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Look & Feel: Audiomat Arpège

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Look & Feel: Audiomat Arpège

Eines steht jedenfalls sofort nach dem Auspacken fest: Der Audiomat Arpège ist wirklich mal was fürs Auge. Ich hatte schon lang nicht mehr einen so schönen Verstärker im Rack. Bei Röhrenverstärkern gibt es ja im Wesentlichen zwei konstruktive Hauptvarianten: Protz versus Understatement.

Audiomat Aperge

Beim Protz-Aufbau werden die Röhren auf der Geräteoberseite präsentiert wie Phallus-Symbole, je mehr, dicker und länger, desto besser. Bei der Understatement-Variante hingegen verschwinden die Röhren ganz im Geräteinneren, auf dass sie dort – dezent schwitzend – ihr Tagewerk verrichten mögen. Einen technisch und optisch ansprechenden Kompromiss hat Audiomat gefunden: Der Amp ist zwar eine geschlossene Box, kommt jedoch mit einer dunkel getönten, durchscheinenden Frontscheibe daher. Bei Tageslicht sieht man in erster Linie einen „schwarzen Kasten“, im Dämmerlicht hingegen darf man das ästhetisch-warme Glimmen der Röhren durch die Metacrylat-Frontscheibe betrachten. Übrigens ist dies eine schön aufgeräumte Frontscheibe: Es gibt einen harten (Kipp-)Netzschalter, eine blaue LED (seufz) für die Betriebszustandsanzeige, einen sämig-satt laufenden Alps-Lautstärkesteller und einen vertrauenerweckend sicher rastenden Eingangswahlschalter – fin.

Audiomat Aperge - Detail

Ähnlich aufgeräumt auch das Backbord. Vier vergoldete RCA-Eingänge, zwei RCA Record out-Ausgänge sowie Lautsprecherklemmen mit einem 4- und einem 8-Ohm-Abgriff. Freundlicherweise ist übrigens die Phase durch eine lackierte Schraube am Kaltgeräteanschluss markiert.

Audiomat Aperge - Rückseite

Audiomat Aperge - Rückseite, Detail

Saubere 25 kg Lebendgewicht bringt der Audiomat Arpège auf die Waage, und anstatt sie über vier Standard-Gerätefüße aufs Rack zu donnern, haben sich die Südfranzosen eine technisch und wiederum auch optisch angenehme Variante ausgedacht: Der Arpège ruht auf drei schön spitzen Spikes.

Spike beim Aperge

Und damit man sich den Rackboden nicht verkratzt, sind im Lieferumfang des Arpège drei metallene „Unterlegscheiben“ enthalten, die bedarfsweise unter die Spikes platziert werden können.

Unterlegscheibe des Audiomat Aperge

Diese Lösung gefällt mir sehr gut, denn sie ist ausgesprochen ästhetisch und der Verstärker steht auf diese Art und Weise wirklich bombenfest und plan auf der Unterlage.

Aufgrund der Wärmeentwicklung ist es ratsam, den Verstärker im Rack auf die oberste Ebene zu stellen, denn die in der Bedienungsanleitung postulierten 30 cm Luft nach oben braucht er wirklich. Außerdem kann man dann von oben schön durch die schlitzförmigen Aussparungen in das Geräteinnere linsen und sich an dem wirklich tadellos sauberen Aufbau erfreuen. Hier steht jedes Bauteil – Biegelehre sei Dank – stramm und auch die wenigen, frei fliegenden Kabelverbindungen sind wie mit dem Lineal gezeichnet: auf den Millimeter genau konfektioniert und sauber gelötet.

Blick ins Innere des Audiomat-Verstärkers

Insgesamt sieben Röhren wohnen im Gehäuseinneren. Die Vorstufe besteht aus drei ECC83 Doppeltrioden; zwei davon beliefern die je zwei EL-34 Endstufenröhren mit dem phaseninvertierten Signal. Der Verstärker leistet im Gegentakt-A/B-Betrieb 30 Watt pro Kanal, die ersten 10 davon im Class-A-Modus, so heißt es. Und das hören wir uns jetzt – nach einer einstündigen Vorwärmzeit – einmal an.

Test: Audiomat Arpège Référence 10 | Vollverstärker

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