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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Exzentrische Exzellenz
  2. 2 Pink Faun Streamer 2.16: Hörtest & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Pink Faun Streamer 2.16

Wer schon zwei-drei Tests von mir gelesen hat, weiß: Meist sage ich nicht Nein, wenn es darum geht, große Lautsprecher zu testen. Doch fortwährend mit diesen Boliden zu hantieren, ist bisweilen doch lästig – und so stand mir der Sinn nach einer leichten Zwischenmahlzeit. Vielleicht ein Tonabnehmer? Ein DAC? Oder ein Musikserver! Der My-Sound-Chef (Web: https://my-sound.net/) hat mir neulich doch Wunder wer weiß was von seinen Lieblings-Digitalquellen vorgeschwärmt. „Wie heißen Ihre Server noch mal?“, frage ich Wolfgang Linhard. „Pink Faun.“ – „Cooler Name, schicken Sie den Kleinsten doch bitte mal rüber.“ Drei Tage später klingelt der Paketmann bei mir, er habe da eine Palette auf dem Hänger mit 48 Kilogramm drauf. „Ist nicht ihr Ernst?!“ – „Doch, steht hier so auf dem Lieferzettel.“ – „Mist.“

Okay, wenn einer sein Unternehmen nach einem rosa gewandeten, lüsternen Waldgeist tauft, dann darf man wohl von einer gewissen Exzentrik ausgehen. Aber muss sich die auch auf die Verpackung auswirken, muss es wirklich eine sooo feiste Holzkiste sein, um einen Computer zu verschicken? Ohne Akkuschrauber komm‘ ich da nicht weiter. Und wo ist der jetzt? Eine kleine Suchaktion und etliche Spax-Schrauben später steht sie dann im Rack, meine „leichte Zwischenmahlzeit“. Na, immerhin – der Pink Faun Streamer 2.16 (ab 8.400 Euro) wiegt weniger als seine Verpackung. Das sind dann aber immer noch 22 Kilogramm.

Der Pink Faun Streamer 2.16 ist der Sumoringer unter den Musikservern

Der Pink Faun Streamer 2.16 ist der Sumoringer unter den Musikservern

Konzept

„Ist doch Highend-Posing, warum muss man einen Computer so schwer bauen?!“, sagen Sie. Tja, stimmt schon. Einerseits. Andererseits lässt sich beim Pink Faun Streamer 2.16 durchaus die These vertreten, im Wesentlichen handele es sich bei ihm um ein Netzteil.

Und natürlich um ein lineares, nicht so ein effizientes, leichtes Schaltnetzteil. Dergleichen kommt für Jord Groen, Mastermind des im niederländischen Rhenen beheimateten Unternehmens, nicht in Betracht. Die rauschen ihm nämlich zu sehr, und Rauscharmut sei ein ganz zentrales Kriterium bei seinen Streamern/Servern. Viele Entwickler hochwertiger Digitalzuspieler sehen das so wie er und setzen auf klassische lineare Netzteile. Aber auch nicht alle, das Hybrid-Netzteilkonzept von Antipodes zum Beispiel versucht die Vorteile von Schalt- und Linearnetzteilen zu kombinieren.

Blick ins Innere des Pink Faun Streamer 2.16

Blick ins Innere des Pink Faun Streamer 2.16

Beim Pink Faun Streamer 2.16 geht es in Sachen Stromversorgung aber „konsequent linear“ zu. Und da die verschiedenen Bereiche der Schaltung möglichst wenig miteinander interagieren sollen, erfolgt eine frühe Trennung der Stromversorgung nach Funktionsgruppen. Im Streamer 2.16 stecken gleich drei Ringkerntrafos – zwei größere mit 220 VA und ein kleinerer mit 90 VA Aufnahme –, die das Motherboard, den Prozessor und die Peripherie getrennt versorgen. Doch natürlich ist es mit dieser Dreiteilung alleine nicht getan. Je nach Ausstattung des Musikservers sind bis zu 20 lineare Spannungsregler für die unterschiedlichen Schaltungsbereiche am Start, so bekommt etwa die Hauptplatine fünf separate Spannungen aufbereitet, jede verbaute SSD kriegt ebenfalls ihre eigene, so auch die „Bridges“, die die Verbindung zum externen DAC besorgen usw. Die Spannungsregler sind für einen Gutteil der Abwärme des Pink Faun verantwortlich – der Rest kommt in der Hauptsache vom AMD-Ryzen-8-Core-Prozessor, der über acht Heatpipes gekühlt wird. Apropos Abwärme: Pink Fauns Streamer 2.16 gönnt sich im Leerlauf gute 80 Watt, was für die Geräteklasse nicht gerade wenig ist.

