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Test: NAD C 510 | D/A-Wandler

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  1. 1 Test: NAD C 510 | D/A-Wandler

Juni 2015 / Jochen Reinecke

Es gibt Hersteller, die sich hinsichtlich der Optik und des Klang ihrer Komponenten über Jahrzehnte treu bleiben; mir fallen da auf Anhieb McIntosh oder Accuphase ein – oder auch Marantz und Tannoy. Etwas anders ist es bei NAD: Was die Optik angeht, kann ganz klar festgestellt werden, dass dieser Hersteller eine klare Linie verfolgt: Möglichst keine Experimente, kein unnötiger Zierrat – eine fast Bauhaus-artige Reduktion auf das Wesentliche zeichnet die HiFi-Komponenten von NAD (www.nad.de) seit jeher aus.

Der NAD C 510 von hinten
Der NAD C 510 von hinten

Anders ist es jedoch beim Klang, so finde ich zumindest: Gerade die frühen Vertreter, allen voran der Kultverstärker 3020, zeichneten sich durch eher bescheidene technische Spezifikationen aus, klangen aber dafür dynamisch umso zupackender, ja fast etwas raubauzig. Und wohl auch tonal nicht so ganz neutral, mit einem leichten „Schlag“ ins Voluminöse beim Bass. Das kam zu jener Zeit gut an, als bezahlbares HiFi stets etwas zahm, zuweilen gar langweilig klang. Dieses Bild hat sich meiner Meinung nach gewandelt. Ich erinnere (mich) da beispielsweise an den Vollverstärker C390DD, der zwar durchaus rhythmisch und auf den Punkt spielte, aber tonal im Vergleich zu dem NAD-Sound der frühen Jahre fast ein wenig dezenter an den Frequenzgangenden daher kam. Ohne nun zu viel vorwegnehmen zu wollen, kann aber schon an dieser Stelle gesagt werden: Auch der C 510 ist eher dem „neuen“ NAD-Sound zuzuordnen. Aber „NAD“ steht ja auch für „New Acoustic Dimensions“.

Der NAD C 510 von innen
Der NAD C 510 von innen

Der NAD C 510
Der NAD C 510 hält symmetrische wie unsymmetrische Anschlüsse bereit

Unsereins würde den C 510 „Pre-DAC“ nennen: Also einen D/A-Wandler mit regelbarer Lautstärke. Bei NAD hingegen legt man ausdrücklich Wert auf die Feststellung, dass es sich beim C 510 um eine Vorstufe handle, wenn auch um eine rein digital beschickbare. Warum ist das so? Nun, bisweilen ist eine digitale Lautstärkeregelung verlustbehaftet, weil diese gewissermaßen einige Bits der originalen digitalen Wortbreite „klaut“, und zwar umso mehr, je stärker die Lautstärke abgesenkt wird. Dies führt häufig zu einer gewissen räumlichen, tonalen oder dynamischen „Verflachung“ des Klangs bei dergestalt reduziertem Pegel. Anders beim C 510: Dieser arbeitet ebenso wie der oben bereits genannte C 390DD mit einem Zetex-Chip, der alle eingehenden Daten ohne Wenn und Aber in ein pulsweitenmoduliertes Signal umwandelt, und zwar bei einer Samplingrate von 844 kHz. Das ergibt für die Lautstärkeregelung einen so großen digitalen Headroom, dass diese tatsächlich nicht nur genau so fein arbeitet wie die einer klassischen analogen Vorstufe, sondern eher noch feiner.

Die Fernbedienung des NAD C 510
Die Fernbedienung des NAD C 510

Erfreulich finde ich, dass der C 510 trotz seiner gewaltigen Rechenpower eben nicht zum stundenlangen Herumspielen mit allerlei Digitalfiltern auffordert. Daher kommt er auch mit genau vier Bedienelementen aus: einem frontseitigen Standby-Schalter, zwei Tastern zum Durchsteppen der Eingänge und einem Volume-Regler. Wesentlich mehr gibt es auf der Rückseite zu sehen. Erfreut bemerkt der Rezensent neben einem Paar Cinchbuchsen auch einen XLR-Ausgang. Eingangsseitig bietet der C 510 insgesamt sechs digitale Eingänge: AEX/EBU (XLR), S/PDIF (koaxial und optisch), USB und 2 x HDMI. Man könnte an dieser Stelle ins Philosophieren geraten, warum sich NAD nun genau für diese Auswahl entschieden hat. Vom „normalen“ Heimanwender ausgehend hätte ich lieber einen HDMI-Eingang gegen einen weiteren koaxialen Anschluss getauscht, aber nun gut, vielleicht bin ich da auch einfach altmodisch – oder zumindest altmodisch ausgerüstet.

Klares Gerätekonzept – kurze Einleitung. Da lacht auch der Leser, begeben wir uns doch gleich in den Klangteil!

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