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Blumenhofer Acoustics

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Schweizer Freigeist
  2. 2 Merason DAC-1: Klangeindruck

Ich liebe Klischees. Und Klischees über die Schweiz gibt es wahrlich viele: Ob Natur, Politik, Banken oder Handwerk – alles in der Schweiz ist natürlich sauber, seriös, solide und präzise. So etwas wie Leidenschaft oder gar Freakigkeit verbindet man mit den Eidgenossen dagegen weniger. Nun, wie dem auch sei, der hier zum Test angetretene Merason DAC-1 (Preis: 4.500 Euro; Vertrieb: www.cm-audio.net) kümmert sich herzlich wenig um solche Klischees, sondern ist im Gegenteil ein schönes Beispiel dafür, dass Leidenschaft und Präzision Hand in Hand gehen können.

Die Merason-Story begann – wie so häufig in der Branche – mit einem unzufriedenen Musikliebhaber. Ungewöhnlich beziehungsweise wenig klischeehaft ist, dass Daniel Frauchiger, der besagte unzufriedene Musikfan, keineswegs anfing, Lautsprecher zu konstruieren (was die meisten tun), sondern beim D/A-Wandler ansetzte. Ein DAC, der es klanglich mit Schallplatte oder Tonband, sprich mit analogen Quellen, aufnehmen kann, sollte es werden. Ausgehend von einem chinesischen Selbstbau-Projekt, das er für vielversprechend hielt, begann er, seinen eigenen Konverter zu entwickeln. Jetzt wird es wieder klischeehaft: Das tat Herr Frauchiger mit Schweizer Gründlichkeit. Was ist dabei herausgekommen?

Außen & innen

Fangen wir mit dem Äußeren an. Das Design ist schlicht, sachlich und in meinen Augen sehr gelungen. Die Acryl-Front, die es in Schwarz oder Weiß gibt, stellt einen schönen Kontrast zum Rest des Gehäuses dar, das aus Edelstahl besteht. Die großen, mit Schrauben befestigten Lüftungsgitter im Deckel erlauben einen Blick auf die Elektronik. Hier fallen als erstes die beiden Ringkerntrafos auf, die einem kleinen Vollverstärker zur Ehre gereichen würden. Der eine Trafo versorgt die digitalen, der andere die analogen Schaltkreise. Für ihre Aufgaben wirken die Transformatoren reichlich überdimensioniert. Zahlreiche auf der Platine verteilte Spannungsregler und Kondensatoren machen deutlich, dass Herrn Frauchiger eine stabile Stromversorgung aller Schaltungsbereiche wichtig ist.

Merason DAC-1, Frontansicht

In der Digitalsektion werden zwei TI PCM1794A DAC-Chips eingesetzt. Auch wenn einer davon problemlos beide Stereokanäle verarbeiten könnte, kommen im Merason DAC-1 zwei Exemplare in Mono-Konfiguration zum Einsatz, was einen um 5 dB höheren Dynamikumfang ergeben soll. Der PCM1794A ist keine ganz aktuelle Entwicklung, gehört aber immer noch zum Feinsten, was Texas Instruments im Angebot hat. Er arbeitet mit einer maximalen Auflösung von 24 Bit/192 kHz. Jenseits des Redbook-Standards der Audio-CD (16 Bit/44,1 kHz) gibt es ja definitiv noch Luft für klangliche Verbesserungen, und mit 24 Bit/192 kHz ist man ganz gut bedient. Auf DSD und MQA muss man beim Merason DAC-1 allerdings verzichten. Seit einigen Jahren gibt es auch Chips, die sogar 32 Bit mit bis zu 768 kHz verarbeiten. Allerdings gibt es kaum entsprechendes Musikmaterial, mal abgesehen von der Frage, ob so etwas klanglich überhaupt sinnvoll ist oder doch eher in die Rubrik „Zahlenposing“ gehört. Wie auch immer, nativ bekommt man mittlerweile so einiges in 24 Bit/96 kHz, darüber hinaus wird die Auswahl dann doch sehr überschaubar.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der DAC-1 serienmäßig ohne Oversampling arbeitet, da man das bei Merason für klanglich besser hält – er belässt die Daten bei der Wandlung also im Originalzustand. Wer dennoch auf Oversampling (be)steht, kann eine kleine Platine austauschen lassen, dann wird der Merason DAC-1 zum Oversampler.

