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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Wahrheit & Sinnlichkeit
  2. 2 Klangtest und Vergleiche: Cambridge Edge M

Als vor einigen Jahren mit dem DAC-Vollverstärker Edge A das erste Modell der neuen Top-Linie von Cambridge auf den Markt kam, war meine Überraschung einigermaßen groß. Im positiven Sinne, denn mit einem so minimalistisch-eleganten Design aus der Schöner-Wohnen-mit-Hifi-Ecke hatte ich angesichts der sonst doch eher konventionell gestalteten Otto-Normal-Geräte der Briten nicht gerechnet. Nun stehen die brandaktuellen Mono-Endverstärker Cambridge Audio Edge M (8.998 Euro/Paar | www.cambridgeaudio.com) im Tester-Regal – und sie sehen ebenfalls verdammt scharf aus.

Apropos scharf: Ich will jetzt nicht von Erotik sprechen, aber … Cambridge hat verstanden, dass der für die Kundenzufriedenheit so wichtige Besitzerstolz schon beim Auspacken beginnt, und bei der Edge-Serie für ein entsprechendes Erlebnis gesorgt. Ich kenne kaum ein HiFi-Gerät, das einerseits so sicher und durchdacht im Wortsinne in Schale geworfen wurde und andererseits den gesamten Enthüllungsvorgang so effektvoll inszeniert. Im letzten Schritt entblättert man die geschwungenen Formen der Monos aus einem schwarzen Samtkleid, findet dann ein weiches, zart weiß durchscheinendes Silikonband, das zum Schutz der (oder vor den) Kühlrippenkanten in der den Deckel umlaufenden Vertiefung der Edge M liegt, fühlt die samtig-zart texturierte, glatte Oberfläche … Nun ja.

Sauber gearbeitet

Cambridge Audio Edge M: Logo

Hochwertig verarbeitet und mit sinnlichem Erlebnis bereits beim Auspacken: die Cambridge Audio Edge M

Wie dem auch sei, clevere Detaillösungen und deren akkurate Umsetzungen haben es den Briten offensichtlich angetan. Um nur ein Beispiel zu nennen: Will man den besagten Deckel lüften, bedarf es keiner umständlichen Akkuschrauber-Orgie. Stattdessen sitzen auf der Rückseite der Cambridge Edge M zwei in tiefe Löcher eingelassene Torx-Schrauben. Diese Schrauben sind eher als Sicherungen zu verstehen, denn sie lassen sich nur genau bis zum äußeren Rand der Bohrungen in der Rückwand herausdrehen. Dann stehen sie den Bolzen des Deckels nicht mehr im Weg, wodurch dieser sich nach hinten schieben und abheben lässt. Einfach, genial und absolut präzise im Hundertstelmillimeterbereich ausgeführt. Wie übrigens das gesamte Gehäuse samt Innenleben. Das Finish der mattgrauen Front ist makellos, der Kontrast zu den schwarzen Kühlrippen spannend, und der Deckel ist innen großflächig mit einem resonanzreduzierenden Dämmmaterial samt Metallfolienbeschichtung versehen.

Cambridge Audio Edge M: Metallfolie unter dem Deckel

Der Deckel des Cambridge Audio Edge M ist innenseitig mit einem resonanzreduzierenden Material samt Metallfolienbeschichtung versehen

Das alles mutet extrem solide und vertrauenserweckend an. Und Cambridge ist sich nicht zu schade, freimütig mittels eines großen Aufdrucks auf der Rückwand klarzumachen, dass die Entwicklung in UK und die Montage komplett in China stattfindet. Ich wüsste angesichts des Gebotenen auch wirklich nicht, an welchen Qualitätsstellschrauben eine europäische Produktionsstätte noch drehen sollte.

