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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Lang- und unerwartet
  2. 2 Klangeindruck: Sennheiser HD 660 S

Wenn ein renommiertes Unternehmen wie Sennheiser einen neuen Kopfhörer auf den Markt bringt, dann gehen die Wogen in den Foren schon mal hoch. Oft war dieser „Hype“ berechtigt, Meilensteine wie der Sennheiser HD 800 oder der schon in die Jahre gekommene, aber noch immer sehr beliebte HD 650 konnten es beweisen. So wie der „graue Riese“ HD 800 mit dem HD 800 S bekam nun unlängst auch der HD 650 mit dem HD 660 S (Web: sennheiser.com; Preis des Testgerätes: 499 Euro) seinen Nachfolger. Eine um die Hälfte reduzierte Impedanz und neu entwickelte Treiber sind nur zwei der Neuerungen, die den Sennheiser HD 660 S besser machen sollen als den Vorgänger.

Erstinspektion

Die Aufbewahrungsbox des neuen, offenen Sennheiser HD 660 S ist schwarz und mit einer Art Leinentextur versehen – sie wirkt schlicht und stabil. Auch beim Scharnier hat man nicht den Eindruck einer wackeligen Angelegenheit. Im Inneren trifft man auf den eigentlichen Kopfhörer, der mit ausreichend Schaumstoff vor Transportschäden geschützt wird. Neben dem Sennheiser HD 660 S befindet sich noch das obligatorische, schon vom HD 650 bekannte, abnehmbare 6,35-Millimeter-Klinkenkabel und ein Kabeladapter von 3,5-Millimeter auf 6,35-Millimeter-Klinke. Lobenswert dabei: Dieser Kabeladapter ist nicht in einem Stück gefertigt, sondern besteht aus einem kleinen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker und einer größeren 6,35-Millimeter-Buchse, die mittels Kabel miteinander verbunden sind. Diese Konstruktion kann helfen, Beschädigungen an der Anschlussbuchse eines MP3-Players oder Smartphones vorzubeugen, da wesentlich weniger physische Kraft vom Adapter auf die Buchse einwirkt.

Die Kabel am Sennheiser HD 660 S sind austauschbar

Die Kabel am Sennheiser HD 660 S sind austauschbar

Sennheiser wartet anschlussseitig beim HD 660 S aber mit noch einer Neuerung auf: Speziell für den von der Japan Electronics and Information Technology Industries Association (JEITA) letztes Jahr ins Leben gerufenen Pentaconn-Standard wurde ein Kabel mit dem 4,4-Millimeter-Balanced-Anschluss beigelegt. Mit dem auf der High End 2017 vorgestellten, hauseigenen Headamp/DAC HDV 820 hat Sennheiser auch den passenden Spielpartner für den HD 660 S in petto, um in die Vorteile des symmetrischen Anschlusses zu kommen.

Look & Feel

Beim Design sieht man die Verwandtschaft des Sennheiser HD 660 S zu seinem Vorgänger. Sowohl die Ohrschalen als auch die Velour-Earpads und das Kopfband sind im gleichen Look gehalten. Einzig die Farbwahl ist mit einem matten Schwarz etwas neutraler gewählt als das auffälligere Glossy-Beige-Grau des HD 650. Als Material wurde wieder ein hochwertiger Kunststoff verwendet, der auf mich recht robust wirkt.

Sennheiser HD 660 S - Bügel

Der Anpressdruck des Sennheiser HD 660 S ist für einen offenen Over-Ear recht hoch. Beim Wechsel zum AKG K702 hatte ich zeitweise das Gefühl, er würde mir zu locker am Kopf sitzen – umgekehrt sitzt der HD 660 S dafür aber bombenfest. Bei schnelleren und abrupten Kopfbewegungen ist das sicher ein Vorteil. Mit 260 Gramm ist er zudem auch angenehm leicht geblieben – wesentlich angenehmer als der Audeze LCD-2 mit seinen 550 Gramm.

