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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Trio mit zwei Fäusten
  2. 2 AVM MA 30.3 und AVM PA30.3: Klangtest & Vergleiche

Niedlich sehen sie aus: die letzten Herbst an den Marktstart gebrachten, gerade mal schuhkartongroßen Monos AVM MA 30.3 (3.595 Euro | https://avm.audio/de). Jeweils knapp über 10 Kilogramm leicht, kann man sie fast links und rechts unter den Arm klemmen und beispielsweise rüber zum neugierigen Nachbarn tragen, der schon immer mal wissen wollte, was es bringt, echte Monopower in die Boxenklemmen zu drücken. Denn spätestens an den Schwingspulen ist Schluss mit niedlich: Jeweils 200 Watt/8 Ohm stark, haben die Malscher Minimonos nämlich alles andere als Minimuckis vorzuweisen. In handelsüblicher Breite von 43 Zentimetern etatmäßig zur Seite steht den Kraftzwergen der Vorverstärker AVM PA30.3 (1.995 Euro), der nicht nur Hochpegel-Analog und Phono (MM/MC) kann, sondern ebenso gern mit Einsen und Nullen hantiert – wenn‘s sein muss, selbst per Bluetooth. Schauen und hören wir uns das Verstärker-Trio im Folgenden genau an.

„Power amplifiers are us“ – so könnte der Claim der heuer den 35. Geburtstag feiernden Audio Video Manufaktur (AVM) lauten, ohne dass dies irgendwie abwegig klänge: Schließlich gaben Monoverstärker (AVM M1) den Ingenieuren Günther Mania und Robert Winiarski in den 1980er-Jahren den entscheidenden Anstoß zur Firmengründung. Die erfolgreichen Erstlinge wurden Anfang der 90er dann von den M3 abgelöst, die in verschiedenen Evolutionsstufen 20 Jahre lang gebaut wurden. Unser aktuelles AVM-MA-30.3-Duo entstammt exakt dieser Ahnenlinie – und präsentiert mithin deren 14. Generation. Und wenn insbesondere durch den Einfluss Udo Bessers – ebenfalls Ingenieur und seit 2010 Inhaber sowie Geschäftsführer von AVM – die Produktpalette zu neuer Vielfalt und Blüte getrieben wurde: (End-)verstärker aus dem Hause AVM, auch aus der größeren Ovation-Reihe, sind von mir regelmäßig ausnehmend gern gehörte Gäste.

AVM MA 30.3: Technik der Monoendverstärker

AVM MA 30.3: Ringkerntrafo

Der 550-VA-Ringkerntransformator des Monoverstärkers AVM MA 30.3

Die Rückseite des AVM MA 30.3

Die Rückseite des AVM MA 30.3: XLR- und RCA-Eingänge, Bi-Wiring-Terminals – mehr braucht‘s heckseitig an guten Monos nicht

Die Leistungsfähigkeit der AVM MA 30.3 hatte ich oben ja schon beziffert: Die Basis hierfür bildet ein 550-VA-Ringkerntransformator, der in jedem einzelnen Amp steckt – und aus China stammt. Obwohl AVM stolz darauf ist, die meisten Komponenten im heimischen Malsch zu fertigen und nach Fertigstellung eines gerade in Bau befindlichen Anbaus sogar eine noch höhere Fertigungstiefe erreicht werden soll, sieht Udo Besser ebenjenen Trafo nichtsdestotrotz als Highlight: Nicht zuletzt „die gleichbleibend hohe Qualität bei hohen Stückzahlen“ sei derzeit kaum woanders in dieser Art zu bekommen. Um schon mal etwas zu spoilern: Meine Klangeindrücke stehen mit Blick auf die Energiegeladenheit des Gehörten zu dieser Aussage alles andere als im Widerspruch. Trafobrumm glänzt trotz des dirty Netzes in Berlin ebenfalls durch Abwesenheit. Flankiert wird jeder Ringkerntrafo von zwei separaten Netzteilen für Steuerungs- und Leistungsabteilung und einer Siebkapazität von 40.000 µF. Die Laststabilität deklariert AVM übrigens auf bis zu unter ein Ohm!

