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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Glühwürmchen inside
  2. 2 Cayin N3 Pro: Klangtest & Vergleiche

Es gibt gute Argumente, die für die Kombination von Kopfhörern mit Röhrenverstärkern sprechen. Während es zuhause meist problemlos möglich ist, einen der vielen erhältlichen stationären Röhren-Kopfhörerverstärker zu betreiben, sieht die Sache unterwegs anders aus. Gut also, dass es den Digital-Audio-Player (DAP) Cayin N3 Pro (698 Euro | https://cayin.com/produkt/cayin-n3) gibt, denn der macht Röhrensound mobil.

Röhren & Kopfhörer!?

Cayin N3 Pro - Röhre

Glühwürmchen inside: Zwei selektierte 6418-Subminiaturröhren stecken im Cayin N3 Pro

Fangen wir mit dem Thema „Kopfhörer und Röhrenverstärker“ an. Das passt schon technisch gut, denn Röhren verstärken in erster Linie Spannungen, im Gegensatz zu Halbleitern, die Strom verstärken. Entsprechend geben sie ihre Leistung am liebsten an einen hohen Lastwiderstand ab. Während Lautsprecher in der Regel eine Nennimpedanz in Höhe von vier bis acht Ohm aufweisen und man deshalb in den meisten Fällen einen Übertrager benötigt, wenn man Röhren mit ihnen in Verbindung bringt, liegt die Impedanz von Kopfhörern meist deutlich höher. 32 bis 300 Ohm sind bei Kopfhörern gängige Werte. Röhren haben hier also leichtes Spiel.

Eine Prise Klirr, bitte

Klanglich ist die Verbindung von Röhren mit Kopfhörern in vielen Fällen ebenfalls eine gute Kombination. Röhren erzeugen bei entsprechender Auslegung der Schaltung ein sehr harmonisches Klirrspektrum. Was nicht heißt, dass ein Röhrenverstärker immer stark klirrt. Man kann ein Röhrengerät auch so konstruieren, dass es piekfeine Messwerte liefert und sich hinter keinem Transistorgerät verstecken muss. Aber man kann sich das Klirrverhalten von Röhren zunutze machen, um das Klangbild etwas anzureichern. Und das kann in Verbindung mit Kopfhörern durchaus sinnvoll sein. Denn beim Hören über Kopfhörer fällt Einiges an „natürlichem“ Klirr weg. Klirr, den der Hörraum erzeugt, sprich den Möbel, Lampen, Deko und was sich sonst noch alles im Raum befindet und sich durch die Musik zum Mitschwingen anregen lässt, zum Höreindruck beisteuern. Das nimmt man in den seltensten Fällen bewusst wahr, außer wenn es sich störend in den Vordergrund drängt. Fehlt dieser gewohnte Klirranteil, nimmt man die Wiedergabe unter Umständen als dünn oder nüchtern war. Ich persönlich halte es für legitim, der Wiedergabe über Kopfhörer gegebenenfalls mit ein Bisschen „Röhrenschmelz“ auf die Sprünge zu helfen.

Cayin N3 Pro im Playmodus

Tubes go mobil

Im mobilen Einsatz gestaltet sich die Sache mit den Röhren etwas komplizierter. Röhren sind im Vergleich zu Halbleitern meist größer, benötigen eine hohe Anodenspannung sowie Strom für ihre Heizung und entwickeln ordentlich Abwärme. Allerdings wurden seit den 1940er Jahren zahlreiche sogenannte Subminitaturröhren entwickelt, die zum Beispiel in batteriebetriebenen Hörhilfen Anwendung fanden. Bis heute werden sie auch gerne in Röhrenmikrofonen verbaut. Und ein Paar solcher Röhren – genauer gesagt zwei selektierte 6418-Typen – stecken im Cayin N3 Pro.