Blick ins Innere des Merason DAC-1

Blick ins Innere des Merason DAC-1

Wichtiger als die Frage „Oversampling – ja oder nein?“, scheint Herrn Frauchiger die Aufbereitung des Signals vor und nach der Wandlung zu sein. Was per USB ankommt, wird von einem Board des Herstellers Amanero, das über zwei für die „Samplingfamilien“ 44,1 und 48 kHz gesonderte und vorgeblich besonders präzise Oszillatoren verfügt, in ein I²S-Signal aufbereitet, das die Wandler verarbeiten können. Es kommt also nicht die übliche X-MOS-Lösung zum Einsatz. Auch was über die AES- oder die S/PDIF-Buchse reinkommt, wird „entjittert“ und aufbereitet. Zudem werden alle ankommenden elektrischen Digitalsignale im Merason galvanisch von der Quelle entkoppelt – beim USB-Signal durch einen speziellen Isolatorbaustein, bei den anderen Eingängen durch einen Trenntrafo. Die Strom-Spannungs-Wandler und die Tiefpassfilter, die die analogen Signale nach der Wandlung durchlaufen, sind im Merason DAC-1 – wie die symmetrischen Class-A-Ausgangsverstärker – diskret aufgebaut und nicht, wie sonst häufig, mittels OPs realisiert. Das Ausgangssignal liefert der DAC-1 sowohl symmetrisch an XLR-Buchsen als auch unsymmetrisch an Cinchbuchsen ab.

Anschlussfeld des Merason DAC-1

Anschlussfeld des Merason DAC-1

Beim Umgang mit dem Gerät bekommt man von dem ganzen Aufwand natürlich nichts mit. Es gibt einen Netzschalter und einen Schalter für die Wahl des digitalen Eingangs. LEDs zeigen den gewählten Input an und ob ein digitales Signal anliegt und verarbeitet wird.

Merason DAC-1: Klangeindruck

Der Merason DAC-1 zieht mich gleich mit den ersten Takten, die ich über ihn höre, in seinen Bann. Ich weiß, es gibt Kollegen, die so etwas häufig schreiben. Vielleicht sind die einfach leichter zu begeistern als ich, vielleicht können sie sich schneller auf ein neues Gerät einstellen, vielleicht mögen sie einfach die Floskel, weil die so einen furiosen Einstieg in die Klangbeschreibung bietet. Ich schreibe das selten – weil es bei mir selten der Fall ist.

Das hat zum einen praktische Gründe: Kommt ein neues Testgerät, schließe ich es nach Möglichkeit sofort mal kurz an, um zu prüfen, ob es den Transport heil überstanden hat, sprich ob es überhaupt funktioniert. Dazu lasse ich weder das Gerät selbst noch den Rest meiner Anlage warmlaufen. Und allein mein geschätzter EAR-868-Röhrenvorverstärker braucht eine halbe Stunde, bis er zur Hochform aufläuft. Insofern findet der erste Höreindruck bei mir eigentlich nie unter optimalen Bedingungen statt. Und deshalb haut er mich auch höchst selten aus den Socken. Zudem brauche ich immer einige Zeit, um mich mit dem Klang neuer Geräte anzufreunden. Häufig höre ich zuerst, was ich beim Klang einer neuen Komponente im Vergleich zu meinen vertrauten Geräten vermisse, bevor ich mich darauf einlassen kann, was sie mir Neues vor Ohren führt.

