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Test: Denon DA-300USB | D/A-Wandler

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  1. 1 Test: Denon DA-300USB | D/A-Wandler

Mai 2014 / Jörg Dames

fairaudio's favourite AwardD/A-Wandler sind schon eine besondere Spezies. Nicht nur, dass sie aus technischer Sicht zwischen den Welten – das Wort passt hier besonders gut – „wandeln“, auch mit Blick auf die Entwicklungsgeschwindigkeit und Vermarktung gehen sie mehr oder weniger als Mischung aus Computer und HiFi-Gerät durch. So kann ich mir etwa aktuell kaum vorstellen, ein DAC-Modell zu kaufen, das bereits zwei oder drei Jahre „Marktreife“ auf dem Buckel hat – gegen leicht „abgehangene“ Verstärker und Lautsprecher habe ich hingegen überhaupt nichts einzuwenden.

Man denke nur an solche Features wie den asynchronen USB-Modus. Vor nicht allzu langer Zeit nur bei vergleichsweise wenigen, hochpreisigen Geräten vorzufinden – einer der Vorreiter war hier der amerikanische Anbieter Ayre -, hat sich dieser inzwischen fast zum preisklassenübergreifenden Standard etabliert. Und dass mittlerweile auch von gestandenen HiFi-Anbietern Wandler-Lösungen feilgeboten werden, die bodenständig gepreist, aber selbst in abgehobeneren High-End-Ketten eine gute Figur abgeben und keinesfalls einen „klanglichen Flaschenhals“, zählt sicherlich zu den besonders erfreulichen Veränderungen der letzten Jahre.

Auch unser aktueller Kandidat, der Denon DA-300USB (www.denon.de), „fährt“ im erwähnten asynchronen Modus, wenn man ihn mit dem Rechner verbindet und etwa mit JRiver oder Foobar Musik abspielt. Neben einem entsprechenden USB-B-Eingang bietet der Japaner zudem gleich drei S/PDIF-Schnittstellen (1 x Cinch, 2 x optisch). Die Eingangswahl vollzieht sich über eine Sensortaste auf der Front. Ja, angesichts der platzsparenden Ausmaße unseres Probanden (zirka 17 x 17 x 5,5 Zentimeter) kann man sich über dessen Anschlussvielfalt wirklich nicht beschweren – zumal zusätzlich zum obligatorischen Cinch-Out auch noch ein Kopfhörerausgang (6,3-Millimeter-Klinke) zur Verfügung steht. Letzterer ist natürlich regelbar, was den auffälligen Lautstärkesteller auf der Vorderseite des DA-300USB erklärt, denn der Japaner ist ansonsten als „purer“ DAC ohne Vorverstärkerfunktion konzipiert.

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Die Eingangswahl vollzieht sich „mechanikfrei“ per Sensortaste auf der Frontblende

Ein nettes und gerade in dieser Preisklasse nicht selbstverständliches Feature ist auch das aus weiterer Entfernung noch gut ablesbare OLED-Display, das über den gewählten Eingang, die aktuelle Abtastrate sowie die Kopfhörer-Lautstärke informiert. Und dabei „hoch wie quer“ kann: Dem Denon DA-300USB liegt eine Bodenplatte bei, welche eine vertikale Aufstellung des Gerätes ermöglicht, die Anzeige des Japaners richtet sich dabei automatisch aus.

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Dem DA-300USB liegt eine Fußplatte zur vertikalen Aufstellung des Geräts bei

Ob das schicke Display nun dafür verantwortlich ist, dass die Kostenrechner in Kawasaki dem DA-300 ein Metallkleid verwehrten, sei mal dahingestellt: Mich stört’s jedenfalls nicht, dass das Gehäuse unseres Kleinen aus Kunststoff besteht. Zumal es keinesfalls fragil anmutet – und weniger klappert und scheppert als so manche Blechkonstruktion. Aber Plastik/Blech hin oder her, das Designkonzept des DA-300USB empfinde ich persönlich als ziemlich gelungen – zu kritisieren ist lediglich, dass man bei den Übergängen zwischen den Gehäusehälften nicht gerade übertrieben auf Bündigkeit und akkurate Spaltmaße geachtet zu haben scheint, was bei genauem Hinsehen aus kurzer Entfernung die ansonsten wertige Anmutung des Denon DA-300USB etwas trübt.

