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Hifi Test Stand-Lautsprecher WLM La Scala – Klang WLM La Scala – Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

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  1. 4 Hifi Test Stand-Lautsprecher WLM La Scala - Klang WLM La Scala - Testbericht Lautsprecher, High End-Hifi-Magazin fairaudio

WLM La Scala

Klang:

Ein Klopfen am Gehäuse verrät: solide; ein Tippen auf die Bassmembran sagt: sehr solide! Sprich, es klingt recht tief. Schön. Und keine Wabbelaufhängung, wie gesagt – mal sehen.

Manche mögen es ja als komplexere Art von Kuschelrock verschmähen – nun, an Ignoranz herrscht in dieser Welt kein Mangel … Under Byens Debut „Kyst“ jedenfalls enthält schon diesen ganz eigenen Sound, durch den die Band drei Jahre später mit dem Folgealbum „Det Er Mig Der Holder Træerne Sammen“ bekannter geworden ist – naja, ein bisschen zumindest. Die Stimme der Sängerin Henriette Sennenvaldt ist hart an der Grenze zum Softporno, das stimmt schon; als Inspirationsquelle für ihre Musik gibt sie den Straßenverkehr an. Sexy und leicht exzentrisch, gar nicht schlecht. Gitarren verschmäht die Band, Klavier, Cello, singende Säge und Perkussion aber keinesfalls; und dass tief wobbelnde Bässe ihre Suggestionskraft nur selten verfehlen, wissen sie auch. Nettes Ding zum Start, ist doch von oben bis unten alles dabei und die Stimme gibt’s als Topping.

Under Byen / Kyst

Als „genügsam“ habe ich die La Scala schon bezeichnet – dies bezog sich vor allem auf das unkritische Verhalten der Aufstellung gegenüber. Gut, einwinkeln sollte man nicht vergessen, aber ansonsten lässt sich nicht viel falsch machen. Wer ein Faible dafür hat, die Basisbreite größer zu wählen, als den Hörabstand, der kriegt keine Probleme. Die Bühne bekommt so leicht keine Risse in der Mitte. Und dass man tonal justieren kann, erwähnte ich auch: Nach den ersten Takten von Kyst hielt ich es für angebracht, dem Hochton gleich mal ein extra dB zu spendieren – gesagt, getan.

WLM La Scala: Das Zusatz-dB

Wenn es ums Klangliche geht, fallen zwei Dinge an der La Scala unmittelbar auf: Die Basswiedergabe ist eine große Stärke dieses Lautsprechers und er klingt insgesamt sehr geschlossen, tonal kohärent. Was den Tiefbass angeht, fühlte ich mich an die Spendor S 8e erinnert, kann sogar gut sein, dass der WLM-Wandler noch ein wenig weiter gräbt.

WLM La Scala: Bass/Mittentreiber

Schon bei der Spendor war ich erstaunt, was dieser 2-Wegler unten rum veranstaltet. Aber die Österreicher bieten noch einmal klar mehr als die Briten, und diese Aussage bezieht sich vor allem auf die Qualität, mit der der Frequenzkeller beackert wird. Es mag daran liegen, dass Spendors Bassreflexöffnung nach hinten abstrahlt oder daran, dass WLMs La Scala mehr Membranfläche besitzt; sicherlich ist auch die vergleichsweise härtere Aufhängung zu nennen. Wie auch immer: Für 90% aller (musikalischen) Fälle ist die La Scala mit hinreichend Tiefbass ausgestatten. Und dies in einer Manier, die erkennen lässt, dass es a) um Genuss und b) um audiophile Tugenden wie „Trockenheit“ geht. In dieser Reihenfolge. Das heißt, sie spielt zwar ganz klar trockener, definierter und federnder als besagte Spendor. Sie kommt aber nie in die Gefahr, Definition mit Knauserigkeit zu verwechseln. Hier wird der Musik ein sattes Fundament bereitet, Größe und Volumen entspringen hieraus – und jede Menge Spaß. Dass meine ZU Druid vom Volumen her nicht ganz mithalten kann, war mir sofort klar – aber trotzdem: Bäumchen wechsele dich und noch mal Kyst eingelegt. „Nicht ganz“ ist gut! Kann sein, dass die WLM nur 10 Hz tiefer schaufelt – aber das macht sie zu einem anderen Lautsprecher, einem, der von unten aufbaut, während die Druid von der Mitte her kommt. Kurz und gut: In dieser (Preis)Liga sehe ich „tiefentechnisch“ wenig Konkurrenz. Das ist schlicht und ergreifend erstklassig.