Wo Leistung ist, darf Sicherheit nicht fehlen: Die AVM MA 30.3 sind mit Schutzschaltungen gegen vagabundierende Gleichspannung, Übertemperatur und Überlast (Kurzschluss) bewehrt, inklusive Prozessordiagnose sowie entsprechende Probleme signalisierende LEDs. Die Kurzschlussfestigkeit habe ich dann einfach mal angetestet, wofür die Musik bei aneinandergehaltenen Lautsprechersteckern etwas lauter zu drehen ist, bis diese jäh unterbricht, es gleichzeitig „klickt“ und einem eine der rückseitigen LEDs ins Gewissen blinkt (siehe Foto unten). Nach dem Ausschalten des Amps und dem Wiedereinschalten nach grob einer Minute spielte der gequälte MA 30.3 tatsächlich so, als wäre nichts gewesen. So soll es sein.

AVM MA 30.3 Kurzschlussanzeige

Die bei Überlast beziehungsweise Kurzschluss leuchtende Warn-LED des AVM MA 30.3

Gegenüber den Toplinien des Hauses wurde bei den MA-30.3-Verstärkern unter anderem am Gehäuse gespart, einer der aufwands- beziehungsweise kostenseitig von Laien häufig unterschätzen Teile von Elektronikkomponenten (bei Lautsprecher erschließt sich das schon offensichtlicher). Sowohl die Monos als auch die Vorstufe kleiden sich in ein eher pragmatisches Ein-Millimeter starkes Stahlblechgehäuse, das frontseitig immerhin von einer Sechs-Millimeter-Aluminiumfront geziert wird. Direkte Anleihen von den großen AVM-Ovation-Verstärkern nehmen die Minis dann lieber in Bereichen, die unmittelbar klangentscheidend sind: etwa der Ausgangstufe, die das Konzept der Mosfet-Schaltung mit gemischten P- und N-Typen übernommen hat.

AVM MA 30.3 Frontplatte aus Aluminium

Beide Verstärker kommen in einem Stahlblechgehäuse, nur die Front ziert eine Fünf-Millimeter-Aluminiumplatte

AVM PA30.3: Technik des Vorverstärkers

Auch der Vorverstärker AVM PA30.3 nimmt sich die größeren Jungs als Vorbild, genauer gesagt den AVM Evolution PA 3.2 – einen seiner „Lieblings-Pres im Sortiment“, so Udo Besser: Im Grunde sei der PA 30.3 ein „fast komplettes Revival des PA 3.2“, bei dem viele Features bereits fest integriert sind: Der AVM PA30.3 kommt etwa mit DAC (Wolfson WM8741) und Phonostufe (MM/MC). Wichtiger als Bauteile sei aber ohnehin – und das gelte für jede Komponente – das Schaltungslayout als tatsächliche Kür, das sich bei AVM über die Jahrzehnte kontinuierlich weiterentwickle. Hier könne man seine Erfahrung voll ausspielen. Gute Bauteile seien dann eher die Pflicht: „Alle Komponisten haben die gleichen Noten, eine Symphonie schreiben können die wenigsten“, sagt der Firmenchef. Ja, Gewusst-wie schlägt Materialschlacht, das ist auch meine Erfahrung.

AVM PA 30.3 Display Startvorgang

Das Display des AVM PA 30.3 beim Einschalten

Damit wir philosophisch nicht zu sehr abheben, zur Erdung noch einige bodenständige Infos: Via S/PDIF-Cinch nimmt der AVM PA30.3 digitale Daten bis zu einer Samplerate von 192 kHz zu sich, per Toslink noch bis zu den gemeinhin üblichen 96 kHz. Da der PA30.3 ohne Treibersoftware funktioniert, sind Windowsnutzer bei USB-B leider auf dessen native Auflösung (96 kHz/24 Bit) beschränkt. Wer gänzlich auf Kabelage verzichten oder mal schnell das Smartphone anzapfen möchte, freut sich schließlich – die Antenne verrät’s – über die Bluetooth-4.2-Schnittstelle des PA 30.3

AVM PA 30.3 von vorne: Balance-, Höhen-, Bass-Regelung

Balance-, Höhen-, Bass-Regelung bietet der AVM PA30.3 ebenso wie ein „AV Pass Through“ oder eine Regelung der Eingangsempfindlichkeiten verschiedener Schnittstellen

Analog stehen eingangs- wie ausgangsseitig Cinch sowie – wenngleich die 30.3. allesamt nicht voll symmetrisch konzipiert sind, das wäre für die Preisklasse auch ziemlich untypisch – XLR bereit. Zudem zählt ein Phonoteil (MM/MC) zur Bordausrüstung: Drei Paar Widerstandsstecker (100, 200, 1000 Ohm) sorgen in Verbindung mit einer rückwärtigen „Load“-Schnittstelle für die Anpassung an MC-Systeme (MM: 47 Kiloohm). Die hauseigenen AVM-Cadenza-Systeme benötigen übrigens 100 oder 200 Ohm. Konzeptionell sei das integrierte Phonoteil dem Stand-alone-Modell AVM PH 30.3 entlehnt, das „leicht, aber wirklich nur leicht besser“ sei als der integrierte Phonozweig des PA 30.3, so Udo Besser, gerade der Wegfall einer zusätzlichen Kabelverbindung zahle positiv auf den Sound ein.

