dynamisch hellwach

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die fahne hoch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

junger klassiker
jetzt kabellos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

heavy metal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

das schwante
mir schon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die mit der
holz-app

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

homogen und räumlich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

klangförderlich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zen bis zenith

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

karl und karlotta

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

prime time

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

rein analog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hut ab!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lässt gutes hoffen

Fortsetzung Messereport Norddeutsche HiFi-Tage 2017

Wir bleiben bei den integrierten Verstärkerlösungen, denn auch Volker Bohlmeier von Einstein Audio (www.einstein-audio.de) hatte seinen Vollverstärker The Tune (6.800 Euro) mitgebracht, der mit Blumenhofers Tempesta 20 (auch die hatten wir schon mal im Test, Vertrieb: www.blumenhofer-acoustics.com) ein dynamisch hellwaches, aber auch klangfarblich überzeugendes Gespann abgab.

Die Blumenhofer Tempesta 20 an Einstein-Elektronik
Die Blumenhofer Tempesta 20 an Einstein-Elektronik

Zwar ist die Blumenhofer Tempesta bei einem Paarpreis von 5.700 Euro in durchaus moderaten Gefilden angesiedelt, was nicht wirklich darüber hinwegtröstet, dass das überragende Laufwerk Airforce 3 zwar den Einstieg bei TechDas bedeutet, 26.000 Euro aber ein echtes Pfund sind. Da fallen die 6.200 Euro für Einsteins eigenen Tonarm The Tonearm und weitere 10.000 Euro für die offensichtlich sehr begabte Phonovorstufe The Phonoamp nicht mehr so ins Gewicht ... Egal – was zählt ist die ansteckende Spielfreude, die diese preislich etwas asymmetrische Kombination ermöglichte. Als schließlich Pink Floyds Dark Side of the Moon in der legendären UHQR-Ausgabe von MFSL auf dem Teller des Airforce 3 landete, blieb bei den anwesenden Klanggourmets kaum ein Auge trocken.
               
Einer völlig anderen Klangästhetik hat sich Michael Sombetzki (www.sombetzki-elektrostaten.de) verschrieben, der seit den 1980er Jahren die Fahne der Elektrostaten hochhält. Das allgegenwärtige Problem der Raumeinflüsse umschifft er nun elegant, indem er bei seinem Elektrostaten ESL Home den Hörabstand auf 60 - 80 Zentimeter verkürzt.

Ein etwas anderer Lautsprecher: Michael Sombetzkis ESL Home
Ein etwas anderer Lautsprecher: Michael Sombetzkis ESL Home

Die Verstärkung obliegt den kürzlich fertiggestellten Röhrenmonos S509, Parallel-Push-Pull-Verstärker, welche die recht selten anzutreffende Circlotron-Schaltung aufweisen. Die Verstärker zeichnen sich laut Hersteller durch das Fehlen einer klanglichen Signatur, ergo höchste Neutralität aus. Zusammen mit den ESL Home ergab sich ein unerhört direktes, frappierend anspringendes Klangbild, was sicher nicht für jeden, aber doch für einige das HiFi-Nirvana bedeuten könnte.

Aufgrund seiner gut zwanzigjährige Einbindung in den Mutterkonzern GP Acoustics (www.gpa-eu.com), hat sich das britische Traditionsunternehmen KEF dank wirtschaftlicher Sicherheit viele Freiheiten bei der Entwicklung auch außergewöhnlicher Lautsprecherkonzepte bewahren können. Die Lautsprecher LS50, die man bei KEF gerne als legitime Nachfolger des legendären BBC-Monitors LS 3/5a auffasst, gehören ebenso wie das Cost-no-object-Projekt Muon in diese Kategorie.

KEFs Markenbotschafter Johan Coorg ist begeistert von der neuen LS50 Wireless
KEFs Markenbotschafter Johan Coorg ist sooo begeistert von der neuen LS50 Wireless

Nun folgt eine weitere Fortsetzung in Form einer aktiven Version, die LS50 Wireless. Wie der Name schon sagt, ist der Lautsprecher grundsätzlich für den kabellosen Betrieb optimiert. Die digitale Signalverarbeitung ermöglicht eine Laufzeitkorrektur der beteiligten Treiber und den Einsatz direkt an digitalen Quellen und PCs. KEF Markenbotschafter Johan Coorg wusste dann auch die vielen Vorzüge des 2.299 Euro teuren Lautsprechers zu erläutern.

