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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Aufregend sachlich
  2. 2 Canton Townus 30: Klangtest und Vergleiche

Komisch, wie das Leben so spielt: Obwohl ich mich seit knapp 20 Jahren als Redakteur mit einer der schönsten Nebensachen der Welt befassen darf, war bei mir bisher noch nie ein „richtiger“ Canton-Lautsprecher als Testkandidat zu Gast. Das erstaunt umso mehr, als dass Canton ein Traditionshersteller mit jahrzehntelanger Historie ist – man feiert heuer 50-jähriges Firmenjubiläum – und eine große Zahl unterschiedlichster Lautsprechermodelle in petto hat. Vielleicht passt’s in diesen Kontext nur zu gut, dass mich das Schicksal mit einer besonders langen und intensiven Testzeit für die kompakten Canton Townus 30 „belohnte“: Aufgrund eines Sturzes mit veritablem Sprunggelenktrümmerbruch kamen selbst die üblichen Verpflichtungen à la Einkaufen, Dienstreisen oder Gartenarbeit vollumfänglich zum Erliegen. Und so konnte ich besonders viel Zeit mit den Townus 30 (1.098 Euro | https://www.canton.de/) in meinem Hörraum verbringen.

Bevor es ans Eingemachte geht, noch ein kurzer Hinweis zur Geschäftsordnung: Geplant war ein „Solo“-Test der passiven Kompaktautsprecher Canton Townus 30. Der Hersteller war jedoch so frei, mir als kleines Sahnehäubchen noch den Aktivsubwoofer Canton Power Sub 10 dazu zu packen. Ein Angebot, das man natürlich als neugieriger Tester nicht zurückweist, das aber andererseits einen Text etwas ausufern lassen könnte. Ich werde daher den Hauptteil dieses Berichts auf die Townus 30 verwenden – und dem aktiven Kraftwürfel am Ende noch einen Absatz spendieren. Denn, soviel kann ich spoilern, er hat’s definitiv verdient. Nun aber!

Ein bisserl Familienaufstellung …

Die Schallwände der beiden Canton Townus 30

Die Canton Townus 30 sind – von den Wandlautsprechern Townus 10 einmal abgesehen – die preisgünstigsten Lautsprecher der Townus-Serie, die auch Aktivlautsprecher beinhaltet

Am Anfang war das Wortspiel – und es wäre sicherlich eine schöne Aufgabe für eine Werbeagentur: „Bitte transportieren Sie für eine neue Produktlinie den hessisch-ländlichen Markenkern des im Taunus beheimateten Herstellers Canton so in die Neuzeit, dass auch verwöhnte Stadtbewohner*innen aufmerken und neugierig werden?“ Die Antwort: „Townus“! Das Wort verbindet Taunus und Town – und einprägsam ist’s auch noch. Insgesamt acht Lautsprecher umfasst die Townus-Serie, aktive wie passive. Zu den passiven zählen neben unserem heutigen Probanden noch das Standmodell Townus 90, der Wandlautsprecher Townus 10 sowie der Center Townus 50. Auf der aktiven Seite gibt es den Subwoofer Townus Sub 12, die kompakte Smart Townus 2 und die große Smart Townus 8. Das Townus-Portfolio wird durch den Atmos AR5 um einen Dolby-Atmos-Lautsprecher komplettiert. Er trägt zwar das „Townus“ nicht im Produktnamen, gehört aber zum „Serienstall“, was man auch unschwer an der einheitlichen Optik erkennen kann. Es sind also neben klassischen Stereo-Szenarien auch ausgewachsene Heimkino-Setups möglich.

Die Verarbeitungsqualität der Canton Townus 30

Erste freudige Überraschung beim Auspacken der Townus 30? Optik, Anfass- und Materialqualität. Was hier für einen Paarpreis von etwas über 1.000 Euro angeboten wird, ist meiner Meinung nach überdurchschnittlich. Das beginnt beim tadellos gefertigten Gehäuse mit elegant und sauber abgerundeten Kanten, setzt sich fort bei der sehr gut verarbeiteten, magnetisch haftenden Frontbespannung – und mündet in eine aufgeräumte und wertig wirkende Schallwand, bei der dank sorgfältig ausgeführter und designter Verblendungen kein sichtbares Schräubchen die optische Anmutung stört. Ähnlich zeigt sich die Rückseite mit akkurat sitzendem Bassreflextunnel und einem solide ausgeführten Single-Wiring-Terminal, in dem meine Bananenstecker mit ordentlich „Grip“ Zugang finden.

