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Technik Naim ND5 XS

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Technik Naim ND5 XS

„Black Box“ darf man bei Naim natürlich wörtlich nehmen, sind deren Geräte doch allesamt in Schwarz gehalten – zusammen mit den grünen Displays und dem Logo ergibt dies dann das sehr charakteristische Aussehen, da ist der ND5 XS keine Ausnahme.

Naim-Logo

Die Briten sagen, ihr kleiner Streamer sei technisch eine nur wenig abgespeckte Version des NDX. Dergleichen hat man schon öfter gehört – woran wird genau gespart, um einen um 1.800 Euro schlankeren Einstandspreis zu erreichen? Herr Kunzler vom deutschen Naim-Vertrieb Music Line führt Folgendes an:

  • Im ND5 XS steckt ein kleinerer Trafo als im NDX.
  • Während in den Analogschaltkreisen des ND5 XS Widerstände in SMD-Form verwandt werden, kommen beim NDX hochwertigere Modelle zum Einsatz, die im klassischen Durchsteckverfahren auf die Platine montiert wurden, was auch die Mikrofonieanfälligkeit verringern helfen soll. Interessant: Bei Themen wie HF-Eigenschaften oder Minimierung von Induktivität sehen andere wieder Vorteile bei der SMD-Technik.
  • Ähnliches gilt für die Kondensatoren – beim ND5 XS sind’s wiederum überwiegend SMD-Typen.
  • Für die Filterung werden beim NDX hochwertigere OP-Amps verwendet.
  • Die Analogausgänge (DIN und Cinch) sitzen beim ND5 XS direkt auf der Platine, beim NDX werden sie zwecks Mikrofoniereduzierung entkoppelt.
  • Der ND5 XS steckt natürlich auch in einem anderen, sprich: schlankeren Gehäuse.

In Relation zum ersparten Geld scheint das tatsächlich nicht sooo viel zu sein.

Der Netzwerkplayer ND5 XS kann nicht nur via LAN und WLAN Musikdaten streamen – Naim empfiehlt die kabelgebundene Variante, da der Datentransport so zuverlässiger ausfalle –, er kann auch Apples „i“-Produkte und auf USB-Sticks lagernde Musikdaten digital auslesen, dies geschieht über die frontseitige USB-Buchse, und zudem stehen rückseitig drei S/PDIF-Digitaleingänge zur Verfügung (Toslink, Cinch und BNC). Als D/A-Wandler lässt er sich also auch einsetzten. Das analoge Signal verlässt das Gerät über ein Cinchdoppel beziehungsweise die Naim-typische DIN-Buchse.

Naim ND5 XS - Rückseite

Egal von welchem Eingang die Daten kommen (USB, LAN, WLAN, S/PDIF), der ND5 XS speichert sie zunächst zwischen und vom RAM-Buffer werden sie dann wieder „ausgetaktet“. Hierfür stehen der Masterclock zehn Fixfrequenzen zur Verfügung, wobei natürlich die Samplingfrequenz ausgewählt wird, mit der der Datenstrom am Eingang ankommt. Naim möchte sich so vom Input-Jitter entkoppeln – denn nur, wenn die eingehende Samplingfrequenz mit keiner der zehn Fixfrequenzen übereinstimmt, wird die Zeitinformation des Eingangs zum „Master“ – sprich: die in den Eingangsdaten steckende Samplingfrequenz wird qua PLL-Regelschleife (fortlaufend) rekonstruiert und verwendet. Ansonsten wird sie quasi nur ausgelesen, um die entsprechende interne Uhr zu wählen, die dann in Folge genauer und zuverlässiger „ticken“ soll als der immer gewissen Schwankungen unterliegende Dateninput. Dies ist die gleiche Technik wie beim Naim DAC.

Naim ND5 XS - Innenansicht

Wo wir beim Stichwort „Daten“ sind: Der Naim ND5 XS schluckt alle gängigen Formate (WAV, AIFF, FLAC, Apple Lossless, AAC, MP3, M4A, Ogg Vorbis, WMA 9), und das für die drei zuerst genannten mit einer Rate von bis zu 24 Bit/192 kHz. Highres-fähig ist er also.

Um die analogen Schaltungen vom Digitalpart zu entkoppeln und Rauschen zu verringern, wird an einigen Stellen mittels Optokoppler galvanisch getrennt – so zum Beispiel zwischen der Dateninput-Abteilung und dem DSP-Chip, auf welchem mittels Naim-eigener Software Oversampling und Digitalfilterung betrieben wird, sowie zwischen diesem und der Masterclock und dem eigentlichen Wandler, einem Burr-Brown PCM 1791.

Ringkerntrafo des Naim ND5 XS

Einem ähnlichen Ziel geht die getrennt ausgeführte Spannungsversorgung für die unterschiedlichen Funktionsgruppen der Schaltung nach. Der Ringkerntrafo besitzt vier Abgriffe, je einen für den DSP-Part, die Masterclock plus DAC-Chip, die Analogsektion und die Steuerfunktionen des Streamers inklusive des Displays. Wem das nicht reicht: Optional stehen externe Netzteile als Upgrademöglichkeit zur Verfügung – eine Tradition bei Naim.

In Sachen Handling, Bedienung und Praxistauglichkeit tauchten im Testzeitraum keine Ungereimtheiten auf. LAN-Kabel rein, und schon ist man drin (in seiner Musiksammlung). Mit WLAN geht’s fast genauso schnell, man muss halt noch das Netzwerkpasswort mittels Fernbedienung eintippern, aber das geht ja fix. Das Display ist knackig scharf und gut lesbar, mittels des Neuner-Tastenblocks daneben lässt sich logisch navigieren; das gleiche gilt für die Fernbedienung. Ab zwei Meter Entfernung vom Gerät nützt einem das gleichwohl wenig, denn für ein problemloses Ablesen ist das Display dann einfach doch zu klein.

Ethernet-Buchse des Naim-Streamers

Richtig komfortabel wird das Stöbern in der Musiksammlung beziehungsweise im Internetradio mittels App auf Apple-Smartphones und -Tablets (andere Hersteller werden nicht unterstützt). „n-Stream“ nennt Naim diese App, und die funktioniert gut und schnell. Optisch lässt sich Raffinierteres denken, aber irritierender als das finde ich, dass man mit n-Stream keine Playlisten anlegen kann. In der Hinsicht ist aber noch für dieses Jahr ein Update geplant. Etwas eigen ist zudem, dass die App sich jedes Mal neu mit dem Streamer verbinden muss, wenn ich mein iPad wieder anschalte (sprich: das „Smartcover“ hebe) – das kenn‘ ich auch anders. Okay, die dreieinhalb Sekunden, die das dauert, bringen einen nicht ins Grab …

Test: Naim ND5 XS | Netzwerk-Player

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