WLM La ScalaZum Thema „tonal kohärent“: Die La Scala zeigt sich ausbalanciert, sie betont keinen Frequenzbereich über Gebühr, jedenfalls dann nicht, wenn man nicht alles falsch macht. Klar, an einer extrawarmen Röhre, den Hochton-Regler bei – 3 dB und die Spikes 6 Zentimeter rausgedreht – da kann es dann schon mal muffig-dick werden. Beachtet man aber das Nötige, zeigt sie sich sehr austariert – auch bei (sehr) hohen Lautstärken „kippelt“ hier nichts. In der Kombination mit den SAC il piccolo Monos war es fast schon witzlos, wie viel Energie sich in den Raum blasen ließ, ohne dass irgendwelche Stresssymptome zum Vorschein kamen. Auf Rücksicht auf meine schönen Altbaufenster habe ich dann irgendwann Schluss gemacht, keine Lust, den Glaser anzurufen. Partytauglichkeit? Allemal.

Die Ausgeglichenheit zeigt sich auch bei der Stimmwiedergabe. Frau Sennenvandts Gesang besitzt eine leicht helle Kopfnote, und die muss auch klar rüberkommen. Aber stimmt’s nicht ganz mit dem Lautsprecher (oder einer Komponente), dann kann diese Stimme ins Körperlose gleiten – und sooo elfenhaft soll es nun auch wieder nicht sein. Die La Scala macht es richtig, einfach ausgewogen, mit hinreichend Substanz und oben drauf ein leichter Hauch. By the way: Für diesen Hauch hatte ich das extra dB gewählt. Um wieder mit der Spendor S 8e zu vergleichen (zugegebenermaßen aus der Erinnerung, aber ich bin mir ziemlich sicher): Der WLM-Wandler stellt Stimmen sehr überzeugend dar, aber die ganz besondere Intimität und das Feingefühl der Britin erreicht er nicht ganz. Der besondere Charme, den die Spendor S 8e Stimmen zukommen lassen kann – den konnte dergestalt aber auch die ZU Druid nicht bieten. Der US-Breitbänder fasziniert allerdings durch den „ganz nah dran-Faktor“, ohne tonal ins Überpräsente umzuschlagen. Sooo nahe dran ist man mit der La Scala wiederum auch nicht. Sie liegt ziemlich genau in der Mitte: natürlich und authentisch, nicht reingezoomt, nicht distanziert. Ausgewogen eben.

WLM La Scala: Rückansicht

Dabei präsentiert die La Scala den Grundtonbereich dicht und voll, aber nicht opak. Es scheint nach der Devise vorgegangen worden zu sein: „Wie viel Fleisch darf an den Knochen, ohne dass es speckig wirkt?“ Durchsichtigkeit ist ihr gegeben, sei es zeitlich verstanden, als Verfolgbarkeit aufeinanderfolgender Töne, sei’s räumlich, als klare Abgrenzung einzelner Klänge voneinander – aber viel voller dürfte sie nicht tönen, ohne dass in dieser Hinsicht etwas in Mitleidenschaft geriete. So aber klingt es sehr angenehm nach Musik aus Fleisch und Blut – und erst, wenn man bewusst darauf achtet, fallen die „audiophilen Einzeltugenden“ auf. Hierzu passt auch die Art und Weise, wie der Tweeter spielt. Auflösungsvermögen über alles? Nö. Aber es klingt sehr integriert in den Kontext und gleichzeitig alles andere als glanzlos. So besitzen Hi-Hats Schmelz und Struktur – es wird aber nicht jede denkbare Verästelung auf dem Silbertablett serviert. Insgesamt klingt die Musik offen und klar durchgezeichnet – dies ist (z.T.) sogar mit Aufnahmen zu erreichen, die eigentlich eher muffig tönen, da die oberen Oktaven ja pegelmäßig feinjustiert werden können.

Der Einstieg in die WLM-Lautsprecherwelt gerät mit der La Scala dynamisch. Die Plötzlichkeit, mit der Attacken ausgeteilt werden können, ist jedenfalls famos. Freunde rhythmischer, impulsiver Musik werden voll auf ihre Kosten kommen. Um die Spielfreude so richtig auf die Probe zu stellen, wurde dann gleich mal „Black Girls“ von den Violent Femmes eingelegt. Ah ja! So soll das Ding klingen: wuchtig, schnell, mit Schmackes und immer auf dem Sprung. Drums und Perkussion geraten über die La Scala erstklassig, federnd und mit Impact. Dass die Basswiedergabe Wonnen auslösen kann, erwähnte ich schon, oder? Egal ob Akustik- oder E-Bass: Die La Scala präsentiert es wunderbar schnell und mit der nötigen Autorität. Hier herrscht kein Trade-off zwischen Volumen und Tempo, hier gibt’s beides. Die La Scala ist ein ungemein lebendiger Lautsprecher, sie reißt einen mit …

Test: WLM La Scala | Standlautsprecher

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