Lautsprecher aus Gusseisen? Gibt es wirklich. Bei Jern (http://audioform.dk) aus Dänemark. Der kleine Zweiwegemonitor Jern 14ES wiegt knappe 12 Kilo, ist geschlossen und bedient sich ausgesuchter Chassis von Scanspeak. Eine echte 8-Ohm-Nennimpedanz lässt ihn als Partner nicht so ultrastabiler Amps interessant erscheinen. Die Empfindlichkeit von 88 dB dürfte allerdings recht optimistisch geschätzt sein. Das organisch geformte Kabinett wird durch ein Joint Venture mit einem Zulieferer aus der Automobilindustrie ermöglicht. Zuführungen zu Turboladern müssen nicht nur höchste Thermostabilität aufweisen, sondern auch ausgesprochen präzise gefertigt sein. Gilt Ähnliches nicht auch für Lautsprecher?

Jernspeaker
Klein & schwer: Ole Lund Christensen zeigte seine gusseisernen Lautsprecher der Marke Jern

Wenn es musikalisch mal richtig heiß hergeht, beruhigt die 200 Jahre währende Garantie auf das Gussgehäuse doch ungemein. Da die untere Grenzfrequenz irgendwo bei 100 Hz liegt, benötigte das kleine, aber schwere Böxchen die Unterstützung eines Subwoofers, den Jernspeakers zum Preis von 3.800 Euro gleich mitliefert (immerhin einen REL). Mit etwas Mühe bei der Aufstellung und hochwertigerem Equipment sollte sich das zweifellos vorhandene Potenzial noch besser aus diesen ungewöhnlichen Schallwandlern herauskitzeln lassen.

Subwooferunterstützung? Bisher ein Fremdwort im Reich des Ralf Koenen, Chef bei Progressive Audio (www.progressiveaudio.de). Bereits die kleinen Extreme 1 (siehe Test) waren im Hamburger Holiday Inn stets für eine Zwerchfellmassage gut.

Ralf Koenen von Progressive Audio hatte seien Extreme 3 mit im Gepäck
Ralf Koenen von Progressive Audio hatte die Extreme 3 Aktiv mit im Gepäck

Als ich mich am Samstag wieder dem Progressive Audio Raum näherte, schwante mir schon, dass es auch diesmal nicht anders werden würde. Wie auch, denn schließlich stellte der Essener seine wesentlich größeren Extreme 3 in der Aktivversion vor. Und das verhieß abermals uneingeschränkte Tieftontauglichkeit bei stupender Dynamik. Dass dabei die bekannte Neutralität und Durchhörbarkeit, die allen Lautsprechern der Extreme-Serie zu eigen ist, gewahrt blieb, können Sie mir gerne glauben. Das Paar Extreme 3 Aktiv soll 12.000 Euro kosten.

Werner Obst hält mit seinem Vertrieb WOD Audio (www.wodaudio.com) ein unglaubliches Portfolio an highendigen Geräten vor. Dennoch ist er eher ein Mann der leisen Töne und stellt für Messen gerne Ketten mit einem gewissen Understatement-Faktor zusammen. Ein grundsätzlich sympathischer Zug, wenn auch Understatement, wie wir sehen werden, bei Werner Obst nicht zwingend günstig bedeuten muss.

Edles aus dem protfolio von WOD Audio
Edles aus dem Portfolio von WOD Audio

Von Auris Audio aus Serbien stammen der röhrenbestückte Vollverstärker Fontino 6.550 sowie die schlanke Standbox Poison 5. Der Amp kostet 4.800 Euro, während für die in Echtholz und Leder gewandete Poison 5 bereits 6.600 Euro bei WOD abzuliefern sind. Das Bergmann Laufwerk Galder schlägt mit 15.000 Euro zuzüglich Tonarm zu Buche und der Thrax Phonovorverstärker Orpheus mit 16.200 Euro. So feinsinnig und weiträumig, wie die kleine Kette mit dem Thrax Orpheus aufspielt, geht es wohl nur mit Röhren. Schade, ich muss weiter.