Das Single-Wiring-Terminal der Canton Townus 30

Das Single-Wiring-Terminal der Canton Townus 30

Das alles ist in der Preisklasse schon eine Ansage. Erst recht, wenn man bedenkt, dass die Montage der Lautsprecher in Europa (teils in Deutschland, teils in Tschechien) vonstattengeht und die Treiber im Canton-eigenen Werk in Tschechien hergestellt werden. Sorge vor Supply-Chain-Abrissen Richtung Asien muss man bei Canton also nicht haben.

Team Townus – Weichenstellung & Treiber

Die Schallwand der Canton Townus 30 schmücken ein 174-mm-Tiefmitteltöner mit Titanmembran sowie eine 25-mm-Hochtonkalotte mit einer Membran aus Aluminiumoxidkeramik und einem Waveguide, der für eine optimale Schallverteilung sorgen soll. Die Ankopplung ist vergleichsweise hoch gewählt, der Hochtöner kommt erst ab 3 kHz ins Spiel. „Das muss so“, sagt mir Frank Göbl am Telefon. Der Chefentwickler bei Canton schätzt es, wenn der Mittel- beziehungsweise Tiefmitteltöner als breitbandige Kolbenschwinger aufspielen können, daher liegt die Trennung bei seinen Zweiwegedesigns meist rund um 3 kHz und läuft der Mitteltöner seiner Dreiwegler in der Regel zwischen 150 und 3000 Hertz.

Die Aluminiumoxidkeramik-Hochtonkalotte der Canton Townus 30

Die Aluminiumoxidkeramik-Hochtonkalotte der Canton Townus 30 greift ab drei Kilohertz steilflankig ins Klanggeschehen ein

Im Fall der Canton Townus 30 setzt Göbl auf eine Linkwitz-Riley-Filtercharakteristik mit gemischten elektrischen und akustischen „Rechenanteilen“, bei dem die resultierende Flankensteilheit effektiv in beide Richtungen mit sehr steilen 24 dB je Oktave beziffert wird. Die Frequenzweiche nutzt also die natürlichen Rolloffs beider Treiber aus: So bringen der Tiefmitteltöner ein Rolloff von 12 dB und der Hochtöner von 6 dB mit, das Filternetzwerk der Weiche reduziert also bei der Tiefmitteltonankupplung um 12 dB und im Hochtonbereich um 18 dB.

Gut besohlt: die Lautsprecher-Entkopplung

Canton liefert freundlicherweise kleine selbstklebende „Nupsis“ zur Entkopplung der Kompaktboxen vom Ständer mit, das ist ein netter Zug, damit man sofort loslegen kann, richtig highfidel ist das natürlich aber nicht. Ich habe daher meine ViaBlue-UFO-Absorberfüße unter die Lautsprecher gesetzt, die für meinen Geschmack mit knapp 70 Euro für ein Vierer-Set ein tolles Preis-Leistungsverhältnis bieten.

Canton Townus 30: Klangtest und Vergleiche

Lautsprecherpaar Canton Townus 30

Die tonalen Lagen – Qualität und Quantität

Fangen wir mal ganz unten an, denn eines dürfte von vornherein klar sein: Angesichts ihrer Treiberbestückung und ihres Volumens von rund 20 Litern kann die Canton Townus 30 schon aufgrund der Gesetzmäßigkeiten der Physik kein Tiefbassmonster sein, aber sie überzeugt mit einem gut geerdeten und realistischen Grund- und Tieftonbereich, der in meinem 15 Quadratmeter großen Hörraum auch beim Überschreiten der Zimmerlautstärke gegenüber den anderen Frequenzbereichen nicht einknickt. Einen Oberbasshöcker vermag ich nicht auszumachen, er wäre für meinen Geschmack auch gar nicht nötig.