AVM PA 30.3 Phonoeingang

Der AVM PA 30.3 kommt mit Phonoeingang (MM/MC): Mittels Widerstandsstecker lassen sich in Verbindung mit der rückwärtigen „Load“-Schnittstelle MC-Systeme anpassen

Nicht sound- dafür energierelevant: Der AVM PA30.3 kommt mit (deaktivierbarer) Abschaltautomatik, die nach 20 Minuten ohne Musik auch gleich die Monos in stromsparenden Schlummer versetzt. Und das ohne zusätzliche Verbindungskabel, sondern via Cinch- oder XLR-Signalverbindung, „AVM Intelligent Remote“ nennen die Malscher das. Löblich zudem, dass selbst die bärenstarken Monos gerade mal jeweils 25 Watt Ruheleistung ziehen, für diese Gerätespezies ist das ein sehr genügsamer Wert. In Ruhe lassen wollen wir das AVM-Verstärker-Trio im Folgenden aber genau nicht – auf in den Hörparcours:

AVM MA 30.3 und AVM PA30.3: Klangtest & Vergleiche

AVM MA 30.3: Die Monos im Soundcheck

AVM MA 30.3 Gehäuseecke von oben

„Zwei separate Amps sorgen für maximale Kanaltrennung, gerade in puncto räumlicher Abbildung spielen Monos daher gegenüber Stereoendstufen ihre Vorteile aus.“ Eine Meinung, die ich öfter mal höre. Allerdings regelmäßig nicht aus den anhängigen Lautsprechern. Dass Monos in Sachen Bühne systemische Vorteile aufweisen, lässt sich jedenfalls nach meinen Erfahrungen nicht valide behaupten. Was die Frage aufwirft, warum man in der noch vergleichsweise bodenständigen Preisklasse, in der sich die AVM MA 30.3 tummeln, überhaupt auf ein zusätzliches kostentreibendes Gehäuse setzen sollte.

Zupackend

Noise Unit - Response FrequencyNun, die AVM MA 30.3, die wir uns als erstes anhören wollen – der PA 30.3 fühlen wir anschließend auf den Zahn – geben in dieser Sache eine nach meinem Dafürhalten dann schon eher monotypische Antwort. Die sogar ziemlich eindeutig und beeindruckend ausfällt: Denn ob ich mich an Stereoendstufen wie die Meridian 857 Reference oder die Rotel Michi S5 zurückerinnere oder meine neuen (noch nicht ganz eingespielten) Norma Revo 150 gegenhöre – im Hinblick auf Kontrolle, zackige Impulsivität und letztlich Präzision im Bassbereich haben die kleinen AVM-Blöcke tatsächlich die Nase vorn und ähneln hier eher meinen jeweils 600 Watt an 8 Ohm starken und mehrfach teureren Bryston 7B3. Gut etwa bei Noise Unit zu hören – das düster-atmosphärische bis noisige Album Response Frequency (auf Amazon anhören) war meiner nach das beste der kanadischen Industrial-Combo: Und so hat auch der Titel „Feel the Anguish” etwas unterschwellig Gespenstisches, baut aber zugleich eine konterkarierende Zappeligkeit durch das nervös-dichte Bassbeat-Muster auf. Das am besten Extra Dry serviert wird: Nur mit trotz ihrer dichten Abfolge schön separat wahrnehmbaren und gleichzeitig flink tänzelnden Tieftonimpulsen entfaltet das Stück seine besondere Wirkung. Und die AVM MA 30.3 setzen auf meinem Trommelfell wahrlich perfekte Wirkungstreffer.

AVM MA 30.3 von vorne

Obwohl ihnen das an meinen Sehring S903 bereits bei leisen Pegeln bestens gelingt, haben sie zudem keinerlei Mühe, die nicht gerade übermäßig wirkungsgradstarken Berliner Boxen zu bassgewittrigen Partypegeln zu treiben. Top! Im Vergleich zu den vor über vier Jahren getesteten AVM M30 meine ich, dass die aktuellen Mini-Monos in Sachen Bassschub noch einmal zugelegt haben – ohne aufzudicken, versteht sich. Wie überhaupt beide Amp-Versionen als absolut fettfrei-neutral durchgehen. Wohlige Wärme von unten zu spenden, ist die Sache von AVMs 30er-Linie offenbar generationenübergreifend nicht.

