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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Selbstbewusst!
  2. 2 Elac Debut Reference DFR52 – Klangtest & Vergleiche

Irrtümlicherweise ging ich davon aus, dass die neue Elac Debut Reference im Einsteigersegment die bisherige Debut 2.0 Serie ablöst. Wäre aber auch seltsam gewesen, denn die ist ja gar nicht mal so lange am Markt. Tatsächlich stellt die Reference innerhalb der Debut-Serie eine eigenständige Linie dar, die parallel zur Debut 2.0 exklusiv im Handel und nicht online erhältlich ist. Die selbstbewusste Namensgebung lässt bereits erkennen, wohin die Reise gehen soll und erklärt, warum die Drei-Wege-Standlautsprecher Elac Debut Reference DFR52  (1.198 Euro | https://www.elac.de/)  mit besonderer Neugier zum Test eingeladen wurden.

Reference?

Elac Debut Reference DFR52 - Front unten

Aber Einsteigersegment und Reference, wie passt das zusammen? Dieser Frage wollen wir auf den Grund gehen. Zuvor noch ein kurzer Blick zurück: Erstmalig aufmerksam auf die Debut-Serie wurde ich vor Jahren in Berlin. Und zwar als diese während der IFA auf dem Pioneer/Onkyo-Stand ihren Einstand gab. Dort, eigentlich vertieft ins Fotografieren der Elektronik, fielen mir die Kieler Lautsprecher nach kurzer Zeit auf. Selbst in der lebhaft frequentierten Messehalle war ihr überspringender Groove nicht zu überhören. Dafür verantwortlich? Ein gewisser Andrew Jones, Vice President of Engineering des amerikanischen Ablegers von Elac, mit dem Händchen für das Besondere. Warum erwähne ich das so explizit? Weil Andrew Jones nicht irgendjemand ist. Einst als Chefentwickler im Dienst von KEF, Infinity und später TAD unterwegs, genießt er innerhalb der Audio-Branche ein besonderes Renommee und seine Arbeit breite Anerkennung – speziell in der Lautsprecher-Szene.

Selbsterklärtes Ziel der Debut-Serie war und ist es, avancierte Klangqualität im Einstiegssegment zu etablieren und das dürfte Elac und Andrew Jones mit Blick auf die Verkaufszahlen auch gelungen sein. Die stärkere Betonung des Bassbereichs sollte eine besondere Spielfreude fördern, aber es gab hierzu auch kritische Stimmen. Mit der aktuellen „Debut 2.0“-Serie hält eine leicht veränderte Klangsignatur Einzug, zurückhaltender in den unteren Lagen und mithin offener, transparenter ausgelegt. Die Debut 2.0 dient als Basis für die Debut Reference. Was aber nicht bedeutet, dass wir lediglich über kosmetische Eingriffe sprechen, sondern im Grunde ein komplett neuer Lautsprecher entstanden ist.

 Auspacken & Aufstellen

Elac Debut Reference DFR52 - Schallwand Konustreiber

Positiv überrascht bin ich zunächst von der Sorgfalt, mit der Elac diesen Lautsprecher verpackt, von Einsteigerklasse keine Spur. Da habe ich schon deutlich teurere Schallwandler mit weniger Aufwand aus der Verpackung geholt. Der äußere Karton der Elac Debut Reference DFR52  weist Spuren postalisch rauen Umgangs auf, machten die Speaker doch erst Rast in der Berliner Chefredaktion, ehe es zu mir in den Südwesten der Republik ging. Dennoch blickt mich der zweite, innenliegende Karton nahezu makellos an. Vor Kratzern und anderem Unbill gut geschützt, gilt es, die drei Styropor-Ringe und anschließend den Lautsprecher vom einhüllenden, weichen Vlies zu befreien. Vorsichtig ertaste ich zunächst die seidenmatt weiß lackierte Schallwand, während der Korpus mit seiner hellen Eiche-Optik foliert ist. Die Folie ist selbst an den kritischen Ecken sauber verarbeitet, aber ich muss mich mit dessen spezieller Haptik und Präsenz erst einmal anfreunden. Ebenfalls lieferbar ist eine weitere Variante mit schwarzer Schallwand und dunkler Walnuss-Folie.

Meine Bandscheiben zeigen sich höchst erfreut, bringen die Standsäulen jeweils gut portable 17 Kilogramm auf die Waage. Wer es noch leichter haben will, kann auf die Debut Reference-Regalboxen zurückgreifen, während sich der ebenfalls zu Serie gehörende Center für ein Heimkino-Setup empfiehlt. Noch nicht angekündigt, aber sicherlich sinnig wäre ein passender Subwoofer.

