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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Pulheimer Powerplay
  2. 2 Magnat MA 900: Klangtest und Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Magnat MA 900

Eine hart umkämpfte Klasse hat Magnat (www.magnat.de) sich für seinen neuen Vollverstärker MA 900 (1.299 Euro) herausgepickt: Trotz noch überschaubarer Preise erwartet die Kundschaft eine komplette Ausstattung und einen Klang, der einen Hauch von Highend mitbringt. Lohnt es sich, das Ticket zur „Premium Economy des HiFi“ mit dem Magnat MA 900 zu lösen?

Auf den ersten Blick sticht der Magnat MA 900 nicht unbedingt aus dem Einerlei der „45-Zentimeter-breit-rechteckig-und-schwarz-Verstärker“ heraus. In Sachen Design bieten andere Hersteller teilweise mehr Eigenständigkeit – wobei das Metallgehäuse des MA 900 mit seiner Front aus Aluminium absolut penibel und solide zusammengebaut wurde. Und natürlich gibt’s ihn auch in Silber.

Hybrid-Vollverstärker Magnat MA 900

Der Hybrid-Vollverstärker Magnat MA 900 ist in Schwarz und Silber zu haben

Dass sich Magnat mehr Gedanken um das Innenleben gemacht hat und der Vollverstärker MA 900 eben doch nicht 08/15 ist, wird allerdings beim zweiten Blick – nach dem Einschalten – klar. Hinter der durchgehenden Glas-Sichtblende auf der Front glimmen zwei Röhren auf und ein rückwärts laufender Counter informiert über eine dreißigsekündige Aufwärmphase. Das macht Laune und wärmt – bei aller Tester-Ausgebufftheit – subtil die Stimmung für Hörsessions an.

Ein Röhrenverstärker? Nein, denn bei den beiden ECC83 handelt es sich um Eingangsröhren. Am Ausgang stellt eine transistorisierte Class-A/B-Endstufe ordentliche 130 Watt an 8 Ohm und 200 Watt an 4 Ohm Dauerleistung pro Kanal bereit. Der MA 900 ist also ein Hybridverstärker, der in der Vorstufe auf Glaskolben und im Leistungsabteil auf kraftspendendes Silizium setzt.

Die Eingangsröhren des Magnat MA 900

Die Eingangsröhren des Magnat MA 900 werden selektiert und eingebrannt, bevor sie im MA 900 Dienst tun dürfen

Die Röhren seien streng paarweise selektiert und vor der Auslieferung eingebrannt worden, um schon vom Start weg die korrekten Parameter zu garantieren. Die Endstufen arbeiten im Class-AB-Modus und sind laut Magnat mit diskreten Bauteilen ausgeführt – auch keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse. Das Netzteil besitzt einen Ringkerntransformator, den Magnat extra streufeldarm gewickelt haben will. Großzügig dimensionierte Siebelkos sollen auch bei Dynamikspitzen sicherstellen, dass der MA 900 nicht außer Puste gerät. Und um in solchen die Endstufe stark fordernden Fällen klangverschlechternde Wechselwirkungen mit den sensiblen digitalen oder Phono-Schaltkreisen zu vermeiden, versorgt das Netzteil die einzelnen Abteilungen des MA 900 mit separat stabilisierten Spannungen. Das ist angesichts des Preises schon mal ein ganz ordentlicher Aufwand, den Magnat im MA 900 betreibt.

Umfangreich ausgestattet

Wie bereits angedeutet, muss ein Vollverstärker der Um-1.000-Euro-Klasse heute nicht nur gut aussehen und klingen. Gerade hier sind die Ansprüche der Kunden an die Ausstattung enorm. Schließlich investiert man – so sieht es die nicht vom HiFi-Virus befallene Allgemeinheit nun mal – unanständig viel Geld in so ein Gerät. Dann muss es auch abliefern. Vorbei sind also die Zeiten, als drei oder vier Cinch-Paare plus Tape-Schleife das Höchste der Gefühle waren. Heute gehören allerlei digitale Inputs zum guten Ton, und auf jeden Fall muss auch noch kabelloser Zugang vom Smartphone oder Tablet machbar sein. Gut, dass Magnat hier klotzt, statt zu kleckern.