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Idee, mobile Geräte mit Subminiaturröhren zu bestücken, keine ganz neue ist. Das haben schon andere gemacht. Etwa Woo Audio im WA8 Eclipse oder ALO im Continental Dual Mono – die allerdings keine Player, sondern mobile DAC/Kopfhörerverstärker sind. Und sicher gibt es noch weitere, die ich nicht auf dem Schirm habe. Cayin (Zhuhai Spark Electronic Equipment Co., Ltd.) jedenfalls baut seit 1993 hochwertige HiFi-Komponenten, bevorzugt mit Röhrentechnik, und hat 2013 angefangen, Digital Audio Player beziehungsweise DAPs zu entwickeln und zu fertigen. Und auf diesem Gebiet hat Cayin schon ein paar wirklich superbe Geräte auf den Markt gebracht, zuletzt etwa den innovativen 6Nii (N6MK2), für den es verschiedene Motherboards mit unterschiedlichen DAC-Chips und Kopfhörerverstärkern gibt.

Lecker Chips

Cayin N3 Pro von oben

Beim Cayin N3 Pro kann man zwischen einem mit Röhren bestücken Ausgangsverstärker, den man zudem im Trioden- oder Ultralinearbetrieb arbeiten lassen kann, und einem symmetrisch aufgebauten Halbleiterverstärker umschalten

Als Wandler-Chips kommen im N3 Pro gleich zwei AK4493EQ zum Einsatz. Um das Maximum an Klang und einen noch höheren Dynamikspielraum aus den Chips herauszuholen, ist im N3 für jeden Kanal ein eigener AK4493EQ zuständig. Die Chips von Ashai Kesei (AKM) verarbeiten im Cayin N3 Pro PCM-Daten bis 32 Bit/384 kHz und DSD bis DSD 256. In Sachen Multibit-Wandler läuft AKM seit einiger Zeit Texas Instruments so ziemlich den Rang ab – die „Velvet Sound“-Chips der Japaner gehören aktuell definitiv zum Feinsten, was man an Wandlern verbauen kann.

Verstärkung & Schnittstellen

Nicht weniger fein sind die verbauten Kopfhörerverstärker. Beim Cayin N3 Pro kann man zwischen einem mit Röhren bestücken Ausgangsverstärker, den man zudem im Trioden- oder Ultralinearbetrieb arbeiten lassen kann, und einem symmetrisch aufgebauten Halbleiterverstärker umschalten. Die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse des N3 Pro lässt einem die Wahl, ob Röhren oder Halbleiter die Verstärkung übernehmen. An der 4,4-mm-Pentaconn-Buchse steht dagegen allein das symmetrische Signal des Halbleiterverstärkers zur Verfügung.

Cayin N3 Pro mit Klinkenstecker

Der Cayin N3 Pro kann Kopfhörer auch symmetrisch an die Leine nehmen

Darüber hinaus verfügt der N3 Pro über eine weitere 3,5-mm-Stereo-Klinkenbuchse, an der ein Line-Signal zum Anschluss an weitere HiFi-Geräte ausgegeben wird. Wer trotz der aufwändigen Kopfhörerverstärker aus irgendeinem Grund lieber kabellose Bluetooth-Kopfhörer mit dem N3 Pro betreiben will, kann die Bluetooth-5.0-Konnektivität des N3 Pro nutzen. Die erwies sich bei meinen Versuchen allerdings als wenig stabil. Doch aus klanglicher Sicht ist Bluetooth hier eh nicht empfehlenswert.

Hinein gelangen die Musikdaten in den Cayin N3 Pro über den USB-C-Anschluss oder eine Micro-SD-Karte, für die das Gerät an der Seite einen Slot besitzt. Schließt man den N3 Pro per USB an, kann man ihn auch als reinen DAC nutzen und ihn die vom Computer oder Musikserver zugespielten Musikdaten wandeln lassen. Umgekehrt kann man den N3 Pro auch als reinen Datenlieferanten verwenden und am USB-Anschluss ein S/PDIF-Signal abgreifen, das man etwa einem anderen Wandler zuspielen kann. Zuletzt ist der USB-Anschluss auch OTG-fähig (On-the-go): Der N3 Pro kann also unmittelbar mit anderen USB-Geräten, etwa einer externen USB-Festplatte, kommunizieren.