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Was die Möglichkeiten der Signalverarbeitung angeht, hat man bei Denon dann wieder eher geklotzt als gekleckert. Der DA-300USB versteht sich nicht nur mit „normalen“ PCM-Signalen (Denon zählt übrigens zu den Pionieren, die vor über 40 Jahren puls-code-modulierte Musik in den Markt eingeführt haben), sondern verdaut auch das von der SACD bekannte DSD (2,8 sowie 5,6 MHz) – welches seit einiger Zeit ja wieder hip, aber immer noch wenig verbreitet ist (und vielleicht genau darum auch so hip ist).

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Trotz Kunststoffgehäuse sind die Anschlussstellen solide befestigt – da wackelt weniger als bei manch großem Gerät im Metallkleid

HiRes klappt mit dem DA-300USB aber auch via PCM – wuppt unser Proband doch Musikströme mit bis zu 192 kHz/24 Bit Auflösung (welche übriges mehr Informationsgehalt als 2,8-DSD liefert), die dann – wie alle Arten von Eingangssignalen – intern auf 32 Bit Wortbreite und 705,6/768 kHz Samplerate hochgerechnet werden, bevor es an die eigentliche Wandlung geht. Technischer Hintergrund ist Denons bekanntes, auch in deutlich teureren Geräten wie dem DCD-2020AE-Player verbautes „Advanced AL32 Processing“, welches Quantisierungsrauschen minimieren und Einflüsse von etwaigen Störsignalen in Bereiche außerhalb des menschlichen Hörvermögens verlagern soll. Um bei unterschiedlichen Abtastfrequenzen ausschließlich mit ganzzahligen Vielfachen arbeiten und so eine weitere Quelle für Rechenungenauigkeiten ausschalten zu können, sind in der Master Clock zwei taktsteuernde Kristalle integriert: Der eine stellt die Zeiger für die Frequenzreihe auf Basis von 44,1 kHz (so zum Beispiel auch 88,2 kHz), der andere für die 48-kHz-Reihe (beispielsweise auch 192 kHz).

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Im Inneren des DA-300USB kommt ein Burr Brown PCM1795 zur Anwendung. Ein, so Denon, „sehr guter 32-Bit-D/A-Wandler (wegen des Advanced AL32 Processing nötig), der DSD und PCM bis zu 24 Bit akzeptiert“

Die Möglichkeit, dem Denon per USB-Verbindung Musikdateien mit einer Auflösung von >96 kHz einzuverleiben, macht in der Windows-Welt bekanntermaßen eine Treiberinstallation notwendig, MAC-OS-Nutzer können hingegen wie üblich mit dem DA-300USB sofort loslegen.

Die Japaner haben sich dabei für eine ASIO-Variante entschieden, wodurch gleichzeitig der potenzielle Störenfried „Windowsmixer“ – der Eingriffsmöglichkeiten wie Samplerate Conversion, Volume- oder Pan-Regelung ermöglicht, aber gerade deswegen auch als nicht so puristisch-optimal im Sinne guten Klangs gilt – umgangen wird. Der Treiber liegt aber nicht auf CD-ROM bei, sondern muss von der Denon-Website heruntergeladen werden – was easy vonstattengeht, sofern man sich nicht von der fehlerhaften Link-Angabe im beiliegenden „Getting started“-Heftchen irritieren lässt. Zur Sicherheit: Der Treiber findet sich hier unter dem Reiter „Downloads und Anleitungen“.

So, dann schalten wir den Mini mal endlich scharf …

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Horizontal, vertikal, egal … Das Display positioniert sich aber nur jeweils in eine Richtung mit, vertikal nur dann, wenn die Kopfhörerbuchse nach unten zeigt

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