Auch über die von der Berliner Manufaktur Fonel (http://fonel.de) präsentierte Kette ließe sich sicher Ähnliches sagen. Die Aktiv-Lautsprecher La Ronda (12.000 Euro) wurden von der Röhrenvorstufe Renaissance (inklusive Onboard-DAC und Phono MM/MC 7.300 Euro), dem CD-Spieler Simplicite (5.800 Euro) und der Röhrenphonovorstufe Symphony (4.500 Euro) liebevoll umsorgt.

Fonel AudioFonel Audio

Die Optik mit den diversen Holzapplikationen löste bei mir sensorische Déjà-vu-Erlebnisse aus, die irgendwie alle um guten Single Malt, den Geruch von Pfeifentabak und schwerem Herrenparfüm kreisten. Der Klang wirkte angenehm entstresst, ohne zu ruhig zu werden. La Ronda war durchaus auch zu glaubhafter Dynamik fähig. Doch mehr noch als die Attacke bevorzugte sie die große Geste, wobei die Röhren in der Verstärkerkette zu jeder Zeit ihre Signatur zu hinterlassen schienen.

Vorstellen muss man Hans Appell und Martin Kueper wohl kaum, zumindest nicht unter Audiophilen oder wenn man die beiden Entwickler der Intonation Audio Manufaktur (www.terzian.de) in einem Zug mit ihrem legendären Monitorlautsprecher, dem Terzian, nennt.

Der Terzian ist ein Klassiker ...
Der Terzian ist ein Klassiker

Seit über 25 Jahren spielt der Terzian nun bereits. Sogar besser denn je, nachdem jüngst die Überarbeitung zum Model 3 den Impedanzverlauf glätten und den Bassbereich um eine ganze Oktave nach unten erweitern konnte. Immerhin 12.000 Euro müssen für ein Paar des Terzian bezahlt werden. Warum das immer noch so einige anstandslos tun, wird klar, wenn man den Lautsprecher in Aktion erleben darf. In Hamburg wurde der Terzian von zwei passenden Subwoofern unterstützt. Ob es die wirklich gebraucht hätte, sei dahingestellt. Doch auch so konnten die Terzian ihre legendäre Homogenität und Räumlichkeit unter Beweis stellen.

Noch keine Legende, aber möglicherweise auf dem Weg dorthin ist man bei Stereokonzept (www.stereokonzept.com) in Lübeck. Das Rezept dazu ist Kompromisslosigkeit beim Klang. Genau deshalb erschien es Entwickler Johannes Rickert lange nicht möglich, einen Lautsprecher zu schaffen, der sich preislich unter dem 6.000 Euro teuren Modell 1 positionieren ließe.

Stereokonzept-Lautsprecher an PS-Audio-Elektronik
Stereokonzept-Lautsprecher an PS-Audio-Elektronik

Jetzt scheint es dem Tüftler doch noch gelungen zu sein, denn er präsentierte im Holiday Inn stolz sein Modell Punkt 5. Der Preispunkt: 3.900 Euro. An PS-Audios gar nicht mal so kostspieliger Elektronik, dem Stellar Gain Cell DAC (2.099 Euro) und der Class-D-Endstufe Stellar S300 (1.850 Euro) konnte ich kaum Unterschiede zum (preislich) größeren Model 1 ausmachen, dessen unverfärbte und ehrliche Spielweise mir noch kürzlich bei einem Test wertvolle Dienste erwiesen hatte.

In eben diesem Testbericht konnten Nordosts QBase Netzleisten sowie parallel zum Stromfluss einsetzbaren Filtern und Resonatoren eine durchaus klangförderliche Wirkung bescheinigt werden. Wer wollte, verschaffte sich in Hamburg selber einen Eindruck, denn Nordost-Repräsentant Dennis Bonotto und Andreas Proske, Chef des deutschen Vertriebs Connect Audio (www.connectaudio.de), standen parat, die diversen Filter und Netzverteiler vorzuführen und physikalische Zusammenhänge zu erläutern.

Welches Kabel soll es denn sein? Nordost hat so einige im Angebot
Welches Kabel soll's denn sein? Nordost hat einige im Angebot

Daneben hatten sie, ebenfalls zu Vergleichszwecken, eine repräsentative Auswahl an Nordosts bekannten NF-, USB- und Netz-Kabeln dabei. Nicht wenige der interessierten Besucher zeigten sich am Ende erstaunt darüber, in welcher Deutlichkeit sich die Unterschiede doch tatsächlich ausmachen ließen.