Cayin N3 Pro - Micro-SD-Karte

Der Cayin N3 Pro verschlingt Micro-SDs bis zu 1 TB, über einen internen Speicher verfügt er nicht

Die WiFi-Verbindung scheint dagegen noch nicht so richtig in das Konzept eingebunden zu sein. Weder finde ich den Cayin N3 Pro in meinem UPnP-Netz, noch funktioniert das Herunterladen des Firmwareupdates. Doch immerhin sind Updates, die aktuell über die SD-Karte eingespielt werden können, vorgesehen. Da besteht Hoffnung, dass Cayin auch die WiFi-Anbindung des N3 Pro praxistauglich(er) macht.

Handling

In Sachen Player-Software hat sich Cayin Unterstützung bei den Experten von HiBy geholt. Damit verfügt der N3 Pro über eine leicht zu bedienende Software, die sich auf die Möglichkeiten der Musikwiedergabe und die Verwaltung der Musiktitel konzentriert. Als Bonus gibt es die HiBy-Link-App fürs Smartphone, mit der man den Cayin N3 Pro per Bluetooth vom Smartphone aus fernbedienen, Playlisten anlegen und seine Musik verwalten kann.

Cayin N3 Pro - Bedienfläche mit Lautstärkerädchen

Hardwareseitig gefallen beim Cayin N3 Pro nicht zuletzt das helle, gut ablesbare Touchdisplay, das solide Gehäuse und die Wertigkeit der mechanischen Tasten

Hardwareseitig gefällt mir das helle, gut ablesbare Touchdisplay, das solide Gehäuse und die Wertigkeit der mechanischen Tasten und des Lautstärkereglers. Dass es im Detail noch Luft nach oben gibt, zeigen zum Beispiel die teureren Cayin Player. Dennoch – der N3 Pro bietet eine feine Verarbeitung und wirkt sehr solide.

Alternativen

Natürlich haben auch andere Hersteller DAPs dieser Preisklasse im Angebot. Astell & Kern, die wohl aktuell das größte Angebot hochwertiger DAPs bieten, sind mit dem A&norma SR15 (750 Euro) am Start, ein schickes Gerät, das neben dem markentypischen kantigen Stealth-Design mit neuem Android-basierte AK-Betriebssystem aufwartet. Im Inneren werkelt ein CS43198-Dual-DAC-Chip von Cirrus, der allerdings die nicht ganz so hohe Datenraten verarbeitet wie der Cayin. Spannend ist sicher auch der Fiio M11 Pro (700 Euro), der mit zwei AKM AK4497EQ D/A-Wandlern und insgesamt mehr Rechenpower als der Cayin N3 Pro kommt – was es ihm unter anderem erlaubt, auf Android zu setzen.

Cayin N3 Pro: Klangtest & Vergleiche

Cayin N3 Pro mit In-Ear

Der Cayin N3 Pro beherrscht auch Bluetooth

Wie die meisten modernen DAPs bietet auch der Cayin N3 Pro verschiedene Möglichkeiten, den Klang zu beeinflussen. Das fängt bei recht ohrenfälligen Eingriffen mithilfe des eingebauten Equalizers an. Dazu kommen verschiedene Einstellungen des Digitalfilters für die Wandlung von PCM-Daten und für die Behandlung von DSD-Daten. Damit die Klangbeschreibung, die auch die vier Verstärker-Optionen berücksichtigen muss, nicht ausufert, lasse ich Digitalfilter und Equalizer außen vor. Wenn Sie der N3 Pro interessiert, können Sie sich ausgiebig selber mit dem klanglichen Feintuning beschäftigen.

