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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Distinguiert natürlich
  2. 2 Métronome DSS 2: Hörtest und Vergleiche

fairaudio's favourite AwardTik-Tok … Nein, dieses Metronom hat nichts mit Social Media zu tun. Hier geht es nicht um schnell gelieferte Oberflächlichkeiten mit der Halbwertszeit eines Instant-Videos. Ganz im Gegenteil. Die Streaming Bridge Métronome DSS 2 (4.590 Euro | Vertrieb: https://h-e-a-r.de/) setzt auf visuelles Understatement und Ausstattungs-Minimalismus. Sie will ihre Hörer vor allem akustisch – und das langfristig – zufriedenstellen. Ob und wie gut ihr das gelingt, klären wir in diesem Testbericht.

Der Name der französischen High-End-Manufaktur Métronome spricht für sich. Hier geht es um Präzision: Links und rechts – eins und null. Ja, wir haben es mit einem ausgewiesenen Digitalspezialisten zu tun, und zwar einem, der sich in preislich ambitionierten Gefilden tummelt. Die kompakte Streaming-Bridge DSS 2 stellt mit 4.590 Euro den Einstieg in die Welt von Métronome dar, während der im selben Designstil gehaltene, allerdings größer bauende sowie DAC und Vorstufe beinhaltende Netzwerkplayer DSC für 25.900 Euro das andere Ende des Métronomschen Spektrums markiert.

Die Métronome DSS 2 aus der Froschperspektive

Als Streaming Bridge konzentriert sich die Métronome DSS 2 allein auf den Transport von Musikdaten – und kommt entsprechend ohne integrierten DAC

Klarer Fokus – die Schnittstellen

Als reiner Streaming Transport besitzt der Métronome DSS 2 keinen integrierten DAC. Dementsprechend überschaubar fällt die Bestückung mit Anschlüssen aus: Der DSS2 verfügt eingangsseitig über WLAN sowie eine Ethernet-Buchse für die Plug-and-Play-Verbindung mit dem lokalen Netzwerk sowie eine USB-A-Schnittstelle zum Anschluss eines externen Speichermediums, also einer USB-Festplatte oder eines USB-Sticks. Der DSS2 kann PCM-Musikdaten bis zu einer maximalen Auflösung von 384 kHz und 32 Bit oder DSD bis hoch zur 256fachen Datenrate auslesen. Auch beim Anschluss an einen D/A-Wandler macht‘s die Streaming Bridge DSS 2 ihrem Eigner einfach und bietet hierzu lediglich RCA, XLR (AES/EBU) und einen I2S-fähigen HDMI-Port. Auf einen USB-Digitalausgang verzichten die Franzosen dagegen.

Bei I2S werden Audiodaten und Taktinformationen getrennt übertragen, womit für die Masterclock eine eigene Leitung zur Verfügung steht. Darüber hinaus vollzieht sich die Datenübertragung ausschließlich unidirektional. I2S gilt daher vielen als die klanglich überlegene Anschlussvariante mit geringerer Jitter-Anfälligkeit. Das Problematische an I2S ist der fehlende einheitliche Standard für die Steckverbindung. Die Métronome DSS 2 nutzt für das Format HDMI, da diese Verbindung, so der Hersteller, „für diesen Einsatz ausgezeichnete elektrische Eigenschaften“ mitbringe.

Die Rückseite der Métronome DSS 2 mit I2S-Ausgang und S/PDIF-Schnittstellen

Auch das rückseitige Anschlussfeld ist auf Purismus getrimmt: Der I2S-Ausgang in Form einer HDMI-Buchse (rechts unten) zeugt davon, dass es die Franzosen mit der Klangoptimierung ernst meinen

Der I2S-Ausgang gibt Daten mit bis zu 384 kHz/32 Bit und DSD256 aus. Die beiden S/PDIF-Ausgänge (Koax und AES/EBU) liegen mit 384 kHz/32 Bit, aber „nur“ DSD128 fast gleichauf, obwohl der Standard eigentlich bei 192 kHz/24 Bit begrenzt ist. Métronome bemerkt dazu: „Alle unsere Geräte unterstützen seit 2021 diese Datenrate ebenfalls über S/PDIF und sind auch mit allen Geräten anderer Hersteller, die diese Abtastratenfähigkeiten aufweisen, verknüpfbar.“

Dank DLNA-und-UPnP kann der Métronome-DSS-2-Streamer auch die im lokalen Netzwerk gespeicherte Musik mithilfe jeder kompatiblen Apple- oder Android-App abspielen.

