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Magnat MTT990

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Toyboy oder Tonmeister?
  2. 2 Klangtest: Technics SC-C70

Als ich gemeinsam mit meiner Freundin auf den Westdeutschen Hifi-Tagen durch einen der Salons im Erdgeschoss des Maritim-Hotels in Bonn spazierte, blieb sie direkt am Messestand von Technics stehen und nahm mit größtem Interesse ein Gerät in Augenschein, das man in einem solchen Highend-Kontext normalerweise eher nicht erwarten würde.

Der Kompaktplayer Technics SC-C70 scheint auf den ersten Blick nämlich genau das zu sein, was man in gewissen, sich als gehoben wahrnehmenden Kreisen wohl als „Spielzeug“ bezeichnen würde: Alles drin, alles dran, sogar die Lautsprecher hat man in Kadoma, Osaka, mit ins Gehäuse integriert. Schaut und hört man genauer hin, wird aber schnell klar: Der Technics Ottava SC-C70 ist alles andere als nur ein Toyboy …

Technics Ottava SC-C70 oben

Doch fangen wir von vorne an: Mit seinen ziemlich perfekten Proportionen, der edel gebürsteten Aluminium-Deckelplatte mit dem Acryldeckel für den Toploader-CD-Player und der auf elegante Weise mit Lamellen ausgestatteten, schwarzen Lochblechfront fügt sich der Technics SC-C70 (um 899 Euro, www.technics.com/de/) fast schon unauffällig, definitiv aber äußerst harmonisch in modern gestaltete Einrichtungssituationen ein. Nein, ich bin nicht plötzlich vom Oberflächlichkeitsvirus befallen, aber man darf nicht unterschätzen, welchen Einfluss die Optik eines Geräts auf die Zufriedenheit mit der Kaufentscheidung im Nachgang ausübt. Und der Technics Ottava SC-C70 ist neben den mehrfach teureren Modellen von Naim und Sonus Faber sicherlich der Beau im One-Box-Segment. Als weitere Faktoren, die im Auswahlprozess neben den klanglichen Erwägungen stehen – gerade dann, wenn es um eine wohnraumfreundliche Lösung gehen soll – sind der Platzbedarf, aber auch das haptische Erlebnis zu nennen. Das Anforderungsprofil komplettiert schließlich die Ausstattung: Hier dürfen keine Übertragungswege und kein Codec-Support fehlen, will ein Hersteller solch ein Gerät erfolgreich am Markt platzieren.

Volltreffer

Technics Ottava SC-C70 Logo

Dass die in der Vergangenheit zwischenzeitlich abgetauchte Panasonic-Tochter Technics in den genannten Disziplinen einen hohen Anspruch an sich selbst stellt, mutet eigentlich logisch an, ist sie doch eine Edel-Marke des japanischen Elektronikgiganten. Seit dem Marken-Relaunch auf der IFA 2014 hat Technics eine kleine, aber umso feinere Range von Geräten auf die Beine gestellt, deren gemeinsames Merkmal unter anderem ein – meiner bescheidenen Meinung nach – extrem elegantes und hochwertiges, zeitloses Design mit der einen oder anderen Retro-Anleihe ist.

Alles bleibt anders

Technics Ottava SC-C70 mit CD

Der japanische Kompaktplayer erzielt dann auch bei allen subjektiven und objektiv bewertbaren Kriterien – den Klang zunächst außen vor, dazu später mehr – so ziemlich die volle Punktzahl. Schauen wir mal auf die Ausstattungsliste des schnuckeligen Teils. Los geht’s mit einem heutzutage rar gewordenen Feature – und zwar dem guten alten CD-Spieler. Der ist zudem auch noch als Top-Lader ausgeführt. Heißt, dass die CD in eine Mulde im Deckel eingelegt wird, statt sie in einen Schubladenmechanismus zu betten oder in ein Slot-Laufwerk zu schieben. Die CD-Mulde deckt Technics mit einer dunkel gefärbten Acrylscheibe ab, die auf der hinteren Seite mit einer Achse befestigt ist. Das Öffnen geschieht manuell durch seitliches Wegdrehen, einen Motor gibt es dafür nicht.

Der CD-Player des Technics SC-C70 kann natürlich neben herkömmlicher CDs auch Selbstgebranntes abspielen, und das in allen möglichen unkomprimierten und komprimierten Formaten. Zudem arbeitet Technics auch beim kompakten SC-C70 mit seiner CD-High-Res-Re-master-Technologie, die das Redbook-Format der CD (44,1 kHz und 16 Bit) bis auf 192 kHz und 24 Bit hochrechnet (upsampelt) und so noch mehr Auflösung generieren soll.