Röhren hören …

Den Hörtest beginne ich mit meinem geliebten Campfire Equinox. Und erlebe eine kleine Enttäuschung. Denn natürlich will ich als erstes Röhren hören. Doch zusammen mit der Röhrenausgangsstufe kommt der Kopfhörer, den ich wegen seiner eindrucksvollen Dynamik und Lebendigkeit mag, nicht richtig aus dem Quark. Seine gewohnten Qualitäten entwickelt der Custom-Fit-In-Ear erst im Zusammenspiel mit der Solid-State-Verstärkung des N3 Pro. Warum das so ist, kann ich nur vermuten: Der Röhren-Amp ist für eine untere Impedanz von 32 Ohm spezifiziert. Der Equinox bietet hier bestenfalls 19 Ohm. Vielleicht ist die „Fehlanpassung“ zu groß. Damit eignet sich der Equinox weniger, um dem Cayin N3 Pro in seinen verschiedenen Modi auf den Zahn zu fühlen.

Cayin N3 Pro mit Over-Ear-Kopfhörer

Cayin N3 Pro und Pioneer SE Monitor5

Wie zum Beweis dieser These legt der große Studiokopfhörer Pioneer SE Monitor5, der mit 40 Ohm innerhalb der Röhren-Spezifikation liegt, im Zusammenspiel mit dem Röhrenverstärker mächtig los. Und hier passt der Röhrencharakter glänzend. Der große Pioneer wird seinem Anspruch, ein Monitor-Kopfhörer zu sein, gerecht und zeichnet sich durch ein sehr neutrales, zuweilen regelrecht nüchternes Klangbild aus. Und hier tun die Röhren genau das, wofür ich Röhren schätze. Sie bringen eine Nuance Spannung und Leben in die Wiedergabe, ohne dass man ernsthaft von Sounding sprechen kann. Geben wir zu Protokoll, dass sich die Röhrenausgangsstufe des Cayin N3 Pro genauso verhält wie die meisten „großen“ Röhrenverstärker: An Kopfhörern mit zu niedriger Impedanz funktionieren sie suboptimal. Passt der Lastwiderstand, können sie ihren Zauber entfalten.

Neues Team

Cayin N3 Pro Albumübersicht

Cayin N3 Pro und Sennheiser HD 660S

Um dem Cayin N3 Pro unter allen Aspekten standesgemäß auf den Zahn fühlen zu können, greife ich schließlich auf den Sennheiser HD 660S zurück. Der passt mit einem Preis von rund 500 Euro gut zum Cayin, bietet mit 150 Ohm eine röhrenfreundliche Impedanz und lässt sich dank austauschbarer Kabel sowohl unsymmetrisch als auch symmetrisch betreiben.

Bass vs. Stimme

Alicia Keys - The Diary Of Alicia KeysAlicia Keys hat mich zuletzt mit „Underdog“ mächtig beeindruckt. Auf meiner für DAPs bereitliegenden Micro-SD-Karte finde ich allerdings nur das ältere Album The Diary Of Alicia Keys (auf Amazon anhören). Gleich das Intro „Harlem’s Noctune“ versteigt sich in Töne, die ziemlich weit links auf der Klaviatur liegen. Dazu kommt eine knackige Drum, was zusammen eine Mischung tiefer Töne ergibt, an der sich die eine oder andere HiFi-Komponente schon mal verschluckt. Davon kann beim Cayin N3 Pro keine Rede sein. Wird der Sennheiser per 3,5-mm-Klinkenstecker von der halbleiterbestückten Verstärkerstufe versorgt, gibt sich der DAP keine Blöße und lässt den HD 660S präzise den beiden Instrumenten folgen.