Maximal minimal – das Design

Das solide Stahlgehäuse der Métronome DSS 2 (der abmontierte Deckel lässt sich nicht biegen) ruht auf lediglich drei durch eingelassene Gummiringe minimalentkoppelten Füßen. Die Frontplatte hat Métronome in einem für die „Digital Sharing“-Serie charakteristischen „Monolithmuster“ aus Aluminium gefräst. Die gesamte Verarbeitung ist makellos, auch im Inneren. Da stehen die perfekt montierten Kondensatoren-Gruppen kerzengerade – ein Traum für Ordnungsfetischisten.

Der Métronome DSS 2 von innen

Der Métronome DSS 2 von innen

Eins fällt beim ersten Anblick von außen sofort ins Auge – oder eben nicht: Die Métronome DSS 2 besitzt kein Display. Eine Streaming Bridge braucht das sowieso nicht, finde ich. Klar sieht es nett aus, wenn da ein Vollfarb-HD-Bildschirm bunte Bildchen anzeigt – aber mal unter uns: Sehen Sie das aus drei oder vier Meter Entfernung noch genau, und kann man diese Kosten nicht einsparen und stattdessen in den Klang stecken? Mal ganz abgesehen von potenziellen Störungen des Signals durch das Display beziehungsweise dem Aufwand, diese zu vermeiden … Wie dem auch sei, weder der gerade von Kollege Ralph Werner getestete Innuos Pulsar (5.490 Euro) noch mein Waversa Wstreamer (1.000 Euro) besitzen ein Display. Letzterer kommt sogar ohne die Aktivitätsanzeige der beiden größeren Bridges aus. Die DSS 2 lässt im eingeschalteten Zustand eine LED mit der ikonischen Form des Ein/Aus-Zeichens blinken (wenn er vom Netzwerk getrennt ist) beziehungsweise dauerhaft leuchten, sobald eine Netzwerkverbindung besteht.

Klangfördernde Technik

Der On/Off-Taster der Métronome DSS 2

Der On/Off-LED der Métronome DSS 2 leuchtet dauerhaft, sobald eine Netzwerkverbindung besteht, ansonsten ist an der französischen Streaming Bridge kein weiteres Lämpchen oder Display vorhanden

Was gibt es bei einer Streaming Bridge grundsätzlich über die Technik zu sagen? Nun ja, auf jeden Fall will man gerade auch bei Digitalgeräten dafür sorgen, dass der Strom maximal stabil und sauber Einzug in die Schaltkreise hält. Da Métronome sich hier ebenfalls mit konkreten Aussagen zurückhält, sehen wir mal im Inneren nach und entdecken einen (für ein reines Quellgerät) ordentlich dimensionierten Ringkerntrafo und vor allem jede Menge Kondensatoren. Diese sprechen ebenso dafür, dass man besonders hohen Wert auf eine unerschütterlich stabile und gesiebte Stromversorgung legt.

Dann wäre da der Takt, und zwar intern wie nach außen hin zum D/A-Wandler. Die französische „Wall of Silence“ bricht hier zumindest ein wenig auf, immerhin lässt man verlauten, dass „… die DSS 2 eine Art Resynchronisierung der I2S-Signale auf der Streaming-Karte durchführt, bevor sie diese an ihre digitalen Ausgänge weiterleitet.“