Modern Times

Technics Ottava SC-C70 Anschlüsse hinten

Die Formatfrage stellt sich auch beim Abspielen von externen Datenträgern wie USB-Festplatten oder NAS nicht. Denn von AAC bis WMA versteht der Technics SC-C70 mit Ausnahme von OGG so ziemlich alles, was es auf dem Markt gibt – einschließlich DSD. Letzteres darf mit bis zu 5,6 MHz getaktet sein, was DSD128 entspricht. PCM-Signale können mit einer maximalen Samplingrate von 192 kHz und einer Worttiefe von 24 Bit angeliefert werden, genug also für gängige High-Resolution-Audio-Quellen wie Tidal. Der amerikanische Streamingdienst wird ebenso wie Spotify nativ unterstützt, Qobuz oder Highresaudio bleiben erst mal außen vor. Einen optischen Eingang gibt’s natürlich auch, damit lassen sich zum Beispiel Smart TVs oder Spielekonsolen anschließen.

Der USB-A-Eingang unterstützt leider keine Steuerungsfunktionen von Apple-Produkten wie dem iPad, dem iPod oder dem iPhone, doch da der Technics SC-C70 das Apple AirPlay-Protokoll akzeptiert, mit dem diese und andere Geräte aus Cupertino bequem über das heimische Netzwerk auf den Kompaktplayer streamen können, ist das auch nicht wirklich notwendig. Android-User können sich über Bluetooth mit dem Technics Ottava SC-C70 verbinden. Unterstützt werden die AAC- und SBC-Codecs, das für den Hersteller lizenzkostenpflichtige, dafür klanglich überlegene aptX (HD) gibt’s leider nicht.

Im Netz

Technics Ottava SC-C70 mit Fernbedienung

Da der Technics SC-C70 über WPS und DNLA verfügt, sind auch das Einbinden ins WLAN und die Integration von Netzwerklaufwerken flott erledigt. Über die kostenlose Technics Music App lassen sich dann Inhalte von der NAS, dem angeschlossenen USB-Laufwerk, Internetradio (vTuner), und die Streamingdienste Tidal und Spotify anwählen und steuern. Das funktioniert in der Praxis auch recht gut, allerdings könnte die Usability der App noch ein wenig Feinschliff gebrauchen. So bricht zum Beispiel die Wiedergabe ab, wenn man sich aus dem jeweiligen Quellen-Menü (zum Beispiel CD-Player) zum übergeordneten Menüpunkt bewegt, und sei es nur, um zu schauen, was man als Nächstes von der NAS oder in Spotify spielen möchte. Zudem bietet die App keinen Zugriff auf die DAB+/DAB/UKW-Funktion des Technics SC-C70, so dass man dafür die serienmäßige Fernbedienung in die Hand nehmen muss. Selbige wiederum erlaubt nur die Steuerung des terrestrischen Radios und des CD-Spielers und hilft bei der Einrichtung des Geräts an sich. Es wäre konsequenter, die App zur vollumfänglichen Bedienzentrale zu machen und beim Browsen durch die Musikbibliothek nicht die gerade spielende Quelle abzuschalten. Dann wäre die Fernbedienung nur nötig für den Fall, dass kein Netzwerk zur Verfügung stünde.

Gut hingegen ist das Wake-up-on-LAN, also das Einschalten des Technics SC-C70 über die App. Einschalten geht natürlich auch ganz herkömmlich mit der Fernbedienung oder über den Drucktaster auf der Gehäuseoberseite. Auf der rechten Seite der Aluminiumplatte lassen sich die zuvor gespeicherten Favoriten und die verschiedenen Quellen über Berührungssensoren anwählen sowie die rudimentären Steuerungsfunktionen für lokale und Netzwerkquellen ausführen (Play, Pause, vor, zurück). Zwei weitere physische Drucktasten erlauben die Lautstärkeregelung am Gerät selbst – „altmodisch“, aber praktisch. Alle Schritte lassen sich im fein aufgelösten LED-Display auch in drei Meter Entfernung noch ganz gut ablesen. Das Display ist dimmbar und lässt sich auch ganz ausschalten, ein Segen auch für nächtliche Hörsessions.