Relativ neu sind die „Zen“-Musikserver von Innuos (www.innuos.com). Damit die Klangqualität nicht zu kurz kommt, habe man bei der Entwicklung etliche Bauteile und Baugruppen wieder und wieder probegehört, berichtete Emanuel Ey von Innuos. Herausgekommen sind drei Musikserver, die in ihrer jeweiligen Preisklasse möglichst optimal die audiophilen Anforderungen und Bedürfnisse der Anwender befriedigen sollen. Den Eintritt in die Welt wohlklingender, dennoch bedienungsfreundlicher Musikserver macht der Zen Mini Mk.II STD, gefolgt vom gehobenere Hörgewohnheiten berücksichtigenden Zen Mk.II. An der Spitze steht freilich der Zenith Mk.II mit dreifachem Linearnetzteil und SSD-Speicherbausteinen.

Emanuel Ey von Innuos präsentierte die Musikserver des Unternehemns
Emanuel Ey von Innuos präsentierte die Musikserver des Unternehmens

Die Preise liegen zwischen 849 Euro für den Zen Mini und 5.399 Euro für einen Zenith Mk.II XXL mit 4 TB Speicherkapazität. Für alle Klanggourmets interessant: Den Zenith Mk.II mit 1TB gibt es bereits ab 2.699 Euro. Die spannenden Frage, wie gut Innuos Spitzenserver wirklich ist, wird derzeit bereits bei fairaudio ergründet. Einen Preis für gelungenes Design haben sie sich bei Innuos bereits jetzt verdient, oder?

Wenn es um Eleganz und Funktionalität geht, können die Macher von Lyravox (www.lyravox.de) aus Hamburg ebenfalls ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Ihre All-in-One-Highend-„Riegel“ haben tatsächlich so etwas wie eine neue Gerätekategorie mitinitiiert. Den Unicabinet-Systemen liegt das sogenannte Direct-Reflecting-Konzept zugrunde, das den gesamten Raum bei der Schallabstrahlung natürlicherweise einbezieht. Wohl in Annäherung an eher konservative Highender gibt es jetzt auch zwei vollaktive Lautsprecher von der Hamburger Manufaktur, genannt Karl und Karlotta.

Im Lyravox-Raum
Lyravox

Doch die beiden sind mehr als das, denn sie verfügen nicht nur über diverse Class-D-Endstufen und eine DSP-gesteuerte, aufwendige Frequenzgang-Entzerrung mit Laufzeitkorrektur der einzelnen von Thiel&Partner stammenden Chassis. Karl und Karlotta sind auch multifunktionale Programmquellen, beinhalten einen leistungsfähigen Streamer und gewähren über eine aptX-Schnittstelle mobilen Zuspielern drahtlosen Zugang. Der auch für sehr große Räume konzipierte Karl wird für 42.000 Euro zu haben sein, während Karlotta ab 25.000 Euro bei Ihnen zu Hause einziehen kann. Beide Lautsprecher propagieren einen klaren, detailreichen Klang, der über einen ausgedehnten Frequenzumfang mit festen, wohl konturierten Bässen und recht spritzig-lebendigen Höhen verfügt. Die Fertigungsqualität ist, wie von Lyravox gewohnt, außergewöhnlich gut.

Bevor die Dosis an computerbasierter HiFi-Technik endgültig überzuborden drohte, flüchtete ich mich in den Raum von Tune Audio (im Vertreib bei www.walterkircher.com), wo eine klassisch-puritische Kette den Ton angab. Manolis Proestakis von Tune Audio ist es gewohnt, dass auf der Münchener High End das Publikum angesichts seines großen Hornlautsprechers Anima in verzücktes Staunen gerät.