Der Merason DAC-1 in der Testanlage

Der Merason DAC-1 in der Testanlage

Der Merason DAC-1 hat bei mir einen anderen Start. Zwar integriere ich ihn zügig in meine Anlage und schalte alles ein – doch bevor ich einen Track starten kann, klingelt das Telefon. Knapp zwei Stunden später fällt mir auf, dass die Anlage ja noch an ist: Als der DAC-1 die ersten Töne spielt, ist also alles schon auf Betriebstemperatur. Und dann muss ich mich nicht einmal in der gewohnten Form einhören. Was nicht heißt, dass er so klingt wie ein vertrautes Gerät. Nein, er klingt wie zwei vertraute Geräte. Wie jetzt …? Nun, ich habe bei mir normalerweise zwei DACs im Einsatz. Einen North Star Design Supremo (circa 3.000 Euro), der mit seinem Sabre-ESS9018S-Wandler eine wunderbare Geschmeidigkeit, Sauberkeit und Auflösung an den Tag legt, und einen Antelope Audio Zodiac+ (mit Netzteil „Voltikus“ ehemals 3.000 Euro), von dem ich mich einfach nicht trennen kann, weil er mit seinem PCM1792-Wandler zwar nicht ganz so geschmeidig und souverän klingt, dafür aber eine mitreißende Dynamik und Lebendigkeit in die Musik bringt, für die ich gerne auch mal auf den allerletzten Feinschliff verzichte. Der Merason versteht es, diese beiden Charakteristika auf faszinierende Weise zu verbinden und auf ein neues Level zu bringen.

Konkret habe ich für meinen „Funktionstest“ das Album Jazz at Berlin Philharmonic I ausgewählt. Die beteiligten Künstler – Iiro Rantala, Leszek Możdżer und Michael Wollny – dürften aktuell zu den bedeutendsten Jazz-Pianisten zählen. Das Album ist für jeden Jazzliebhaber eine echte Empfehlung.

Jazz at Berlin Philharmonic IWas mir der Merason DAC-1 hier präsentiert, ist atemberaubend. Nehmen wir das wunderschön traurige Tears for Esbjörn von Iiro Rantala (auf Amazon anhören), das er hier zusammen mit Michael Wollny spielt. Ich bin nicht gläubig, doch wenn ich höre, wie sich die Melodie von machtvollsten tiefsten Tönen, die ein Flügel zu bieten hat, bis in den höchsten, strahlenden Diskant erhebt, bekomme ich eine ziemlich gute Idee davon, was man sich unter „Auferstehung“ vorstellen muss. Das ist intensiv, unglaublich traurig und wahnsinnig schön. Und es ist beeindruckend, wie der DAC-1 das Ganze rüber bringt: Einerseits stellt er die mächtigen Klangkörper der Flügel absolut stabil in den Raum; ich habe den Eindruck, selbst die tiefsten Schwebungen sauber hören zu können. Das hat Macht, Tiefe, geht in den Bauch, scheint alles zu durchdringen. Andererseits bietet er auch einen strahlenden, sehr, sehr fein aufgelösten Hochton, der auch zarteste Töne endlos ausklingen lässt. Das hinterlässt bei mir den Eindruck, dass der Ton noch lange, nachdem er „hier unten“ für mich nicht mehr hörbar ist, irgendwo in der Unendlichkeit weiter schwingt.

Tieftontalent

Doch der Reihe nach, bleiben wir zunächst beim Bass. Der gibt sich auf der einen Seite substanziell und kann beeindruckende Energien in den Raum pumpen – und ist auf der andern Seite hervorragend kontrolliert. Auch wenn es nicht meine Musik ist: 2raumwohnung haben auf dem Album In Wirklich ein paar richtig fiese synthetische Bassorgien in ihre Songs eingebaut. Hören Sie sich das Album mal über eine Anlage an, die echten Tiefton kann. Wenn Sie Pech haben, sumpfen die Bässe dann alles zu. Zumindest war das bei mir immer der Fall. Lange habe ich gedacht, dass das entweder an bösen Raummoden in meinem Hörraum liegt oder dass da jemand einfach eine richtig schlechte Aufnahme abgeliefert hat.

Die digitalen Eingänge des Merason DAC-1

Die digitalen Eingänge des Merason DAC-1

Hat er nicht: Die Basslinien sind eindrucksvoll und hoch komplex zugleich. Ich habe wenig Ahnung von Synthesizern, weiß aber, dass Cracks hier mit einer Vielzahl von Parametern operieren und weit über sinusförmige Tonsignale hinaus gehen. Und Tommi Eckard, als Teil des Duos 2raumwohnung und ehemals enger Freund des verstorbenen „Good Groove“ Klaus Löschner, wird wissen, was er da tut. Und was immer es auch ist, offenhörbar kann nicht jeder D/A-Wandler das so aus den Daten reproduzieren, wie es vorgesehen ist. Der Merason DAC-1 kann: Es geht unheimlich tief runter, da passiert einiges jenseits der reinen Tonalität (ich nehme an, es hat irgendwas mit Phasenspielereien zu tun) und es klingt klasse.

