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Test: Phonar Veritas P4 Next | Standlautsprecher

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  1. 1 Test: Phonar Veritas P4 Next | Standlautsprecher

Juli 2012 / Tobias Zoporowski

Ihr Beiname „Next“ lässt vermuten, dass Phonars (www.phonar.de) neue Standbox Veritas P4 einer neuen Generation im Portfolio des in der Nähe von Flensburg beheimateten Herstellers angehört. Optisch unterscheidet sie sich mit ihrem schrägen Gehäuse von ihren Schwestern, die aufrecht durchs Leben gehen. Dass die Asymmetrie ihres Korpus, der sich wahlweise in sechs Oberflächen (teils gegen Aufpreis) gewanden lässt, nicht nur Designgründe hat, liegt nahe.

Die Phonar-Mannen geben dazu an, dass die Veritas P4 sich um exakt fünf Grad vom Hörer weg neigt, um eine akustische Phasenkorrektur der Lautsprechereinheiten zu erzielen und dass die asymmetrische Formgebung stehende Wellen im Gehäuseinneren minimieren hilft.

Phonar Veritas P4 Next Abdeckung

Dieser Ansatz ist klassischer Lautsprecherbau, den die sympathischen Nordlichter zweifellos beherrschen, wie ich bereits in der Vergangenheit mehrfach erleben konnte. So sind mir die größeren (und älteren) Modelle Veritas P5 und Veritas P7 in guter Erinnerung, auch wenn dies in beiden Fällen bereits einige Jahre zurückliegt. Darum verwundert mich auch nicht, dass die Verarbeitung und Furnierung der knapp einen Meter hohen Säule Möbelqualität besitzt.

Phonar Veritas P4 Gehaeusearten

Was die technische Ausstattung anbetrifft, hat Phonar bei der Veritas P4 ungewöhnlich großzügig hingelangt. Und damit meine ich weder das hochwertig ausgeführte Bi-Wiring-Terminal, über dessen Sinnhaftigkeit man in dieser Preisklasse durchaus streiten kann, und auch nicht die Möglichkeit, die Performance des Hochtöners mittels einer Steckbrücke abzusenken oder anzuheben – bei Phonar ist dieses Feature üblich –, ihre Bestückung macht den Unterschied zum Wettbewerb in der 1.600-Euro-Liga aus.

Phonar Veritas P4 Next Steckbrücke

So haben sich die Entwickler in Tarp etwa bei der Auswahl des Hochtöners für eine Gewebekalotte des renommierten Unternehmens „ScanSpeak“ entschieden, welches das gleiche 26-Millimeter-Chassis auch an Lautsprecherhersteller liefert, deren Produkte in der Regel ein Vielfaches der Veritas P4 kosten. Zudem „matcht“ Phonar die Hochtöner paarweise, was auch nicht selbstverständlich ist. Zumindest nicht in dieser Preisregion. Die beiden 13 Zentimeter durchmessenden Tiefmitteltöner werden von „Peerless“ bezogen und teilen sich die Kellerarbeit brüderlich: Das untere Chassis deckt dabei das Spektrum vom Tiefbass bis etwa 800 Hertz ab. Den Bereich der „mittleren“ Mitten verantwortet der zweite 13er alleine; ab etwa 1.900 Hertz schließlich – also in einem Bereich, wo die Empfindlichkeit unseres Gehörs am größten ist – setzt der Hochtöner ein. Beide Tiefmittelton-Chassis atmen rückseitig durch jeweils ein Bassreflexrohr aus.

Der Hersteller kommuniziert an dieser Stelle gern Parallelen zu seinem Topmodell „Credo Reference“, die ich insofern akzeptiere, als dass der Lautsprecherkorpus sich in beiden Fällen nach hinten neigt. Realistisch betrachtet haben „Veritas“ und „Credo“ (siehe auch Test der Credo Primus) ansonsten ziemlich wenig miteinander zu tun. Die modular Phonar Veritas P4 Next Chassisaufgebaute Credo kostet ab 4.000 Euro aufwärts, in der aktiven Variante wird es fünfstellig. Zu den preisklassenbezogen eher unüblichen Details der Veritas P4 Next gehört meiner Ansicht nach auch, dass die komplette Innenverkabelung vom US-amerikanischen Hersteller „Wireworld“ stammt. Der „Stream“ getaufte Leiter ist auch im normalen Programm erhältlich und kostet etwa 90 Euro pro Stereometer. Als interne Verdrahtung für eine Standbox der „Consumer-Class“ – was ich gar nicht abwertend meine – ist das eine Ansage. Übrigens hat Phonar seit kurzem den Deutschlandvertrieb für Wireworld inne.

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