Die Inbetriebnahme des Métronome DSS 2

Die App-Steuerung des Métronome DSS 2

Die Netzwerkeinbindung und App-Steuerung des Métronome DSS 2 gerät problemlos

Die Installation fällt einfach aus – vor allem, wenn man das Gerät über LAN anschließt. Dann taucht der Métronome DSS 2 nämlich einfach in der jeweiligen Streaming-App auf, die man soeben nutzt. Apple Musik, Roon (nach Aktivierung im Audio-Menü) und Qobuz erkennen den Métronome sofort als Endpoint – voilà! Wer die Streaming-Bridge per WLAN betreiben und auch so einrichten möchte, weil es eventuell keine praktikable physische Verbindungsmöglichkeit gibt, ist auf die App mcontrol (nicht mconnect!) von Conversdigital angewiesen, die im Apple AppStore und Google PlayStore erhältlich ist. Aber auch das funktioniert mit der aktuellsten Version der in deutsch verfassten und umfassend erklärenden Bedienungsanleitung problemlos.

Métronome DSS 2: Hörtest und Vergleiche

Jeder, der sich ein wenig näher mit dem Thema „digitale Wiedergabekette“ beschäftigt hat, dürfte wissen, dass eine Streaming Bridge einen vergleichsweise geringen Einfluss auf den Gesamtklang hat. Aber eben nicht „keinen“. Und, kleiner Spoiler vorab, mit Lösungen wie der Métronome DSS 2 wird ziemlich schnell klar, dass selbst subtilere Klangdifferenzen einen großen Erlebnisunterschied machen können und dass „relativ“ selbst relativ ist.

Der Métronome DSS 2 mit SACD- und Netzwerkplayer Technics SL-G700 und Vollverstärker Audio Hungary X200

Der Métronome DSS 2 mit SACD- und Netzwerkplayer Technics SL-G700 und Vollverstärker Audio Hungary X200

Die Test-Setups

Ich habe den Métronome-Streamer in zwei Test-Setups gehört und mit drei recht unterschiedlichen Geräten direkt verglichen. Zwei davon – der SACD- und Netzwerkplayer Technics SL-G700 (2.500 Euro) und die erwähnte Streaming Bridge Waversa Wstreamer mit dem optionalen Linearnetzteil Waversa WLPS/LP (500 Euro) – liegen preislich oder konzeptionell etwas weiter weg von der Métronome-Bridge. Nummer drei, der bereits erwähnte Innuos Pulsar (5.500 Euro), durfte sich nach dem Test bei Ralph Werner für einige Tage mit dem Métronome DSS 2 in meiner heimischen Kette messen.

Im Reich des Geschmacks? Eine erste generelle Einordnung

Dieser Vergleich erweist sich als ungemein interessant, denn der Preisunterschied nimmt mitnichten einen Ausgang zugunsten des Portugiesen vorweg. Vielmehr bedienen die beiden Geräte im Rahmen der subtilen Unterschiede verschiedene Klanggeschmäcker. Zwar wird ein Vergleich erschwert, weil der Innuos nur einen USB-Ausgang bereithält, während der Métronome DSS 2 diesen ja gerade weglässt. Zudem führen unterschiedliche Anschlussformate und mithin Kabel (USB-Kabel Supra Cables Sword Excalibur USB, um 160 Euro, vs. Koaxialkabel Graditech Kide Digital, um 600 Euro) zu gewissen Unwägbarkeiten und Freiheitsgraden. Beides kann ich jedoch durch den Vergleich beider Signalpfade am Waversa Wstreamer, der mit USB- und Koax-Ausgang ausgestattet ist, teilweise extrapolieren – und am Ende ist die abweichende Ausstattung nun mal ein Fakt, der den Klang schlichtweg mitprägt und keine Wahlfreiheiten lässt.

Der Métronome DSS 2 in Schwarz und in Silber

Den Métronome DSS 2 gibt es auch in Schwarz

Etwas deutlicher sind die Klangunterschiede gegenüber den Vertretern von Technics und Waversa. Mein Technics SL-G700 ist in meinen Augen und abgesehen von seinem Mark-2-Nachfolger (3.000 Euro) ein relativ konkurrenzloser Alleskönner mit dem typischen Technics-Familienklang: Zackig, hochauflösend, tonal eher schlank, allzeit auf Korrektheit bedacht. Der Waversa Wstreamer zielt mit leicht abgedunkelten höchsten Frequenzen und eher verrundeten Impulsen auf Genusshörer, denen Mikro-Details in der Gesamtschau nicht ganz so wichtig sind. Beide fallen recht klar hinter die ungleich teureren Streaming Bridges von Métronome und Innuos zurück, die objektiv neutraler, wesentlich freier und detailreicher spielen sowie Bühnen mit einer klarer geordneten Staffelung und zudem größer projizieren.

