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Klangliches zum Moon CD3.3

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klangliches zum Moon CD3.3

Beginne ich ausnahmsweise mal mit dem, was nach meinen Erfahrungen mit dem CD3.3 „egal“ ist: Egal ist‘s, ob Sie den CD-Spieler symmetrisch oder unsymmetrisch mit Ihrem Verstärker / Ihrer Vorstufe verbinden (solange Sie die korrespondieren Eingänge Ihres Amp als klanglich gleichwertig betrachten, aber das ist ja keine Frage, die den Player berührt). Zumindest kann ich nicht sagen, dass der XLR-Ausgang des Moon CD3.3 dramatisch besser klingt oder umgekehrt, via Cinch die Sonne aufgeht. Solange Sie also keine klare Präferenz für eine weitergehende symmetrische Signalverarbeitung hegen, können Sie sich die 120 Euro für den symmetrischen Ausgang des Players auch sparen.

Moon CD3.3

Egal war es in meinem Setup auch, ob ich den CD3.3 mit Silberscheiben fütterte oder ihm die Daten über die Digital-In-Buchse spendierte. Eine gute Stunde lang trieb ich das Bäumchen-wechsele-dich-Spiel (CD vs. Stream von der Festplatte), und in der Hälfte der Fälle, bei denen ich dachte „Na, CD klingt doch einen kleinen Tick luftiger“, oder „Schau an, die Festplatte hat unten rum etwas mehr Wumms“, lag ich daneben. Der Moon CD3.3 blieb in beiden Modi seinem Klangbild treu.

Und das ist ein sehr angenehmes. Und durchaus auch eines mit „Charakter“. Gemeinhin mag ich es nicht, wenn man schreibt, ein CD-Spieler klänge „analog“. Wie klingt denn analog? Soweit ich weiß, arbeiten Lautsprecher allesamt analog, und die können ziemlich unterschiedlich klingen! Gut, man kann auch entspannter an die Sache herangehen … wenn „analog“ ungefähr heißen soll: volle Mitten, harmonisch integrierte Frequenzbandenden, kein ultimativ tiefreichender, knüppelharter Bass, aber substanziell und gehaltvoll, eine eher körperlich-gegliederte als eine holografisch-gelaserte Raumausleuchtung – ja, dann …

„Spielt sein Spiel aus der Mitte heraus“, war denn auch mein erster Eintrag ins Notizbuch. Was nicht heißt, dass der Moon-Dreher „mittig“ spielt, sondern nur, dass er in diesem Bereich eine besondere Stärke besitzt. Klavier, Gesang, Gitarren etc.: Der CD3.3 stellt dergleichen voll ausgebaut und eher saftig als knochig in den Raum, ja, es tönt eine Spur dunkler timbriert als Normalnull, alles andere als vordergründig oder präsent – also für meine Ohren: sehr natürlich. Es gibt Maschinen, die agieren luftiger in den obersten Lagen, und es gibt auch welche mit mehr Durchgriff und Attacke im (Sub-)Bassbereich. Wer überwiegend auf harte Beats und Elektronika mit Tiefstbassausflügen abonniert ist, findet Alternativen am Markt.

Der Moon CD3.3 besitzt einen angenehm vollen Grundton- und einen „normalen“ Präsenzbereich, tönt hier also weder verhangen noch vorlaut. Die Art der Bühnendarstellung passt zu seinem Timbre: Spielt ein Gerät etwas präsent, so entsteht leicht der Eindruck, dass die Musik einen Schritt auf einen zukommt – dies ist mit ihm eher weniger der Fall, die virtuelle Bühne beginnt auf der Verbindungslinie zwischen den Boxen, nicht davor. Und – so meine Meinung – klingt ein Gerät etwas grundtonarm, kann bisweilen der Eindruck entstehen, es sei besonders transparent in der Raumausleuchtung und besonders lokalisationsscharf, was freilich einen artifiziellen Beigeschmack besitzt (ob man den nun mag oder nicht, steht auf einem anderen Blatt).

Moon CD3.3 - Netzteil

Egal, was man von meiner Privattheorie hält – ein solches Klangbild sucht man hier jedenfalls vergeblich. Der Moon CD3.3 ist nicht der Player für den, der Instrumente mit rasiermesserscharfen Kanten in den Raum geritzt sehen möchte, und auch nicht für den, der genau wissen will, ob der Sänger nun anderthalb Meter oder doch nur einsvierzig vorm Drumset steht. Er bildet genau ab, aber nicht wie gemeißelt, die Klänge werden körperlich dargestellt und eher mit Rundungen versehen als mit Ecken – die Gesamtpräsentation hat Vorrang vor einer spotartigen Beleuchtung einzelner Akteure.

Das alles hat schon einen leicht genießerischen, relaxten Zug – stimmt. „Artifiziell“ ist nun wirklich das Letzte, was mir zum Moon einfallen würde. Hier und da geht das ein bisschen auf Kosten der letzten Präzision, aber irgendwie ist‘s mir egal, denn ich lasse mich ganz gerne auf diese Art des Musizierens ein. Es tönt wunderbar entspannt und stimmig. Der Moon CD3.3 eignet sich wohl vor allem für jene Hörer, bei denen „Anlage einschalten“ mit „Kopf ausschalten“ einhergeht. Wer hingegen mit dem Rechenschieber vor seiner Kette sitzt, wird den Charme dieses Players nicht verstehen. Wenn Sie das nun „analog“ nennen wollen – ja, dann …

Test: Moon CD3.3 und i3.3 | Vollverstärker

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