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Klang Triangle Signature Delta (Teil 1)

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Klang Triangle Signature Delta (Teil 1)

Normalerweise schreibe ich nichts zum Einspielprozess von Lautsprechern. Bei den allermeisten modernen Modellen ist es nach meiner Erfahrung so, dass sie schon nach kurzer Zeit im Betrieb im Wesentlichen eingespielt sind und sich dann auch nicht mehr viel verändern. Bei den Triangle Signature Deltas war das anders. Frisch ausgepackt, spielten sie bereits durchaus angenehm und ausgewogen, aber auch etwas bedeckt, fast ein bisschen zurückhaltend. Importeur Jürgen Reichmann hatte im Vorfeld mitgeteilt, bei der Signature Delta würden die Chassis nicht alle gleichzeitig, sondern in einer bestimmten Reihenfolge Triangle Signature Delta„kommen“ – erst der Hochtöner, dann der Bass und zum Schluss der Mitteltöner. In der Phase, in der zunächst der Hochtöner da sei, würden die Lautsprecher etwas nervig klingen, ich solle bitte nicht vorschnell in meinem Urteil sein. Also ließ ich die Lautsprecher nach dem Aufbauen einfach mal laufen, ohne näher hinzuhören.

Bei Hochton und Bass hatte ich dann nach ein paar Tagen den Eindruck, dass alles in Ordnung sei, aber beim Mitteltöner kam noch nicht die rechte Freude auf; er spielte zurückhaltender, als ich das nach früheren Erfahrungen mit Triangle-Lautsprechern erwartete. Das änderte sich auch nach weiterer Einspielzeit nicht. Des Rätsels Lösung? Ich höre offensichtlich zu leise. Irgendwann war ich die Einspielerei nämlich leid und habe die Triangles drei Tage den ganzen Tag mit dem CD-Player auf Repeat durchgeprügelt, während ich im Büro war, mit Lautstärken, die ich im Normalbetrieb nie erreiche. Das half. Der Mitteltöner legte deutlich zu, besonders in der Feindynamik und in den Klangfarben. Ich spekuliere mal, dass dies an der Papier-Sicke des Mitteltöners liegt, die möglicherweise tatsächlich mehr Einspielzeit und -lautstärke braucht als eine übliche Gummisicke. Wenn Sie also mal irgendwo eine Signature Delta hören, die nervig, unausgewogen, nicht ausreichend detailliert oder – Gott bewahre – gar ein bisschen müde klingt, erkundigen Sie sich nach der Einspielzeit. Denn im „fertigen“ Zustand treffen all diese Attribute auf die Triangles definitiv nicht mehr zu, im Gegenteil.

Triangle Signature Delta, von oben betrachtet
Triangle Signature Delta, von oben betrachtet

Zuletzt habe ich für fairaudio die Neat Elite SX1 und die AudioSolutions Euphony 140 besprochen. Was bekommt man bei einem Lautsprecher für ungefähr das doppelte Geld mehr als bei diesen sehr guten Boxen? Zuallererst einmal, ganz praktisch, ein Mehr an Membranfläche. Dieses Mehr bringt meiner Erfahrung nach eine größere Selbstverständlichkeit in der Ankopplung an den Raum. Es klingt weniger nach Konserve und natürlicher. Einen gehörigen Anteil hat daran der Mitteltöner mit seiner – für ein Mitteltonchassis ungewöhnlich großen – 185-mm-Membran. Aber auch die beiden ebenso großen Basschassis regen die Luft einfach anders an, als dies kleine Membranen vermögen, unabhängig von der Lautstärke. Apropos – was man gegenüber den kleinen und feinen Lautsprechern ebenfalls gewinnt, ist eine erheblich höhere Maximallautstärke. Man kann viel lauter hören, Triangle Signature Delta, Rückseitebevor es lästig wird. Mit der Signature Delta lässt sich problemlos auch eine Party beschallen.

Die Triangle Signature Delta ist ein Lautsprecher, bei dem das Entwicklerteam offensichtlich ganz konkrete Vorstellungen hatte, was es erreichen wollte, und diese Vorstellungen auch konsequent umsetzen konnte. Man muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, dann bekommt man ein wirklich hervorragendes klangliches Ergebnis. Zu diesen Voraussetzungen gehört ein gewisser Hörabstand. Zweieinhalb, besser drei Meter müssen es sein, sonst klingt’s schlicht falsch, nämlich nasal verfärbt (dürfte mit der vertikalen Abstrahlung bei Hoch- und Mitteltöner zu tun haben). Nach oben ist man offen; die Maximaldistanz, die ich ausprobieren konnte, waren sieben Meter, die waren keinerlei Problem. Was den Abstand zur Rückwand angeht, ist man sehr flexibel, ich habe mich letztlich für einen knappen halben Meter entschieden. Die Lautsprecher sollten ziemlich auf den Hörer ausgerichtet sein. In meinem Raum habe ich gute Ergebnisse erzielt, wenn sich die Hochtonachsen kurz vor meinem Hörplatz kreuzten.

Außerdem glaube ich, dass das Entwicklerteam eine konkrete Vorstellung von den Räumen hatte, in denen die Signature Delta landet: großzügige, modern eingerichtete Wohnungen mit eher geringer Schallabsorption in Mitten und Höhen. Neben dem Hörabstand spricht dafür auch die Auslegung des Hochtöners, der mit seinem Horn dafür sorgt, dass sich der Schall nicht so breit verteilt, wie dies bei vielen Kalottenhochtönern der Triangle Signature DeltaFall ist, sondern die Höhen mit etwas stärkerer Richtwirkung abstrahlt. Das vermindert Schallreflektionen an den Seitenwänden, man hört trotz des Hörabstands viel Direktschall.

Letzte Voraussetzung für optimalen Signature-Delta-Genuss ist ein bisschen Lautstärke. Die Chassis sind zwar (nach dem Einspielen) auch bei sehr geringen Lautstärken schon spielfreudig und detailreich, die tonale Balance stimmt aber noch besser, wenn gute Zimmerlautstärke erreicht wird, darunter klingt es tonal etwas mager – was, bitteschön, kein Fehler des Lautsprechers, sondern eine Folge der unterschiedlichen Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs je nach Frequenz und Lautstärke ist. Auch das passt mit der Auslegung auf größere Wohnungen und Hörabstände zusammen. Ein sehr stimmiges Konzept.

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, beschert die Triangle Signature Delta absolute High-End-Erlebnisse: Man hört tief in Aufnahmen hinein, Musiker stehen frei und körperhaft auf einer breiten und tiefen Bühne. Nuancen der Interpretation werden auf dem Silbertablett serviert – Fein- und Grobdynamik sind geradezu vorbildlich …

Test: Triangle Siganture Delta | Standlautsprecher

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