Interpol The Other Side of Make-BelieveSo kommen Bass und Bassdrum in Interpols Stück „Passenger“ (Album: The Other Side of Make-Believe; auf Amazon anhören) in Bezug auf Tiefgang und Pegel realistisch rüber – natürlich unter Wohnraumbedingungen. Logisch: Eine ausgewachsene Standbox und große Kompakte wie die XTZ Divine Delta (die allerdings das Adjektiv „kompakt“ schon reichlich dehnt) oder die Inklang Ayers Two graben noch tiefer und liefern dort auch standfester ab. Trotzdem stelle ich fest: Für ihre kompakten Abmaße erstaunen Basspotenz und Tiefgang der Townus 30. Die Ankopplung an die Mitten geschieht ohne Brüche oder Welligkeiten und das Mittenband zeichnet sehr sauber und klar durch. Was nicht wirklich verwundert, denn bis 3 kHz spielt der Tiefmitteltöner ja eh mehr oder weniger allein. Rein tonal würde ich das Mittenband tendenziell eher als sachlich-nüchtern denn schwärmerisch-schwelgerisch bezeichnen. Die Sprachverständlichkeit ist ausgezeichnet, Stimmen kommen verfärbungsfrei rüber, wenn auch eher monitoresk als betont euphonisch. Auch im Hochtonbereich bildet die Canton Townus 30 neutral ab, nicht zu hell, nicht zu dunkel.

Die Bassreflexöffnung der Canton Townus 30

Die Bassreflexöffnung der Canton Townus 30 bläst heckseitig

Sie lesen es bereits zwischen den Zeilen: Die Townus 30 ist in tonaler Hinsicht keine „Charakterbox mit eigenem Kopf“, sondern eher ein unbestechlicher und damit sehr vielseitiger audiophiler Mundschenk. Ja, ich könnte sie mir spontan in einem kleinen Regieraum als sehr sachdienlichen Nahfeldmonitor vorstellen. Ein wenig erinnert mich die Townus 30 hinsichtlich ihres tonalen Profils an die Buchardt Audio S400 MKII (2.000 Euro), was ich angesichts des Preisunterschieds zwischen beiden Modellen klar als Kompliment betrachte. Eine B&W 606 S2 Anniversary Edition (749 Euro) hingegen hat weniger Schub- und Standkraft im Bass als die Townus 30 und fadet auch früher nach unten aus. Dafür leuchtet die britische Box den Hochton mit „einer Handvoll“ mehr Air und auch einer etwas besseren Feinauflösung aus. Die mit 2.600 Euro Paarpreis mehr als doppelt so teure, aber ähnlich große ProAc Response DB3 klingt insgesamt leicht sonorer, wärmer, farbiger, was vor allem aus ihrer kleinen Oberbassbetonung sowie einem minimal dunkleren Hochtonbereich resultiert.

Sinn für die feinen Dinge: Auflösung und Mikrodynamik

Klingt eine neutral abgestimmte Box wie die Canton Townus 30 langweilig? Nein, eben nicht (zwingend). Selbst wenn die Townus 30 tonal eher neutral-nüchtern unterwegs ist, vermag sie mir aufgrund ihrer Talente in Bezug auf Auflösung und Feindynamik emotionale Erlebnisse zu bieten. Bei der remasterten Liveaufnahme des Sigur-Rós-Stücks „Heysatan“ (Album: Heima, via Qobuz High-Res gestreamt) gab’s sogar gleich mal lang anhaltende Gänsehaut: Hier spielen die sieben Musiker Open Air und ohne Publikum „live on tape“ inmitten einer schroff-nebligen isländischen Landschaft und zelebrieren eine unglaublich zarte, akustische Musik: Vibraphon, Bass, Gitarre, Harmonium, Posaune und zwei Flügelhörner malen eine irisierende Klanglandschaft, bei der es gerade die feinen Nebengeräusche sind, die die Authentizität ausmachen: Ventilklappern der Blasinstrumente, Schwebungen des Vibraphons, ersterbendes Ausklingen einzelner Harmonium-Töne „am Ende des Blasebalgs“. Kein Problem für die Townus 30: Sie vermag einen sogleich in die Aufnahme hineinzuziehen und bringt sämtliche Details mustergültig ans Ohr.