Doppelter Doppelwhopper

Cambridge Audio Edge M von innen

Das Innenleben der Cambridge Audio Edge M

Das gilt wie gesagt auch für die Innereien der Cambridge Edge M Monos, deren Zentrum jeweils von zwei 325-VA-Ringkerntrafos in Huckepackformation geprägt ist. Das ist zwar nicht gerade überdimensioniert, aber vollkommen ausreichend. Und außerdem geht es hier weniger um Quantität statt um Qualität: Durch diese „Doppelringkerntransformator-Anordnung“ sollen sich nämlich die spiegelbildlichen Streufelder der Trafos (größtenteils) gegenseitig auslöschen. Ein weiterer, mit 42 VA deutlich kleiner dimensionierter Ringkerntrafo sitzt vertikal montiert hinter der Frontplatte und ist für die Versorgung der Eingangsstufe zuständig. An beiden Flanken des Gehäuses finden sich jeweils vier speziell für Cambridge angefertigte Kondensatoren mit jeweils 10000 μF, so dass jedem Monoblock insgesamt eine Siebkapazität von 80000 μF zur Verfügung steht. Acht Leistungstransistoren sind in Paaren für die Leistungsverstärkung zuständig und können jeweils (pro Paar) 200 Watt liefern. Ein weiteres Transistorpaar kümmere sich alleine um die Class-XA-Schaltung (zu dieser komme ich noch), so Cambridge.

Summenspiel

Cambridge Audio Edge M. Rückseite mit Anschlüssen

Zwischen XLR- und Cincheingang lässt sich per Schalter wählen: die Rückseite der Cambridge Audio Edge M

Das sieht nicht nur symmetrisch aus, das ist es auch. Und zwar vollsymmetrisch mit zwei kompletten Verstärkerzügen von vorne bis hinten. Klar bietet Cambridge Audio auf der Rückseite der Edge M neben den entsprechenden XLR-Eingängen auch unsymmetrische Cinchbuchsen zur Ansteuerung an: Mittels eines kleinen Schalters auf der Rückseite teilt man dem Verstärker mit, mit welcher Art von Eingangssignal man ihn zu füttern gedenkt. Die interne Signalverarbeitung findet anschließend so oder so symmetrisch statt. Das bedeutet, dass bei unsymmetrischer Ansteuerung eine Symmetrierstufe zusätzlich im Signalweg liegt – und offenbar spielt dieser Umstand (kleiner Spoiler) im Klangtest eine Rolle. Zusätzlich zu den Eingängen und den Lautsprecherterminals, die Bananenstecker und Gabelschuhe aufnehmen, finden sich noch je ein symmetrischer und unsymmetrischer Ausgang zum Durchschleifen des Signals. Nur, falls man zwei oder mehr Monos auf jeden Lautsprecher loslassen möchte, Stichwort: Bi- oder gar Multi-Amping.

First Class

Cambridge Audio Edge M: Mono-Endverstärker-Paar

Ein von Cambridge „Class XA“ genanntes Schaltungskonzept soll die klanglichen Vorteile von Class A mit der Energieeffizienz einer Class-AB-Schaltung verbinden.

Die massiven Kühlkörper der lüfterlosen Cambridge Edge M deuten darauf hin, dass hier potenziell ordentlich Abwärme entstehen kann. Class D als Verstärkungsprinzip fällt also eher raus. Stattdessen setzt Cambridge auf eine Technologie namens Class XA. Diese Schaltung soll die Klangmeriten von Class A mit der Energieeffizienz einer Class-AB-Schaltung vereinen. In herkömmlichen AB-Verstärkerdesigns, wo zwei komplementäre Bauteile je eine Halbwelle des Signals verstärken, treten Verzerrungen an dem Punkt auf, an dem das Signal von einem Transistor zum anderen übergeht. Dieser Übergangspunkt liege laut Cambridge normalerweise genau da, wo das Nutzsignal am leisesten und die Verzerrungen auch relativ am hörrelevantesten seien, nämlich am Nulldurchgang des Signals. Cambridge fügt nun eine etwas erhöhte Vorspannung hinzu, was den Übergangspunkt in den positiven Halbwellenbereich verschiebe. Die Edge-Amps arbeiten bei niedrigen Pegeln in der Praxis wie ein Single-Ended-Class-A-Design. Ein Satz Transistoren (der, von dessen Arbeitsbereich der Crossover-Punkt nun weiter entfernt liegt) bleibe quasi inaktiv, bis das Signal einen ausreichend lauten Pegel erreicht arbeite und die „schlafenden“ Transistoren aktiviere.

