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HiFi-Lexikon: Mikrofonie, Mikrofonieeffekt

Mikrofonie beschreibt die Eigenheit bestimmter Bauteile, auf Schall bzw. Schwingungsanregung mit Änderung der (elektrischen) Parameter zu reagieren. Während man sich dieses Phänomen z.B. bei der Konstruktion von Mikrofonen sinnigerweise gezielt zunutze macht, ist es hinsichtlich anderer Anwendungsbereiche schlicht als Störfaktor einzuordnen.

In der HiFi-Technik werden die verwendeten Bauteile wie Kondensatoren, Spulen, Widerstände, Transistoren, etc. einerseits von dem Schall, den die Lautsprecher aussenden, in Schwingung versetzt, andererseits aber auch von Impulsen, die mit dem eigentlichen Musikschall nicht unmittelbar in Verbindung stehen: Dem Schwingen der Bauteile selbst. Beispielsweise genannt sei das häufig sogar akustisch wahrnehmbare „Brummen“ der Transformatoren in Verstärkern.

Ändern angeregte Bauelemente von HiFi-Geräten aber in Abhängigkeit von Schwingungen ihre Parameter, so ist unmittelbar einsichtig, dass dieses nicht ohne Einfluss auf die Qualität der elektrischen Signale und damit der Wiedergabe der eigentlichen Musik bleibt:

So führen Schwingungen im Zusammenspiel mit Magnetfeldern (die jedes stromdurchflossene Element produziert) beispielsweise zu Änderungen induktiver Kenngrößen (siehe Spule und Impedanz). Bei Kondensatoren resultiert durch die mitunter angeregte Veränderung der Plattenabstände eine Änderung des elektrischen Feldes mit Einfluss auf die Kapazität bzw. Impedanz.

In der die HiFi-Praxis sind diese Einflüsse bisweilen deutlich störend wahrnehmbar. Bestimmte von den Herstellern ersonnene Konstruktionsprinzipien, aber auch zusätzlich angebotene Produkte, sollen Abhilfe schaffen.

Dabei werden unterschiedliche Wirkprinzipien eingesetzt: Einerseits wird versucht, störende Impulse von sensiblen Stellen gezielt abzuleiten, anderseits wird wiederum angestrebt, Störimpulse unmittelbar zu absorbieren, d.h. in Wärme umzuwandeln:

Genannt seien bestimmte Gehäusekonstruktionen oder Bauformen von Platinen. Tragende Bedeutung kommt zudem den Standfüßen oder -flächen der einzelnen Geräte zu. Als klangförderliches – und leider häufig sehr kostenintensives – Zubehör werden u.a. spezielle Racks, Absorberfüße, Geräteplattformen, Spikes, Bauteiledämpfer, Gehäusedämpfer u.s.w. angeboten.

Allerdings geht es – ähnlich wie in der Akustik – nicht darum, Schwingungen komplett zu eliminieren. Es kommt auf das richtige Maß an: Ein „Zuviel des Guten“, in Form von Überdämpfung, kann Musik beispielsweise weniger dynamisch klingen lassen.

Häufig wird man feststellen, dass verschiedene Produkte nicht per se „schlecht“ oder „gut“ wirken. Die jeweiligen individuellen Rahmenbedingungen sind so komplex, dass sichere Prognosen nicht abgegeben werden können. Daher sollte vor dem Kauf unbedingt ausprobiert werden. Die Klangveränderungen sind dann aber häufig sehr deutlich wahrnehmbar.


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