Der Bass

Hanne Boel OuttakesDie Métronome DSS 2 gibt sich über alles betrachtet als tonal unbestechliche Instanz. Ich kann weder eine Tendenz zur wärmenden Fülle noch zur schlanken Helligkeit wahrnehmen. Die elektronischen Bässe in „Black Shoes“ von Felix Laband (Album: Dark Days Exit) wirken fast schon gespenstisch organisch, strukturiert und bis in die untersten Frequenzen linear. Sie besitzen genau die richtige Dosis an Druck und Straffheit, während mein Wstreamer sie ungelenker und vergleichsweise undifferenziert rüberbringt. Der Innuos Pulsar geht zwar in puncto Agilität und Struktur mit der Métronome DSS 2 mit, fügt aber ein Jota an wärmendem Schmelz hinzu – das gefällt, ist aber meines Erachtens nicht ganz so ehrlich. Der Technics SL-G700, der in meinem zweiten Setup mit dem Vollverstärker Audio Hungary X200 (5.400 Euro) und den Lautsprechern Divine Acoustics Bellatrix (9.000 Euro) auch die Wandlung der von der DSS 2 gelieferten Signale verantwortet, lässt es in „After Midnight“ von Hanne Boel (Album: Outtakes) ein wenig an Druck beim E-Bass und sattem „Oomph“ der Kickdrum missen. Bei diesem Stück liefert abermals die Métronome DSS 2 die ausgewogenste Mischung aus Impulsivität und Druck im Tiefton. Der Innuos Pulsar malt etwas sattere Klangfarben und wirkt einen Hauch gefälliger. Der Wstreamer muss sich auch hier mit seiner vergleichsweise flachen Impulsattacke geschlagen geben.

Der Métronome DSS 2 im Sonnenlicht

Distinguierter Naturbursche – der Métronome DSS 2

Hochton, Mittelton und Auflösung

In Sachen Auflösung – vor allem im Hochton – wird’s richtig interessant. Während sich die beiden teureren Geräte bei der Über-alles-Tonalität noch weitestgehend auf Augenhöhe gegenüberstehen und schlicht andere Geschmäcker bedienen, zieht die Métronome DSS 2 dem Pulsar im Hochton qualitativ davon, spielt schlichtweg ein wenig offener, freier und detailreicher. Und das wie gesagt ohne tonale Betonung obenrum. Auf den beileibe nicht schlecht auflösenden Technics SL-G700 schaut die Métronome DSS 2 fast schon mitleidig – und deklassiert den Waversa Wstreamer geradezu.

Was die französische Streaming Bridge an Details aus dem Signal zaubert, ohne auch nur einen Tick hell, überpräsent oder nervig zu klingen, ist schlicht und ergreifend phänomenal und gehört auf meiner persönlichen Bestenliste so ziemlich ganz nach oben hin. Dabei geht es nicht nur um die schiere Menge an Information, die die DSS 2 bei Tracks wie „Bubbles“ und „Timbres“ von Yosi Horikawa extrahiert, sondern auch um das „wie“. Nämlich klar definiert und mit der nötigen Kantigkeit und Schärfe, wo es nötig ist, schwebend duftig und extrem fein texturiert, wo eben nicht.

Der Métronome DSS 2 im Hörraum - im Hintergrund die Divine Acoustics Bellatrix

Der Métronome DSS 2 im Hörraum – im Hintergrund die Divine Acoustics Bellatrix

Einfach gesagt: Die Métronome DSS 2 zeichnet den Hochton maximal selbstverständlich und gänzlich unstressig. Diese hohe Auflösung und unlimitierte Offenheit der DSS 2 hat – ich betone das nochmals – nichts mit einer Überhöhung des Hochtons zu tun. Der französische Streaming Transport spielt einfach nur extrem detailliert und frei, so dass es selbst im Kontext mit etwas heller abgestimmten Ketten jederzeit stressfrei und sauber klingen sollte.