Technik

Eine wesentliche Neuerung gegenüber dem HD 650 besitzt der jüngste Spross von Sennheiser auf jeden Fall: Das Herzstück des Kopfhörers, der Treiber, wurde von Grund auf erneuert. Er entspricht zwar noch immer demselben Funktionsprinzip, offen und dynamisch, es wurden aber sowohl von technischer Seite als auch bei der Produktionsqualität Verbesserungen erzielt. So wurde der Treiber des HD 660 S laut Sennheiser durch „moderne Simulationsmethoden“ optimiert. Genauer gesagt wurde das Magnetsystem und die Form des Treibers angepasst. Die Treiber werden sogar einzeln ausgemessen und paarweise für jeden Kopfhörer handselektiert. So soll ein möglichst homogener Klangeindruck entstehen.

Der Sennheiser HD 660 S ist ein offener Kopfhörer

Der Sennheiser HD 660 S ist ein offener Kopfhörer

Zumindest beim ersten Blick auf das Datenblatt fallen einem gleichwohl nicht sofort die Verbesserungen zum Vorgänger auf. Sennheiser verspricht zwar durch die im Vergleich zum HD 650 auf 150 Ohm halbierte Impedanz einen leichter anzutreibenden Kopfhörer – er könne sogar auf mobilem Equipment problemlos betrieben werden – mit 104 dB/V bei 1 kHz beim HD 660 S vs. 103 dB/V beim HD 650 bleibt mit einem Dezibel allerdings nur wenig Vorsprung übrig. Ähnlich verhält es sich auch beim Klirrfaktor (0,04 % vs. 0,05 %). Der theoretische Übertragungsbereich von 1 Hz – 41 kHz ist sowohl beim HD 660 S als auch beim HD 650 derselbe. Doch die wesentliche Frage lautet: Was gibt der Sennheiser HD 660 S denn nun in praxi von sich?

Klangeindruck: Sennheiser HD 660 S

[Yaron Hermann Trio]Follow the White Rabbit. Das dachte ich mir vor einigen Wochen, als ich den Osterhasen verfolgte. Und das gleichnamige Album vom Yaron Hermann Trio (auf Amazon anhören) eignet sich sehr gut, um einen neuen Kopfhörer mit den ersten jazzigen Takten einzuweihen. So muss sich auch der Sennheiser HD 660 S bei dem bereits 2010 erschienenen Jazzalbum des israelisch-französischen Klaviervirtuosen und seinen zwei Weggefährten beweisen. Meine Erwartungshaltung ist nach dem durchschlagenden Erfolg des Vorgängers HD 650 natürlich groß.

Umso mehr überrascht mich der HD 660 S mit seiner grundlegend abweichenden Abstimmung. Mir bietet sich ein vollkommen anderes Klangbild als ich es vom HD 650 her kenne. Vor allem im Präsenz- bis Brillanzbereich wirkt der neue Sennheiser viel direkter als der doch eher in eine warme Richtung abgestimmte HD 650. Die Konturen der Hi-Hats und die Obertöne des Klaviers besitzen zumindest bei dem verjazzten Nirvana-Cover „Heart Shaped Box“ einen wesentlich präziseren Anschlag. Die einzelnen Instrumente werden dadurch auch besser voneinander abgegrenzt.

Sennheiser HD 660 S komplett

Vergleiche

An einen großen Audeze LCD-2 (circa 1.000 Euro) oder gar einen Sennheiser HD 800 S (circa 1.600 Euro) kommt der neue Hörer der gehobenen Mittelklasse aber dann doch nicht heran. Vor allem im Brillanzbereich wird hörbar, dass dem HD 660 S doch noch das eine oder andere Quäntchen an Detailfülle für den Anschluss zur Oberklasse fehlt. Auch der Ausklang des Beckens wirkt nicht ganz so rund, im Superhochton lässt der HD 660 S die Musik weniger frei atmen. Wunder darf man halt auch nicht erwarten, sind der Audeze und der HD 800S preislich doch ganz woanders angesiedelt. Aber: Man merkt, dass der Sennheiser HD 660 S es geschafft hat, sich von den vor ein paar Jahren noch als „die großen Drei“ bezeichneten offenen Kopfhörer Sennheiser HD 650, AKG K702 und dem Beyerdynamic DT880 600 Ohm abzuheben, wenn man plötzlich anfängt, doppelt und dreimal so teure Hörer als Vergleichsmöglichkeiten heranzuziehen.