Straight

Cats and Cats and Cats - If I had an AtlasPassend zum Bass sind die AVM MA 30.3 auch im Bereich der Mitten und des Hochtons keine Romantiker, die danach trachten, die Hörnerven ihres Besitzers mit besonders viel Schmelz, üppig-sonoren Klangfarben oder sonstigen Streicheleinheiten einzulullen. Nein, hier wird nicht gekrault, hier wird aktivierend massiert. Schieben wir „The Boy with the Beak“ (Album: If I had an Atlas) der Combo Cats and Cats and Cats (auf Amazon anhören) in die Playlist: Die an eine zu schnell tickende, alte Standuhr erinnernde Perkussion, die gezupften Metallsaiten der cleanen E-Gitarre samt Übergang in treibend-rockige Akkordfolgen sowie die gegenläufig durchs Stereopanorama wandernden Stimmen von Ben George und Eve Morrison bringen die AVM MA 30.3 dynamisch hochakzentuiert, tonmeisterlich neutral und in Sachen Auflösung ungeschminkt differenziert ans Ohr.

AVM MA 30.3: XLR- und Cincheingang

Ungeschminkt? Ja, die englische Band bringt eine hörenswerte Mischung aus Folk und Mathrock an den Start, versprüht eine tolle kreative Energie und Spielfreude, hat das Album aber nicht gerade übertrieben audiophil produziert, sodass unterschwellig schon eine gewisse Rohheit und tonal eher Präsenz als Wärme herrschen. Eine Ungeschliffenheit, die zu der Musik allerdings wunderbar passt. Und die die AVM MA 30.3 eins zu eins transportieren. Mit meiner wunderbar klangreinen Funk MTX vorne- und meinen im Hochton durchaus etwas verzeihenden Sehring Audio S903 hintendran entfaltet der Song tatsächlich die authentische Atmosphäre eines kleinen Club-Konzerts, selbst bei hohen Pegeln ist von Hörstress keine Spur.

Wer will noch mehr?

Wer es noch organischer haben will, kann beispielsweise zu den oben genannten Stereoendstufen greifen, die dann allerdings in Sachen Bassdefinition und Neutralität mehr oder weniger lässig unterwegs sind. Gleiches gilt für einige größere Amps aus AVMs Ovation-Linie wie etwa den AVM Ovation SA 6.2, der bewusst einen Hauch wärmer und hochtondezenter abgestimmt ist.

AVM MA 30.3 Lautsprecherausgänge

Dass es noch organischer und dennoch zugleich streng neutral sowie amtlich definiert zugehen kann, beweisen schließlich meine Bryston 7B3, die überspitzt gesagt wie hochskalierte AVM MA 30.3 tönen: Nicht nur, dass die Kanadier aufgrund ihrer höheren Ausgangsleistung tieftonseitig noch mühe- und kompromissloser wirken, entscheidender finde ich, dass sie feinen Schwebungen, ja: den Obertönen von Instrumenten noch feinfühliger nachgehen.

Musikalbum "Selected Works" von AnoiceGut zu hören bei – logisch – audiophil eingefangenen Aufnahmen wie dem ästhetisch-melodiösen, ergreifenden „Murata: Liange“ (Anoice: Selected Works, auf Amazon anhören) mit seinen lediglich zwei Instrumenten, Flügel und Bratsche, die einander wunderbar eindringlich umspielen, ja, bisweilen zart miteinander zu kämpfen versuchen. Trotz hervorragender dynamischer Spur- und neutraler Klangfarbentreue: Die AVM MA 30.3 konzentrieren sich dabei vor allen Dingen aufs Eindeutige, quasi auf „des Tones Kern“, und weniger auf dessen subtile, ätherische Bestandteile, die man schon fast als „bloße Luft“ bezeichnen könnte. Im Amerikanischen nutzt man in diesem Zusammenhang bisweilen das Wörtchen „Bloom“. Diese luftige Obertonaura von Instrumenten vermitteln meine Bryston 7B3 prägnanter, was Flügel und Viola noch etwas seidig-geschmeidiger, atmender und reichhaltiger texturiert erscheinen lässt. Die großen AVM-Ovation-Amps sind den kleinen MA 30.3 in dieser Sache übrigens ebenfalls überlegen, aber genau wie meine Bryston eben auch in anderen Preisklassen zuhause.