Annette Askvik LibertyDiese Offenheit zieht sich bis in den Mittelton hinein: So klar und in jeder Hinsicht – artikulatorisch wie dynamisch – definiert habe ich die Stimme von Annette Askvik und das Saxophon in „Liberty“ vom gleichnamigen Album selten gehört. Und in meiner Kette noch nie. Wohlgemerkt, und auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Bei aller hier niedergeschriebenen Euphorie sind das keine himmelweiten, sondern feine hörbare Unterschiede. Doch die können – auf derart hohem Niveau, wo es um jede Nuance geht – nun mal einen entscheidenden Einfluss auf das Gesamterlebnis haben.

Auch die Stimmen von Jacintha in „Danny Boy“ vom Album Here’s to Ben oder Jarvis Cocker auf den genialen Tracks des Albums Room 29 oder Brendan Perry in „This Boy“ (Album: Ark) geraten perfekt balanciert. Vor allem aber besitzen sie das ihnen jeweils ganz eigene Timbre und weisen eine sehr hohe Transparenz mit beeindruckender Unmittelbarkeit auf.

Das Markenlogo am Métronome DSS 2

Youn Sun Nah Same GirlDass die Métronome DSS 2 Klangfarben kann, macht sie in „My Favorite Things“ in der Version von Youn Sun Nah (Album: Same Girl) mehr als deutlich: Die französische Streaming Bridge lässt die Obertöne der Percussion von Xavier Desandre-Navarre derart schweben, strahlen, glühen, dass es eine Freude ist. Selten hört man den Charakter eines Percussioninstruments so deutlich und natürlich, wirkt das Obertonspektrum so leicht und offen – da liegt keine dicke Ölfarbschicht drüber, die Subtilität mit plumper Schwere erstickt.

Transienten und Dynamik

Mit der Auflösungsfähigkeit einher geht eine geradezu unglaubliche Impulsschnelligkeit und -präzision. Das gilt für jeden Frequenzbereich, ganz besonders jedoch für den Hochton. Die oben genannten Elektro-Tracks von Yosi Horikawa gehen in dieser Sache als optimales Anschauungsmaterial durch – da flirrt, knarzt, funkelt und strahlt es außerordentlich. Eine Bekannte, die professionell elektronische Musik produziert und abmischt, kam bei einem Besuch aus dem Staunen gar nicht mehr raus: „Amazing, that’s incredible!“.

Die drei Outputs des Métronome DSS

Die drei Outputs des Métronome DSS – gehört wurde über I2S

Im Mittelton liefert die Métronome-Streaming-Bridge bei Marian Hills „Differently“ eine vergleichbar unmittelbare Schnelligkeit und Präsenz der Synthesizer-Attacken, ohne dabei den Druck des Signals zu vernachlässigen. Einige Geräte tendieren ja dazu, das eine zu vernachlässigen, um das jeweils andere (psychoakustisch) prominenter in den Vordergrund zu stellen – statt die eigentliche Eigenschaft besser zu machen.

Da Auflösung und Speed des Métronome DSS 2 mit auf dem höchsten mir in dieser Preisklasse bekannten Niveau liegen, verwundert es nicht, dass der Streamer auch feine Dynamikabstufungen – wie etwa des Pianos von Chilly Gonzales und der Stimme von Jarvis Cocker auf Room 29 – mit ebenso vorbildlicher Deutlichkeit wie dennoch lässiger Selbstverständlichkeit nachbilden kann.

Grobdynamisch widerstehen die Métronome-Entwickler der Versuchung, dem DSS-2-Streamer körperliche Wucht über wohlfeile Quantität im Bass zu verleihen, sondern gehen den beschwerlicheren Weg: Nämlich den, eine neutrale Basswiedergabe mit einer maximal zackigen Attack zu kombinieren. Entsprechend liefert der Innuos eine im ersten Moment wuchtiger erscheinende Bassdrum in „This Boy“ ab, während der Métronome einen Ticken zurückhaltender anmutet.