Manolis Proestakis von Tune Audio mit seiner Prime
Manolis Proestakis von Tune Audio mit seiner Prime

In Hamburg zeigte er nun die erheblich wohnraumfreundlichere und zurückhaltend gestaltete Prime (ab 7.499 Euro), die mir dennoch wegen der eleganten Maserung des Makassar-Furniers gut gefallen hat. Es spielt ein 17-Zentimeter-Breitbänder auf ein Backloaded-Basshorn. Erst bei 6300 Hertz übernimmt ein Super-Tweeter, getrennt von einer platinenlosen Frequenzweiche erster Ordnung. 93 dB und die unkritische Nennimpedanz von 8 Ohm verlangten fast schon nach Röhrenverstärkung und bekamen sie dann auch in Form von Einsteins The Amp Ultimate (16.500 Euro). Na ja, fast, denn der Bochumer Integrierte ist ja ein Hybridverstärker mit Röhren in der Eingangstufe und einer transistorbasierten Circlotron-Endstufenschaltung. Einsteins Phonovorverstärker Little Big Phono (3.300 Euro) war ebenfalls mit von der Partie. Quellseitig stand ein Dr. Feickert Firebird-Laufwerk (ab 9.900 Euro) auf dem Symposium-Rack bereit.

Feickert-Laufwerk mit Glanz-Tonarm
Feickert-Laufwerk mit Glanz-Tonarm

Oben auf dem Firebird hatte sich der Tonarm Glanz MH-124 SX eingefunden, der hier ein Lyra Kleos zu führen hatte. Erstaunlich, wie relaxed und klangfarbenstark das Kleos aufspielte. Aber auch rasante Antritte waren kein Problem, wenn es die schwarzen Rillen so diktierten. Offenbar fühlte sich das Lyra am 9.990 Euro teuren 12-Zoll-Tonarm pudelwohl. Tune Audios Prime bot reiche Klangfarben, Übersicht und souveräne Ruhe, vermochte im Ernstfall allerdings mit erstaunlichen Sprinterqualitäten das vom Lyra vorgegeben Tempo mühelos mitzugehen. Eine wunderbare rein analoge Kette.

Extrem offene, rasante und beeindruckend natürliche Klänge konnte man bei Boenicke Audio (http://boenicke-audio.ch) vernehmen, die sich einen Raum mit Ypsilon Audio (http://ypsilonaudio.de) und Computer Audio Design (www.blackforestaudio.de) aus England teilten. Boenickes W5 SE, wie üblich aus massivem Holz gefräst, ist ein wahrer Wolf im Schafspelz und mit 4.000 Euro erstaunlich erschwinglich. Nein, wohl eher nicht für die Fraktion, die Euros in Kilo umrechnet, aber an musikalischer Potenz scheint es die Kleine mit deutlich teureren Konkurrenten locker aufnehmen zu können.

Offen, rasant, beeindruckend: Kette aus CAD- und Ypsilon-Elektronik mit Boehnicke-Audio-Lautsprechern
Offen, rasant, beeindruckend: Kette aus CAD- und Ypsilon-Elektronik mit Boenicke-Audio-Lautsprechern

Wenn der Raum stimmt (hier stimmte er) und die Mitspieler in die gleiche Kerbe schlagen (was sie taten). CADs Highend-Musikserver The CAT (9.000 Euro) und der 1543 Mk.II DAC (10.000 Euro) klangen gänzlich untechnisch, was ebenso für die Elektronik des griechischen Herstellers Ypsilon Audio galt. Die Hybridendstufen Aelius und die Röhrenvorstufe PST-100 Mk.II wirkten an Boenickes W5 so flink und behände wie ich sie noch nie erlebt habe. Allerdings war ein nicht unerheblicher Teil der verströmten Magie vermutlich auch dem Feintuning von „Clockworker“ Volker Bajorat zuzuschreiben. So kam unter anderem ein von ihm modifizierter Nordost QX-Purifier zum Einsatz. Also Voodoo? Eher das Gegenteil, denn Bajorat, studierter Chemiker, hat kürzlich in seinem Fach promoviert und wird künftig als Assistenzprofessor an einer amerikanischen Universität in der Nähe von Boston forschen. Woran? Werkstoffkunde und Resonanztheorie natürlich.

Die Messe ist vital wie nie
Die Norddeutschen sind so vital wie nie ...

Mein Resümee: Dass es aus Elphi und der Plaza am Ende aus zeitlichen Gründen nichts mehr wurde, kann man den Norddeutschen HiFi-Tagen sicher nicht zum Vorwurf machen. Die Messe ist vital wie nie und der Besucherzuspruch lässt eigentlich nur Gutes für die Branche hoffen. In diesem Sinne freue ich mich bereits jetzt auf die Münchener High End im Mai. Und was ist Elphi schon gegen einen zünftigen Münchener Biergarten?

 

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