Cambridge Audio Edge M: Leistungstransistoren

Die Leistungstransistoren in den Cambridge Audio Edge M

Usability

Die Cambridge Edge M bieten eine im Highend-Sektor nicht immer anzutreffende Nutzerfreundlichkeit – abgesehen vom doch schon eher happigen Gewicht von knapp 24 Kilogramm pro M-Powerriegel. Zum Beispiel lassen sich alle Geräte der Edge-Linie mit einem (mitgelieferten) 3,5-Millimeter-Linkkabel verbandeln, welches die Ein- und Ausschaltsignale des ersten Geräts in der Reihe an seine Mitspieler weitergibt. Zudem switchen die Endverstärker nach 20 Minuten ohne Signal selbsttätig ins energiesparende Standby, und auch, wenn der Vorverstärker kein Triggersignal liefert, schalten sie sich wieder ein, wenn sie ein Eingangssignal erkennen. Die Wartezeit vom Einschalten bis zur Freischaltung der Ausgänge mit etwa vier oder fünf Sekunden ist ebenfalls völlig okay.

Klangtest und Vergleiche: Cambridge Edge M

Ich falle mal gleich mit der Tür ins Haus: Die Cambridge Edge M sollte man vorzugsweise symmetrisch, also über die XLR-Schnittstellen, ansteuern. Die Edge M danken es mit einem strafferen, luftigeren, besser durchgezeichneten und feiner aufgelösten Klangbild mit etwas präziserer Ortungsschärfe. Der Cinch- und XLR-Ansteuerung gemein ist dabei eine tonal neutrale Gangart ohne Betonung oder Unterbelichtung irgendeines Frequenzbereichs. Da aber die Abwesenheit von Schlagseiten nie so offensiv ins Ohr springt wie herausragende Eigenheiten, fällt zuallererst die ungemein zupackende, energiegeladene Performance der Edge M auf. Meine Herren!

Cambridge Audio Edge M mit Audio-Note-Lautsprechern

Cambridge Audio Edge M mit Audio-Note-Lautsprechern und Norma-Elektronik im Rack

Eigentlich ist es egal, welche Art von Bass- oder Mittelton-Impuls den Cambridge Edge M zugespielt wird; die Monos machen daraus ein echtes Spektakel. Nicht im Sinne von „zu viel des Guten“, sondern ganz positiv konnotiert. Ich erwische mich dabei, geradezu mit Vorfreude auf den nächsten Bass-Slap von Marcus Miller in „Detroit“ und die Snaredrum von Porcupine-Tree-Drummer Gavin Harrison in „The Sound of Muzak“ hinzufiebern. Oder die (zu) fett produzierte Bassdrum in St. Vitus‘ „Children of Doom“ vom gleichnamigen Album physisch herbeizusehnen. Das schaffen die Cambridge Audio Edge M mit der pfeilschnellen Ansprache eines kleinvolumigen Reihensechszylinder-Saugmotors und liefern gleichzeitig den satt-kraftvollen Durchzug eines Turbodiesels (ich arbeite noch an meiner Autovergleichsquote).

Cambridge Audio Edge NQ Vorverstärker/Netzwerkplayer

Mit dem Edge NQ (4.999 Euro) hat Cambridge Audio einen zu den Edge M passenden Vorverstärker/Netzwerkplayer im Programm

Wirklich viel besser kenne ich das eigentlich nicht – weder von den Norma Audio Monos PA 160 MR (14.000 Euro) noch von der großen Röhren-Stereoendstufe Balanced Audio Technology VK76SE (14.200 Euro). Übermut oder gar Hektik kommen dabei nicht auf: Die Cambridge Edge M besitzen eine stoische Ruhe, vertrauenserweckende Stabilität und souveräne Übersicht – zwar nicht im Maße der „lautstärkegeregelten Endstufe mit Analogeingängen“ ASR Emitter I (ab 6.800 Euro), dafür scheinen die englischen Monos ihre akustischen Salven gefühlt noch schneller aus den Transistoren zu schießen als der Koloss aus Herford.

