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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 First class, second take
  2. 2 Beyerdynamic Xelento Remote im Hörtest

Dass ein Hersteller wie Beyerdynamic (www.beyerdynamic.de) an seinen Produkten stets Verbesserungen vornimmt, versteht sich von selbst. Einen Highend-In-Ear wie den Xelento aber noch weiter optimieren zu wollen, lässt auf ein gewisses Maß an Perfektionismus im Entwicklungsteam schließen. Mit dem Xelento Remote und Xelento Wireless der 2. Generation hat Beyerdynamic Ende 2022 beide Varianten seines Flaggschiff-In-Ears neu aufgelegt. Inwieweit der Xelento Remote (Preis: 999 Euro) zur Perfektion getrimmt wurde, darum soll es im Folgenden gehen.

Lieferumfang, Optik, Haptik

Der kleine, edle In-Ear kommt in einer anthrazitfarbenen Umverpackung, auf der ein Konterfei des Xelento Remote 2nd Gen neben den üblichen technischen Spezifikationen und dem Verpackungsinhalt abgebildet ist. Die Verpackung gibt über das Öffnen eines flügelähnlichen Faltsystems die Rückseite des In-Ears preis. Hebt man den Deckel an, kommt das umfangreiche Zubehör des Xelento Remote zum Vorschein.

Lieferumfang des Beyerdynamic Xelento Remote 2. Generation

Der Beyerdynamic Xelento Remote (2. Generation) kommt mit einigem Zubehör, unter anderem mit zehn Eartips

Neben zwei mit MMCX-Steckern versehenen, auswechselbaren Anschlusskabeln, befinden sich noch zehn Paar Ohrpassstücke, ein Transport-Case im Handyformat, ein Quick-Start-Guide, das Echtheitszertifikat, eine Garantiekarte und ein Mikrofaser-Reinigungstuch im Lieferumfang. Die Anschlusskabel sind einmal symmetrisch mit 4,4-Millimeter-Pentaconn-Stecker und einmal unsymmetrisch mit 3,5-Millimeter-Klinke ausgeführt, wobei nur das unsymmetrische Kabel auch eine 3-Knopf-Fernbedienung besitzt.

Sieben der zehn Ohrpassstücke sind Silikon-Ear-Tips in ovaler Form, die für den Xelento neu entwickelt wurden. Dank der Analyse zahlreicher MRT-Aufnahmen unterschiedlicher Ohrformen sei eine noch genauere Anpassung ans Ohr möglich geworden, so Beyerdynamic. Die drei anderen Aufsätze sind aus dickerem Memory-Foam und dichten etwas besser ab, können das Klangbild aber meiner Erfahrung nach durch eine Höhendämpfung etwas dunkler erscheinen lassen.

 Beyerdynamic Xelento Remote mit unsymmetrischem 3,5-mm-Klinkenkabel

Das unsymmetrische Kabel des Beyerdynamic Xelento Remote besitzt eine Drei-Tasten-Fernbedienung und ein Mikro, das symmetrische Kabel nicht

Der In-Ear selbst wurde von Grund auf neu designt und dem Ohr besser angepasst, um einen noch komfortableren Sitz als der Xelento der ersten Generation zu gewährleisten. Wie bei dieser wird auch bei der neuen das Kabel über dem Ohr getragen. Die Drahtverstärkung am Ende des Kabels, wie sie bei vielen In-Ears Verwendung findet, fehlt beim Xelento Remote. Das macht das Tragegefühl vor allem für Brillenträger wie mich wesentlich angenehmer; ich hatte auch nach längeren Hörsessions keinerlei Druckgefühl hinter den Ohren. Tatsächlich sitzt die zweite Generation des Beyerdynamic Xelento auch wegen des ergonomisch geformten Gehäuses und der ovalen Ear-Tips hervorragend in meinen Ohren.

Die beim Ur-Xelento noch anthrazitfarbene Abdeckung aus gebürstetem Metall am In-Ear-Rücken wurde durch eine auf Hochglanz polierte ersetzt. Auch beim Schriftzug geht es luxuriös zu: Er wurde in 24 Karat Gold auf die Rückseite des Xelento 2nd Gen graviert. Anders als beim ersten Xelento wurde das restliche In-Ear-Chassis mattiert. All das, vom Design über die Klanganpassung bis hin zur Fertigung, die teils per Hand erfolgt, geschieht in Beyerdynamics deutschem Werk. Der Xelento besitzt auch eine IP4x-Zertifizierung. Hohe Luftfeuchtigkeit, wie sie zum Beispiel beim Joggen durch Schweißbildung entsteht, sollte dem Edel-In-Ear nichts anhaben können.