Sven Faller - Night MusikWobei die Kontrolle, die der Merason DAC-1 hier zeigt, keinesfalls heißt, dass er knochentrocken spielt. Im Gegenteil, diese Kontrolle bietet ihm die Freiheit, alle Details tiefer Schwingungen klar und detailliert nachzuzeichnen. So beeindruckt mich, wie der Merason den Kontrabass von Sven Faller auf seinem Album Night Musik (auf Amazon anhören) wiedergibt. Das Album ist vielleicht kein großer Wurf, enthält aber einige bemerkenswerte Perlen wie zum Beispiel den Track „Tango 35“. Den Kontrabass gibt der Merason sehr natürlich, musikalisch, facettenreich und, ja, holzig-knarzig wieder – so wie man sich das nur wünschen kann.

Ok, klare Ansage: Dieser Bass ist aktuell das Beste, was ein DAC bisher an meiner Anlage abgeliefert hat. Punkt. Selbst der Linnenberg Telemann (4.400 Euro), dem ich beeindruckende Talente im Bass und einen sehr swingend-organischen Tiefton attestiert habe, kann hier unter den Aspekten Kontrolle und Differenzierungsvermögen nicht mithalten.

Die mittleren Lagen

Auch in den Mitten beeindruckt mich der Merason DAC-1 gleich von Beginn an. Michael Wollny greift in seinem „Hexentanz“ – ebenfalls auf Jazz at Berlin Philharmonic I – auch mal beherzt über die Tastatur hinweg unmittelbar auf die Saiten seines Instruments zu. Die offenbar angerissenen Klaviersaiten erzeugen vollkommen andere Klänge als die angeschlagenen. Der Kontrast und die Dynamik des Ereignisses machen Gänsehaut. Wollny richtet hier einen echten akustischen Hexensabbat an – ruppig, dynamisch, mit befremdenden Klängen, das Ganze lässt mich regelrecht erschauern. Was vielleicht nicht verwunderlich ist, denn: Wer hat‘s erfunden? Die Hexenlehre des 15. Jahrhunderts hatte ihren Ursprung in der Schweiz. Da könnte ich dem Schweizer DAC glatt eine gewisse Affinität zum Thema attestieren. So krass habe ich das Stück jedenfalls noch nie empfunden.

Platiene des Mearason DAC-1

Woran das im Einzelnen liegt, lässt sich schwer sagen. Sicherlich sind die dynamischen Fähigkeiten des DAC-1 mit im Spiel, die präzise Transientenwiedergabe und das hervorragende Auflösungsvermögen werden ebenfalls ihren Beitrag leisten – ich habe das Gefühl, jede Nuance eines Tones sauber nachvollziehen zu können. Was die Mitten betrifft, bin ich ein großer Fan des ersten SPL Director (der inzwischen durch den Director Mk2 (3.500 Euro) abgelöst wurde), der in Sachen Dynamik und Transientenwiedergabe für mich eine Benchmark darstellt. Doch zumindest den Director „Mk1“ – die neuere Version kenne ich leider nicht – toppt der Merason in diesen Disziplinen nochmals.

Nora Jones - Begin AgainKlar, der Merason DAC-1 hat in den Mitten noch mehr zu bieten als lediglich die überzeugenden Wiedergabe „schrabbelnder“ Saiten. Da hätten wir zum Beispiel eine eindrucksvolle Stimmwiedergabe. Norah Jones Album Begin Again (auf Amazon anhören) liegt in 96 kHz auf meinem Server. Das titelgebende Stück bringt der Merason DAC-1 wunderbar rüber. Sowohl Instrumente als auch die Stimme von Frau Jones kommen auf den Punkt, klar, höchst detailliert, eindringlich. Was mir hier besonders auffällt, ist das tolle Timing: Stimme und Begleitinstrumente rasten perfekt ein. Und ja, der Schweizer DAC weiß die höhere Datenauflösung zu schätzen. Wobei er hierbei anders reagiert als beispielsweise mein North Star Design Supremo. Der macht sofort einen hörbaren Sprung, die komplette Darbietung wird mit steigender Auflösung konkreter, stabiler, klarer. Der Merason spielt dagegen schon mit niedrigeren Auflösungen auf einem deutlich höheren Niveau, mit steigender Datenrate ist der klangliche Gewinn dann nicht mehr ganz so groß. Mit ihm sind es eher Feinheiten, die mir auffallen, wenn ich ein wenig länger höre – die Wiedergabe wird mit höheren Datenraten griffiger und plastischer.