Greifbares

Technics Ottava SC-C70 CD-Laufwerk

Diese Funktionsvielfalt würde natürlich wenig nutzen, wenn die unmittelbare Musiksignalverarbeitung technisch nicht hochwertig umgesetzt wäre. Dazu setzt Technics im SC-C70 auf eine komplett digitale Signalverarbeitung mit ebensolchen Verstärkern, die mit jeweils 30 Watt die linke sowie rechte Hoch-Mittelton-Einheit versorgen und dem Bass-Chassis alleine 40 Watt zukommen lassen. Die Endstufen besitzen jeweils eigene Netzteile, um eine gegenseitige Beeinflussung, zum Beispiel bei starker Belastung im Bassbereich, zu verhindern. Das mutet doch schon mal richtig highendig an …

Das Signal wird zuvor jedoch bereits durch zwei proprietäre Technologien optimal auf die Verstärkung vorbereitet. Die lastadaptive LAPC-Technologie (Load Adaptive Phase Calibration) sorgt für ein optimales Matching mit der Phasen- und Impedanzcharakteristik der integrierten Lautsprecher. In einem zweiten Schritt sollen gleich drei JENO-Engines (Jitter Elimination and Noise-Shaping Optimization) den digitalen Jitter minimieren. Zudem agiert JENO auch als Restaurator für „minderwertige“ Eingangssignale, so Technics: Aufgrund der Signalkomprimierung gerade bei Bluetooth- und Internetradioquellen sowie Streamingdiensten gingen Hochfrequenzsignalanteile oft verloren. Die Signalverarbeitung der JENO Engine restauriere den beschädigten Signalinhalt über den gesamten vom Menschen hörbaren Bereich. So gebe es laut Technics weniger hörbare Detail-Verluste bei der Wiedergabe hoher Frequenzen.

Technics Ottava SC-C70 Bassreflexöffnung

Das so behandelte Signal wird dann von den erwähnten Digitalendstufen verstärkt und weitergeschickt: Und zwar an je Kanal einen 2-cm-Hochtöner mit Seidenkalotte sowie einen 8-cm-Mitteltöner, die unter der Lamellenfront an den Außenseiten des SC-C70 montiert sind, sowie an einen 12 cm durchmessenden Basstreiber mit Nitrilkautschuk-Sicke, der sich an der Bodenplatte des Gehäuses befindet. Die Sicke soll dem kleinen Langhubtreiber eine bessere Amplitudenlinearität, also eine sehr gleichmäßige Hubbewegung, bescheren. Der Tieftontreiber spielt rückwärtig auf ein Bassreflexvolumen, das über zwei verrundete Schallaustrittsöffnungen auf der Geräterückseite ventiliert wird. Das soll den Übertragungsbereich bis hinunter zu 40 Hz erweitern. Nicht schlecht!

Die Mittel-/Hochtoneinheit des SC-C70 besitzt eine von Technics so getaufte „akustische Linse“: Die vor der Hochtonkalotte montierten Lamellen mit spezieller Formgebung sitzen dabei besonders nah an der Kalotte, um die Abstrahlung in den Raum zu optimieren. Eine homogenere und detaillierte Hochfrequenzwiedergabe im Bereich zwischen 11 kHz bis zum oberen Grenzbereich von 50 kHz sei die Folge, so der Hersteller.

Abgespacet!

Und als sei all das nicht schon genug Aufwand für den guten Klang, baut Technics ein weiteres DSP-Feature ein: Die Kalibrierungssoftware Space Tune. Eine Multiband-Equalizing-Funktion, die den Frequenzgang des Technics SC-C70 optimal an seine Aufstellungsbedingungen anpassen soll. Voreingestellt sind drei Aufstellungsvarianten: Freistehend, wandnah und Eckaufstellung. Denn je näher so ein Gerät an einer oder gar zwei Wänden steht, desto kräftiger wirkt der Bassbereich – soweit, so bekannt.