Und mobil?

Apropos Ohm. Die Impedanz wurde ja, wie schon erwähnt, beim Sennheiser HD 660 S im Vergleich zu seinem Vorgänger halbiert. Wie schon im Technikteil vermutet, ändert sich real beim Wirkungsgrad und schlussendlich bei der benötigten Verstärkerpower aber nicht viel. Die Bewerbung des Sennheiser HD 660 S als „mobiltauglichen Kopfhörer“ in Bezug auf den Wirkungsgrad scheint sich leider nicht ganz zu bewahrheiten. Natürlich kann man den HD 660 S auch an einem Smartphone betreiben – ein Adapter auf Mini-Klinke (3,5 mm) liegt ja bei. Grundsätzlich wird man sich aber je nach Musikstück beziehungsweise Gemütszustand das eine oder andere Dezibel mehr im Ohr wünschen. Ein bisschen effizienter als sein Vorgänger ist er dann aber doch – der Lautstärkeregler beim Benchmark DAC 1 USB bleibt stets ein bis zwei Rasterungen unter der des HD 650.

Sennheiser HD 660 S am Smartphone

FolqueNatürlich stellt sich auch die Frage, ob der HD 660 S denn auch bei älteren Aufnahmen überzeugen kann. Der neue Sennheiser bietet beim ersten Album der norwegischen Folk-Band Folque aus dem Jahr 1974 (auf Amazon anhören) eine respektable Leistung. Sowohl Banjo als auch die leicht im Hintergrund gezupfte elektrische Gitarre werden sehr detailreich abgebildet und besitzen auch im Pegel die richtige Dosis. Ein Steckenpferd des Sennheiser HD 660 S ist sicher der bereits im Jazzbeispiel erwähnte Präsenzbereich. Durch die leichte Betonung gegenüber dem restlichen Mitten- und Hochton-Band rücken die Stimmen mehr in den Vordergrund als zum Beispiel beim Vorgänger HD 650, der die oberen Mitten/unteren Höhen meiner Meinung nach etwas stiefmütterlich behandelt. Diese leichte Betonung beim HD 660 S verleiht den Stimmen eine deutlich bessere Verständlichkeit und Präsenz. Auch die Viola und Hardangerfiedel sind sehr gut durchhörbar, ohne aber die anderen Frequenzbereiche zu dominieren.

Bühnenbild

Für Liebhaber einer großen Bühne besitzt der HD 660 S aber einen Nachteil: Durch seine Abstimmung verliert der neue Sennheiser leider etwas an Räumlichkeit. Wenn man wie ich einen AKG 7xx oder gar den Sennheiser HD 800 S gewöhnt ist, wird man beim ersten Wechsel auf den neuesten Wedemarker etwas stutzig ob der kompakteren Bühne. Beim näheren Hinhören kann man beim HD 660 S dann aber doch eine gut gestaffelte Darstellung erkennen. Aber die geht viel mehr in die Tiefe als in die Breite, weshalb man auch beim Ersteindruck eine gedrungene Darstellung vermutet. Die Präsenzbetonung verstärkt zudem das Gefühl, direkt vor dem Sänger zu sitzen und die Instrumente dann eher hintereinander gestaffelt wahrzunehmen, als in der Breite.

Dynamik & Pegelfestigkeit

EluveitieMit dem Debütalbum The Arcane Dominion der schweizerischen Folk-Metal-Band Eluveitie (auf Amazon anhören) bleiben wir zwar in gewisser Hinsicht noch immer beim selben Genre, dem Folk, die Gangart ist allerdings mit den exzessiv eingesetzten Gitarrenriffs und den gekreischten Lyrics wesentlich härter. Perfekt um den Sennheiser HD 660 S auf Dynamik und Pegelfestigkeit hin zu untersuchen.