Rückseite des Xelento Remote 2nd Gen

Glänzender Rücken, goldene Gravur: Beyerdynamic spricht beim Xelento Remote 2nd Gen auch gerne von einem „audible piece of jewellery“

Xelento-Technik

Herzstück des neuen In-Ear-Topmodells der Heilbronner Kopfhörerschmiede ist der Tesla.11-Treiber. Schon seit der ersten Generation ist eine miniaturisiere Version des aus der Over-Ear-Serie von Beyerdynamic (T1, T5, DT1770, DT1990) bekannten dynamischen Treibers mit besonders hoher magnetischer Feldstärke für den detaillierten Klang verantwortlich. Als Upgrade gegenüber dem ersten Wurf ist bei der zweiten Xelento-Generation ein spezieller akustischer Filter vor den Treibern platziert worden. Laut Beyerdynamic soll dies zu einer noch feinfühligeren Höhenwiedergabe beitragen und gleichzeitig den im Vergleich zum Vorgänger doch leicht „geboosteten“ Hochton angenehm und langzeittauglich machen. Das zweite Tuning-Element, der schon vom Ur-Xelento bekannte Hochton-Resonator, ist vor allem für einen sanften Verlauf der Höhen hin zu den Mitten verantwortlich.

Anschlussoptionen und Fernbedienung

Mit dem mitgelieferten 4,4-Millimeter-Pentaconn-Kabel ist auch der vollsymmetrische Betrieb des Beyerdynamic Xelento Remote möglich. Allerdings fehlt bei diesem die am rechten 3,5-Millimeter-Kabel angebrachte Fernbedienung. Diese sowohl für Android- als auch Apple-Geräte universell einsetzbare Fernbedienung besitzt insgesamt drei Tasten, mit denen am mobilen DAP oder dem Smartphone die Lautstärke geregelt werden kann (zwei äußere Tasten). Der mittlere Knopf dient zum Starten oder Pausieren der Musik (jeweils einmal kurz drücken), dem Track-Skippen (zweimal kurz für den nächsten Titel, dreimal für den vorhergehenden Titel) sowie der Gesprächsannahme. Auf der Rückseite der Fernbedienung befindet sich ein Mikrofon, das bei Telefonaten eine gute Sprachverständlichkeit bietet.

Die Wireless-Variante des Xelento 2. Gen.

Die Wireless-Variante des Xelento 2. Gen. kostet 200 Euro mehr als der Xelento Remote

Alternativ kann der neue Xelento auch in der Wireless-Variante (Preis: 1.199 Euro) geordert werden. Gegenüber der ersten Generation ist das Kabel mit integriertem Bluetooth-Empfänger und Akku nun als Nackenbügel ausgeführt, was die Zugkraft beim Tragen wesentlich verringern sollte. Der Bügel kann separat nachbestellt werden und ist bei der Remote-Variante nicht Teil des Lieferumfangs.

Natürlich lassen sich noch die auf der Verpackung und Website nachlesbaren technischen Kenndaten des In-Ears angeben, wie der Frequenzgang von 5 bis 50.000 Hertz oder die THD von 0,02 %. Aussagen zur tatsächlichen Klangqualität können mit solchen Angaben aber erfahrungsgemäß keine gemacht werden. Der folgende Klangbericht kann hier sicher mehr Licht ins Dunkel bringen.

Beyerdynamic Xelento Remote im Hörtest

Bevor wir mit dem Klang des Beyerdynamic Xelento Remote loslegen, muss ich aber auf die Verstärkerfrage eingehen, denn der Xelento profitiert durchaus von einem qualitativ hochwertigen Amp. Was nicht bedeutet, dass der Verstärkungsfaktor besonders hoch sein solle – im Gegenteil, ein solcher kann für den Highend-In-Ear aus Heilbronn wegen der hohe Empfindlichkeit sogar eher hinderlich sein. Einerseits werden bei schlechter Signalqualität Störgeräusche verstärkt, die der Xelento Remote (2. Generation) gnadenlos hörbar macht. Zum Anderen führt eine hohe Verstärkung schnell zu einer zu geringen Regelbarkeit der Lautstärke. Ein Nuprime HPA-9 beispielsweise stellte sich schnell als Overkill heraus: Mehr als ein paar Millimeter Regelbereich waren auch bei Low-Gain-Einstellung nicht drin, bevor es mir zu laut wurde – zudem besitzt der Nuprime im unteren Lautstärkebereich eine recht hohe Kanalungleichheit, die sich bei genügsamen In-Ears schnell als Hindernis entpuppt.