In die Zange genommen: Bass und Tiefbass

Yello - Pocket UniverseInsbesondere symmetrisch angesteuert realisieren die Cambridge Edge M den gesamten Bassbereich extrem präzise und kontrolliert, differenzieren selbst tiefste Bassimpulse wie in Yellos „Pan Blue“ (Album: Pocket Universe; auf Amazon anhören) vorbildlich akkurat. Bei länger anhaltenden Basstönen wie in Massive Attacks „Teardrop“ (Album: Mezzanine) lassen die M keinerlei Dröhnen oder Wabern zu und zeichnen die Strukturen beziehungsweise Textur des Geschehens bestens nachvollziehbar. Unsymmetrisch tun sie das im Prinzip auch, nur nicht ganz so stringent und konsequent. Zudem klingen sie dann im Bass minimal kräftiger. Das sind wohlgemerkt sehr relative Aussagen auf höchstem Vergleichsniveau – wenn man nicht wüsste, dass symmetrisch noch mehr geht, würde man im Cinch-Betrieb zunächst mal nichts vermissen.

Cambridge Audio Edge M Frontansicht

So oder so liefern die Cambridge Edge M etwas mehr Druck bis ganz nach unten in den Tiefbasskeller als die Norma-Monos oder die BAT VK76SE. Mit den richtigen Lautsprechern können Tiefbassorgien zu einem physisch nachdrücklich spürbaren Erlebnis werden, und selbst die erstaunlich tiefbassfähigen Kompaktlautsprecher Grandinote Mach 2R aktivieren das Popometer deutlich. Die günstigere Stereoendstufe Norma Audio PA 150 (5.300 Euro) wirkt da doch etwas zurückhaltender, kommt mit etwas weniger Druck im Tiefbass und ist in der Ansprache weicher – insgesamt (wie ihre großen Geschwister) etwas eleganter und fließender als die Cambridge. Aber okay, das ist eh eine der Norma‘schen Kernbegabungen. Bevor jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Die Cambridge Edge M sind keine Haudraufs, auch wenn ihr dynamischer Haupt-Fokus eher auf explosiver Schnelligkeit und Wucht liegt und etwas weniger auf dem Nachspüren von minimalsten Energienuancen. Doch auch dies ist schlicht und einfach eine relative, von einem sehr hohen Vergleichslevel ausgehende Einordnung.

Klare Sache: der Grundton

Cambridge Audio Edge M: Detail vom Innenleben

An den straff-druckvollen Bassbereich schließt sich ein im Charakter erdiger und geschmeidiger Grundton an. Der E-Bass von Jaco Pastorius schnurrt zufrieden wie ein Kätzchen und lässt einen selbst feine Strukturen leicht nachvollziehen. Allein dank ihrer Durchhörbarkeit rücken die Cambridge Edge M diesen Bereich hörpsychologisch etwas stärker in den Fokus, als die hier weniger differenzierenden Norma Audio PA 150. Diese Klarheit im Übergang zum Mittelton verhilft den Monos zu einer unaufdringlichen, unangestrengt-natürlichen Präsenz, die die Preisdifferenz zur exzellenten Stereo-Italienerin rechtfertigt.

Citizen of Glass - Agnes ObelGeschmackssache sind die deutlich unterschiedlichen Auslegungen des Klangfarbenspektrums, die sich direkt auf die Wahrnehmung insbesondere des Grundtons (und Mitteltons) auswirken: Seidig-matt glänzend und duftig fein schwebend überträgt die Norma PA 150 diesen Aspekt; haptisch texturiert und trockener, keineswegs aber fahl handhaben die Cambridge Edge M die Obertöne. Zum Beispiel knarzen und raspeln die Celli in Agnes Obels „Familiar“ (Album: Citizen of Glass; auf Amazon anhören) mit den Britinnen deutlich holziger, weniger glatt. Und obwohl ich ein Fan dieses seidigen Norma-Klangs bin, denke ich, dass diese rauere Interpretation ein wenig näher an der Wahrheit liegt, auch wenn sie für einige weniger romantisch-schön wirken mag. Aber so ist das ja meistens …

Entweder das Eine oder das Andere?

Cambridge Audio Edge M: Ringkerntrafos

3 x 325 VA im Huckepack: die Ringkerntrafos für die Leistungsabteilung der Cambridge Audio Edge M

Im besten Sinne unauffällig gibt sich der Mittelton der Cambridge Edge Monos. Die Artikulation von Sängern und Sängerinnen servieren sie differenziert und punktgenau getimt, Sibilanten haben, wenn gefordert, das genau richtige Maß an Schärfe, und die Obertöne von Stimmen und Instrumenten transportieren die Edge M mindestens so schön offen wie meine Norma Audio PA 150. Ätherisch-substanzlos wird’s hier wie da niemals. Die Aufmerksamkeit eines auf Hifi-Messen am Hörraum vorbeiströmenden Publikums würden die Cambridge Edge M mit ihrer eher musikdienlichen als effekthaschenden Mittenauslegung wohl nicht auf sich ziehen. Doch gerade das sollte als Kompliment verstanden werden.