Absolut normgerecht

AVM MA 30.3: Ausgangstransistoren

Die Mosfet-Ausgangstransistoren des AVM MA 30.3

In Sachen Räumlichkeit fasse ich mich kurz, da wir ja auch noch die Vorstufe PA 30.3 vor der Brust haben – auch wenn Kollege Jochen Reinecke, der diesen Bericht redigiert, bestimmt wieder meckern wird, weil sein Lieblingskriterium zu kurz kommt. Die Malscher Minis sind hier erneut auf Augenhöhe mit den großen Jungs: Zum einen gibt’s eine extrem gute Ortbarkeit und Strukturiertheit, die bestimmt dadurch hörpsychologisch befördert werden, dass sich wie beschrieben weniger Obertonwolken um die Töne bilden: Die resultierende, vermehrte Schwärze zwischen den Instrumenten lässt das Klangbild generell etwas purer und aufgeräumter anmuten. Zum anderen löst sich die Abbildung hervorragend von den Lautsprechern, geht involvierend auf den Hörer zu, wobei die Instrumenten- und Bühnengröße insgesamt – jetzt schreibe ich schon wieder wie der Radiologe, der kürzlich mein Knie durchleuchtete – „absolut normgerecht“ sind.

AVM PA 30.3 Vorverstärker im Soundcheck

AVM PA 30.3 Kopfhörerausgang

Einen Kopfhörerausgang hat’s am AVM PA 30.3 ebenfalls

Die obigen Klangbeschreibungen über die AVM MA 30.3 basieren auf der Zuspielung mittels meines Funk MTX, der via XLR mit den Monos verbunden war. Hören wir als nächstes, was passiert, wenn der AVM PA 30.3 den MTX von seinem angestammten Platz im Rack schubst und ebenfalls analog via XLR an die Leine genommen wird. Als DAC dient nach wie vor mein Norma HS-DA1 PRE.

Kein Weichei

Fontaines D. C. - DogrelDer PA 30.3 ist kein Weichei – nicht zuletzt in dieser Sache wird seine Verwandtschaft zu den Monos deutlich: Die Gitarren- und Hi-Hat-Achtel, die auf jeden zweiten Viertelschlag gesetzte Snare und der einsetzende Bass im Intro von „Too real“ der jungen, irischen Post-Punker Fontaines D. C. (Album: Dogrel; auf Amazon anhören) kommen nach wie vor tadellos kontrolliert mit klaren, festen Konturen – auch dynamisch. Tonal ist ebenfalls deutliche Ähnlichkeit zu erkennen, wenngleich sich im Detail schon Unterschiede ergeben: Gerade bei den Hi-Hat-Achteln fällt auf, dass die Vorstufe nicht ganz deren Glanz, deren metallisches Blitzen durchreicht, wie dies die Monos eigentlich verarbeiten könnten. Womöglich ist dieser Zug mit ursächlich dafür, dass die besondere Energiegeladenheit der Monos in Sachen Bühne nicht ganz ausgespielt wird: Insgesamt mutet das Klangbild mit dem AVM PA 30.3 vornedran etwas flacher und kleiner an. Ja, die PA 30.3 scheinen die MA 30.3 Insgesamt etwas zu zähmen, etwas Luft(igkeit) rauszulassen.

USB – juchhe!

AVM PA 30.3: digitale Schnittstellen

Die digitalen Schnittstellen des AVM PA 30.3

Überraschenderweise bringt die digitale Ansteuerung des PA 30.3 (bei meinen Versuchen per USB-B direkt von meinem SOtM sMS-200ultra) eine kleine Kehrtwende: Luftigkeit, Bühne und letztlich der Anmachfaktor der Musik machen einen willkommenen Sprung nach vorne. Ein weiteren Sprung nach vorne bringt zwar das erneute Zurückkabeln auf meine Funk/Norma-Kombi, dennoch empfinde ich den PA 30.3 nun klanglich als adäquat (meine Kombi kostet schließlich mehr als das doppelte) für die spielfreudigen, involvierenden Monos. Gleichwohl – und dies spricht dann wieder für die Qualität der Monos: Die MA 30.3 skalieren ganz wunderbar mit hochwertigen Zuspielern und lassen sich mit Blick aufs Preisschild erstaunlich weit ausreizen.

AVM PA 30.3 - Display: Switching to Stand-by

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Dali IO

Test: AVM PA 30.3 und AVM MA 30.3 | Vor- und Endverstärker

  1. 1 Trio mit zwei Fäusten
  2. 2 AVM MA 30.3 und AVM PA30.3: Klangtest & Vergleiche

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