Beyerdynamic Xelento Remote mit Benchmark- und Nuprime-Elektronik

Zu hoch verstärkende Kopfhörer-Amps wie der Nuprime (unten im Bild) sind für das Zusammenspiel mit dem Xelento Remote eher nicht zu empfehlen

Verstärker mit Gain-Einstellung und/oder digitaler, vielstufiger Lautstärkeregelung wie der mobile FiiO E17 (149 Euro) oder der Burson Soloist SL MK II (600 Euro) bei Low Gain, nehmen die beiden oben beschriebenen Unsicherheitsfaktoren heraus und eignen sich deshalb wesentlich besser für den Beyerdynamic Xelento Remote 2nd Gen. Auch scheint dem Edel-In-Ear eine höhere Ausgangsimpedanz des Kopfhörerverstärkers tendenziell weniger auszumachen, als es zum Beispiel mit den hochempfindlichen Balanced-Armature-Treibern im Audiofly AF160 (400 Euro) der Fall ist. Mit dem Xelento nimmt man am etwas hochohmigeren symmetrischen Kopfhörerausgang eines Loxjie P20 (109 Euro) einen nur unwesentlich stärkeren Bassbereich beziehungsweise minimal gedämpften Hochton war. Der Beyerdynamic Xelento Remote wurde aber ohnehin vorwiegend für den mobilen Musikgenuss konzipiert. Die durchwegs hochwertigen Kopfhörerausgänge von DAPs und mobilen Verstärkern sollten ohne Probleme mit dem Heilbronner Edel-In-Ear zusammenspielen.

Beyerdynamic Xelento Remote 2. Gen. mit Smartphone und Mobil-Kopfhörerverstärker

Hochwertige Kopfhörerausgänge von DAPs und mobilen Verstärkern sollten ohne Probleme mit dem Beyerdynamic Xelento Remote 2. Gen. zusammenspielen

Apropos symmetrische Verstärkung: Mit dem symmetrischen Kopfhörerkabel mit Pentaconn-Anschluss holt man bei Verstärkern, die über einen entsprechenden Ausgang verfügen, nicht nur mehr Pegel heraus, sondern man wird darüber hinaus mit einer noch etwas besseren Instrumententrennung und präziseren Platzierung der Musiker auf der Bühne belohnt.

Höhenlagen

Doch der Reihe nach. Zuerst nehmen wir mit dem Contemporary Noise Ensemble den Hochton unter die Lupe. Die manchmal auch als Quartett, Quintett oder Sextett musizierende Jazz-Formation mit elektronischen Einschüben klingt über den Xelento Remote 2nd Gen ungemein ausgewogen, rhythmisch mitreißend, gleichzeitig aber auch langzeittauglich. Diesen Spagat verdankt der Beyerdynamic In-Ear vor allem seinem ausdifferenzierten Hochton.

Im Track „Grammophone“ vom Album Theatre Play Music wird dies durch eine vollkommen unangestrengte und hochdetaillierte Wiedergabe der Snare Drums hörbar. Auch die ebenfalls im Superhochton agierenden Obertöne der Hi-Hats stellt der Beyerdynamic Xelento Remote schlackenlos und ohne merklichen Pegelabfall dar. Hier können günstigere BA-Treiber-In-Ears wie der Fabs Fabulous Ears Dual Basic (440 Euro) oder der Audiofly AF160 nicht mithalten. Da benötigt es schon ein anderes Kaliber, etwa den Westone W60 (999 Euro), der mit seinen sechs BA-Treibern dem Xelento Paroli bieten kann.

Beyerdynamic Xelento Remote auf ifi-Elektronik

Mit dem neuen „Beyer-Juwel“ fällt es stärker als bei anderen Hörern auf, wenn Musik – zum Beispiel über den PC – nicht bitperfekt wiedergegeben wird und stattdessen zuerst durch den Windows-Mixer durchgeschleust wird. Die sonst so präzise Hochtonwiedergabe gerät dadurch leicht ins Hintertreffen, dennoch befinden sich Ausklingverhalten und Detailgrad auch bei suboptimaler Zuspielqualität weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Dass auch bei leisem Pegel eine sehr homogene Wiedergabe geboten wird, stellt der Miniatur-Tesla-Hörer nicht zuletzt mit einer exzellenten Feindynamik sicher. Nicht nur die Snare Drum, auch die Obertöne, die den Brass-Instrumenten bei „Bitches Tune“ ihre natürliche metallische Klangfarbe verleihen, sind bei geringer Lautstärke problemlos wahrnehmbar, was zum Beispiel beim günstigeren Fabs Dual Basic nicht immer der Fall ist, auch der mittenzentrierte Audiofly AF160 lässt Hochtonenergie vermissen. Der gleich teure und ebenfalls sehr feindynamisch aufspielende Westone W60 steht dem Beyerdynamic Xelento Remote bei Flüsterlautstärken dagegen in nichts nach.