Fünf analoge Cinch-Eingänge stehen auf der Rückseite des MA 900 bereit. Vermutlich weil es keinen LAN-Port und auch keine Möglichkeit für einen Wifi-Zugang zum MA 900 gibt, haben die Magnaten einen dieser Eingänge auch gleich „Streamer“ genannt – sinnvoll für den Anschluss eines Netzwerkplayers, mit dem Magnat MMS 730 hat man da auch eine eigene Offerte im Haus. Klar, die Eingänge lassen sich natürlich bis zu 14-stellig frei benennen, wenn man denn drauf besteht. Auf der Frontplatte befindet sich zudem ein weiterer Eingang, an dem sich MP3-Player und Konsorten per 3,5-Millimeter-Klinke anstöpseln lassen. Gleich daneben finden Kopfhörerfans eine 6,3-mm-Klinkenbuchse.

Die Rückseite des Magnat MA 900

Die Rückseite des Magnat MA 900 hält viele Schnittstellen bereit – analoge und digitale

Fast als „Must-have“ geht heutzutage auch – wer hätte es gedacht? – ein Phono-Input durch. Seit nicht wenige Märkte wieder mehr Umsatz mit schwarzem Gold als mit dem „Vinyl-Killer“ CD machen, sind Phonovorverstärker zumindest für MM-Tonabnehmersysteme keine nette Dreingabe mehr. Und der Magnat MA 900 setzt noch einen drauf und bietet sogar einen separaten MC-Eingang. Nicht schlecht! Beide Inputs vertrauen auf OP-Amps von Texas Instruments für Entzerrung und Verstärkung der fragilen Signale. Der MC-Eingang lässt sich zwar nicht in der Abschlussimpedanz anpassen, doch die angegebenen 470 Ohm Festimpedanz dürften für die Mehrzahl der Tonabnehmer – auch solche mit höherem Innenwiderstand – praxisgerecht sein. Genauso wie das eingebaute Subsonic-Filter.

Zwei optische Toslink-Buchsen nehmen rotes Licht beispielsweise von Spielekonsolen oder Fernsehern entgegen, und an zwei koaxiale S/PDIF-Inputs können Geräte wie CD-Spieler oder Streaming-Bridges digital angeschlossen werden. Auf einen USB-B-Port verzichtet Magnat – was ein wenig schade ist, da einige Nutzer sicherlich gerne mal schnell ihren Laptop anschließen können würden. Okay, in dieser Preisklasse dürfte oft bereits ein guter Streamingplayer zum Einsatz kommen.

Andererseits finden Laptops und Computer, aber auch Smart Devices wie Tablets und Handys über das fest auf der Rückwand montierte Bluetooth-Dongle sogar kabellosen Zugang zum MA 900. Das unterstützt den aktuell höchsten Standard Bluetooth 5.0 und lässt sogar den auf besten Klang ausgerichteten Standard Qualcomm aptX HD zu. Auf jeden Fall wandelt der Cirrus Logic CS4398 D/A-Wandlerchip des Magnat MA 900 das eingehende PCM-Signale mit bis zu 192 kHz und 24 Bit. DSD-Bitstreams bleiben (trotz der prinzipiellen Eignung des Wandlerchips) die Tore versperrt, aber das und die praxisgerechte PCM-Datenrate sind meines Erachtens auch vollkommen ausreichend für die „echte“ Welt.

Der Magnat MA 900 in Silber

Magnat MA 900 in Silber: Der Hybrid-Verstärker ist Bluetooth-fähig, entsprechende Smartdevices können also gekoppelt werden

Solide Haptik

Auch an die Verarbeitungs- und Anfassqualität eines 1.300-Euro-Vollverstärkers dürfen höhere Ansprüche gestellt werden als an Einsteigergeräte. Der Magnat MA 900 wird den Erwartungen gerecht: Die samtige Front weckt Vertrauen in die Stabilität und Rigidität des Gehäuses, die Bedienelemente aus massivem Aluminium liegen satt und wackelfrei in der Hand, und das stabile Lautsprecherterminal bietet gut isolierte Schraubklemmen, die auch größere Kabelquerschnitte aufnehmen können. Dass der MA 900 mit seinen 11,7 Kilogramm auf stabilen Füßen mit einer dämpfenden Gummieinlage ruht, rundet das Bild ab.

Gerätefuß des MA900

Einen weiteren Pluspunkt sammelt der Magnat MA 900 mit seinem gut ablesbaren, zweizeiligen Klartext-Display. Das lässt sich dreistufig dimmen und ist in der hellsten Stufe auch in hellen Räumen und mit drei Metern Abstand noch ablesbar. Einige weitere praxisrelevante Kleinigkeiten wie die abschaltbare Auto-Standby-Funktion, der Mono-Schalter für analoge Quellen und der Record-Out-Festpegelausgang dürfen nicht unerwähnt bleiben. Alle Funktionen lassen sich mit der beigelegten Systemfernbedienung steuern.

