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Kontaktaufnahme II: NF-Verbindungen Tellurium Graphite und Black

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Wer es unzweifelhaft neutral besorgt bekommen will, ist von tonaler Warte dann wiederum – wir wechseln das Genre und gehen zu den NF-Bindern über, ich hatte mir jeweils die XLR-Varianten bestellt – mit dem Tellurium Graphite (880 Euro/1 Stereometer, RCA: 790 Euro) bestens bedient, welches gegenüber meinen ebenso geschätzten wie vergleichsbewährten Straight Wire Virtuoso (ein sehr ausbalanciertes Kabel, neutral, rhythmisch auf der Höhe und vor allen Dingen angenehm locker-feindynamisch, mit entspannt feinzeichnenden Texturen) abermals mit den bereits bei den Lautsprecherkabeln beschriebenen Meriten zu punkten versteht – eine Familienähnlichkeit ist hier ganz klar auszumachen:

tellurium graphite

So zum Beispiel beim Song „Downtown“ der kanadischen Elektro-Formation Rx (Album: Bedside Toxicology, 1998), eine rhythmisch vertrackte, noisig-elektronische und zudem etwas zynische Interpretation – lässt sich der Songtext doch auch mit der Beschreibung von Drogenerfahrung in Verbindung bringen – des Klassikers von Petula Clark: Das vor rhythmischen Strukturen und vielen kleinen Details nur so strotzende Stück wirkt über das Tellurium Graphite durchhörbarer, es rastet (auch in Sachen Bühne) mehr ein, Transienten wirken ein wenig rx - Bedside Toxicologyunverschliffener, der Hochton definierter, ohne dass es dadurch unangenehmer oder härter wurde, in Gänze wirkt es so, als ob das Stück klanglich etwas „straffer“ gereicht würde. Trotz der sehr strukturierten und definierten Darstellung von einzelnen Instrumenten und einem Mehr an Markanz kommt bei mir dabei aber zu keiner Zeit das Gefühl auf, dass man sich noch ein Plus an Seidigkeit oder Fluss wünschen könnte:

Øystein Sevågs „Hanging Gardens“ (Album: BridgeAuch die von meinen Ohren immer sehr kritisch „beäugten“, gleichzeitig sehr fein-luftig und dennoch mit einer gewollten Vordergründigkeit aufgenommenen Becken in Øystein Sevågs „Hanging Gardens“ (Album: Bridge, 1997) werden einerseits sehr definiert-durchhörbar, andererseits auch tadellos geschmeidig gereicht – Chapeau!

Für weniger als die Hälfte wird das Tellurium Black (XLR: 410 Euro, RCA: 325 Euro, jeweils 1 Stereometer) feilgeboten, welches ich ebenfalls in der XLR-Variante angehört habe: Bei Loops hypnotischem „Straight To Your Heart“ – wabernde, sehr dichte Gitarrensounds mit monotonen Rhythmen und beschwörendem, hallunterlegten Gesang – kommt die beschriebene Familienzugehörigkeit ebenfalls zum Tragen, es klingt differenzierter, strukturierter – Schlagzeug, Stimme, Bass, Gesang werden transparenter gereicht, die Musik klingt insgesamt „polierter“ als über mein Straight Wire Virtuoso.

tellurium black

Allerdings klingen sowohl das teurere Tellurium Graphite als auch das Virtuoso obenrum doch noch ein Stückchen kultivierter, organischer: Der sich durch das Stück auf dem linken Kanal durchziehende Beckenklang wirkt über die beiden letztgenannten Kabel beispielsweise weniger silbrig, klangfarblich etwas abgedimmter und dabei irgendwie voller – für meinen Geschmack angenehmer und authentischer. Tonal schieben sich beim Tellurium Black XLR zudem die höheren Lagen der Gitarren und des Gesangs sowie die Becken ein wenig mehr in den Vordergrund als beim Graphite XLR oder dem Straight Wire. Tendenziell ergibt sich über alles gehört eher ein etwas präsenteres, tonal leichteres Klangbild.

zellurium q kabel

Test: Tellurium Q Black, Green, Graphite | Kabel

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