Die Reise Richtung Mittelton

Der Übergang vom unteren Hochton zum oberen Mitten- und Präsenzbereich gestaltet sich wie erwartet lückenlos geschmeidig. Dabei ist auffällig, dass der Xelento der zweiten Generation gegenüber dem Vorgänger hier leicht an Pegel gewonnen hat, das gesamte Mittenband kann aber weiterhin als homogen bezeichnet werden kann. Die Hi-Hats klingen somit auch weniger dünn als bei In-Ears mit steilerem Gefälle zwischen Hoch- und Mittenbereich.

Der Beyerdynamic Xelento kommt mit einem Transport-Case im Handyformat

Der Beyerdynamic Xelento kommt mit einem Transport-Case im Handyformat

Die gute Sprachverständlichkeit ist ein weiterer Beleg für die obige Aussage. Die soulige Stimme der Jazzvokalistin Alma Micic im Police-Cover „Roxanne“ (Album: Tonight) wird vom Beyerdynamic-In-Ear klar artikuliert dargestellt und von den Begleitinstrumenten exzellent separiert. Zischlaute werden mit genügend Pegel präsentiert, ohne die Stimme der gebürtigen Serbin zu scharf klingen zu lassen. Hier ist durchaus noch eine leichte Zurückhaltung im Präsenzbereich hörbar, die aber nicht mehr ganz so offensichtlich ist wie beim Xelento der ersten Generation. Auch der 6-Treiber-BA Westone W60 zeigt einen minimal zahmeren oberen Mittenbereich als der Beyer. Instrumente wie die Akustik-Gitarre bei „Dark Cloud“ klingen mit dem Beyerdynamic sehr homogen, wenn auch minimal weniger kräftig als die Stimmwiedergabe. Nichtsdestotrotz: Das natürliche Timbre des Xelento Remote wird durch einen recht linear verlaufenden Mittenbereich erreicht.

Um auch Lesern, die ausschließlich mit Over-Ears Erfahrungen haben, einen Vergleich bieten zu können, beziehe ich die offenen Over-Ear-Kopfhörer Sennheiser HD800 (1.600 Euro) und Audeze LCD 2 (circa 1.000 Euro) in den Hörtest mit ein. Der große Sennheiser wirkt im Mittenbereich ähnlich detailliert wie der Xelento Remote, bietet aber das etwas hellere Klangbild; verantwortlich dafür zeichnet unter anderem der etwas prägnantere Hochtonbereich des Sennheiser. Und gegenüber dem für seinen präsenten oberen Mittenbereich bekannten Audeze klingt der Xelento minimal relaxter bei der Stimmwiedergabe. Der Beyerdynamic In-Ear platziert sich also zwischen den beiden Over-Ears. Er spielt von den Mitten bis in den Superhochton hinein ziemlich ausgeglichen, mit etwas mehr Emphase in den Höhen und minimaler Dezenz im Präsenzbereich.

Xelento Remote 2. Generation am DAP

Grobdynamik

Celeste / Assassine(s)Wie üblich bei meinen Tests, darf es gerne auch mal etwas grobschlächtiger zugehen – und so soll ein Metal-Album wie Assassine(s) der französischen Black-/Doom-Metalband Celeste hier nicht fehlen. Schon bei den ersten Takten von „Des torrents de Coups“ wird mir wieder bewusst, welchen Detailgrad der Beyerdynamic Xelento Remote über das gesamte Frequenzspektrum bietet. Die verzerrten E-Gitarren-Riffs werden aber nicht übermäßig zerpflückt oder zu clean dargestellt, wie ich es beispielsweise schon mal mit dem 2-Wege-BA Shure SE535 (480 Euro) erleben durfte, sondern bilden zusammen mit den Vocals einen harmonischen Gesamtcharakter.

Auch bei Pegeln nahe der Schmerzgrenze fällt der Xelento positiv auf. Bei solch hochpreisigen In-Ears ist das zwar eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber dennoch erwähnenswert: Weder ungewollte Verzerrungen noch Dynamikkompression sind bei lauter Wiedergabe heraushörbar. Dadurch bleibt der Xelento Remote auch bei einer der Gesundheit nicht förderlichen Trommelfellmassage unangestrengt und dynamisch. So manch anderer In-Ear macht schon bei wesentlich geringerer Lautstärke dicht und komprimiert unangenehm.

