während das Piano am linken Bühnenrand swingt und die Trompete klar die Begrenzung des Aufnahmeraums auf der rechten Seite hörbar macht (und dabei über den Marantz soooo schön farbig ihren Charme versprüht).

Test: Marantz NA6006 | Netzwerk-Player

  1. 1 Sensibel streamen
  2. 2 Netzwerkplayer Marantz NA6006: Klangtest & Vergleiche
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