Billboard
Boaacoustic
Demnächst im Test:

Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Streaming mit Streifen
  2. 2 EC Living Rena SA-1: Soundcheck & Fazit

Electrocompaniet wurde vor über 40 Jahren gegründet und genießt mit seiner Classic-Serie in HiFi-Kreisen einen sehr guten Ruf. Wenn von kompromisslos konzipierten Gerätschaften mit außergewöhnlichem Design die Rede ist, fällt nicht selten der Name der Norweger. Damit neben dem klassischen audiophilen Zielpublikum auch Freunde von günstigeren Streaming- und Multiroomkomponenten nicht außen vor bleiben, ersann man die Serie „EC Living“.

Integration und Vernetzung lautet hierbei das Credo. Und das soll ebenso formschön umgesetzt werden wie von Electrocompaniet (https://ecliving.electrocompaniet.no) gewohnt – nur eben kompakter. Schaut man sich die Produktfamilie genauer an, findet man dort zuerst einmal mit dem drahtlosen Lautsprecher Tana SL-1 eine streamingfähige One-box-Lösung, die sich mit den passenden L1-Boxen auch zum Stereo- beziehungsweise Surround-Ensemble konfigurieren lässt (siehe Test EC Living Tana SL-1/L-1). Nicht gerade günstig im Vergleich zu Sonos, Bose & Co, aber dafür klanglich eine Bank und für alle diejenigen interessant, denen die üblichen Verdächtigen zu wenig audiophilen Charme versprühen. Nebenbei bemerkt: Electrocompaniet produziert auch die komplette EC Living-Serie in eigenen Produktionsstätten in Norwegen und nicht in fernöstlichen Gefilden. Da passt es ganz gut, dass die Norweger mit dem Rena S-1 nun auch den passenden Netzwerkstreamer inklusive DAC anbieten.

RENA-SA-1_front

Der hier getestete EC Living Rena SA-1 geht aber noch einen Schritt weiter und hält neben der wahlweise kabellosen Streaming-Intelligenz auch eine eigene Endstufe bereit, um bereits vorhandene oder neu angeschaffte passive Lautsprecher adäquat an die Leine nehmen zu können. Innerhalb der EC-Living-Familie lassen sich hinter den Rena S-1 und SA-1 die Tana L1 als Lautsprecher einspannen, drahtlos, wohlgemerkt, und HiRes-fähig bis 24 Bit/96 kHz. Ist mehr Tiefgang gewünscht, steht der Wireless-Subwoofer Sira-L1 bereit.

Ganz so neu ist das Prinzip des EC Living Rena SA-1 natürlich nicht, bereits im Jahr 2008 hatte beispielsweise Linn mit der Vorstellung des Sneaky DS diesen Weg beschritten. Aber dennoch ist die Idee, einen Netzwerkstreamer und Verstärker in einem kompakten Gehäuse zu verschmelzen, durchaus zeitgemäß. Mit einer eigenen App-Steuerung, deren Funktionsumfang permanent aktualisiert wird, lässt sich so das Bedürfnis nach Komfort und „moderner Zugänglichkeit“ (vulgo: Smartphone-Kompatibilität) elegant abdecken.

Was für den einen zunächst den Anschein einer smarten Zweitanlage für Gäste- und Schlafzimmer oder Büro erweckt, hat für den anderen durchaus das Zeug, das Wohnzimmer vom „HiFi-Altar“ zu befreien. Natürlich nur, sofern kein Wert auf analoge Zuspielung gelegt wird und man mit rein digitaler Kost vorlieb nimmt. Der kleine Streaming-Verstärker kann dabei Bestandteil eines das Haus beziehungsweise die Wohnung umspannenden Multiroom-Konzepts werden, sofern das gewünscht wird.

EC Living Rena SA-1 im Detail

Schauen wir uns Electrocompaniets Rena SA-1 genauer an. Rein äußerlich betrachtet, erinnert mich der Rena SA-1 unweigerlich an einen Mac mini, der bei mir als Musikzuspieler und treues Arbeitstier seit Jahren unermüdlich und zuverlässig seinen Dienst im Arbeitszimmer verrichtet. Der quaderförmige EC Living Rena SA-1 ist gerade mal 18 cm breit wie tief sowie knapp 5 cm hoch. Die Ober- und Unterseite bestehen aus schwarzem Kunststoff, was nicht nur Kosten und Gewicht spart, sondern ideal für die drahtlose Funkkommunikation ist.

Die drei Metallstreifen gibt es in den Ausführungen Silber, Kupfer und Schwarz

Die drei Metallstreifen gibt es in den Ausführungen Silber, Kupfer und Schwarz

Das integrierte, weiß aufleuchtende Tableau auf der in hochglänzendem Schwarz gehaltenen Oberseite besteht aus drei „Softtouch“-Tasten. Laut, leise, an, aus – schlicht und sinnig, mehr braucht es an dieser Stelle nicht. Denn die eigentliche Steuerung erfolgt ja per App, aber dazu später mehr. Der solide Gerätekorpus wird durch drei silberne Metallstreifen unterteilt – einer mehr als beim reinen Netzwerkstreamer Rena S-1 –, was der Optik zu einem leichteren Erscheinungsbild verhilft. Ist mehr Ausdruck gewünscht, kann auf ein kupferfarbenes Gehäuse zurückgegriffen werden, ganz schlicht geht es natürlich auch, dann hüllt sich der Rena SA-1 gänzlich in Schwarz.