Das bleibt auch beim Wechsel zur Röhren-Ausgangsstufe im Ultralinearbetrieb so. Diese Betriebsart nimmt den Bass eine winzige Nuance zurück, was nur unmittelbar beim Umschalten auffällt. Kontrolle und Präzision bleiben dabei weitgehend auf dem gleichen hohen Niveau. Das ändert sich, als ich die Röhren in den Triodenbetrieb schalte. Jetzt gibt der Cayin die untersten Oktaven deutlich verhaltener wieder. Dazu klingt der Bass merklich gesoftet. Je lauter ich höre, desto mehr verstärkt sich dieser Eindruck. Dafür gibt es eine plausible Erklärung: Im Triodenbetrieb liefert der N3 Pro die geringste Ausgangsleistung. Und es klingt für mich so, als ob dem Cayin-DAP am HD 660S bei höheren Lautstärken einfach die Puste ausgeht. Ganz so anspruchslos ist der Sennheiser-Kopfhörer leitungsmäßig nämlich nicht.

Cayin N3 Pro - Seitenflanken

Das bestätigt der Wechsel auf den symmetrischen Anschluss. Der Halbleiterverstärker liefert im symmetrischen Betrieb beinahe die zehnfache Leistung des Röhrenverstärkers. Und das hört man – vor allem, wenn man es krachen lässt. Grobdynamisch performt der Sennheiser hier definitiv am besten. Dennoch, die Röhren haben ihren Reiz, vor allem in den Mitten und im Hochton. Sobald es etwa darum geht, eine Stimme eindrucksvoll in Szene zu setzen, schlägt die Stunde der Retrotechnik.

Alicia Keys gefällt mir im Röhren-Ultralinearbetrieb am besten. Hier legt sie im Ausdruck noch etwas nach, obwohl sie gegenüber dem Halbleiter einen Hauch leiser wirkt. Trotzdem wirkt die Stimme intensiver, scheint in allen Details plastischer. Das macht richtig Spaß. Der Triodenbetrieb funktioniert bei dieser Musik für meinen Geschmack hingegen weniger gut – die Einbußen im Bass sind mir zu groß.

Buika - Niña de fuegoEin Wechsel zu Buikas Album Niña de fuego (auf Amazon anhören) ergibt einen anderen Eindruck. Dem eh weich und dezent klingenden Bass schadet es kaum, wenn er noch etwas weiter in den Hintergrund rückt. Dafür entwickelt die beeindruckende Stimme von Frau María Concepción Balboa Buika eine Eindringlichkeit, der man sich kaum entziehen kann. Wer einen Eindruck davon gewinnen möchte, was einige HiFi-Enthusiasten dazu treibt, Unsummen in alte, direktgeheizte Trioden zu stecken, denen sie mit erheblichen Massen an Metall in Form von Trafos, Drosseln und Übertragern ein paar lausige Watt abtrotzen, welche sie von raumfüllenden Hornlautsprechern in hörbaren Schall umwandeln lassen, der höre sich das hier mal an. Das ist eindringlich, intensiv, zum Schwelgen.

Große Anlagen, in deren Zentrum Vintage-Trioden ihre erhebliche Abwärme verströmen, können regelrechte Emotionsmaschinen sein. Und der Cayin N3 Pro vermittelt einem einen ziemlich überzeugenden Eindruck davon, welche Faszination die Sache haben kann. Wenn ein Liebhaber dieser Fraktion einen DAP suchen würde, um unterwegs Musik mit der von ihm bevorzugten Klangsignatur zu hören, würde ich ihm zum Cayin N3 Pro raten.

Cayin N3 Pro - Schnittstellen

Hoch oben!

Auch im Hochton unterscheiden sich die verschiedenen Verstärkerstufen deutlich. Wobei die Unterschiede zwischen dem symmetrischen oder unsymmetrischen Anschluss in diesem Bereich so gut wie nicht wahrnehmbar sind, wenn man über die Halbleiter-Ausgangsstufe hört. Die Nuancen, die ich herauszuhören meine, ließen sich genauso gut auf Kabeleinflüsse zurückführen. Am Sennheiser gefällt mir der unsymmetrische Anschluss beinahe besser.