Die Fernbedienung des MA 900

Fernbedienung des MA 900

Ach ja, der Magnat MA 900 lässt sich über den Netzschalter auf der Rückseite hart vom Netz trennen – und natürlich docken hochwertige Kaltgerätestecker an die Netzbuchse an, was potenziellen Klangoptimierungen die Spielwiese bereitet.

Magnat MA 900: Klangtest und Vergleiche

Der Magnat MA 900 sollte im Falle eines Probehörens einige Zeit am Netz nuckeln und spielen, bevor Sie sich ein Urteil bilden. Während Kabel und Digitalgerätschaften oft uneingespielt einen hellen und harschen Einfluss auf den Klang ausüben und erst nach geraumer Zeit entspannt und ausgewogen musizieren, geben Verstärker sich oft erst bassig und muffig, um dann irgendwann aufzulockern und detailreicher zu spielen. Beim MA 900 lief das allerdings genau entgegengesetzt …

Aber erst zum Test-Setting: Hier liefert der Waversa Wstreamer (900 Euro) die digitalen Signale an den integrierten D/A-Wandler des Magnat und analoger Input stammt vom Streamer Argon Audio SOLO (229 Euro) oder von meinem Referenz-DAC in der Vorstufe Norma Audio SC-2 (DAC-Modul: 2.000 Euro). Zu den Unterschieden später ein paar Worte. Das Netzkabel Audioquest NRG-2 (1,8 Meter um 185 Euro) verhilft dem Magnat zu einem etwas relaxteren und saubereren Klang als das beigelegte Standardkabel – hier unbedingt experimentieren.

Magnat MA 900 - Blick auf die Eingangsröhren

Erwachsen werden

Die erste Überraschung liefert der Magnat schon beim Funktionstest frisch aus der Box: Wer zu diesem Zeitpunkt kuschligen Röhrenklang erwartet, sieht sich getäuscht. Stattdessen klingt’s jugendlich-frisch, wenn auch hinreichend kräftig und druckvoll. Dieser tendenziell helle und straffe Grundcharakter ändert sich mit zunehmender Spielzeit – der Magnat MA 900 wird erwachsen – und pendelt sich bei einem grummelnd-erdigen, etwas sonorer gehaltenen Grundton und Oberbass in „Sorrow is the Colour“ von Katharina Nuttall (Album: Cherry Flavour Substitute) ein. Wow, das kommt mit ordentlichem Grip rüber!

Auch im Bass spielt der MA 900 nun ausnehmend schwung- und druckvoll, ebenfalls mit leichter Tendenz zur tonalen Wärme. Man vermeint, die Kraft der Endstufe geradezu physisch zu spüren: Bei fetter Metal-Mucke schiebt der MA 900 eine echt massive Schallwand aus den Treibern der ATC, versetzt in Yellos „Kiss the Cloud“ (Album: Toy) das Popometer in Wallungen und gibt dem Piano „Wonderland“ von Hiromi (Album: Spark) noch eine Extraportion Drive und Durchzug mit auf den Weg. Zudem spielt der Magnat insbesondere im Tiefbass etwas kontrollierter und konturierter als der Denon PMA 150H (1.200 Euro). Das macht erst ein deutlich teurerer Hegel H120 (2.595 Euro) mit dem tiefsten Bassgrollen in „Colomb“ von Nicolas Jaar (Album: Space Is Only Noise) oder der mächtigen Bassdrum in „This Boy“ von Brendan Perrys Album Ark doch noch ein wenig besser.

Der Magnat MA 900 im Hörraum

Brutalismus?

Hard Normal Daddy SquarepusherWo wir gerade bei „This Boy“ sind: Was der Magnat MA 900 mit dieser Bassdrum in Sachen Wucht abliefert, gehört fast schon in die Kategorie „gemeingefährlich“. Er packt grobdynamisch konsequenter zu als die kompakteren Denon PMA 150H oder Pro-Ject MaiA DS2 (949 Euro). Die Autorität und Gravität, die der Magnat hier abliefert, sind echt beeindruckend. Der Hybrid aus Pulheim gibt sich vom Charakter her einem ASR Emitter I (6.800 Euro) nicht unähnlich – wenngleich er natürlich nicht mit dessen außerordentlichen Autorität und abgrundtiefen Schwärze des Hintergrunds aufwarten kann. Dabei setzt der Magnat harte Impulse wie die der Snare Drum in Tools „Pneuma“ (Album: Fear Inoculum) oder harte Breakbeats auf dem Album Hard Normal Daddy von Squarepusher (auf Amazon anhören) – ähnlich wie der Denon – insgesamt einen Hauch weicher um als knackiger abgestimmte Amps wie der Hegel H120 oder der knallige Audio Hungary X200 (5.200 Euro mit KT150-Röhren). Doch das fällt beim nicht vergleichenden Hören kaum auf, und stören tut‘s schon gar nicht.