Technics Ottava SC-C70 Lamellen

Der eigentliche Clou von Space Tune ist aber die präzise Anpassung des Sounds an die ganz individuelle Hörsituation. Leider ist diese Funktion nur für iOS-Geräte freigeschaltet, Android-User müssen sich (noch?) mit den drei voreingestellten Settings begnügen. Für die individuelle Einmessung müssen sich das iOS-Steuergerät samt Technics Music App und der Technics Ottava SC-C70 im selben Netzwerk befinden. Im Space-Tune-Menü startet man nun die Messung der akustischen Gegebenheiten und positioniert dazu das Steuergerät (mit dem Mikrofon in Richtung des SC-C70) in etwa dort, wo sich beim Hören üblicherweise der eigene Kopf befindet. Der Technics SC-C70 schickt daraufhin eine Abfolge von Signalen in den Raum, die von der App analysiert und mit dem Originalsignal abgeglichen werden. Daraufhin erstellt die App eine Kompensationseinstellung, die an den Technics SC-C70 gesendet wird, und der stellt sich automatisch entsprechend auf den Raum beziehungsweise die bevorzugte Hörposition ein. Klingt fast zu einfach? Funktioniert in der Realität aber tadellos!

Klangtest: Technics SC-C70

Technics Ottava SC-C70 im Höraum

Flößt bereits das wertige Äußere und das Gewicht des Technics Ottava SC-C70 von knapp acht Kilogramm ein gewisses Vertrauen ein, so räumt er spätestens nach den ersten Takten mit fetziger Musik auch meine anfänglichen Zweifel einigermaßen aus, ob er denn meinen 25 Quadratmeter großen Hörraum füllen kann. Einigermaßen? Nun ja, naturgemäß ist so ein einzelnes, von einer 40-Watt-Endstufe angetriebenes 12-Zentimeter-Basschassis auch mit ordentlicher DSP-Unterstützung nur begrenzt in Lage, wirklich viel Luft zu verschieben – doch diese Grenze haben die Technics-Ingenieure weiter verschoben, als ich es vor der Begegnung mit dem japanischen Kompaktplayer für möglich gehalten hätte. Aber der Reihe nach.

Bei mir ist der Technics SC-C70 auf der obersten, drei Zentimeter dicken MDF-Ebene meines Roterring-Racks positioniert und steht etwa 35 Zentimeter von der Rückwand entfernt. Die Stellfläche sollte wegen des direkt darauf zielenden Woofers jedenfalls möglichst wenig mitschwingen. Ein Ikea-Expedit-Möbel mit seinem stark resonierenden Material zum Beispiel würde ich daher grundsätzlich ausschließen. Ein Experiment mit einer bFly-BaseTwo Pro brachte übrigens nochmals einen kleinen, aber erwähnenswerten Fortschritt. Doch auch ohne zusätzliche Basis, die zudem fast die Hälfte des Technics SC-C70 kostet und von daher nur für Perfektionisten eine realistische Option sein dürfte, kann die Basswiedergabe des Technics-Kompaktplayers quantitativ überzeugen.

Technics Ottava SC-C70 verkabelt

Qualitativ tut sie das meines Erachtens vor allem dann, wenn man per Space Tune die bestmögliche Einstellung für den Klang gefunden hat: Ab Werk ist der Technics auf „Free“, also optimiert für eine freistehende Positionierung, eingestellt. Das wirkt in meinem 25-Quadratmeterraum untenrum doch ein wenig zu dröhnig und lässt es auch ein wenig an Definition mangeln. Die Einstellung „Wall“ verbessert diese Charakteristik etwas, während „Corner“ den Fokus eher auf den Oberbass legt und den Tiefbass (ja, den gibt’s in der Tat) schon ein wenig ausdünnt. Diese Beobachtungen sind wohlgemerkt sehr stark vom jeweiligen Hörraum abhängig, zeigen aber immerhin eine Tendenz auf.

Busta Rhymes GenesisRichtig interessant wird’s, als ich die auf meinen Hörplatz optimierte Space-Tune-Messung per Technics Music App durchführe. Sogar Busta Rhymes megabassiges „Break Your Neck“ (Album: Genesis; auf Amazon anhören) besitzt auf einmal sowas wie einen balancierten Bass – nicht schlecht. Klar, wirklich physisch spürbar klopft der Bass nie an die Magenwand – jedenfalls nicht, wenn man die Lautstärke in verzerrungsfreien Regionen belässt. Je nach Einstellung des Space-Tune-Equalizers ließe sich nichtsdestotrotz sogar auch mal eine (nicht allzu wilde) Party beschallen. Damit ist klar: Die Space-Tune-Einmessung liefert für diesen Test die bevorzugte Einstellung. Die zusätzliche manuelle Einstellung von Bass, Mitten und Höhen via App belasse ich unangetastet.