patricia barber - modern coolPatricia Barbers Album Modern Cool (auf Amazon anhören) ziehe ich gerne zur Beurteilung der oberen Frequenzen heran. Die Aufnahme bietet eine ordentliche Dosis Hochton, der im Studio hervorragend aufgelöst eingefangen wurde. Über Komponenten, die hier gut performen, ist das absolut genießbar, bei Komponenten, die unsauber arbeiten, wird es schnell scharf, und wenn Komponenten den Hochton gnädig dimmen, wird es langweilig. Der Cayin N3 Pro klingt per Halbleiter mustergültig. Auch die Röhren im Ultralinearbetrieb lasse ich als weitgehend neutral durchgehen. Insgesamt wirkt die Wiedergabe hier sogar luftiger und weiträumiger. Gefühlt würde ich sagen, dass der auf der Aufnahme enthaltene Hochton im Ultralinear-Röhrenbetrieb vielleicht eine Nuance zurückgenommen wirkt, jedoch durch die harmonischen Oberwellen, die die Röhren untermischen, quantitativ auf dem gleichen Niveau gehalten wird.

Die Qualität verändert sich gegenüber den Halbleitern dahingehend, dass der Hochton etwas diffuser anmutet, dadurch aber einen weiträumigeren Eindruck hinterlässt. Mir gefällt das extrem gut. Wobei ich je nach Musik zwischen dem etwas weiträumiger-entspannten und dabei etwas „funkelndem“ Röhren-Ultralinearbetreib und dem sehr klaren, kraftvollen Halbleiter-Sound schwanke. Im Triodenbetrieb schließlich konzentriert sich die Wiedergabe stärker auf die Mitten. Der Hochton nimmt sich in einem Maß zurück, das in vielen Fällen bestimmt angenehm wirkt. Mit der richtigen Musik entwickelt das definitiv eine ganz eigene Faszination.

Cayin N3 Pro - Slot für Micro-SD

Nuanciert

Feindynamisch spielt der Cayin N3 Pro sehr nuanciert. Hier machten die eingesetzten AKM „Velvet Sound“-DAC-Chips ihrem Namen alle Ehre und liefern feine Dynamikabstufungen. Wobei mir der „große“ Kopfhörerverstärker SPL Phonitor se vor kurzem gezeigt hat, dass man auch mit AKM-Wandlern eine richtig rasante Dynamik erzielen kann. Jetzt ist der Cayin N3 Pro dynamisch ordentlich auf Zack – ein regelrechter Dynamik-Expander wie der große SPL DAC/Kopfhörerverstärker ist er jedoch nicht. Auf jeden Fall hat der symmetrische Ausgang mehr Power, um leistungshungrige Kopfhörer grobdynamisch auf Trab zu bringen. Und mit Blick auf andere DAPs muss man zuallererst sagen, dass mir hier kein Gerät einfällt, das mit der brachialen Dynamik eines großen SPL-Kopfhörerverstärkers mithalten kann. Der A&norma SR15 spielt auf einem ähnlichen Niveau wie der Cayin, gibt sich vielleicht sogar noch etwas feiner auflösend. Allerdings würde ich für das Bisschen Plus an Auflösung nie die faszinieren klanglichen Möglichkeiten, die der N3 Pro in Sachen Verstärkung bietet, eintauschen. Das ist schon wirklich ein ziemlich geniales Feature des Cayin.

Raum oder Nichtraum?

Beim Thema Räumlichkeit bin ich, was Kopfhörerwiedergabe betrifft, immer etwas vorsichtig. Durch die hier meist auftretende „Im-Kopf-Ortung“ sind Räumlichkeit und Abbildung etwas anderes als bei raumfüllender Musikwiedergabe. Insgesamt ist die typische Kopfhörer-Charakteristik der Raumabbildung per Halbleiter am ausgeprägtesten, während der N3 Pro mit Röhrenverstärkung, und hier besonders im Triodenbetrieb, am weiträumigsten klingt.

Cayin N3 Pro - Rückseite

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Teufel - Soundstark ins neue Jahr

Test: Cayin N3 Pro | Mobiler Player (DAP)

  1. 1 Glühwürmchen inside
  2. 2 Cayin N3 Pro: Klangtest & Vergleiche