Pink Faun setzt auf eine üppige, getrennte Stromversorgung mit vielen separat geregelten Spannungen

Pink Faun setzt auf eine üppig dimensionierte Stromversorgung mit vielen separat geregelten Spannungen

So weit klingt das ja alles noch halbwegs angemessen. Um aber weiter auf die leichte Exzentrik dieser Maschine einzuzahlen, hat man ihr deutlich über 800.000 µF Siebkapazität verpasst. Das ist, ganz ehrlich, schon ein bisschen krank. Ich wüsste spontan jetzt nicht, welche Endstufe bei mir mal diesen Wert gekratzt hätte – aber klar, so ein audiophiler Computer, der braucht natürlich schon ein wenig Reserven. Groen spricht von „battery like power“, reitet auf dem enormen Kapazitäts-Wert nicht groß herum, sondern betont viel lieber, dass die Bauteile des Netzteils nach kritischen Hörsessions ausgewählt worden seien, ein sternförmiges Layout bei der Stromversorgung sich als sinnig erwiesen habe – und dass man maßgeschneiderte Transformatoren bewusst höherer Induktivität sowie Drosseln im Netzteil einsetze. Warum das? Um die Spitzenströme beim Nachladen der Kondensatoren zu glätten, denn diese erzeugten deutliches HF-Rauschen. Und je geringer das Rauschen in der Digitalquelle, desto besser klinge sie.

Von diesen Kondensatoren hat's im Pink Faun so einige

Von diesen Kondensatoren hat’s im Pink Faun so einige…

Ein wenig Computertechnik steckt in diesem „Netzteil“ freilich auch. Grundlage dafür ist ein Fullsize-ATX-Motherboard, dessen Bios speziell auf Audiozwecke hin optimiert wurde, so die Niederländer, sowie eine leistungsfähige CPU, die die anstehenden Aufgaben quasi mit links erledige. Dass sich geringe Prozessorlast klanglich bezahlt macht, ist mittlerweile ja fast zu einer Binse geworden. Mit normaler CD-Auflösung sei sie stets unter 1 %, und selbst wenn man den Redbook-Standard auf DSD512 hoch- und umrechne, liege die Last noch weit unter 20 %.

Die CPU im Pink Faun Streamer 2.16 wird passiv flüssiggekühlt

Die CPU im Pink Faun Streamer 2.16 wird passiv flüssiggekühlt

Neben einer geringen Prozessorlast sei eine möglichst kurze Latenz – der Zeitversatz bei der Verarbeitung des Digitalsignals bis zum Ausgang – ziemlich klangentscheidend, wie sich in Hörtests gezeigt habe, so Groen. Hier spiele neben der Hard- auch die Software wesentlich mit hinein. Unter anderem deshalb arbeite der Pink Faun Streamer 2.16 mit einer stark modifizierten Arch-Linux-Version als Betriebssystem, was die Latenz im Vergleich zu Windows 10 um den Faktor 50 reduziere, sowie mit deaktivierten beziehungsweise geringstmöglichen Buffergrößen in der Player/Server-Software – bei der die Niederländer übrigens auf Roon vertrauen. Andere Lösungen wie LMS/Squeezelite oder MPD sind möglich und werden auf Kundenwunsch eingerichtet. Allerdings sind das wohl eher randständige Wünsche, denn wer fast fünfstellig in einen Musikserver investiert, neigt tendenziell auch stark zum Luxus-Look und den Features von Roon.