Bereits bei den ersten Takten von „Inis Mona“ wird deutlich, dass der HD 660 S vor allem grobdynamisch wesentlich mehr Muskeln zeigt als sein recht warm und etwas bedeckt klingender Vorgänger. Auch ein AKG K702 oder Beyerdynamic DT880 tuen sich schwer, dem HD 660 S beim Mitwippfaktor etwas entgegenzusetzen. Gitarrenriffs werden mit einer guten Portion Grundtonenergie ausgestattet, ohne aber die anderen Frequenzbereiche zu überdecken. Dreht man den Lautstärkeregler dann noch etwas nach rechts, kommt man aus dem Headbangen gar nicht mehr heraus. Der feste Sitz des Sennheisers kommt einem bei diesem Unterfangen noch zusätzlich entgegen! Der durchaus vorhandene In-Your-Face-Charakter des HD 660 S verstärkt den Tanzdrang bei Rock und Metal weiter – man will einfach nicht still sitzen bleiben.

Aber auch in sehr ruhigen Passagen fördert der HD 660 S bei Instrumenten wie etwa den Uilleann Pipes oder der Tin Whistle genügend Detailauflösung zutage. Mit dem HD 650 hört sich der Song „Anagantios“ wesentlich bedeckter und dadurch auch etwas detailärmer an. Aber auch die clean angeschlagenen Gitarrensaiten profitieren von der ausgewogeneren Mittendarstellung des Sennheiser HD 660 S.

Die Ohrmuscheln des Sennheiser HD 660 S

Die Ohrmuscheln des Sennheiser HD 660 S

Hier wird ebenfalls wieder die charakteristische Bühnendarstellung des neuen Sennheisers hörbar. Einerseits fühlt man sich mit dem HD 660 S wie in einem Livekonzert. Andererseits wird der Eindruck erweckt, dass die Bühne, auf der die Musiker stehen, recht eng gehalten wurde. Dies wirkt wie schon oben erwähnt aber nur in der Breite so, die Ortung zu den Seiten vermögen andere Kopfhörer besser darzustellen. Am Beispiel von „Slania’s Song“ kann man aber die Tiefenortbarkeit sehr gut heraushören. Das Backgroundgekreische bleibt zum Beispiel dezent im Hintergrund, die Stimme der Sängerin wird weiter im Vordergrund wahrgenommen und vice versa, je nachdem, welche Stimme gerade den Leadpart übernimmt.

Mainstreamtauglich?

Natürlich kann bei so einem Test auch nicht auf Populärmusik verzichtet werden und dafür empfiehlt sich besonders das erste Album der norwegischen Pop-Formation Harrys Gym. Nicht nur deshalb, da es den Kopfhörer auf seine Mainstream-Tauglichkeit testen soll, sondern auch weil dieses Album nicht unbedingt einem hochqualitativen Aufnahme- beziehungsweise Mastering-Standard entspricht. Hier wurde leider das eine oder andere Mal mit der Pegelanpassung übertrieben und so neigt die Aufnahme tendenziell zu Verzerrungen und komprimierter Dynamik. Aber der Sennheiser HD 660 S verzeiht trotz seiner recht direkten Spielweise erstaunlich viel. Erst bei 3:38 im Song „Attick“ wird einem so richtig bewusst, dass der Sound Engineer zu euphorisch am Lautstärkeregler gedreht hat und deshalb das Musikstück zum Übersteuern neigt. Dies wird vor allem beim im Album übertrieben dosierten Bass hörbar.

Kopfbügel des Sennheiser HD 660 S

Dass der HD 660 S so einiges „repariert“, hat natürlich zwei Seiten. Zum einen ist älteres oder nicht so hochwertig gemastertes Material durchaus noch genießbar. Andererseits wird hierdurch zunächst der Eindruck vermittelt, der HD 660 S reiche doch nicht ganz an die Detailierungsqualität anderer Hörer dieses Preissegments, wie z. B. einem DT1990 PRO von Beyerdynamic, heran. Allgemein wirken die verzerrten Gitarrenakkorde auf dem Album jedoch sehr natürlich im Timbre. Dazu trägt vor allem der zumindest für mich optimal dosierte Grundton bei, der weder wie beim HD 650 zu sehr aufdickt noch den Mittenbereich ausdünnt.

