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Hifi Test Stand-Lautsprecher WLM La Scala – Technik WLM Konus-Hochton, Bassreflex, Visaton Chassis – Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Hifi Test Stand-Lautsprecher WLM La Scala - Technik WLM Konus-Hochton, Bassreflex, Visaton Chassis - Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

WLM La Scala: Konus-Hochtöner

Für Verwunderung dürfte bei manch einem der Hochton-Konustreiber sorgen. Wann haben wir denn so etwas das letzte Mal gesehen? Vorm Krieg? Mut würden manche WLM bescheinigen, die aber sehen es nüchterner: Eine größere Membranfläche sorge für einen höheren Wirkungsgrad. Zudem sei diese in Kombination mit der festen Einspannung, der kleinen Schwingspule und dem Material Papier dafür verantwortlich, dass die (unvermeidlichen) Partialschwingungen „natürlich“ Konushochtöner(sprich wohl: harmonisch verteilt) geraten. Auch breche die Membran nicht auf, wenn die Wellenlänge kleiner als der Durchmesser des Chassis werde (also bei höheren Frequenzen, ein häufiges Problem bei hartem Membranmaterial, „klingelnde“ Alu-Treiber). Das Papier sei zudem sehr leicht und so werde ein besonders gutes Impulsverhalten erreicht. Da würde ich allerdings zu bedenken geben, dass (kleine) Kalotten doch wohl auch nicht die Welt wiegen, von Bändchensystemen mal ganz zu schweigen. Ein Einwinkeln auf den Hörplatz scheint mir angeraten zu sein, sonst dürften die Bündelungserscheinungen dem Klangbild eher abträglich werden.

WLM La Scala: Einzelteile

Die Aufgabenbereiche der Chassis werden recht tief bei 1.200 Hz getrennt – mit flachen 6 dB pro Oktave. Die Frequenzweiche ist schlicht gehalten, allein schon, um möglichst wenig Wirkungsgrad zu schlucken (91 dB bzw. 93 dB pro Watt/Meter sind es für den Monitor resp. den Standlautsprecher). Beim Single Wiring-Anschlussfeld, hinter dem direkt die Frequenzweiche liegt, fällt ein kleiner Steller auf:

WLM La Scala: Tweeter Control

Durch ihn lässt sich der Pegel des Hochtons um je 3 dB hoch- oder runterskalieren. Eine Adaption des Hochtons an den Hörraum und/oder den Hörgeschmack wird so möglich. Sehr schön. 50% aller Kabelkäufe werden so torpediert. Ich finde diese Justagemöglichkeit angenehm praktisch, ja, das sollte geradezu Pflicht werden. Aber schmunzeln muss ich doch: Gab es nicht Zeiten, in denen Treble-Steller an Verstärkern zu finden waren? Böse, böse Dinger. Pfui! Weg mit ihnen im Sinne des Minimalismus! Und nun steht vor mir eine Box mit Konushochtöner und Treble-Regler. So ist das mit den Moden: Irgendwann kommt alles wieder, aber es schaut dann doch anders aus …

WLM La Scala: Detail Terminal

WLM La Scala: Spike

Wo wir bei Justage sind: Dies geht in gewisser Weise auch mit dem Bass. Dieser Lautsprecher ist eine Bassreflex-Konstruktion, dessen (10 cm messende) Öffnung Richtung Boden weist. Am liebsten ist mir eigentlich nach vorne raus (wie beim Monitor der Fall), jedenfalls nicht direkt in die Raumecke feuernd, nur damit man das „Loch“ schön hinten verstecken kann. Nach unten ist aber auch nicht schlecht: Die Energie wird gleichmäßig verteilt und es erlaubt eben eine Feinjustage, da mit den Spikes auch der Abstand zum Boden justiert werden kann.

WLM La Scala: Bassreflexöffnung unten

Zwei Zentimeter können hier definitiv schon was bewegen. Das ist wirklich ein kleiner Downfire-Vorteil. Denn was tue ich, wenn mir der Bass zu viel wird, die Bassreflexöffnung aber nicht zum Boden zeigt? Socken rein? Dann wird’s garantiert zu mager. Feinstrumpfhosen? Früher gab es ja mal Bassregler an Verstärkern … Nun, heute dreh ich die Box halt um, schraube 5 mm in die gewünschte Richtung und höre dann wieder rein. Das Beste dabei ist, dass ich DAS jetzt schon als praktisch empfinde, fällt mir gerade auf. Nicht jedem Menschen wird’s einleuchten, aber ich hoffe, dass einige Leser dieser Zeilen es nachempfinden können.

Die La Scala gibt es nur in einem Finish: Europäische Kirsche furniert. (Um die Produktionskosten im Lot halten zu können und damit den anvisierten Zielpreis, so der Hersteller.) Die Front ist in matt schwarz gehalten. Das Gehäuse besteht aus 23 mm starkem MDF und ist im Innern zwecks Resonanzunterdrückung zusätzlich versteift.

WLM La Scala: Innenansicht

Die La Scala sieht aus wie … Nun, ungefähr so, wie meine 5jährige Nichte den Auftrag „Mal mir mal ’nen Lautsprecher“ ausführen würde. Nein, das soll nicht heißen schlecht, mir gefällt’s. Das heißt eher extrem klassisch. Oder, um vielleicht eine anderes Bild zu verwenden: Es gibt ja gar nicht so wenige, die das (alte) Volvo-Design lieben. Warum eigentlich? Na, weil das noch nach Auto aussieht! Und wenn die La Scala nicht nach Lautsprecher aussieht, dann weiß ich auch nicht. Zu diesem Ansatz passt, dass eine Frontabdeckung nur als Zusatzoption vorgesehen ist. Sind sowieso bloß Staubfänger, oder?

Test: WLM La Scala | Standlautsprecher

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