Früher Expressionismus

Der MA 900 produziert einen sauberen, neutralen Mittelton mit einer recht intensiv leuchtenden Klangfarbenpalette. Stimmen kann ich keine Färbung zusprechen, der Magnat betont weder Brust noch Kehle und reicht Sibilanten wie in Jacinthas „Moon River“ (Album: Autumn Leaves) bei Bedarf angemessen streng, aber nie scharf weiter. Klar, die Offenheit im Mittenbereich eines doppelt so teuren Norma HS-IPA1 schafft er nicht ganz – da ist unter anderem wohl die leicht defensive Hochtonabstimmung vor.

Prokofiev Romeo and JulietDenn auch wenn der Magnat MA 900 mit einer für die Preisklasse feinen Auflösung und ordentlich differenzierter Feindynamik um die Ecke kommt, so bleibt der Hochton meist ganz leicht auf der zurückhaltenden Seite. Nicht, dass er allzu leise wäre, doch Magnat gibt den oberen Registern eine fast schon ein wenig röhrig-klischeehafte, duftig-seidige Charakteristik mit auf den Weg. Das trifft insbesondere auf den Weg über den internen DAC des MA 900 zu, denn übermäßig preußisch-schneidig gibt der sich nicht. So kommt zum Beispiel der harte Einsatz der Schlagzeugbecken in „Montagues and Capulets“ von Prokofiev (Album: Romeo and Juliet; auf Amazon anhören) etwas softer rüber als mit einem Hegel H120 oder dem tendenziell ebenfalls seidigen Norma Audio HS-IPA 1.

Raumausstattung de Luxe

Chilly Gonzales und Jarvis Cocker Room 29Vergleichsweise tief hinter die Lautsprecher reicht der Raum, den der Magnat MA 900 aufbaut. Er lässt die virtuelle Bühne in etwa auf der Lautsprecherebene beginnen und bildet einzelne Schallquellen relativ groß ab. Die hinreichend, aber auch nicht ausnehmend scharf umrissenen Kanten und die im Vergleich zum Denon PMA 150H relativ diffuse Platzierung der Glöckchen in „Bell Boy“ von Chilly Gonzales und Jarvis Cocker (Album: Room 29; auf Amazon anhören) machen deutlich, dass der Magnat MA 900 bei der Abbildung die große Geste der punktgenauen Projektionsakribie vorzieht.

DAC Wars

Mit digitaler Zuspielung von der Streaming-Bridge Waversa Wstreamer (um 900 Euro) gerät der Bass des Magnat MA 900 federnd-energisch und mitreißend, der Mittel-Hochton gibt sich vergleichsweise wärmer/milder. Die analoge Zuspielung vom kleinen Streamer Argon Audio SOLO wirkt insgesamt noch etwas softer, im Bass nicht ganz so energetisch – aber auch etwas sauberer, räumlich aufgeräumter und entspannter fließend. Geschmackssache, würde ich sagen. Zum Grundcharakter des Magnat MA 900 passt der integrierte DAC meines Erachtens jedoch besser.

Die Röhrenglut der Eingangsröhren des Magnat MA 900

Die Röhrenglut der Eingangsröhren des Magnat MA 900

Ist der DAC im Norma Audio SC-2 als Quelle angewählt, nehme ich ein lichteres Strahlen im Hochton, mehr Detailinformationen im Mittelton, definiertere Strukturen und nachvollziehbare Durchzeichnung im Bass, eine (noch) größere Raumbreite und deutlich bessere Umrissschärfe in der Abbildung, speziell an den Bühnenrändern, wahr. Gegen das mehrfach teurere italienische Wandlermodul hat der DAC des Magnat also keine echte Chance. Was aber auch heißt, dass der Magnat MA 900 als reiner Verstärker eine nochmals bessere, ja, eine verdammt gute Figur macht und der verbaute DAC die – im hohen Qualitätskontext – limitierende Rolle spielt. Allerdings muss ich nochmals betonen, dass die Magnat-Entwickler den DAC mit seiner energisch-zupackenden, eher spaßorientierten als kopflastig-analytisch Gangart sinnvoll auf den als reiner Hochpegel-Verstärker neutraler und audiophiler spielenden MA 900 justiert haben. Zudem können Besitzer des Magnat MA 900 so mit gutem Gewissen deutlich teurere CD-Spieler, Streamer und/oder sehr gute analoge Quellen anschließen – der MA 900 kann den Klangvorteil problemlos transportieren.