RM Hubbert - Thirteen Lost & FoundEin Beispiel: Die akustische Gitarre im „Car Song“ von RM Hubbert, Aidan Moffat & Alex Kapranos (Album: Thirteen Lost & Found; auf Amazon anhören) wirkt – wie schon die Obel-Celli – nicht ganz so spektakulär gleißend und damit meines Erachtens natürlicher als mit einigen anderen Amps, die die echte Klangsignatur des akustischen Instruments verändern. Dass die Cambridge Audio Edge M die Transienten der Gitarre trotzdem verdammt schnell und auf den Punkt aus den Lautsprechertreibern jagen, verdient Respekt. Oft – auch in dieser Preisklasse – betont ein Verstärker ja entweder das Eine oder das Andere – nicht so die Cambridge Edge M.

Lange, laut und stressfrei

Cambridge Audio Edge M und Edge NQ im Rack

Auch im Hochton wirkt sich die symmetrische Ansteuerung der Mono-Verstärker positiv aus. Während unsymmetrisch angesteuert im Vergleich zur Norma-Endstufe ein kleines, aber wahrnehmbares Maß an Luft und Auflösung ungenutzt bleibt, bringen die Cambridge Edge M dieses dann im symmetrischen Betrieb anstandslos zu Gehör. Die Auflösung des Frequenzoberstübchens ist dabei absolut klassengerecht, und dessen Charakter unterm Strich sachlicher, unverstellter als beim seidig-schöner zeichnenden Norma-Amp. Und vor allem bruchlos ins Gesamtbild integriert. Nie entsteht beim Hören der Eindruck, dass Information fehle, und nie lenken die britischen Monos die Aufmerksamkeit des Hörers auf klangliche Nichtigkeiten, wenn es doch gerade so schön Musik zu hören gibt.

Die Sauberkeit, der schwarze Hintergrund, den die Cambridge Edge M (nicht nur im Hochton) bei alledem walten lassen, vermittelt eine ganz besondere Ruhe. Hört sich unspektakulär an? Ist es. Und das ist gut so, denn anders als die Laserlichtstrahler unter den Verstärkern lässt sich so lange, laut und stressfrei hören, ohne dass die Ohren schlapp machen und die Augenlider zu zucken anfangen.

Cambridge Audio Edge M von oben

Raum und Abbildung

Die Abbildungsschärfe und die räumliche Differenzierung gewinnen ebenfalls durch den symmetrischen Betrieb. Interessant ist, dass der von den Cambridge Edge M aufgespannte Raum recht deutlich klarere Begrenzungen besitzt, als der, den etwa die Norma PA 150 entwirft. Die Größe der Bühne variiert dabei mit der jeweiligen Aufnahme von eng-intim bis Cinemascope-groß. Diesen Trick hat die Norma PA 150 zwar ähnlich gut drauf, vermag es aber nicht so überzeugend, die (virtuellen) Wände des Aufnahmeraums zu definieren: Im ersten Moment wirkt’s vielleicht etwas großzügiger, im zweiten an den äußersten Rändern etwas „zerfranster“. Insgesamt spielt sich das Geschehen mit den Edge M ziemlich genau auf der Lautsprecherebene ab und geht in die Tiefe des Raums, wenn das Musikmaterial es erfordert. Nicht zuletzt aufgrund der herausragenden Impulsansprache bekommen es die M hin, involvierend und direkt zu tönen, ohne es räumlich frontal angehen zu lassen. Verschiedene Geschmäcker hin oder her: Wie schon in Sachen Klangfarben und Obertönen scheinen mir die Cambridge Edge M hier objektiv sehr nah an den Tatsachen zu bleiben.

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Cambridge Audio Evo

Test: Cambridge Audio Edge M | Mono-Endverstärker

  1. 1 Wahrheit & Sinnlichkeit
  2. 2 Klangtest und Vergleiche: Cambridge Edge M

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