Die Canton Townus 30 von vorne

Auch beim eingangs erwähnten Interpol-Track kommen diese Qualitäten zum Tragen: Man könnte hier beispielsweise am Mischpult fast alle Spuren stummschalten und nur noch die des Gitarristen Daniel Kessler offenhalten – es wäre über die Canton Townus 30 als Regiemonitor immer noch klar: Das muss Interpol sein, diese leicht metallisch angezerrte, leicht verhallte Gitarre, bei der stoisch Terzen und Quarten gezupft werden, diese typische Signatur des Klirrspektrums beim abmikrofonierten Gitarren-Amp: Das zeigt die Townus 30 richtig gut und wiedererkennbar auf.

Talk Talk Spirit of EdenAllerdings: Die zuvor genannten Meriten zahlen bei der Townus 30 vorwiegend aufs Mittenband ein. Wenn’s in den „richtigen“ Hochton und Superhochton geht, gibt es wiederum Lautsprecher, die akustischen Goldstaub noch feiner streuen. So kommen bei Talk Talk’s Album Spirit of Eden (auf Amazon anhören) in den Stücken „Desire“ und „Inheritance“ nicht nur allerlei verschiedenen Ride- und Crashbecken, sondern zudem diverse Shaker, Regenhölzer und andere obertonreiche Percussion-Instrumente zum Einsatz. Die – um ein Vielfaches teureren – B&W 805 D3 oder meine ProAc Response DB3 (2.600 Euro) separieren und definieren solche Klangquellen noch präziser. Es ist beileibe nicht so, dass man sie über die Townus 30 nicht auseinander halten könnte – aber das alles läuft über die beiden britischen Lautsprecher noch einen Tick müheloser und selbstverständlicher.

Druck & Dynamik

The Clash London CallingZur Feindynamik hatte ich oben schon berichtet, doch wie hält die Canton Townus 30 es mit Grobdynnamik, Druck, handfester Lastwechselfreude? Nun, sie beschreitet in ihrer Größen- und Preisklasse einen sehr allürenfreien und austarierten Mittelweg. Gerade ab dem Tiefmitteltonbereich aufwärts kann die Townus 30 recht zackig und alert aufspielen. Das ist gut zu hören bei The Clashs „Guns of Brixton“ (Album: London Calling; auf Amazon anhören), das ich aus sentimentalen Erwägungen mal schön per Vinyl zuführte. Scheppernde Snare, zackige Hi-Hat-Sechzehntel, schnell eingeflogene Gitarren-Offbeats: Macht richtig Spaß! Auch von überraschenden Orchester-Tutti kann man sich über die Townus 30 durchaus lustvoll in den Sessel drücken lassen, trotzdem gibt’s Lautsprecher in der Preisregion, die gerade im Tieftonbereich (Kesselpauken, „hart gesägtes Cello“) noch mehr lostreten können, auch hier fällt mir wieder die Inklang Ayers Two (1.660 Euro) ein – die dafür nicht die unbestechliche tonale Neutralität der Canton erreicht.

Hochtöner mit Waveguide an der Canton Townus 30

Und logischerweise geht an den (preislichen und konstruktiven) Extremstellen noch mehr: Die Horn Acoustic Ferria, die nicht nur fast das zehnfache der Canton Townus 30 kostet, sondern auch noch mit einem völlig anderen Konzept aufwartet (Zweiwege-Standbox mit gewaltigem Hochtonhorn), nimmt sich gegenüber der Townus aus wie ein Ferrari gegenüber einem VW Golf – und die Standbox Joachim Gerhard Collection Nano (4.600 Euro) ist trotz des vierfachen Preises gegenüber der Canton Townus 30 nicht deutlich impulsiver oder brachialer unterwegs. Falls Sie sich fragen, warum ich ausgerechnet diese beiden Lautsprecher zum Vergleich heranziehe? Nun, die hatte ich zuletzt vor der Townus 30 zu Gast – und sie zeigen, wie weit dehnbar die audiophilen Qualitäten in alle Richtungen sind. Auch hier steht die Townus schön in der Mitte …