Phonormal

Apropos analog. Mit Phono-MM, zugespielt vom Ortofon 2M Bronze (300 Euro), und Phono-MC vom Transrotor Figaro (2.500 Euro) gibt sich der Magnat MA 900 gleichermaßen etwas softer, nochmals etwas kräftiger im Bass und nicht ganz so fein auflösend wie digital oder gar analog über einen guten externen DAC/Streamer/CD-Player angesteuert. Der Qualitätssprung vom günstigen Ortofon zum teuren Figaro arbeitet das Phonoteil des Magnat MA 900 nicht so deutlich heraus wie die Limetree Phono II (595 Euro), was auch nicht wirklich überraschen dürfte.

Der MA 900 besitzt einen MM- und einen MC-Phonoeingang

Der MA 900 besitzt einen MM- und einen MC-Phonoeingang

Also: Absolut gesehen ist das Phonoteil des MA 900 eine ansprechende Lösung für Vinyl-(Wieder)Einsteiger, die sich einen Plattenspieler in der Ein- oder Aufsteigerklasse gönnen wollen und „typischen“ Analogklang suchen. Ambitionierte Vinylisten dürften mit einer externen (MC-)Phonostufe der Über-300-Euro-Klasse auf dem Weg zum Klangglück in den meisten Fällen noch weiter kommen.

Testfazit: Magnat MA 900

Der gut austrainierte Magnat MA 900 ist ein insgesamt leicht warm abgestimmter Vollverstärker. Er besitzt Schmackes, Spielfreude, Saft und Kraft – und kann dank des minimal kräftiger gehaltenen Bassbereichs ordentlich Druck machen. Seine balancierten und doch recht farbstark abgestimmten Mitten prädestinieren ihn für die Kombination mit nüchtern bis tendenziell schlank spielenden Lautsprechern. Boxen mit bereits sehr zurückhaltendem Hochton könnten mit dem MA 900 etwas abgedunkelt oder matt wirken.

Magnat MA 900 - links-vorne

Mit dynamischer, mitreißender Musik macht der Magnat MA 900 am meisten Spaß, hier kann er seine Talente voll ausspielen. Karg instrumentierte, kopflastige Musik – Streichquartette, audiophile Singer-Songwriter-Sachen usw. – funktioniert auch, doch das können andere Vertreter der Zunft bisweilen noch besser.

Der Magnat MA 900 ist ein voll ausgestatteter Amp für alle Fälle, der mit herzlicher Autorität und Dynamik in seiner Preisklasse vorne mitspielt. Als reiner Vollverstärker und von sehr guten Zuspielern (D/A-Wandlern, CD-Spielern, Phonostufen etc.) analog gefüttert, wächst er klanglich gar darüber hinaus.

Der Magnat MA 900 …

  • gefällt mit seiner leicht warmen, farbstarken Über-alles-Abstimmung und dem erdig-griffigen Grundton.
  • spielt im Bass minimal kräftiger als neutral und reicht druckvoll und tief in den Frequenzkeller hinab; er kontrolliert das Geschehen recht gut.
  • besitzt einen neutralen Mittelton mit angenehmer Stimmwiedergabe.
  • schürft trotz seiner leicht defensiven Hochtonabstimmung genug seidig-feingranulare Details aus dem Musiksignal.
  • ist feindynamisch auf der Höhe seiner Klasse, schwingt aber lieber den schwereren Hammer: Grobdynamisch macht ihm so schnell kein Amp dieser Liga etwas vor.
  • setzt dennoch harte Impulse und zackige Transienten einen Hauch weicher um als teurere Verstärker.
  • spielt mit viel Ausdauer und Autorität auch bei lauten Passagen, in denen er allerhöchstens im Mittel- und Hochton irgendwann die Übersicht etwas schleifen lässt.
  • entwirft große Klangräume, die in etwa auf der Lautsprecherbasis beginnen und die er vergleichsweise tief nach hinten projizieren kann, wenn er es soll.
  • bildet das räumliche Geschehen mit hinreichend, aber nicht ausnehmend scharf gezeichneten Umrissen ab.
  • kann mit einem sehr ordentlichen DAC und reichlich Eingängen jeder Art bis hin zu Bluetooth aufwarten. Zudem stellt er eine ansprechende Phonolösung mit MM und MC für Vinyleinsteiger zur Verfügung.
  • kann als reiner Hochpegel-Vollverstärker noch mehr, als DAC und Phonoteil zu liefern vermögen.
  • ist hervorragend verarbeitet und problemlos im Umgang.

