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Test: Audiodata MusikServer MS I | Musik-Server

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  1. 1 Test: Audiodata MusikServer MS I | Musik-Server

Juni 2014 / Ralph Werner

„Diese Umorientierung hat uns in den letzten Jahren vom High-End-Lautsprecherhersteller zum Ingenieurbüro für Digital Installment werden lassen“, war kürzlich in einer Pressemeldung zu lesen, die bekannt gab, dass es bald zwei Mal Audiodata geben wird: eines, das Lautsprecher baut (www.audiodata.com), und ein anderes für besagtes Digital Installment (www.audiodata.eu, wir berichteten).

Audiodata-Trio
Audiodata-Führungstrio (v.l.n.r.): Peter Schippers, Geschäftsführer der Audiodata Elektroakustik GmbH, Franz Stöger, verantwortlich für R&D und Produktion der Audiodata Lautsprecher GmbH sowie Hannes Palfinger, CEO dieser neu gegründeten Gesellschaft

Ein Anstoß zu dieser Entwicklung war sicherlich der große Erfolg des in 2008 lancierten Raumakustikprozessors AudioVolver II, der nicht nur ein Stück innovativer Hardware darstellt, sondern auch mit einer maßgeschneiderten HiFi-Dienstleistung verbunden ist; gerade Letzteres ist durchaus noch recht selten anzutreffen.

Dem AudioVolver wurde einige Zeit nach der Einführung ein Update spendiert, das ihn zu einem Netzwerkplayer ausbaute – nur konsequent für ein solches Produkt. Und wer A sagt, muss auch B sagen – beziehungsweise auf „Streamingclient“ folgt „Server“. Darum soll es im Folgenden gehen: um Audiodatas neuen MusikServer MS I.

Und um eventuell auftauchende Missverständnisse gleich aus dem Weg zu räumen:

1. Der MusikServer MS I ist natürlich nicht nur auf den AudioVolver als Player festgelegt, er bespielt alle UPnP/DLNA-fähigen Streamingclients.

2. Ja, es handelt sich um einen Server, der dem Heimnetzwerk Musik bereitstellt. Aber es ist (optional) eben auch ein Musikplayer; wer also für seinen DAC einen Zuspieler sucht wird hier ebenfalls fündig. Der MS I kann die Audiodaten über USB oder S/PDIF zu einem D/A-Wandler schicken.

Audiodata MusikServer MS I

3. Nicht zwangsläufig wie beim AudioVolver, aber doch optional, sind Dienstleistungen zubuchbar, was den Umgang mit dem Audiodata-Server sehr bequem und narrensicher macht. Und ziemlich einmalig, ich wüsste auf die Schnelle jedenfalls nicht, wer das so sonst noch anböte. Mehr dazu später.

4. Klar, wenn es nur darum gehen soll, zu möglichst schlankem Taler ein paar Terabyte NAS-Speicher ins Heimnetzwerk zu integrieren – da gibt es deutlich günstigere Lösungen. Hier hat ein kleines, feines, deutsches HiFi-Unternehmen einen Musikcomputer gebaut, der in audiophilen Umgebungen einen möglichst perfekten Job machen soll, auch in klanglicher Hinsicht, so der Anspruch. Nicht umgekehrt ein Computerriese einen Server für alles mögliche, der eben auch Audiodaten bereitstellen kann.

Im Grunde ist das ein Gerät für Leute, die Computeraudio durchaus reizvoll finden, wenn da nicht die Sache mit dem Computer wäre … Warum? Nun, dank des im Preis inbegriffenen, dreißigtägigen Installationssupports sowie des darüber hinausgehenden (kostenpflichtigen) Wartungsangebots für den MS I wird seitens Audiodata sichergestellt, dass auch Computermuffel das Ding ans Laufen kriegen. Doch es fängt schon mit den Äußerlichkeiten an. Der Audiodata MusikServer MS I sieht einfach nicht aus wie ein Rechner. Eher wie eine kleine Class-D-Endstufe oder so etwas in der Art. Mit Midi-Format-Abmessungen von 88 x 260 x 243 mm (HxBxT) passt er in jedes HiFi-Rack, die wahlweise silberne oder schwarze Frontplatte sorgt für farbliche Passung – amüsanterweise kann man sogar die Farbe der Start-LED (Weiß, Rot, Grün, Blau) wählen.

Startknopf des Audiodata MusikServer MS I

Das Vollmetallgehäuse gibt sich unprätentiös und besitzt eine wertige Anfassqualität – kein Posing an dieser Stelle, nein, aber sehr solide gemacht und mit perfekten Spaltmaßen gesegnet. Die Behausung sei zudem HF-dicht und emittiere keine Strahlung, so Audiodata-Chef Peter Schippers, was bei Platzierung in Nähe der Anlage besonders wichtig sei.

Das Gehäuse des MusikServer MS I ist aufwändig bedämpft
Das Gehäuse des MusikServer MS I ist aufwändig bedämpft

Das wichtigste für einen Betrieb im Hörraum: Das Ding ist totenstill. Ganz anders, als ich das von meinem Server, der Readynas Duo, gewohnt bin, weshalb dieser „Föhn“ auch nicht in meinem Hörraum wohnen darf. Okay, wenn man das Ohr auf den Deckel presst, kann man auch beim MS I die Festplatte leicht sirren hören – sonst aber nicht. Sehr löblich. Möglich wird das nicht zuletzt durch den Verzicht auf einen die Festplatte/Elektronik kühlenden Ventilator. Der im MusikServer MS I werkelnde Dual-Core-Prozessor wird zudem per Heatpipe flüssigkeitsgekühlt, …

Heatpipe des Das Gehäuse des MusikServer MS I

… deshalb auch die Kühlrippen an den Seiten. Und wer einen Blick ins Innere riskiert, wird aufwändigere Dämpfungsmaßnahmen mittels Bitumen- und Filzplatten entdecken, die auch als Beitrag zur Minimierung des Mikrofonieeffektes verstanden werden können. Auch hier zeigen sich wieder die HiFi-Gene des Servers. Wobei: Die meisten Digitalquellen, derer ich ansichtig werde, sind mechanisch eigentlich sogar schlechter bedämpft als diese hier.

Blick ins Innere des Das Gehäuse des Audiodata MusikServer MS I

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