Unkomplizierter Bühnenbau

Was ich sehr schätze: Die Canton Townus 30 ist unglaublich unkompliziert in der Aufstellung. Sie bietet einen erstaunlich großen Sweet Spot, in dem es in Sachen Bühnenbau „richtig“ klingt, und verzeiht dabei sogar, wenn die Einwinkelung beiderseitig nicht gradgenau symmetrisch ist. Das hat man nicht alle Tage. Was die Ortbarkeit der Klänge und Schallsignale angeht, zeigt sich die Canton Townus 30 eher integrierend als erbsenzählerisch. Bei größeren Chorwerken beispielsweise entsteht einerseits ein sehr schöner Gesamteindruck des Ensembles, andererseits gibt es auch Lautsprecher, bei denen man glaubt, die vierte Altistin von links problemlos mit geschlossenen Augen via Laserpointer blenden zu können. Grundsätzlich gefällt mir über die Townus 30 die stereofone Wiedergabe kleiner Ensembles mit Laufzeitstereofonie (Harry Belafonte at Carnegy Hall) besser als unübersichtlich, reich instrumentierte Kost, bei der die Bühne am Panoramaregler des Mischpults künstlich erzeugt wurde.

Blick ins Bassreflexrohr der Canton Townus 30

Paarungen

Mir hat die Canton Townus 30 so richtig gut mit dem Tsakiridis Aeolos+ im Triodenmodus gefallen. Denn die Townus 30 spielt, ich erwähnte es ja mehrfach, tonal eher etwas nüchtern und sachlich. Die sorgfältig abgeschmeckte Prise „Röhrensound“ hat sich mit der Townus 30 perfekt vereint. Ähnlich ging es mir auch mit meinen recht sinnlichen Valvet-Monoblöcken, während mir die Paarung mit dem Abacus Ampollo Dolifet (der ebenfalls sehr neutral-sachlich-studiomäßig klingt) nicht uneingeschränkt zusagte: Was gefiel, war der leichte Zugewinn an Schmackes und Konturiertheit im Bass (eh das Sahnestück bei diesem Amp), allerdings wirkte es mir gerade in den Mitten dann ein wenig zu kühl. Wobei man auch hier wieder differenzieren muss: Das kann eben auch cool sein – wenn man z.B. beinharte Electronica oder gut produzierten Disco-Sound hört. Schönheit liegt am Ende dann immer im Ohr des Betrachters.

Addendum: der Subwoofer

Canton Power Sub 10

Unterstützung mit Tiefenwirkung: der Canton Power Sub 10 (Foto: Canton)

649 Euro legt man für den Power Sub 10 auf den Tisch. Ich mach’s kurz: Das ist ein Schnäppchen. Eigentlich habe ich es nicht so mit Subwoofern, weil ich der Ansicht bin, „wer Bass will, sollte gleich dicke Standlautsprecher kaufen“, und mich das Abstimmungs-Gedudel eher nervt – zudem empfinde ich sie optisch zumeist als störend. Doch dieser mit einem 257-mm-Frontantrieb und einer ebenso großen, nach unten feuernden Passivmembran bewehrte Powerwürfel (200 Watt Nennleistung) kann der Townus 30 tatsächlich genau an den Punkten aushelfen, an denen es in größeren Räumen oder bei hoher Lautstärke hapert: Tiefe, Druck, Durchsetzungskraft im Untergeschoss. Da sich Phasenlage, Übergangsfrequenz und Lautstärke stufenlos regeln lassen, ist eine sehr feinfühlige Anpassung an die Raumakustik und den persönlichen Geschmack möglich. Ich habe mich zunächst an die für meinen Raum optimale Übergangsfrequenz rangetastet (80 Hertz) und dann – mit geschlossenen Augen auf dem Sofa sitzend – meine Gattin gebeten, die Lautstärke des Subs ganz langsam von Null aus hochzudrehen. Genau an dem Punkt, an dem sich die Kompaktlautsprecher „gefühlt“ in Standlautsprecher verwandelten, habe ich „Stopp“ gerufen. Ja, ich muss zugeben: Der Sub 10 ist ein verlockendes Angebot und eine echte Stütze, wenn’s untenrum mal etwas heftiger oder substanzieller zugeht.

Der Tiefmitteltöner der Canton Townus 30

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Test: Canton Townus 30 | Kompaktlautsprecher

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