Hochton

Im Hochton gefällt mir der Merason DAC-1 ebenfalls sehr gut. Er ist kein Kind von Traurigkeit. Viel von der Energie, die er rüberbringt, kommt durch seinen strahlenden Diskant. Da hier alles sauber gezeichnet ist, verschmiert oder verzischt nichts – es sei denn, die Aufnahme gibt es so vor. Wo es angesagt ist, strahlt der DAC-1 gerne, setzt Energie frei, schafft Luft, lässt Klangfarben und Obertöne leuchten. Um mal auf einen Klassiker zurückzugreifen: Bei „Take Five“ vom Album Time Out des Dave Brubeck Quartets lässt es der Schlagzeuger mächtig krachen und klingeln. Neben den Fellen seiner Drums bearbeitet er diverse Formen klingenden Metalls. Und das bringt der Schweizer DAC sehr eindringlich rüber, er lässt es klingeln und klirren und behält dabei immer den Durchblick und die Kontrolle über das Geschehen.

Merason DAC-1

Raumgreifend

Die Raumdarstellung gelingt dem Merason DAC-1 überzeugend. Er neigt dazu, die Bühne etwas ausladender zu gestalten: Die Darbietung kommt ein Stück auf mich zu, ich sitze etwas näher dran als ich es gewohnt bin; alles klingt etwas größer und näher und damit unmittelbarer, eindringlicher. Auch die einzelnen Schallquellen – Sänger, Instrumente etc. – wirken etwas größer. Trotzdem behält der DAC die Übersicht, alle Akteure haben scharfe Konturen und ihren festen Platz. Ich persönlich finde diese Art der Räumlichkeit sehr authentisch, nicht zuletzt deshalb, weil der Aufnahmeraum immer klar umrissen bleibt und eine erfahrbare, stabile Größe hat.

Vergleiche

Es dürfte klar geworden sein, dass mir der Merason DAC-1 verdammt gut gefällt und dass ich ihn meinen beiden aktuellen D/A-Wandlern gegenüber für klar überlegen halte. Nicht nur, weil er das, was ich bei North Star Design Supremo beziehungsweise Antelope Audio Zodiac+ jeweils einzeln schätze, vereint und damit eine Performance hinlegt, die mir alles bietet, was ich mag. Nein, im Ergebnis wächst er sogar deutlich über das hinaus, was die Meriten meiner beiden DACs in Summe ergeben.

Auch im Vergleich zu dem, was ich sonst an D/A-Wandlern kenne, steht der Merason DAC-1 hervorragend da. Der schon erwähnte Linnenberg Telemann hatte mich vor einiger Zeit mächtig begeistert und spielt im unmittelbaren Vergleich vielleicht sogar noch etwas exakter als der Schweizer, dafür aber auch etwas „akademischer“; ja, ich würde den Merason in letzter Konsequenz als „musikalischer“ bezeichnen.

Mir fällt nur ein einziger Wandler ein, der mich bisher in ähnlicher Weise begeistert hat wie der Merason DAC-1: der NOS-DAC 2 von Audio Optimum (mit Reclocker im Set 4.400 Euro). In Sachen Oversampling geht er ähnliche Wege, ist ansonsten vom Konzept her allerdings völlig anders. Er hört schon bei 16 Bit/88,2 kHz auf und kann damit nicht einmal den neuen Hi-Res-Quasi-Standard 24 Bit/96 kHz – und er besitzt keinen USB-Eingang, sondern möchte sein I²S-Signal von einem externen Relocker zugespielt bekommen. So gefüttert, spielt der Audio Optimum mit Redbook-Daten vielleicht sogar noch ein bisschen spannender als der Merason – höhere Auflösungen weiß er allerdings weniger zu schätzen, soweit er sie denn überhaupt verarbeiten kann.

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Test: Merason DAC-1 | D/A-Wandler

  1. 1 Schweizer Freigeist
  2. 2 Merason DAC-1: Klangeindruck

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