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Test-Fazit: AVM Evolution SD 3.2 und AVM Evolution SD 5.2

Inhaltsverzeichnis

  1. 4 Test-Fazit: AVM Evolution SD 3.2 und AVM Evolution SD 5.2

Ja, der AVM Evolution SD 3.2 feuert ein dynamisches Feuerwerk ab, ist tonal neutral mit druckvollem und federnd-schnellem Bass, wirkt gerade im Vergleich zu meinem Linn Majik DSM eher direkt im Mittel-Hochton und produziert natürlich-neutrale, aber nicht übersatt aufgetragene Klangfarben. Seine räumliche Abbildung gerät dabei nicht sehr tief, sondern konzentriert sich eher zwischen und vor den Lautsprechern. Preisklassenbezogen spielt er sehr schnell und präzise.

AVM Evolution SD 3.2 und Evolution SD 5.2

Wirklich erst im Vergleich mit dem AVM Evolution SD 5.2 fällt auf, dass der kleinere Evolutionist in Bezug auf Ein- und Ausschwingvorgänge etwas kürzer angebunden, farblich sachlicher und räumlich kompakter spielt, weniger luftig und tonal, bei aller Neutralität, etwas härter wirkt. Wohlgemerkt: Er schlägt den etwas günstigeren und zusätzlich mit Endstufen ausgestatteten Linn Majik DSM aber in all diesen Aspekten mehr oder weniger deutlich.

Der AVM Evolution SD 5.2 kann noch mehr – vor allem Auflösung, Raum, präzisere Abbildung und feindynamische Abstufungen. Er lässt die Grenzen des Aufnahmeraums vor dem inneren Auge entstehen, und zusätzlich exerziert er eine etwas bessere Kontrolle und Durchzeichnung im Bass, wodurch er minimal schlanker wirkt. Ein Nebeneffekt dieses (zumindest für mich) Röhren-untypischen Charakters ist, dass er noch schneller zu agieren vermag und luftiger, ausschweifender und romantischer musiziert als der SD 3.2. Alles zusammengenommen lässt der Evolution SD 5.2 seine Fähigkeiten in einem realistischeren und natürlicheren Klangbild als der kleine Bruder kulminieren. Auf diese Weise stellt er – klischeehaft ausgedrückt, doch nichtsdestotrotz richtig – eine direktere Verbindung des Hörers zur Musik her. Gerade im Stimmbereich ist die reinere und klarere Gangart des 5.2 von Vorteil.

Kombiniert man den AVM Evolution SD 3.2 mit etwas zurückhaltend klingenden Komponenten und möchte seiner Kette einen druckvolleren, kernigeren Sound mit dennoch reichlich servierten Details verpassen, kann er eine Ideallösung darstellen. Aufgrund des nochmals höheren Auflösungsvermögens und seinen auch absolut gesehen sehr luftigen, feinsinnigen und farbstarken Qualitäten ist der AVM Evolution SD 5.2 noch universeller, quasi mit garantiertem Optimalresultat einsetzbar. Er ist zwar aufgrund seines eher durchgezeichnet-leichtfüßig denn fett klingenden Bassbereichs vielleicht nicht die Traumbesetzung für Elektro-Zappler, Heavy-Metal-Jünger und Gebäudeabrisstechniker, aber trotz des höheren Preises mein Preis-Leistungs-Sieger. Er klingt natürlicher, weniger „nach HiFi“ und reduziert die klangliche Distanz der Konserve zum Original – und damit den emotionalen Abstand des Hörers zur Musik – nachvollziehbar.

Der AVM Evolution SD 3.2 …

  • zeichnet sich durch tonale Neutralität und Direktheit aus.
  • zieht untenrum ordentlich durch, soll heißen er besitzt einen druckvollen und federnd-schnellen Bass.
  • ist ein guter Partner für gemächlich abgestimmte Ketten, um diesen etwas mehr Leben einzuhauchen.
  • hat einen kleinen Hang zu Analyse, aber nicht zur Kälte – nüchtern-genau wäre wohl das richtige Wort.
  • baut einen eher breiten als tiefen Raum auf.
  • trennt die Akteure auf der Bühne gewissenhaft, bleibt aber das letzte Wort in Sachen Umrissschärfe schuldig.
  • gehört nicht zu den klangfarbenreichsten Verstärkern, ohne aber dabei blass zu wirken – die farblichen Abstufungen decken, relativ betrachtet, eher die Makro-Ebene ab, zumindest im Vergleich zum größeren Bruder.