Der EC Living Rena SA-1 in Kupfer

Der EC Living Rena SA-1 in Kupfer

Riskieren wir einen Blick auf die Rückseite. Brav in einer Reihe nebeneinander finden sich der Anschluss für das gut dimensionierte, ausgelagerte Netzteil, das eine Gleichspannung von 34 Volt abgibt und mit herkömmlichen Rasierapparat-Netzteilen partout nichts zu tun haben will, sowie ein Ethernetanschluss und zwei koaxiale S/PDIF-Anschlüsse (Input/Output). Eine weitere Eintrittspforte stellt der optische Toslink-Eingang dar. Last but not least findet man auch einen USB-A-Anschluss, der Festplatten oder Speichersticks in die Pflicht nehmen kann, sowie einen als 3,5-mm-Klinkenbuchse ausgeführten Hochpegelausgang.

RENA-SA-1_front

In der unteren Reihe befinden sich die Federklemmen für passive Lautsprecher. Bei der Kabelauswahl ist Fingerspitzengefühl notwendig, denn hier sind dünne Litzen angesagt. Bananas oder großzügig dimensionierte Querschnitte finden an den zarten, von Federkraft in Position gehaltenen Klemmen keinen Halt. Das ist ein Vorwurf, den ich dem Norweger machen muss. Platz für ordentliche Lautsprecherklemmen müsste doch vorhanden sein wie beispielsweise ein Elac Element Amp beweist, der nicht viel größer dimensioniert ist. Verarbeitungs- wie auch materialseitig gibt es aber ansonsten wenig zu mäkeln, was bei Schwaben wir mir per se schon als Lob durchgeht.

Wer nun aber glaubt, dass der EC Living Rena SA-1 nur kleine Lautsprecher versorgt, wird eines besseren belehrt, schließlich bringt der integrierte Class-D-Verstärker recht stramme 75 Watt pro Kanal an die Klemmen, was in den meisten Fällen auch für Standlautsprecher reicht. Und tatsächlich staune ich nicht schlecht, als das Set-up-Menü der App mir sogar die Wahl der Lautsprecherdimensionierung erlaubt. Ein zuschaltbares Post-Processing möbelt das Signal entsprechend der Größe der Lautsprecher auf, Klein- oder Regallautsprecher klingen auf einmal fülliger als gewöhnlich, während bei Standlautsprechern kein nennenswerter Unterschied zur Einstellung ohne Processing zu vernehmen ist.

Die App und das Handling

Losgelöst vom äußeren Erscheinungsbild und den technischen Features beschäftigt mich die Frage, wie sich der Netzwerkstreamer/Amp bei der Einrichtung und im Handling verhält. Erfreulicherweise ist die „EC Remote“ genannte App (für Android und iOS), die mich an die außerordentlich gut designte HEOS-App erinnert, sehr leistungsstark und auch für Nichtcomputer-Nerds leicht zu bedienen. Sie bietet sogar mehr Übersicht und Funktionalität als beispielsweise die iPeng-App meiner Squeezebox Touch, die durchaus als Benchmark in Sachen Bedienfreundlichkeit und Funktionalität gelten darf. Die Einbindung des Streaming-Verstärkers ins Netzwerk geschieht wahlweise drahtlos oder per Ethernetkabel.

Blick auf die App EC Remote

Blick auf die App EC Remote: Über sie wird nicht nur die Musik gesteuert, es können auch Equalizer-Einstellungen vorgenommen werden

Ohne kryptische Menüstrukturen durchdringen zu müssen, lässt sich im Falle einer Multiroom-Konfiguration im Hauptmenü sowohl die Zonenauswahl als auch die Musikbibliothek überblicken. Auch bei der Einbindung einer NAS oder freigegebener Ordner auf dem PC/Mac oder – wie in meinem Fall – der SSD des Auralic Aries Mini führt die App den Benutzer. Sind Abos von Streamingdiensten wie Tidal, Qobuz oder Spotify vorhanden, lassen sie sich ebenfalls rasch aktivieren, um anschließend auf dem Hauptmenü der App direkt zur Verfügung zu stehen. Das obligatorische Internetradio darf natürlich auch nicht fehlen, und sind die Lieblingssender erst mal abgespeichert, kann es direkt losgehen. Wer Bluetooth sucht, geht aber leider leer aus. Inhalte vom Tablet oder Smartphone finden ihren Weg drahtlos per AirPlay zum EC Living Rena SA-1 – was aber logischerweise voraussetzt, dass man ein Apple-Produkt besitzt.

EC Remote

Stichwort Bedienbarkeit: Es mag merkwürdig klingen, aber die Art der Lautstärkeregelung scheint mir besonders gelungen. Ich finde die Idee mit dem regelbaren Kreis viel praktischer und visuell deutlich ansprechender als dieser oftmals zu sehende gerade Balken. Die Albencover werden großflächig und informativ dargestellt, lediglich einen Kritikpunkt möchte ich doch anmerken: Zwar wird auf einen Blick die Auflösung des Musikstücks dargestellt, aber lediglich in kBit/s und ohne das Format zu benennen.

Dafür bringt der Norweger aber ein ganz anderes Schmankerl mit, das all diejenige erfreuen dürfte, die auch den Fernsehton gerne aufgemöbelt hätten. Dass er sich nämlich sowohl Dolby Digital- als auch DTS-Datenströmen nicht verschließt, ist durchaus keine Selbstverständlichkeit. Ganz Formatversteher nimmt der Rena SA-1 im Grunde alles entgegen, was ihm an digitaler Kost zugeführt wird. Von MP3 und AAC bei verlustbehafteten Formaten, verlustfreiem FLAC, ALAC, WMA – sowie PCM-HiRes-Files bis 24 Bit/192 kHz und sogar DSD mit 5,6 MHz.

Test: Electrocompaniet EC Living Rena SA-1 | Streaming-Verstärker

  1. 1 Streaming mit Streifen
  2. 2 EC Living Rena SA-1: Soundcheck & Fazit
Billboard
Technics
Advertisement

Das könnte Sie interessieren: