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ELAC 330 CE – Technik & Konzept

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Normal will sie aber auch in anderer Hinsicht nicht sein: Dies beginnt schon bei der Formgebung. Klar, einerseits folgt diese natürlich Designaspekten. Andererseits versprechen sich Elacs Ingenieure aber ebenso akustische Vorteile: Die Fläche der Schallwand – also die Fläche, welche die beiden Treiber direkt umgibt – kann so minimal gehalten werden, was hilft akustische Einflüsse aufgrund von Beugung und Reflektion im Zaum zu halten und aufgrund dessen, so Elac, bei der 330 CE für einen „von der Box losgelösten, freien Klang“ sorge.

elac 330 ce

Nein, MDF ist’s nicht – der Stoff, aus dem dieses ungewöhnliche Gehäuse nun besteht, ist vielmehr stranggepresstes Aluminium. Hohe Steifigkeit und Resonanzarmut – wichtig, um dem Gehäuse das akustische Eigenleben weitgehend abzugewöhnen – stehen bei diesem Material auf der Habenseite. Eine Verringerung der Materialkosten dagegen ganz sicher nicht – zumal das Gehäuse (wie übrigens die Chassis und die Elektronik auch) laut Elac komplett in Deutschland hergestellt wird. Ein Umstand, den ich persönlich, nicht zuletzt aufgrund ökologischer Gesichtspunkte, übrigens sehr schätze …

elac 330 ce… bei den passenden, optionalen Ständern namens LS65 (598 Euro/Paar) aber nicht mehr gültig ist. Verarbeitungstechnisch sind diese ebenfalls auf hohem Niveau und bilden mit den Elac 330 CE sowohl in Sachen Design als auch im buchstäblichen Sinn eine „feste“ Einheit: Dem Paket der 330er liegt eine spezielle Montageplatte bei, mit Hilfe derer sich die Lautsprecher nicht nur – mittels Spikes verbunden – passgenau auf die Ständer stellen lassen, sondern auch noch fest verschraubt werden können. Eine extrem kippelfeste und sicherlich auch akustisch nicht ungünstige Angelegenheit, das Ganze.

ealc 330 ceLobend erwähnen möchte ich an dieser Stelle zudem die Elac-typische „Fußlösung“ der Ständer: Diese zählt zur komfortabel höhenverstellbaren Sorte und liegt den Elac-Produkten regelmäßig in spitzer sowie bodenschonender stumpfer Ausführung bei.

Ebenfalls Elac-typisch, nun aber wieder unmittelbar unseren eigentlichen Testprobanden, die 330 CE betreffend, ist die Art der zum Einsatz gelangenden Treiber: Den Bereich oberhalb von 2.900 Hz verantwortet der hauseigene JET-Hochtöner, eine fortlaufend weiterentwickelte Version des bekannten Air Motion Transformers von Dr. Heil, über dessen technische Details ich bereits im Bericht über die Elac FS 247 hinreichend Worte verloren hatte, so dass ich mich an dieser Stelle kurz fasse – Elac hat bei der 330er nämlich lediglich einige Feinanpassungen im Layout, bei den Klebungen und bei der Beschichtung der Folienmembran vorgenommen.

elac jet

Auch in Sachen Bass-Mitteltöner handelt es sich bei der CE 330 prinzipiell um die gleiche Art von Aluminium-Sandwich-Konstruktion mit Kristallmembran, wie sie bei der Elac FS 247 zum Einsatz gelangt – lediglich der Durchmesser ist um 30mm auf nun 180mm angewachsen.

Unterschiede gibt’s beim Bass-Mitteltöner dagegen antriebsseitig zu vermelden: Die Bezeichnung Long Linear Drive-Technologie kam mir – als ich mich mit der 330er beschäftigte – sodann auch erstmalig zu Ohren.

Dahinter verbirgt sich eine Konstruktion, bei der die Schwingspule deutlich kürzer gefasst ist als der sie umgebende Spalt des Permanentmagneten (Short Coil/Long Gap-Konzept) – zur Realisierung des Ganzen ist elac 330 ceunter anderem ein besonders kräftiges Magnetsystem erforderlich. Durch das Arbeiten im sogenannten Unterhang wird nun erreicht – ich hatte dies ebenfalls beim vorangegangenen Test der Thiel SCS4 beschrieben – dass selbst bei hoher Belastung die Spule zu jeder Zeit vollständig und gleichmäßig im Magnetfeld schwingt beziehungsweise nicht Gefahr läuft, aus dem Magnetfeld (teilweise) auszubrechen. Im letzteren Fall käme es nämlich unweigerlich zu Verzerrungen. Nun, es sei schon hier verraten, dass die Elac 330 CE in Sachen Pegelfestigkeit – angesichts ihrer Größe – bei uns durchaus Überraschendes an den Tag legte.

Dazu mag vielleicht auch die steile Filterung beitragen, mit welcher bei der 330er zwischen Hoch- und Bass-Mitteltöner akustisch getrennt wird – je steiler die Trennung, desto weniger werden ja die einzelnen Treiber mit „fremden“ Frequenzbereichen belastet: Ungefähr 30 dB pro Oktave (5.Ordnung) sind in dieser Hinsicht bei der Elac 330 CE (inklusive des Einflusses von Mechanik und Geometrie beider Chassis) wirksam.

Als weitere Elac-typische Besonderheit sei das Tuning-Element Elac JET Dispersion Control (JET DC) genannt, ein Schaumstoffring, der wahlweise um den Hochtöner gelegt werden kann. Elac empfiehlt den Einsatz jet dcdes JET-DC hauptsächlich im Falle spärlich möblierter beziehungsweise halliger Raumgegebenheiten. In erster Linie soll dadurch die Richtcharakteristik des JET-Treibers beeinflusst werden, d.h. dafür gesorgt werden, dass der Hochton gebündelter beziehungsweise weniger streuend in Richtung Hörer transportiert wird, wodurch sich der Diffussschallanteil (also der Schall, der über Raum-Reflektionen das Ohr erreicht) automatisch verringert. Auf den Frequenzgang in den oberen Lagen wird aber gleichzeitig ebenfalls leicht Einfluss genommen, so Elac.

Test: Elac 330 CE | Kompaktlautsprecher

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