Der AVM Evolution SD 5.2 …

  • schwingt sensibler einen feineren Pinsel und bedient sich einer viel umfangreicheren Farbpalette mit vielen Zwischentönen.
  • deckt deswegen, und auch aufgrund seiner überlegenen Feindynamik, Nuancen in der Phrasierung spielerisch auf und transportiert musikalisch wichtige Schattierungen so mit fast schon nonchalanter Selbstverständlichkeit.
  • bietet noch mehr Details als schon der SD 3.2 und wirkt wegen seiner luftigen Lockerheit frei, feinpixelig und dadurch unterm Strich sehr natürlich.
  • überrascht mit seiner grazil-agilen Schnelligkeit.
  • wirkt im direkten Vergleich mit dem Evolution SD 3.2 minimal schlanker im Bass und etwas zurückhaltender im Tiefbass.
  • konturiert den Bassbereich natürlicher als der SD 3.2, wirkt noch etwas federnder und einen Tick weniger massiv.
  • entwirft einen groß(artig)en Raum mit klar definierten Abmessungen.
  • zeichnet die Umrisse der Akteure auf der virtuellen Bühne schön exakt nach und lässt ihnen viel Raum.

Fakten:

  • Modell: AVM EVOLUTION SD 3.2
  • Konzept: Streaming-DAC und Vorverstärker (Transistor)
  • Preis: 3.990 Euro (Fernbedienung RC 9: 490 Euro)
  • Maße & Gewicht: 430 x 100 x 325 mm (BxHxT), 8 kg
  • Farbe: Silber/Schwarz
  • Eingänge/Ausgänge: analog: 2 Hochpegeleingänge (Cinch), 2 Pre-Out (XLR, Cinch); digital: 2 x SPDIF optisch, 2 x SPDIF koaxial, 1 x treiberloser USB-Eingang synchron, 1 x USB-Eingang asynchron, Netzwerk: WLAN & LAN
  • Streamingformate: MP3, WMA, AAC, OGG Vorbis, FLAC (192/32 über LAN), WAV (192/32 über LAN), AIFF (192/32 über LAN), ALAC (96/24 über LAN)
  • Leistungsaufnahme: max. 18 Watt
  • Garantie: 3 Jahre
  • Modell: AVM EVOLUTION SD 5.2
  • Konzept: Streaming-DAC und Vorverstärker (Röhre)
  • Preis: 5.300 Euro (Fernbedienung RC 9: 490 Euro)
  • Maße & Gewicht: 430 x 130 x 370 mm (BxHxT), 10 kg
  • Farbe: Silber/Schwarz
  • Eingänge/Ausgänge: analog: 2 Hochpegeleingänge (Cinch), 2 Pre-Out (XLR, Cinch); digital: 2 x SPDIF optisch, 2 x SPDIF koaxial, 1 x treiberloser USB-Eingang synchron, 1 x USB-Eingang asynchron, 1 x AES/EBU,
    Netzwerk: WLAN & LAN
  • Streamingformate: MP3, WMA, AAC, OGG Vorbis, FLAC (192/32 über LAN), WAV (192/32 über LAN), AIFF (192/32 über LAN), ALAC (96/24 über LAN)
  • Leistungsaufnahme: max. 25 Watt
  • Garantie: 3 Jahre

Hersteller/Vertrieb:
AVM GmbH/Audio Video Manufaktur
Daimlerstraße 8 | 76316 Malsch
Web: www.avm-audio.com
eMail: info@avm-audio.com
Telefon: 07246 – 4285

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  1. 4 Test-Fazit: AVM Evolution SD 3.2 und AVM Evolution SD 5.2

Über den Autor

Equipment

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Norma HS-DA1 PRE, Linnenberg Telemann, Electrocompaniet ECD 2 CD-Player: Fonel Simplicité Streamer: SOtM sMS-200 ultra & SOtM sPS-500, Auralic Aries Computer/Mediaplayer: Laptop mit JRiver MC

Vollverstärker: Abacus Ampino

Vorstufen: Hochpegel: Funk MTX Monitor V3b-4.3.1, Funk MTX Monitor V3b-4.2.1 (Upgrade von V3b), Funk LAP-2.V3 (Upgrade von Lap-2.V2)

Endstufen: Bryston 7B³

Lautsprecher: Spendor D9, Quadral Megan VIII

Kopfhörer: Audeze LCD-2, AKG K812, AKG K712 Pro, RHA T20, Soundmagic E80, Shure SRH 1840, AAW Q

Kopfhörerverstärker: Norma HS-DA1 PRE, NuPrime DAC-10H, Reußenzehn Harmonie III

Mobiles HiFi: Onkyo DP-X1, iBasso DX-80

Kabel: Lautsprecherkabel: HMS Armonia, WSS Platin Line LS4, Real Cable BW OFC 400, HMS Fortissimo NF-Kabel: Straight Wire Virtuoso Digitalkabel: USB-Kabel: AudioQuest Carbon, Boaacoustic Silver Digital Xeno, BMC Pure USB1 Netzkabel: Furutech FP-S022N: konfektioniert mit FI-E 50 NCF & FI 50 NCF, Tellurium Q Black, Quantum-Powerchords, Swisscables Reference Netzleiste: HMS Energia MkII

Rack: Lovan Classic II

Zubehör: Stromfilter: HMS Energia MkII Sonstiges: AudioQuest Jitterbug

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 29 m² Höhe: 3,3 m

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