Xelento Remote 2nd Gen am Loxjie P20

Bühne & Räumlichkeit

Was das Entfernungsempfinden zu den Musikern anbelangt, gehört der Xelento Remote (2. Generation) nicht zu den sehr direkt aufspielenden In-Ears. Man kann durchaus noch eine Bühnenstaffelung wahrnehmen, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Auch wenn sich in Sachen Räumlichkeit gerade bei In-Ears die Geister scheiden – der Xelento lässt im Vergleich zum Fabs Dual Basic oder zum Bühnenlegastheniker HD 650 von Sennheiser doch eine wesentlich präzisere Instrumentenabgrenzung zu und verteilt einzelne Stimmen besser im zwar nicht allzu großen, dafür aber klar definierten Raum.

Tiefton-Performance

Dass der neue Oberklassen-In-Ear von Beyerdynamic im Bassbereich kein Kind von Traurigkeit ist, konnte er bereits mit den ersten Takten Musik eindrucksvoll demonstrieren. Besonders löblich finde ich, dass der Übergang zwischen Mitten- und Bassbereich sehr sauber vonstattengeht. Die Linearität, die er (fast) über das gesamte Mittenband zeigt, vermag er im etwas betonten Bass zwar nicht einzuhalten, der Tiefton bleibt aber in jeder Lage von den melodieführenden Instrumenten klar abgegrenzt. Bereits beim Kickbass, zum Beispiel zu Beginn von „Le cœur noir charbon“ mit dem schnellen Doublebass, beginnt der Beyerdynamic mit einer im Vergleich zum Mittenbereich minimalen Pegelsteigung, die Richtung Tiefbass noch zunimmt.

Beyerdynamic Xelento Remote 2.Gen. am Benchmark DAC-1

Die Bassqualität des Xelento Remote stellt für mich ein Highlight dar. Er schafft es hier tatsächlich, dem bis jetzt bei mir preisunabhängig als Bassreferenz geltenden Dual Basic von Fabs den Rang abzulaufen. Zwar erreicht der Xelento im Ober- und Midbass nicht ganz den Pegel des Fabs – der Berliner In-Ear langt hier sehr kräftig zu –, angezupfte Saiten vom Kontrabass bei Jazz-Formationen oder E-Bass im Rock- und Metal-Genre werden aber sehr differenziert und noch detaillierter dargestellt. Die auch beim Beyer-In-Ear kräftig angeschlagene Tom-Tom tönt klar umrissen und kommt im Bass-Sustain vorbildlich trocken rüber. Der preisgleiche Westone W60 kann hier weder qualitativ noch quantitativ mithalten, dazu fehlt dem amerikanischen Multi-Treiber-In-Ear trotz der zwei Bass-Kammern neben dem Pegel auch das letzte Quäntchen an Trockenheit, um an die Leistung des Heilbronner In-Ears heranzukommen.

Details von Xelento Remote 2. Generation

Nicht erwartet habe ich eine derart voluminöse Darstellung im Tiefbass. Der Beyerdynamic Xelento Remote ermöglicht bis in den untersten Frequenzkeller hinein Pegel, die ich sonst nur von Lautsprechersystemen mit Subwoofer kenne. Natürlich fehlt bei Kopfhörern generell der durch den Körperschall erfahrene „Druck“, doch für einen kleinen In-Ear ist die Bassleistung sehr beachtlich.

Durch die ausgewogene und detaillierte Klangabstimmung – vor allem aber auch wegen des sauberen Übergangs von den Mitten zum Bass –, fühlt sich der Xelento Remote aber nie zu dunkel an. So macht zum Beispiel ein elektronischer Titel mit vielen Tiefbass-Beats wie „The Lack of You“ vom HVOB-Album Too mit dem neuen Xelento Remote richtig Spaß. Trotz der präsenten Basspassagen werden die Melodie- und Gesangsstimmen nicht überdeckt und der Track behält eine gewisse Luftigkeit und angenehme Durchhörbarkeit bei. Eine Eigenschaft, die andere basstarke Hörer gerne mal vermissen lassen.

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Audio Analogue

Test: Beyerdynamic Xelento Remote (2. Generation) | In-Ear-Kopfhörer

  1. 1 First class, second take
  2. 2 Beyerdynamic Xelento Remote im Hörtest

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