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Test: Advance Acoustic EL-170 | Kompaktlautsprecher

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  1. 1 Test: Advance Acoustic EL-170 | Kompaktlautsprecher

April 2009 / Ralph Werner

„Ungewöhnlich viel Kampfgewicht fürs Geld“, wird vielen wohl durch den Kopf gehen, wenn die Sprache auf den Hersteller Advance Acoustic kommt, und dass es dabei dann um Elektronika (und vor allem um die Amps der Marke) geht, scheint unausweichlich.

Denn obwohl die Wurzeln der französischen Firma im Lautsprecherbau liegen, standen die Wandler hierzulande nie groß im Fokus. Wohl auch deshalb, weil sie seinerzeit „für deutsche Ohren nicht optimal abgestimmt“ worden seien, so Herr Bremm, der technische Direktor des deutschen Advance Acoustic-Vertriebs. Freilich ist er der Meinung, dass sich hieran etwas geändert hat: Seit Kurzem gibt es eine neue Lautsprecherfamilie im Portfolio – die EL-Linie – und deren 2-Wege-Kompaktmodell, die EL-170, steht hier zum Test an.

Es handelt sich übrigens um eine Kleinfamilie, lediglich zwei weitere Modelle sind im Angebot, beides Standlautsprecher: die EL-210 für 2.190 Euro und die EL-250 für 2.790 Euro das Paar. Die Nummern hinterm „EL“ stehen dabei für den Durchmesser des Basschassis, womit dann auch schon die entsprechende Größe bei unserem Testkandidaten verraten wurde: 170 mm. Der mit einer Membran aus beschichtetem Papier versehene Treiber überträgt natürlich auch die Mitten, genauer gesagt geht‘s hinauf bis 2.900 Hz. Darüberhinaus leistet dann die Alu-Kalotte mit vorgesetzter Schalllinse ihren Dienst. Getrennt werden die Chassis zweiter Ordnung (12 dB Flankensteilheit). Bei den Treibern handelt es sich um Eigenentwicklungen aus der französischen Zentrale des Unternehmens – gefertigt wird dann in Asien. Die generelle Arbeitsteilung im Hause Advance Acoustic.

Advance Acoustic EL-170: BassreflexöffnungFür einen knapp 900 Euro teuren Wandler schaut die EL-170 auffallend hochwertig aus. Dies mag auch an dem Furnier unseres Testmusters liegen: eigentlich nur „schnödes“ Kirschholz, aber nicht, wie sonst meist, lackiert, sondern geschliffen und gewachst. Das macht meiner Meinung nach wesentlich mehr her – und fasst sich auch angenehmer an. Wem meine Holz-Präferenzen Schnuppe sind und sowieso kein Furnier möchte: Als Alternativausführung gibt es den Lautsprecher auch in Hochglanz-Schwarz. Ein passender Lautsprecherständer soll in Kürze kommen – der Preis stand zum Testzeitpunkt noch nicht fest.

Wie die Frontseite zeigt, handelt es sich um einen Bassreflex-Lautsprecher. Die entsprechende Öffnung ist auffallend klein (31 mm), was wohl dazu dienen soll, die nach innen abgestrahlten Frequenzen im Mittenbereich auch im Gehäuse zu belassen. Rückseitig ist ein Kunststoffprofil zu entdecken, in dessen Mitte ein Bi-Wiring-Terminal sitzt, an dessen Qualität es nix zu meckern gibt.

Advance Acoustic EL-170: Lautsprecher-Terminal
Das BI-Wiring-Terminal der Advance EL-170 ist für Bananas, Kabelschuhe und lose Litze gleichermaßen geeignet

Das MDF-Gehäuse der Advance Acoustic EL-170 besitzt gerundete, sich nach hinten verjüngende Wangen – schaut gut aus und dürfte im Innern für weniger bzw. geringer ausgeprägte stehende Wellen sorgen, als es bei einem Gehäuseschnitt mit vollständig parallelen Wänden der Fall gewesen wäre. Zusätzlich wird das Gehäuse mittels einer im hinteren Teil der Box befindlichen Strebe versteift.

Soviel zu den Standards – das technische Highlight des Lautsprechers finden wir aber auch im Innen. Ein schwarzes Ei:

Advance Acoustic EL-170 - das Kautschuk-Ei im Innern

Dieses circa 8 cm hohe „Ei“ besteht aus Kautschuk und ist elastisch aufgehängt. Die Advance-Entwickler positionierten es genau dort, wo sich der Wellenbauch einer stehenden Welle, deren Wellenlänge den Gehäuseabmessungen entspricht, befindet. Das elastische Material soll die unerwünschte Energie in Wärme umwandeln und so das Gehäuse unempfindlicher für Resonanzen machen. Auch ließe sich der Lautsprecher in Folge – quasi nebenwirkungsfrei – tiefer abstimmen, so Advance Acoustic, und klänge gleichwohl nicht „zu Tode gedämpft“. Interessanter Ansatz. Nach Adam Riese und der entsprechenden Formel für stehende Wellen, sollte bei Gehäusemaßen von circa 40 x 30 cm (HxT) die erste (tiefste) Mode bei ungefähr 450 Hz liegen – also knapp über dem Kammerton. Wie sich das auf den Bassbereich auswirkt, erklärt sich mir erstmal nicht unmittelbar, aber ich bin auch kein Entwickler …

Test: Advance Acoustic EL-170 | Kompaktlautsprecher

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