Der Métronome DSS von oben fotografiert

Ist das schlechter? Ich weiß es nicht – zumindest mit meinen hubraumstarken ATC SCM50PSL (15.500 Euro) gefällt mir der distinguierte Ansatz des DSS 2 besser. Menschen mit bassschwächeren Lautsprechern mögen den Pulsar bevorzugen. Einen objektiven Vorteil erzielt der Streaming Transport von Métronome jedoch, wenn es um krasse Pegelsprünge im Mittel- und Hochton geht, seien es die von Stimmen oder Blasinstrumenten. Die jagt der Franzose mit einem solchen Karacho in die weiterführenden Signalpfade und Treiber, dass ich kaum genug davon kriegen kann. Wir rufen uns zum wiederholten Male in Erinnerung, dass diese Unterschiede nicht so groß sind wie bei Verstärkern oder gar Lautsprechern und wahrscheinlich oft erst nach längerer unterschwelliger Reifezeit ins Bewusstsein treten dürften. Dennoch: Das ist schon beeindruckend und wichtig für die intensivere emotionale Bindung mit der Musik.

Raum und Projektion

Nun zum dritten Überraschungs-Hammer, den die Streaming Bridge Métronome DSS 2 schwingt – nach dem Auflösungsvermögen und der Impuls-/Transientenwiedergabe.

Raum. Okay, er beginnt eher auf der Lautsprecherebene und öffnet sich auch im Gegensatz zum Innuos Pulsar so gut wie gar nicht nach vorne zum Hörer hin. Muss er auch nicht, da die DSS 2 über die pure Qualität – die Offenheit des Klangbilds und die Masse an Details – involviert.

Der Métronome DSS vor blauem Himmel

Klanglich eine klare Sache – der Streaming Transport Métronome DSS

Dafür bildet die Métronome DSS 2 das Ausklingen der Glöckchen in „Black Shoes“ von Felix Laband bis weit in die Tiefe des Raumes hinter den Lautsprechern ab. Die Bewegung des artifiziellen Klangs durch den Raum zeichnet die DSS 2 enorm bruchlos und natürlich nach – ich kann die feinen Klangschnippselchen auf ihrem Weg quasi vor meinem inneren Auge kleiner und blasser werden „sehen“.

Die Abbildung von Stimmen und Instrumenten gerät enorm greifbar und dreidimensional. Diana Krall wird in „Temptation“ ebenso freigestellt und umrissscharf auf die Bühne platziert wie die messerscharf voneinander abgegrenzten Instrumente der Begleitband. Wow!

In der Horizontalen weitet sich die Bühne im Vergleich zum Waversa Wstreamer – und zwar in etwa auf das Niveau des Innuos Pulsar. Letzterer dringt allerdings nicht ganz so tief in den die Raum vor wie die Métronome DSS 2 – und staffelt auf kleinstem Raum nicht ganz so präzise, betont eher das harmonische Ganze.

Der linke Bereich der Front des Métronome DSS 2

Wiederum bietet „Black Shoes“ das perfekte Anschauungsmaterial: Zu Beginn des hinteren Drittels des Tracks platziert der südafrikanische Klangzauberer einige raschelnd-rasselnde, crispe Synthiesounds abwechselnd links und rechts, jeweils ganz weit außen und recht weit unten. Der Innuos scheint mir das Rascheln etwas flüssiger darzustellen – es klingt eher nach plätscherndem Wasser – und illusioniert eine nicht ganz so große Distanz zwischen dem vorderen und hinteren Rascheln auf der linken Seite. Mit der französischen Streaming Bridge vermeine ich eher ein feines Granulat rasseln zu hören und dabei jedem einzelnen „Korn“ Aufmerksamkeit schenken zu können. Auch stellt die DSS 2 das „hintere“ Rascheln klarer in den Hintergrund.

Billboard
Input Audio

Test: Métronome DSS 2 | Streaming-Bridge

  1. 1 Distinguiert natürlich
  2. 2 Métronome DSS 2: Hörtest und Vergleiche

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