Technics Ottava SC-C70 Rückseite

Fast noch beeindruckender als Busta Rhymes‘ Bass-Wandlung ist der Einfluss von Space Tune auf den Mittel- und Hochtonbereich. In der Werkseinstellung („Free“) würde ich die Mitten als leicht belegt bezeichnen – ich habe in dieser Preisklasse aber eh noch keine All-in-One-Speaker (und auch nicht wirklich viele Komponentenanlagen) gehört, die einen wirklich hochwertigen Mittenbereich ablieferten. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist der Effekt der hörplatzoptimierten Space-Tune-Funktion des Technics Ottava SC-C70 wirklich bemerkenswert: Der Raumanpassungsalgorithmus von Technics nämlich lässt den Chor in Carl Orffs „Introduction: Fortune, Empress of the World (Nr. 1, 2)“ von Carmina Burana (Atlanta Symphony Orchestra auf Telarc) plötzlich erstaunlich gut durchhörbar auf der Bühne stehen. Erwartet habe ich die gebotene Transparenz bei einem solchen Gerät nicht wirklich – und schon gar nicht gerechnet habe ich mit der räumlichen Tiefe, die sich hinter dem Technics SC-C70 auftut: Chor und Schlagwerk des Orchesters stehen eindeutig hinter der Schallquelle. Okay, die Bühne ist im Vergleich zu größeren, mehrteiligen Stereoanlagen recht kompakt, doch je nach Aufnahme kann bei geschlossenen Augen manchmal sogar der Eindruck aufkommen, dass der Raum zwischen meinen beiden für diesen Test in den temporären Ruhestand geschickten, knapp zwei Meter auseinander stehenden Lansche Audio 3.1 SE ganz gut ausgefüllt wird.

Und wenn dann ganz hinten die große Pauke – ziemlich erstaunlich angesichts der kompakten Ausmaße des Technics SC-C70 – machtvoll und tief schlägt, kommt tatsächlich so etwas wie Live-Feeling auf. Zur Einordnung: Nein, wir sprechen hier nicht von der physisch wahrnehmbaren Durchschlagskraft oder Bühnenstaffelung, die mit einer guten klassischen Komponentenanlage aus CD-Player, Verstärker und zwei separaten Lautsprechern im Über-1000-Euro-Bereich möglich ist. Das können Einzelkomponenten und voluminöse Lautsprecher auf einer sinnvoll breiten Stereobasis häufig besser. Doch die qualitative Annäherung des Technics SC-C70 an ein solches traditionelles, raumgreifendes und die Wohnraumeinrichtung auf jeden Fall stärker dominierendes Setting in den genannten Disziplinen ist aller Ehren wert und durchaus bemerkenswert.

Technics Ottava SC-C70 Bedienfeld

Es gibt aber auch Bereiche, in denen der Technics SC-C70 selbst den klassischen Systemen zumindest Paroli bieten kann: So bewegt sich zum einen die Qualität der Hochtonwiedergabe und -auflösung auf Augenhöhe mit so manchen deutlich teureren Einzelbaustein-Systemen. Zum anderen überrascht der Technics mit einer sich von den Lautsprechern schön ablösenden Bühnenillusion beziehungsweise mit einer sich weit vom Gerät entfernten Lokalisierung von Instrumenten.

Yello ToySelbst bei höheren Lautstärken bewahren die beiden Seidenkalotten des Technics Ottava SC-C70 die Contenance und geben die durchaus schneidigen Hochtonimpulse und Schlagzeugbecken auf Yellos Album Toy (auf Amazon anhören) ungestresst und fein aufgelöst wieder – auch mal deutlich rechts oder links vom Gerät, und mit einem Sinn für die laterale Höhe des Schallgeschehens. Bei „Kiss the Flame“ oder „Dialectical Kid“ zum Beispiel erlaubt es mir der kompakte Japaner spielerisch leicht die in einem beeindruckend weiten Raum herumschwirrenden und feindynamisch anspruchsvollen Synthesizer-Eskapaden von Mastermind Boris Blank nachzuvollziehen. Und im abschließenden „Frautonium“ zeigen die Hochtöner das dynamische, wellenförmige An- und Abschwellen des analogen Synthies klar und in realistischer räumlicher Größenordnung auf.

Technics Ottava SC-C70 mit CD

Test: Technics SC-C70 | Streaming-Kompaktanlage

  1. 1 Toyboy oder Tonmeister?
  2. 2 Klangtest: Technics SC-C70
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