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Klangliches zum Vollverstärker Moon i3.3

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Klangliches zum Vollverstärker Moon i3.3

Moon i3.3

Familienähnlichkeiten sind nicht zu leugnen, das hätte ja auch verwundert. Was ich über den CD3.3 sagte – eher sonore denn präsente Mittellagen, ein eher organisch-gegliedertes Bühnenbild mit körperhaften Klängen denn ein streng geometrisch-gerastertes, ultra-durchsichtiges -, lässt sich auch mit dem Moon i3.3 Vollverstärker erleben. Auch er spricht mehr den Genießertypen an als den 100%ige Neutralität und höchste Auflösung Einfordernden. Damit ist allerdings nicht alles gesagt …

Moon i3.3 - Phonoplatine
Das optionale DAC-Board des Moon i3.3

Die Basswiedergabe des Moon i3.3 ist ein echtes Pfund. Vielleicht sogar ein Kilo. Und hier muss auch ein kleines Caveat Richtung Besitzer äußerst basskräftiger, die unteren Lagen zudem eher (sehr) lässig denn konturiert von sich gebender Lautsprecher ausgesprochen werden: Verlangt ein Speaker die berühmte eiserne Faust, die die Basschassis auf Spur bringt, könnte das mit dem i3.3 ein kleines Problem werden. Ein Feldwebel der Bassdurchzeichnung ist der Moon nicht. Er langt mächtig zu und befindet sich auf der „gefühlten Trockenheitsskala“ auf Position semi-dry. Und das kann richtig klasse klingen, zum Beispiel über meine Ascendo System F, die alles andere als bassuntüchtig ist, aber eben auch, dank des Bandpass-Prinzips, eine gute Dämpfung bis in die untersten Subbereiche aufweist.

Moon i3.3 - Phonoplatine
Die optionale Phonoplatine des Moon i3.3

The Prodigy / ExperienceAlso zur Absicherung des Ersteindrucks den Denon PMA-2010AE ins Rack gewuchtet und entsprechende Musik (The Prodigy / Experience; Nik Bärtsch / Hishiryō) aufgelegt: Der japanische Integrierte darf in den unteren Oktaven mit Recht als voll und durchsetzungsstark gelten – aber der Moon i3.3 agiert nun mal voller und durchsetzungsstärker, da gibt es wenig dran zu deuteln. Wie auch an dem Umstand, dass wabernde Synthibässe über den Denon konturierter wabern (aber leiser), während die Linienführung über den Moon weicher und etwas unbestimmter Nik Bärtsch / Hishiryōausfällt (es dafür aber insgesamt kräftiger tönt). In letzter Instanz ist es – mal wieder – Geschmackssache: Die Frage, die sich hier stellt, ist die, ob man es lieber mächtig und groß haben möchte oder eine Nummer kleiner, aber trockener. Oder ist weicher und – Vorsicht: audiophiler Schwall: „mit Luft zum Atmen“ – sowie richtiger? Beispiel: Bassdrums über den Moon i3.3. Einen Tick härter könnten sie nach meinem Geschmack schon getroffen werden, aber andererseits lobe ich mir a) den schieren Impact und b) dieses sehr schöne, lockere Nachschwingen der Felle, wo andere aus einem falsch verstandenen Trockenheitsideal zu schnell bremsen.

Moon i3.3 - symmetrischer Eingang
Optionaler symmetrischer Eingang des Moon i3.3

In Sachen Timing/Rhythmusverhalten gibt es übrigens insgesamt wenig zu bekritteln. „Natürlich schwungvoll“ könnte man es nennen, auch wenn die Wendung etwas altbacken klingen mag. Der Moon i3.3 spielt rhythmisch und fließend, soll das heißen, er übertreibt es nicht in die eine oder die andere Richtung (stakkatohaft/langsam) und klingt daher ziemlich ausgeglichen. Was „Unmittelbarkeit“ impliziert, nur wird dieser Eindruck bei ihm nicht durch ein präsent-lebhaftes, tendenziell eher helles, angespitzes Klangbild in Szene gesetzt, sondern resultiert aus dem Tempo, mit dem das ganze Instrument in glaubhafter Größe auf die Bühne gestellt wird. Statt auf einen Teilbereich zu fokussieren – nämlich auf die Attackphase – und das körperlich Moment der Klänge zu unterschlagen, wird hier ein ausgeglichenes Bild favorisiert – gut so.

Test: Moon CD3.3 und i3.3 | Vollverstärker

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