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Der Carat-Sapphire am Streaming-Client

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Der Carat-Sapphire am Streaming-Client

Eine andere Möglichkeit, den Carat-Sapphire zu nutzen ist ihn zur Aufwertung eines Streaming-Clients einzusetzen. Eine Logitech Squeezebox oder ein Solos Zone Player zum Beispiel verfügen zwar über recht ordentliche D/A-Wandler, sind aber eher für Multi-Room- als für High-End-Anwendungen gedacht. Insofern bietet sich hier eine Wandler-Aufwertung durchaus an.

Mir steht allerdings der Logitech Transporter als Streaming-Client zur Verfügung. Der ist selber mit hochwertigen Wandlern ausgestattet. Ein Vergleich lohnt allemal. Also greife ich das S/PDIF-Signal am Transporter ab – diesmal optisch über die Toslink-Verbindung – und vergleiche den Klang des Sapphire mit dem des Transporters.

Styleaudio & Co im Test

Holly ColeDie Unterschiede zwischen beiden Geräten sind recht deutlich. Während der Carat-Sapphire wieder mit Lebendigkeit für sich einzunehmen versucht, hält der Transporter mit zurückhaltenderen, aber dafür feineren Klängen dagegen. Beim Sapphire treten beispielsweise die perkussiven Teile der Musik in den Vordergrund und der Bassbereich klingt etwas knackiger. Dagegen weiß der Transporter Stimmen mehr Nuancen und mehr Ausdruck zu entlocken. Bei Holly Coles Album Holly Cole kann ich wirklich nicht entscheiden, welcher Darstellung ich eher zustimme. Beide sindLeonard Cohen schlüssig, beide „richtig“, beide setzen unterschiedliche Akzente. Bei Altmeister Leonard Cohen (Album: I’m Your Man) mit der markanten Stimme und vielen süßlichen Streichern und sanftem Bassgewummer bin ich auf der Seite des Transporters; Swing-Rhythmen von Roger Cicero (Album: Männersachen) machen mich dagegen über den Carat-Sapphire mehr an.

Carat-Sapphire

Beim Hören verschiedener Musikrichtungen bestätigt sich dieser Eindruck. Je nachdem tendiere ich mal zum Carat-Sapphire, mal zum Transporter. Vielleicht gelingt es mir, die unterschiedlichen Charaktere anhand von Schwarzweiß-Fotografie zu erläutern: Es gibt Fotos, die harte Kontraste aufweisen. Die Bilder sehen eindrucksvoll aus: Tiefstes Schwarz neben leuchtendem Weiß fesseln die Aufmerksamkeit und erzeugen einen spannenden Bildeindruck. Feinste Graustufen, die etwa für die Darstellung von Haut wichtig sind, fehlen aber. Hier sind weichere Fotos von Vorteil, die zwar nicht die Schwarz- oder Weißwerte eines harten Bildes erreichen, dafür aber ein breites Spektrum von Grauwerten aufweisen. Bitte – es ist ein Beispiel! „Hart“ und „weich“ sind in der Fotografie feststehende Begriffe, die keine Wertung ausdrücken, sondern nur unterschiedliche Eigenschaften. Der Carat-Sapphire klingt nicht hart im klanglichen Sinn. Aber er hat die Tendenz, Kontraste herauszuarbeiten, wohingegen sich der Transporter lieber um Nuancen zu kümmern scheint.

Carat-Sapphire

Diese Tendenz macht sich auch bei der räumlichen Abbildung bemerkbar. Beide Geräte machen einen ähnlich breiten Raum auf. Der Carat-Sapphire scheint dabei die einzelnen Beteiligten schärfer abzugrenzen. Bei kleinen Besetzungen – Jazzensembles, Kammermusik – funktioniert das hervorragend. Bei einem großen Sinfonieorchester kippt der Eindruck allerdings. Hier scheint mir der Carat-Sapphire vor lauter Abgrenzung den Überblick übers Ganze zu verlieren. Der Transporter liefert in diesem Fall die überzeugendere Darstellung ab, er bietet einem detaillierte Rauminformationen, beherrscht dabei aber auch den, nun: „holistischen Ansatz“, wenn Sie wissen was ich meine. Er spielt integrativer und gleichzeitig detailreich.

Der Benchmark positioniert sich übrigens klanglich ausgewogen in der Mitte zwischen Carat-Sapphire und Transporter. Er entspricht damit seinem Ruf als neutraler Vermittler und steht klanglich zwischen dem lebendigeren Carat-Sapphire und dem detailverliebten Transporter.

Carat-Sapphire

Test: Styleaudio Carat-Sapphire und Carat-T2 | D/A-Wandler

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