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Heed Obelisk: Elektrisches …

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heed ps endverstärker

Heeds Obelisk PS Stereo Endstufe leistet 2 x 50 Watt an 8 Ohm

Wechseln wir das Fach: Elektrotechnik! Das Besondere an der Heed-Verstärkerschaltung ist, dass man bei der Verbindung zwischen Verstärker und Lautsprecher heed psversucht, die Gleichspannungskopplung zu umgehen. So wie der Lautsprecher beim Röhrenverstärker nicht direkt, sondern in den meisten Fällen über Ausgangsübertrager am Verstärker hängt, so wird er bei der Heed-Schaltung über Ausgangskondensatoren angekoppelt. Man erhofft sich davon einen weniger „digitalen“ Klang, der vor allem das Ausschwingverhalten der reproduzierten Töne natürlicher abbildet.

Auch das CD-Laufwerk soll hinsichtlich analoger und digitaler Technik „best of both worlds“ liefern. Aus diesem Grund hat man ihm ein im Grunde überdimensioniertes Netzteil spendiert, welches beim Transformator beginnend – mittels getrennter Sekundärspulen – zwei voneinander unabhängige Stromversorgungen sicherstellt: eine für die optische Leseinheit (Marke Sanyo), eine für die digitale Signalaufbereitung. Das von der Leseeinheit abgegriffene Signal wird von einem Signalprozessor verarbeitet, der auf 27 MHz getaktet ist, die zeitspezifischen Eigenschaften der erfassten Daten mehrere hundert Mal mit den zuvor gelesenen Daten abgleicht und auf diese Art und Weise einen besonders bereinigten Datenfluss abbilden kann, was – so zumindest Heed – in einem bis zu 500 Mal niedrigen Jitter als bei „durchschnittlichen“ CD-Laufwerken resultiert.

heed obelisk dt

Heed Obelisk DT CD-Laufwerk

Zudem hat das Laufwerk 32MB RAM als Puffer verbaut, auch dies dient letztlich der Zurverfügungstellung eines möglichst fehlerarmen, ja „ausgeruht-zeitrichtigen“ Datenstroms. Das Datensignal wird vor der Übertragung übrigens noch auf das Zehnfache der Norm-Amplitude „aufgeblasen“ – was gestattet, zwischen Laufwerk und Wandler überdurchschnittlich lange Verbindungskabel von bis zu mehreren zehn Meter Länge zuzulassen. Ob all diese Bemühungen in der Praxis klanglich etwas bringen, werden wir sehen. Zunächst zu den Äußerlichkeiten.

Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich bei der getesteten Heed-Kombi um drei sehr reduziert designte Objekte. Schwarze, aber ansehnliche Monolithen im Metallgehäuse, deren Netzschalter allesamt auf der Rückseite der Geräte verbaut sind.

Heed Obelisk PS

Heed Obelisk PS: Anschlüsse

Am schnellsten ist die Endstufe beschrieben, sie hat vorne eine blaue Power-LED, und das war’s. Der Pre hat zur linken einen satt rastenden Eingangswahlschalter (5 Eingänge können angewählt werden), ebenfalls eine blaue Power-LED und einen fernbedienbaren Pegelsteller. Auch das CD-Laufwerk „Obelisk DT“ verzichtet auf jeglichen Schnickschnack. Eine Laufwerkslade, eine – jawohl! – blaue Power-LED und 6 Taster (Eject, Stop, Start/Pause, Skip vor/zurück und Display off). Dieses spartanische Konzept wird auch im Innenleben des Players fortgeführt, es kann – auch über die Fernbedienung – keine Titelfolge programmiert oder gar ein Repeat- bzw. Shuffle-Modus gewählt werden.

heed dt

Beim CD-Spieler fällt übrigens auf, dass die ausfahrende Lade recht dünn und im Vergleich zur sonstigen Haptik der Heed-Geräte ein wenig spillerig daherkommt. Da es sich um ein reines CD-Laufwerk handelt, erstaunt es den kundigen Leser wohl nicht, dass auf der Rückseite lediglich zwei Anschlussbuchsen zu finden sind, nämlich ein RCA Ausgang für das digitale Signal im S/PDIF-Format und eine Toslink-Schnittstelle für die Freunde des Infrarotlichts.

heed pre

Wesentlich spannender wird es nun, wenn wir uns den Obelisk Pre näher ansehen. Dieser von vorne ebenfalls recht unprätentiös wirkende Bursche hat nämlich einiges an Spielpotenzial zu bieten. Er basiert technisch auf der Vorstufensektion des Obelisk SI Vollverstärkers, jedoch hat hier jeder Eingang eine eigene Spannungsversorgung. Kauft man den Obelisk Pre so, wie Gott ihn quasi ursprünglich schuf, dann hat er zunächst „nur“ fünf Line-Eingänge.

