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High End 2013: Clearaudio, Schuchtronic, Music Hall – Messebericht fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 5 High End 2013: Clearaudio, Schuchtronic, Music Hall - Messebericht fairaudio

Von digital (an)gesteuerten Aktivhornlautsprechern zur guten alten – und nach wie vor angesagten – Analogtechnik.

Clearaudio Neuigkeiten zur High End
Werner Möhring stellte uns einige Clearaudio-Neuheiten vor

Beim Thema Phono hat die Firma Clearaudio (www.clearaudio.de) naturgemäß ein Wörtchen mitzureden. Die Erlanger Analogschmiede kam gleich mit so vielen Neuheiten nach München, dass hier gar nicht der Raum ist, sie alle ausführlich vorzustellen. Gezählt wurden: Drei Phonovorverstärker (Nano, Smart und Reference Phono) im Preisbereich zwischen 300 Euro und 15.000 Euro, ein Akku-Motornetzteil namens „Accu Drive“ (für 1.700 Euro), eine wirklich highendige Schallplattenwaschmaschine mit allem Pipapo wie zum Beispiel ultraschallbetriebenen Carbonbürstchen (um 3.000 Euro) – und schließlich, das sei an dieser Stelle dann doch noch expliziter dargestellt, die „weltweit erste Aktivlösung für MC-Tonabnehmer“, so die Erlanger. Die da „Absolute Phono“ heißt und das Portemonnaie um 9.900 Euro leichter macht. Huch, was kommt denn jetzt?

Peter Suchy
Firmengründer Peter Suchy freut sich …

Im Grunde genommen handelt es sich um eine Phonovorstufe der ganz anderen Art. Gemeinhin werden die Kleinstsignale von MC-Tonabnehmern (und nur für solche ist die Absolute Phono gedacht) über dünne Kabel durch den Tonarm geführt, landen dann an einem Terminal, von dem es weiter per NF-Kabel zum Entzerrer geht. Das Problem: Für so schwache Signale, wie MCs sie nun einmal abgeben, ist dieser Weg lang und gefährlich – einstreugefährlich.

Die einfache, aber geniale Idee von Clearaudio, welche allerdings wohl nicht ganz einfach umzusetzen war: Die erste Verstärkung des Signals erfolgt dort, wo sie gebraucht wird: direkt am Tonabnehmer. Zu diesem Zweck wird ein entsprechender Verstärkerchip nahe der Headshell montiert:

Absolute Phono Chip
… über diesen kleinen Chip, …

Clearaudio Headshell
… der, hinter die Headshell montiert, das Signal verstärkt

Dieser Chip verstärkt das Signal um 50 dB und schickt es weiter auf die Reise zur zugehörigen Box des Absolute-Phono-Systems, …

Absolute Phono

… in der die RIAA-Entzerrung erfolgt. Da nun aber ein um 50 dB verstärktes Signal relativ unempfindlicher gegen Störeinstreuungen ist – logisch: gleich große Störkomponenten treffen auf ein „lauteres“ Nutzsignal -, soll es einen merklichen klanglichen Gewinn geben. Der Signal-Rausch-Abstand vergrößere sich schlussendlich um 10 Dezibel, gibt Clearaudio an. Absolute Phono wird ab September dieses Jahres für alle Clearaudio-Tonarme verfügbar sein. Es arbeitet grundsätzlich mit allen am Weltmarkt erhältlichen MC-Pickups, so Peter Suchy. Im Preis inbegriffen ist die Montage.

Herr Schuch mit seinem Schuchtronic-Tonarm
Herr Schuch und sein Tonarm

Dies ist auch der Fall beim Schuchtronic-Tonarm „No.1“ (schuchtronic.de) – was auch bitter nötig scheint, wenn man denn keine Ausbildung als Goldschmied, Uhrmacher, Zahnarzt oder dergleichen hat. Neben der bei jedem Arm üblichen Fummelei muss hier nämlich auch noch ein ganz entscheidendes Schnürchen verlegt werden, was nicht ohne sein dürfte:

Schuchtronic-Tonarm

Wozu nun dieser „Seilzug“? Er soll garantieren, dass die Headshell bei der Bewegung der Nadel über die Platte so gedreht wird, dass es zu keinem Spurfehlwinkel kommt. Sprich die Abtastung erfolgt immer im rechten Winkel, obwohl es sich um einen Dreh-, nicht um einen Tangential-Tonarm handelt. Ähnliches kennt man vom sogenannten Thales-Tonarm, was dort mithilfe eines zweiten Armes geschieht, erfolgt hier über das „Seilchen“. Der Preis dieses filigranen Stücks Tonarmtechnik: 5.000 Euro.

LAger des Schuchtronic-Tonarms

Muss Phono immer so teuer sein? Nein, muss es nicht, schließlich gibt es einige Anbieter, die auch günstig Gutes offerieren. Mancher mag da an Rega denken – andere an Music Hall. Dieser Hersteller (www.phonar.de) bietet im Grunde durch die Bank Plattenspieler der noch erreichbaren Klasse an. Zum schon bestehenden Portfolio gesellt sich kommenden Herbst der „iKura“ hinzu, von dem in München schon zwei Prototypen zu sehen waren:

Music Hall iKura

Der Music Hall iKura besitzt eine Zarge – beim weißen Modell auch einen Plattenteller – aus MDF, wird mittels Sorbothan-Dämpfungselemente entkoppelt gelagert und über einen Gleichstrommotor riemengetrieben. Er wird einen circa 1.000 Euro zu stehen kommen. Es sei denn, man möchte ihn in Schwarz erwerben, in dem Falle wechselt er nicht nur die Farbe, sondern bekommt auch noch 1.) einen Acrylteller, 2.) einen Vollkarbon-Tonarm, also inklusive Karbon-Headshell, und 3.) ein hochwertigeres System spendiert. Was sich rechnungsseitig in einem Endpreis von 1.500 Euro niederschlägt.

Music Hall iKura - Sschwarz

Messebericht: High End 2013 in München

  1. 5 High End 2013: Clearaudio, Schuchtronic, Music Hall - Messebericht fairaudio
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