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HiFi-Lexikon: Raumakustik

Ganz entscheidende Faktoren für eine hochwertige Musikwiedergabe sind, neben den HiFi-Komponenten oder den Lautsprechern, die räumlichen Gegebenheiten, unter denen Musik gehört wird (siehe dazu auch den ausführlichen fairaudio-Artikel über die Grundlagen der Raumakustik). Dass die Raumakustik ein wesentlicher Parameter ist, zählt schon fast zu den Gemeinplätzen. Welche Gesetzmäßigkeiten gelten und was es dabei zu beachten gilt, hingegen nicht. Die folgende Liste skizziert entscheidende Grundbegriffe:

  • Absorption / Dissipation: Trifft Schall auf einen Gegenstand / ein Material, so wird (zumindest ein Teil) seiner Energie in Wärme umgewandelt. Nach der Umwandlung steht diese Energie nicht mehr dem Hörer zur Verfügung, der Schall wurde absorbiert.
  • Beugung / Diffraktion: Treffen Schallwellen auf einen Gegenstand oder auf ein Hindernis mit einer Öffnung, so werden sie gebeugt, d.h. sie verlaufen hinter der Öffnung bzw. dem Gegenstand ringförmig weiter.
  • Diffuse Streuung: Die diffuse Streuung ist ein Spezialfall der Reflexion, der Schall wird hierbei nicht „hart“ in eine bestimmte Richtung reflektiert, sondern durch die besondere Oberflächenstruktur der Begrenzungsfläche in viele verschiedene Richtungen zurückgeworfen.
  • Flatterecho: Flatterechos entstehen, wenn zwischen zwei parallelen Wänden der Schall hin und her reflektiert wird. Begünstigt wird ihre Wahrnehmung, wenn die andere Raumrichtung – zum Beispiel durch starke Dämpfung – nur wenig Schall zurückwirft. In großen Räumen kann man dann ein klares Echo vernehmen, ist der Raum kleiner, so kommt es eher zu einer Art Nachhall des Klanges.
  • Nachhallzeit: Die Nachhallzeit ist eine wesentliche Größe in der Raumakustik, sie gibt die Zeit an, innerhalb der der Pegel eines Rauschsignals oder eines Impulses um 60 dB abgefallen ist.
  • Reflexion: Trifft Schall auf eine Begrenzungsfläche, so wird dieser (teilweise) in den Raum zurückgeworfen. Ist diese Fläche glatt und hart, ist die Reflexion am stärksten. Ein- und Ausfallswinkel des Schalls sind gleich.
  • Stehende Wellen / Raummoden: Eine Raummode ist eine Resonanz, die (besonders deutlich wahrnehmbar) zwischen parallelen Wänden entstehen kann, wenn diese eine halbe Wellenlänge oder ein Vielfaches dessen voneinander entfernt sind.
  • Transmission: Transmission meint, dass ein Teil des Schalls, der auf eine Begrenzungsfläche trifft, durch diese hindurch dringt. Dieser Schallanteil ist dann (beispielsweise) im angrenzenden Raum hörbar.
  • Raumimpulsantwort: Die Raumimpulsantwort gibt den zeitlichen Verlauf des Schallpegels in einem Raum an. Gemessen wird meist mit einem impulsförmigen Signal. Das Ergebnis zeigt sich in einem Verlaufsdiagramm, das in der Hauptsache drei Sachverhalte aufzeigt: a) den Direktschall b) die ersten frühen Reflexionen und c) den eigentlichen Nachhall.

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