An unterschiedlichen Verstärkern

Hört man sich dann die Triangel zu Beginn von „Top of the Hill“ mit verschiedenen Verstärkern an, so wird klar, dass der HD 660 S auch die Eigenheiten der einzelnen Amps recht gut abbildet. Mit dem Benchmark DAC1 nimmt beispielsweise die Auflösung im Superhochton etwas ab, dafür gibt er dem Sennheiser nochmal einen kräftigen Dynamik-Schub, was gerade bei Pop, Rock und Metal dem Mitwippfaktor zugutekommt.

Der Burson Soloist SL MKII sorgt dann für eine vergleichsweise etwas leichtfüßigere Spielweise – ein zumindest im Zusammenspiel mit dem Sennheiser HD 660 S schlanker gezeichneter Bassbereich trägt trotz der im Vergleich zum Benchmark angenehmeren Höhenwiedergabe zu diesem Eindruck bei. Der Triangelanschlag wirkt mit dem Soloist SL deshalb auch leicht betont. Der Bass- und Grundtonbereich wirkt etwas weniger straff als beim Benchmark. Die deshalb insgesamt sanftere Spielweise des Bursons nimmt dem Sennheiser HD 660 S zwar ein wenig von seiner rockigen Art, fügt aber der Musik doch etwas mehr Details bei leiserer Gangart hinzu.

Bassbeats

[How to destroy Angels – Welcome to Oblivion] (2013)Bleibt nur mehr eines zu klären: Wie schlägt sich der Sennheiser HD 660 S bei Musik, die auf Bassbeats aufbaut, so wie es etwa im Electronic-Genre häufig der Fall ist. Nun, ein Kind von Traurigkeit ist der HD 660 S auf keinen Fall. Beim 2013 erschienenen Album Welcome Oblivion der zum Teil aus Mitgliedern der Band Nine Inch Nails hervorgegangenen Elektronik-Gruppierung How to destroy Angels (auf Amazon anhören) wird schnell klar: Der neue Mittelklassenhörer von Sennheiser bringt eine sehr punchige Spielweise mit genügend Bass-Impact ans Ohr.

Vor allem in Kombination mit einem direkt spielenden Verstärker wie dem Benchmark DAC1 machen die dynamischen, trockenen und qualitativ hochwertigen Bassbeats, die der Sennheiser HD 660 S produziert, sehr viel Spaß. Dabei gelangt der neue Sprössling aus der Wedemark zumindest für mich nie an die Grenze zum Überbordenden. Der Kickbass bleibt nämlich stets gut vom restlichen Frequenzband abgegrenzt und vermittelt auch einen sehr aufgeräumten Klangeindruck. Deshalb bleibt auch die angenehme Stimme der Sängerin Mariqueen Maandig Reznor immer gut verständlich und wird vom Bass nicht in den Hintergrund gedrängt. Dies stellt eine deutliche Verbesserung zum HD 650 dar, der im gesamten Tiefton schwammiger agiert. Durch den weniger stark ausgeprägten Grundtonbereich und die leichte Betonung im Präsenzband wirkt die Musikpräsentation des HD 660 S zudem trotz des insgesamt etwas kräftiger zulangenden Basses weniger dumpf. Generell wirkt der Bereich unter 150 Hz recht geradlinig, wenn auch als Gesamtes leicht angehoben. Mir sind weder eine starke Überbetonung geschweige denn ein Abfall aufgefallen.

Sennheiser HD660 S liegend

Im Tiefbass kann der HD 660 S ebenfalls überzeugen, auch wenn er im Vergleich zu einem Audeze LCD-2 Rev 2 bei den allertiefsten Frequenzen geringfügig leiser zu Werke geht. Dass der Sennheiser allerdings sehr wohl tiefer kann als ein Bayerdynamic DT 880 600 Ohm wird vor allem zu Beginn von „And the Sky Began to Scream“ deutlich. Sobald der Bass einsetzt, hört man nicht nur den potenten Kickbass heraus, sondern auch das Nachgrollen im Tiefbassbereich. Eine so geradlinige bis hinunter zur Hörgrenze reichende Basswiedergabe habe ich bei Kopfhörern, die nach dem dynamischen Prinzip arbeiten, selten gehört.

Test: Sennheiser HD 660 S | Kopfhörer

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