Fakten:

  • Modell: Magnat MA 900
  • Konzept: Hybrid-Vollverstärker
  • Preis: 1.299 Euro
  • Maße und Gewicht: 433 x 162 x 362 mm; 11,7 kg
  • Eingänge: 5 x Hochpegel (Cinch), 1 x Line-in (3,5-mm-Klinke), 2 x Phono (MM/MC, Cinch), 2 x S/PDIF koaxial, 2 x Toslink, Bluetooth 5.0 inkl. aptX HD
  • Ausgänge: Lautsprecherterminal für ein Boxenpaar, 6,3-mm-Klinke (Kopfhörer), Record-out-Festpegelausgang
  • Leistung: 2 x 200 Watt an 4 Ohm (RMS)
  • Sonstiges: Fernbedienung
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

Magnat Audio-Produkte GmbH
Lise-Meitner-Straße 9 | 50259 Pulheim
Telefon: +49 (0) 2234 – 807-0
E-Mail: info@magnat.de
Web: https://www.magnat.de/

Billboard
Saxx - Black is Back

Test: Magnat MA 900 | Vollverstärker

  1. 1 Pulheimer Powerplay
  2. 2 Magnat MA 900: Klangtest und Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Magnat MA 900

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: J.Sikora Initial mit Alu-Base und geregeltem Netzteil Plattenspieler: Pro-Ject Carbon Debut EVO Tonarm: Kuzma Stogi Reference S12 VAT Tonabnehmer: Transrotor Figaro, Ortofon 2M Bronze

Digitale Quellen: D/A-Wandler: ifi iDSD nano, Norma Audio REVO DAC-Modul Streamer: Nucleus by Roon, Waversa Systems Wstreamer mit WLPS/LP-Linearnetzteil Computer/Mediaplayer: MacBook Pro

Vollverstärker: Linn Classik Movie II (Surroundreceiver mit integriertem DVD-Player)

Vorstufen: Hochpegel: Norma Audio REVO SC-2 Phonoverstärker: Linnenberg BIZET (MC), Pro-Ject Phono Box RS (MM/MC), Norma Audio PH3 (Modul)

Endstufen: Norma Audio REVO PA-150

Lautsprecher: ATC SCM50PSL, ATC SCM19, Argon Audio Forte A5, JL Audio e110 (Subwoofer)

Kopfhörer: Denon AD-H7200, AudioQuest Nighthawk, AKG N60 NC Wireless, Sony WF-1000XM3

Kopfhörerverstärker: ifi iDSD nano, Meier Audio Corda Classic

Kabel: Lautsprecherkabel: Ortofon Reference SPK Black, Norma Audio IC2 Speaker, Audioquest Rocket 22 Bi-Wire, Fastaudio Black Science SPK NF-Kabel: Gutwire EON-Z, Ortofon Reference 905-Silver & Reference 7NX-705, Norma Audio IC2 Interconnect, Graditech Kide 1 & Kide 3, Audioquest Yukon, Audioquest Mackenzie, fastaudio Black Science NF Digitalkabel: JIB Boaacoustic Silver Digital Xeno USB, AudioQuest Vodka & Cinnamon Ethernet, Graditech Kide Digital RCA, AudioQuest Carbon RCA Netzkabel: Audioquest Tornado, Gutwire SV-8, Gutwire G Clef 2, AudioQuest NRG-2 Sonstiges: Erdungskabel Gutwire Ultimate Ground

Rack: Roterring Belmaro 33 (Customized)

Zubehör: Stromfilter: Tsakiridis Super Athina Sonstiges: bFly PowerBase M, bFly BaseTwo M, YDOL Relax 60 und fastaudio Absorber, Acoustic System Resonatoren Silver & Gold, The Gryphon De-Magnetizer, Audioplan Antispikes, Audioplan Gerätefüße, bFly MASTER Absorberfüße, Solidsteel SS6 (Lautsprecherständer)

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 24,5 m² Höhe: 2,7 m

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