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Denon DA-300USB – Klang von S/PDIF und Kopfhörer – Testbericht fairaudio

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  1. 3 Denon DA-300USB - Klang von S/PDIF und Kopfhörer - Testbericht fairaudio

denon da-300usb

Wenn man dem Japaner mit Abweichungen vom highfidelen Ideal kommen will, dann vermag man das am ehesten mit Blick auf den Mittenbereich. Doch zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Denon DA-300USB die von einem repetitiv-seufzenden Atemgeräusch begleitete, fragil-brüchige Stimme von spritualizedSpiritualizeds Mastermind Jason Pierce in „Death take your Fiddle“ vorbildlich durchhörbar herausarbeitet und der fein „sägenden“, rauen Note des Gesangs sehr akribisch nachfühlt.

Ja, mit Blick auf die Mittenausleuchtung geht es ausnehmend akzentuiert/definiert zur Sache. Was aber eben auch dadurch unterstützt wird, dass der tonale Fokus etwas stärker auf den „oberen Stimmrand“ gelegt wird als dies zum Beispiel mein Phonosophie DAC 1 zu tun pflegt. Oder etwa ein in der gleichen Preisklasse wie der DA-300USB angesiedelter Advance Acoustic MDX 600. Beide DACs präsentieren Stimmen wärmer und sonorer als der Denon. Wodurch unser Proband nicht zuletzt Gitarrenläufe – bei den erwähnten Scale The Summit war mir das unter anderem aufgefallen – mitunter einen Tick crisper und lichter geraten lässt. Allerdings – wir haben es hier schließlich nicht mit einem Lautsprechertest zu tun – bewegt sich diese Ausprägung noch im eher subtilen Bereich; dennoch trägt dieser Abstimmungstrick sicherlich mit dazu bei, dass viele den Denon vom ersten Hören weg als besonders klar und durchsichtig empfinden werden.

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Passend dazu zählt der 300er auch in puncto Luftigkeit und Transparenz im Hochton zu den luzide durchzeichnenden Vertretern seiner Zunft. Wer wissen will, was sich in den oberen Frequenzetagen für Details in der Musik tummeln, ist mit dem Denon bestens aufgehoben. Und dabei – was ich in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich finde – dennoch bei der Langzeittauglichkeit auf der sicheren Seite. Selbst Aufnahmen, die bestenfalls auf 4-Spur-Cassetten-bevis frondHomerecording-Niveau anzusiedeln sind – ein Jammer beim ansonsten schön melodiös-schwelgerischen „Virus“ von Bevis Frond -, bleiben, soweit es eben geht, gut verdaulich.

Ja, der DA-300USB gibt sich im Hinblick auf die Kriterien Auflösung/Hochtondurchzeichnung wahrlich vorbildlich balanciert: Mein ehemaliger, ebenfalls hochtransparenter Northstar USB DAC 32 neigte bei aller Detailverliebtheit ab und an auch mal zur Schärfe, der bereits erwähnte Advance Acoustic MDX 600 spielte unbedingt langzeittauglich, verzichtete dabei aber aufs letzte Quäntchen Feinzeichnung. Nun, der Denon ordnet sich mit Blick auf den Hochton höchst gekonnt zwischen solchen Polen ein.

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So, entfernen wir den USB-Binder, gehen zur Kabelkiste, schnappen uns eine digitale Cinchstrippe und füttern den Japaner via S/PDIF mittels des CD-Spielers Fonel Simplicité. Derart angesteuert tönt etwa Spiritualizeds „Death Take his Fiddel“ schon wahrnehmbar anders: Das gesamte Klangbild wirkt einen Tick weniger filigran und feinzeichnend, dafür die Stimme etwas wärmer und voller, zudem geraten die Klangfarben generell etwas satter. Im Hinblick auf die räumliche Darstellung bleibt das hohe Niveau unverändert. Okay, die Unterschiede sind Geschmackssache und zu einem Teil auch auf meinen Fonel-Dreher zurückzuführen – aber nicht ausschließlich. Wie dem auch sei: Der Denon-DAC trägt zwar das Akronym „USB“ im Namen, geht aber auch im S/PDIF-Einsatz als wertige Lösung durch.

Stöpseln wir abschließend ein letztes Mal das USB-Kabel an. Und stülpen uns zur Abwechslung aber mal einen Kopfhörer über den Scheitel – und zwar einen Audeze LCD-2. Nun, ich kann mich kurz fassen: Auch hier zeigt der kleine 300er ein fürs Geld recht hohes Niveau und spielt in etwa auf Augenhöhe mit dem Kopfhörerteil meines Vorverstärkers Funk MTX-Monitor. Die oben aufgezeigten Charakterzüge sind nach wie vor auszumachen, was den Japaner etwas präsenter, luzider und transparenter erscheinen lässt, wohingegen der Berliner mit etwas mehr Sonorität und Substanz in den Mitten aufwartet.

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Test: Denon DA-300USB | D/A-Wandler

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