Elac Debut Reference DFR52 - Traverse

Die Traversen der Elac Debut Reference DFR52 bestehen aus Kunststoff

Alles sieht akkurat verarbeitet aus, und selbst kritisch im Gegenlicht betrachtet, zeigen sich keinerlei Unsauberkeiten oder Mängel. Das muss in dieser Preisklasse auch so sein. Denn auch ein Paarpreis von knapp 1.200 Euro ist kein Pappenstiel. Elac legt den Debut Reference DFR52 sowohl magnetisch haftende Chassis-Abdeckungen als auch für sicheren Stand sorgende Kunststoff-Traversen bei. Zwar sehen diese mit ihrer angedeuteten Alu-Optik ganz sooo schick aus, aber irgendwo macht sich der Kostendruck eben bemerkbar. Lieber hier als beim Klang, denke ich mir, und solange sie für einen sicheren Stand sorgen, soll es mir recht sein.

Aufgrund der 18,5 Zentimeter schmalen Schallwand wirken die Elac Debut Reference DFR52  bei einer Höhe von einem Meter recht zierlich und dominieren mit ihrer harmonischen Erscheinung keinesfalls ihre Umgebung. Sie setzen viel mehr angenehme Akzente. Wer es noch dezenter mag, verwendet die grau-melierte Stoffbespannung. Deren Musterung meine ich auch schon auf manchem Textilsofa erblickt zu haben.

Technik, Treiber, Theorie

Elac Debut Reference DFR52 - Konus- und Kalottentreiber

Wer eine technische Anmutung bevorzugt, lässt den ungehinderten Blick auf die Chassis des Dreiwege-Systems zu. Hier greift Elac aber nicht einfach ins Regal, sondern spendiert der Debut Reference Serie weiterentwickelte, spezifisch angepasste Treiber. Hinter einer optisch ansprechenden, perforierten Metall-Blende findet sich vor neugierigen Fingern gut geschützt der neu konstruierte Hochtöner. Seine 25 Millimeter durchmessende Gewebekalotte geht ihrer Arbeit innerhalb eines neuentwickelten, recht tief bauenden Waveguides ein Stück zurückversetzt nach. Das habe den Vorteil, so Elac, dass eine verbesserte Gruppenlaufzeit sowie ein gleichmäßigeres Abstrahlverhalten realisiert werden können. Die Ankopplung an den Mitteltöner, wichtig für einen bruchlosen Übergang, werde zudem optimiert.

Der vollzieht sich bei eher tiefen 2,2 kHz, so dass der 130 Millimeter messende Mitteltöner nicht Gefahr läuft, in für ihn zu hohen Gefilden mitspielen zu müssen. Bei ebenfalls recht tief angesetzten 90 Hertz findet der Stabwechsel an die beiden gleichgroßen Tieftöner statt, die sich befreit von jeglicher Kurzwelligkeit ungehindert bis hinab zur von Elac deklarierten unteren Grenzfrequenz von 42 Hz austoben sollen. Aber den Bass checken wir im Hörtest ja ebenfalls noch ab.

Elac Debut Reference DFR52 - Konuslautsprecher ausgebaut

Mittel- und Tieftöner der Elac Debut Reference DFR52 sind identisch konstruiert

Baut man sie aus, fällt auf, dass die Mittel- und Tieftöner tatsächlich absolut identisch sind. Auf Basis der bewährten Debut-2.0-Chassis weiterentwickelt, bestehen deren Konusmembranen aus einem speziellen Textil – sogenannter Aramidfaser. Ein Gewebe-Material, das – wie das ähnliche Kevlar – besondere Eigenschaften wie geringes Gewicht, hohe Steifigkeit und Schwingungsdämpfung vereint, ohne dass dafür Gebühren an Dupont, dem lizenzgebenden Kevlar-Hersteller, zu entrichten wären. Das Chassis bekam nicht nur eine neue Sicke, auch die Materialzusammensetzung der Zentrier-Spinne wurde angepasst, ebenso die Wickelparameter der Schwingspule. Das Korbmaterial aus Aluminium-Druckguss erlaubt im Vergleich zu Stahlkörben eine leichter zu realisierende Hinterlüftung der Zentrierung. Zudem steigt mit höherer Stabilität und besserer Wärmeabführung die Belastbarkeit der Treiber, währenddessen sich Resonanzen weiter verringern.

Werfen wir einen Blick ins Innere des Gehäuses. Mein Interesse weckt zunächst eine die beiden Seitenwände durchgehend verbindende und mit größeren Öffnungen versehene, vertikale Versteifung. Vom kräftigen Gehäuseboden ausgehend, schließt sie oben an den Boden der separaten Kammer des Hoch- und Mitteltöners an. Neben einer zusätzlichen Gehäuseresonanz- und damit Eigenklangminderung werden also dem empfindlichen Mittel-Hochtonbereich auch Luftströmungen der Tieftöner vom Leib gehalten. Gleichwohl dürfen sich die beiden Tieftöner dank besagter Öffnungen auf dem annähernd vollumfänglichen Volumen der unteren Kammer austoben.

Elac Debut Reference DFR52 - Frequenzweiche

Blick auf die Weichenschaltung der Elac Debut Reference DFR52

Unterstützt werden sie dabei sowohl von einem rückseitig blasenden Bassreflex-Rohr als auch von einem – nicht zuletzt daher auch die massive Ausführung des Bodenbereichs – nach vorne gerichteten Auslassschlitz. Dieser Verbund soll für geringere Strömungsgeräusche sowie eine unkritischere Raumanregung – selbst bei wandnaher Aufstellung – sorgen. Was mir ebenfalls auffällt, ist die spärliche Bedämpfung. Das erinnert an mich an Konstrukte wie die Naim SBL oder die vor vielen Jahren in der Zeitschrift Audio von mir besprochene Mulidine Bagatelle V2. Zwar arbeiten diese mit einem intern angebrachten Fließwiderstand, aber eben „unbedämpft“. Beide glänzen mit einem sehr wendigen und temporeichen Spiel – hören wir mal, ob die Elac Debut Reference DFR52  in die gleiche Kerbe hauen.

Elac Debut Reference DFR52 - Gehäuseaufbau innen

Der innere Gahäuseaufbau der Elac Debut Reference DFR52 (Fotos: Elac)

Elac Debut Reference DFR52 – Klangtest & Vergleiche

Zunächst gilt es, die beiden Säulen gebührlich einspielen lassen, so direkt aus dem Karton erscheinen sie etwas forsch und ungestüm. Davon kann Tage später keine Rede mehr sein, allerdings ohne, dass es dafür nun gleich „heimelig“ klänge. Also entscheide ich mich, um passend im gehobenen Einsteigersegment zu bleiben, für einen Vermentino die Sardegna von Elisabetta Pala (Mora & Memo). Und der liefert bereits das erste Stichwort: Die DFR52 gefällt mit ihrem wohltemperierten Auftritt, tonal unterkühlt oder umgekehrt zu dick aufgetragen wirkt hier erst mal nichts.

Untenrum

In den unteren Registern zeigt sich die Elac Debut Reference DFR52 ohne jeglichen Bauchansatz. Die deutlich günstigere, aber zumindest für die generelle Einordnung hilfreiche Teufel Ultima 40 MK 3 (500 Euro) gibt sich deutlich bassbetonter: Während die Berlinerin Basswogen gewichtiger und voluminöser, aber auch schwerfälliger durch den Hörraum schiebt, mutet die Abstimmung der Kielerin unaufdringlich-neutral, präziser, gleichwohl hinreichend kernig-druckvoll an. Der Basslauf in Kathryn Williams „Little Black Numbers“ (Old Low Light) wirkt definierter und weniger opulent. Dieser Eindruck bekräftigt sich je nach Güte des vorgeschalteten Verstärkers, was letztlich für den Lautsprecher spricht.

Elac Debut Reference DFR52 - Gehäuse-Detail

Kurzum: Tiefgang und Druck bewegen sich standesgemäß auf einem Niveau, welches man einer Box dieser Größe vorab auch so zutrauen würde. Und klar: Über die annähernd gleich hohe, aber doppelt so tiefe Canton A 45 (3000 Euro) kommen die tieffrequenten Einschläge in „At Night“ von Ted Poor (Album: You Already Know) merklich tiefer und wuchtiger. Dennoch kommt man auch mit den Elac voll auf seine Kosten, zumal sie sich in Sachen Präzision/Definition nicht verstecken müssen und in kleineren Räumen bestimmt noch unproblematischer zu integrieren sind.

Monitoresk mittig

Mit dem Saxophonspiel im nächsten Stück „Unity“ zeigt sich ein bruchlos an den Bass anknüpfendes und passend zu dessen Abstimmung eher monitoresk-sachlich als vollmundig-warm temperiertes Mittenband, das mit ausgeprägter Transparenz, dynamischer Leichtfüßigkeit und Griffigkeit aufwartet.

Elac Debut Reference DFR52 - Hochtöner und Mitteltöner

Stimmen sind entsprechend ebenfalls auf der tonal eher „strikt neutralen“ denn betont sonoren Seite beheimatet. Gut zu hören beim Stück „Don´t Lose Yourself“ von Jamie Saft (Loneliness Road), welches von Iggy Pop besungen wird. Über die auf der leicht warmen Seite von neutral angesiedelten Canton A45 weist die Stimme mehr vollmundigen Schmelz und körperliche Substanz auf ­– bei nichtsdestotrotz sehr hoher Durchhörbarkeit. Die präsentere Stimmdarstellung der Elac Debut-Reference überzeugt wiederum mit besonders hoher Sprachverständlichkeit: Von Vorteil nicht zuletzt bei Radio-Hörspielen, was nebenbei dazu führt, dass der Lautstärkeregler nicht über Gebühr bemüht werden muss. 

Die oberen Etagen

Aber wieder zurück zu Ted Poor, weil dessen schwungvoll-mitreißendes Album You Already Know in Dauerschleife läuft. Für den Hochtonbereich bemühe ich die reichlich vorhandenen perkussiven Elemente im Stück „Push Pull“, die mit Vehemenz aufs Tommelfell einwirken. Das Auflösungsvermögen geht absolut in Ordnung – dass letztlich die zartesten Feinheiten und Ziselierungen nicht mit der Lupe präsentiert werden, wie das insbesondere etwa die Referenzlautsprecher Kii Three (13.500 Euro) vermögen, ist nur logisch. Die Elac ordnet sich im Grunde ganz lässig oberhalb der laxer auflösenden Teufel Ultima 40 Mk3 ein, ohne ganz das Niveau der Canton A45 zu erreichen. Viel wichtiger ist die Langzeittauglichkeit: Und hier geben sich die Elac Debut Reference DFR52  wirklich angenehm.

Elac Debut Reference DFR52 - mit und ohne Front-Abdeckung

Die Elac Debut Reference DFR52 kommen mit graumelierter Stoffabdeckung

Wenn sie so wollen, schimmert es über die Elac zart-seidig und nicht glasig-grell, was sich nicht über Gebühr ändert, wenn es im Pegel deutlich lauter zugeht. Es kann sicher auch mal (noch gesitteter, nicht orgiastischer) Partylevel in handelsüblichen Wohnraumgrößen gefahren werden, ohne dass einem Verzerrungen gleich unangenehm am Trommelfell ziepen. Party hin oder her: Auch bei zurückgenommener Lautstärke verliert die Elac nichts von ihrer quirligen Spielfreude und angenehmen Homogenität. Anders etwa die Teufel Ultima 40 MK 3, die einen gewissen Mindestpegel hörbar goutiert. Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass sich die Elac Debut Reference verstärkerseitig angenehm unkritisch geben. Steht der Lautstärkeregler des kleinen NAD 316 BEE in Neun-Uhr-Stellung, geht bereits die Post ab.

Antrittsschnell

Ja, der dynamische Antritt der Elac Debut Reference DFR52  ist generell erstaunlich lebendig und für diese Preisklasse schon fast unerhört gut. Feindynamische Schattierungen in den Klavieranschlägen im Stück „Pinkus“ von Jamie Saft lassen das Instrument definiert und anmachend energetisch erscheinen. Aber auch grobdynamisch lässt die Kielerin nichts anbrennen und haut bei „Cat Scratch Fever“ von Motörhead (Under Cöver) kontrolliert auf den Putz. Wie gesagt: Die Kieler geben sich in vielerlei Hinsicht sachlich wie ein Studiomonitor, machen aber nicht zuletzt aufgrund ihrer Dynamik definitiv Spaß. Die enorm wendige, blitzschnelle Spielweise ist bemerkenswert und erinnert mich in der Tat – auch wenn es schon so lange her ist – ein wenig an die sagenhafte Mulidine Bagatelle V2 (1.350 Euro).

Bühnenbauer

Kommen wir abschließend zur Abbildung und räumlichen Darstellung. Die Ortbarkeit und Definition von Instrumenten geraten mit den Elac Debut Reference DFR52  schlüssig nachvollziehbar und klar eingefasst. Die Körperlichkeit, das plastische 3-D-Gefühl gibt sich bei der Darstellung von Instrumenten nicht ganz so ausgeprägt, geht aber preisklassenbezogen in Ordnung. Die virtuelle Bühne beginnt im Bereich vor der gedachten Boxengrundlinie und spannt dem Zuhörer dort eine authentische, aber nicht überschwänglich breite und tiefe Dimensionierung des Geschehens auf. Wer mehr Dreidimensionalität und Raumtiefe haben möchte, der muss eben ein wenig mehr investieren oder sich nach der einen oder anderen kleinen Kompaktbox umsehen.

Elac Debut Reference DFR52 - Hochtöner mit Gitter

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Test: Elac Debut Reference DFR52 | Standlautsprecher

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