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HiFi-Lexikon: Lautsprecherkabel

Die Lautsprecherkabel leiten das endverstärkte Audio-Signal zu den Wandlern weiter – klingt simpel, ist heutzutage aber durch eine kaum zu überschauende Menge an Konzepten und Philosophien zu einer Wissenschaft avanciert.

Allein schon durch den höheren Strom, der – im Vergleich zu Cinch– oder XLR-Kabeln – durch LS-Verbinder fließt, ist bei diesen mit höherer Klangsensibilität zu rechnen. Zudem stellen sie die Schnittstelle zum „empfindlichsten Teil“ der Kette dar – den Wandlern.

Früher galt: „Je dicker und kürzer, desto besser“, und hinter dieser Daumenregel steckt eine Wahrheit: Eine Vergrößerung des Querschnittes des Kabels verringert dessen (ohmschen) Widerstand und somit „sieht“ sich der Lautsprecher einem geringeren Gesamtwiderstand (= Verstärker + Kabel) gegenüber. Eine Verbesserung des Dämpfungsfaktors ist die Folge, wodurch z.B. der Bass an Präzision gewinnen kann. Die gleiche Argumentation gilt natürlich auch für „kurze Längen“ von Kabeln.

Freilich sind mehr Parameter von Relevanz, als alleine die Verringerung des ohmschen Widerstandes. Da jedes Kabel als Teilstück einer „großen Spule“ betrachtet werden kann, besitzt es eine gewisse Impedanz. Diese Impedanz lässt sich durch die Art des Aufbaus des Kabels (mehr oder weniger) steuern.

ls-kabel-geflochten
So hat beispielsweise ein geflochtenes Kabel, bei dem mehrere Leiter das gleiche Signal führen, eine geringere Induktivität, als bei Parallelführung der Adern vorläge. Das Problem der Induktivität liegt darin, dass der Widerstand frequenzabhängig ist, sprich hohe Töne einem Vielfachen des Widerstands im Vergleich zu tiefen Tönen ausgesetzt sind. Ein hochinduktives Kabel kann daher wie ein Tiefpass wirken. Die Konstruktion des Kabels bestimmt maßgeblich diesen Effekt. (siehe auch Kabelgeometrie)

Auch der Skineffekt kann bei Lautsprecherkabeln Probleme verursachen. Durch ihn werden hohe Töne zum Leiterrand (der Skin) gedrängt, während tiefe Frequenzen eher in der Leitermitte fließen. Diese unterschiedlichen Gegebenheiten zwischen Rand und Mitte verursachen einen (über das Frequenzspektrum) nicht homogenen Signalfluss – etwas, das vermieden werden vermieden werden sollte.


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