heed obelisk pre

Doch über handliche Steckkarten können diese Eingänge modifiziert werden. So lässt sich der Slot für den Eingang 2 mit einer Phono MM-Karte bestücken (149 Euro), der Eingang 1 ist dagegen speziell für D/A-Wandlerkarten ausgelegt (Letztere ist natürlich für den Anschluss des DT-Laufwerks obligatorisch, die Dactilus 1 schlägt mit 199 Euro, die brandneue Dactilus 2 mit 349 Euro zu Buche).

heed dactilus karte

Statt der Phono-Karte kann in Eingang 2 aber alternativ auch eine zweite D/A-Karte eingesetzt werden. Damit ist man natürlich als Anwender recht flexibel und kann den Pre sowohl als Schaltstelle der klassischen Phono/CD/Tuner/Whatever-Kette einsetzen, aber auch im Verbund mit dem PC und anderen zusätzlichen digitalen Quellen.

Sparfüchse können an eine Dactilus-Karte sogar zwei digitale Quellen hängen, nämlich eine RCA- und eine Toslink-Quelle, denn dankenswerterweise kann auf der Rückseite des Geräts zwischen diesen Quellen separat umgeschaltet werden. Um es mit Hanns-Dieter Hüsch zu sagen: „Issen bissken lästich, aber et jeht“. Ausgesprochen löblich finde ich auch, dass der Obelisk Pre gleich zwei separate Vorverstärker-Ausgänge hat, so kann man ihn an zwei unterschiedliche Endstufen parallel hängen. Und damit immer noch nicht genug – er bietet auch einen Fixpegel-Tapeausgang an. Fest steht, mit dem Obelisk Pre hat man eine universelle und flexible Vorverstärkerlösung. Voll hochgerüstet könnte man ihn mit Phono, zwei Digital- und vier Line-Quellen beschicken und im Verbund mit zwei Endstufen „fahren“.

heed dactilus pre

Heed Obelisk Pre

Doch auch die rein hifidelen Qualitäten des Obelisk Pre können noch aufgebohrt werden. Im Urzustand läuft er mit einer eigenen Spannungsversorgung, diese kann aber auch durch ein separat zu erwerbendes Obelisk-Netzgerät erfolgen, was sich positiv auf den Klang auswirken soll, hier im Test allerdings nicht eigens ausprobiert wurde.

In diesem Zusammenhang gibt es übrigens auch einen bedientechnischen Stolperstein. Es soll Menschen geben, die einfach Geräte auspacken, die Bedienungsanleitung ungelesen in die Ecke feuern, alles mit zappligen Fingern anschließen und dann einschalten. Der Verfasser dieser Zeilen gehört zu dieser Sorte Mensch. „Oh, die Vorstufe ist tot“, jammerte er und wehklagte bitterlich, denn sie gab kein Lebenszeichen von sich. Kollege Dames erinnerte: „Ich hab’s dir doch gesagt, du musst da diesen Stecker draufmachen“. Da erinnerte sich der Verfasser dieser Zeilen an die – eines Abends bei zahlreichen Bieren und Martinis ausgesprochenen und somit vergessenen – Worte des Kollegen. Jawohl, dem Obelisk Pre liegt ein aufsteckbares Hütchen, vermutlich eine Art von Schaltbrücke, bei, die auf den nackt herumstehenden Netzteilanschluss des Obelisk Pre gesteckt werden muss für den Fall, dass er ausschließlich mit dem Standard-Netzgerät versorgt wird. Das Hütchen aufgesteckt, und siehe da, mit einem sanften Klicken ließ sich das Gerät einschalten.

heed vorverstärkerKein externes Netzteil? Dann bitte mit Hütchen

Doch nochmal kurz zurück zu den einsetzbaren Wandlerkarten. Dero zwei bietet die Firma Heed derzeit an, nämlich die DAC 1 und die – jawohl, richtig – DAC 2. „Worin genau der technologische Unterschied zwischen beiden läge?“, fragte ich den Vertrieb per E-Mail, als Antwort bekam ich jedoch nur unterschiedliche Daten zum Frequenzgang und der THD zurück. Fakt ist, dass die DAC 2 besser klingt als die DAC 1 – und dass das Einbauen der Karten wirklich idiotensicher ist:

Man löst mit einem Inbus-Schlüssel sechs Gehäuseschrauben, öffnet das Gerät, steckt die Karten in den Slot, steckt einen Jumper um – und gut is‘. Bei der Gelegenheit freut man sich an dem blitzsauberen Aufbau, der tadellosen Innenverarbeitung und Verkabelung und durchaus auch an einigen auf der Platine herumstehenden Edelbausteinen (Mundorf Elkos etc.).

Test: Heed Obelisk DT, Obelisk Pre, Obelisk PS | CD-Player

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