Es ließe sich noch viel zum Konzept des Pink Faun schreiben, aber ich will die Technik hier nicht zu sehr ausarten lassen. Vielleicht aber noch ein Wort zu den Bridges und Clocks.

Die USB-Bridge des Pink Faun Streamer 2.16

Die USB-Bridge des Pink Faun Streamer 2.16

Die Bridges sind die Schnittstellen Richtung D/A-Wandler, drei unterschiedliche gibt es: elektrisches S/PDIF, I²S und USB. Standardmäßig kommt der Pink Faun Streamer 2.16 ohne Bridge, man sollte also die passende(n) mitbestellen. Ja, man könnte auch die USB-Outs vom Mainboard benutzen, die sind ja immer mit dabei – sie fallen klanglich aber doch recht deutlich ab, wie ich feststellen musste. Wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, sollte man hier nicht sparen.

Pink Faun S/PDIF-Bridge (links) und I2S-Bridge (rechts)

Pink Faun S/PDIF-Bridge (links) und I2S-Bridge (rechts)

Besagte Bridges gibt es in drei Qualitätsklassen: mit normaler Clock (TCXO), einem hochwertigen Quarzofen (OCXO) und einem höchstwertigen mit noch geringerem Phasenrauschen – Ultra-OCXO genannt. Die Aufpreise staffeln sich entsprechend: 400 Euro / 1.050 Euro / 1.900 Euro. Unser Testmuster kam mit der OCXO-USB-Bridge.

Pink Faun OCXO-Clock (links) und Ultra-OCXO-Clock (rechts)

Pink Faun OCXO-Clock (links) und Ultra-OCXO-Clock (rechts)

Und was ist mit den Clocks auf der Hauptplatine, fragen Sie? Nun, beim Streamer 2.16 sind das Standardmodelle, wer an dieser Stelle upgraden möchte, kann das natürlich ebenfalls tun. Aber dann reden wir nicht mehr vom Modell „2.16“, sondern vom „2.16x“, dessen Einstandspreis in der Grundausstattung bei 14.400 Euro liegt. Und wem das nicht reicht, der kann sich auch für den „Ultra 2.16“ für knapp 24.000 Euro entscheiden, aber wir wollen den Ball hier ja mal flachhalten. Ups, habe ich das jetzt wirklich geschrieben?

Pink Faun Streamer 2.16 - Unbedarfte verwechseln ihn gerne mit einer Endstufe

Pink Faun Streamer 2.16 – Unbedarfte verwechseln ihn gerne mit einer Endstufe

Okay, wo wir das Thema angeschnitten haben – ich denke, es ist ja klar: Wer sich ernsthaft für einen Pink-Faun-Streamer interessiert, wird wahrscheinlich schon um die 40.000 – 50.000 Euro in seine Highend-Anlage investiert haben. Natürlich kann man den Streamer 2.16 auch mit gleichteuren Aktivlautsprechern verbandeln und glücklich werden. Doch ich würde fast darauf wetten, dass sich das gleiche Geld klangstärker kombinieren lässt. Das Invest in einen Pink Faun macht sich erst so richtig bezahlt, wenn die Luft dünn wird, also bei audiophilen Anlagen für mehrere Zehntausend Euro. Vorher liegen die Bottlenecks doch meist woanders.

Der Pink Faun Streamer 2.16 ist auch mit schwarzer Frontplatte zu haben

Der Pink Faun Streamer 2.16 ist auch mit schwarzer Frontplatte zu haben

Pink Faun Streamer 2.16: Hörtest & Vergleiche

Bat for Lashes Fur and GoldMein erste Hörnotiz lautet: „Das Stück fängt früher an.“ Das schreibe ich nicht alle Tage auf. Ich habe den Song „Horse and I“ von Bat for Lashes (Album: Fur and Gold; auf Amazon anhören) angesteuert – und der Zeitpunkt, bei dem gefühlt nicht mehr komplette Stille herrscht, kommt tatsächlich ein-zwei Augenblicke früher. Erstaunlich. Nicht, dass mir das bei diesem Pop-Song nun außerordentlich wichtig erscheint. Interessant finde ich es trotzdem, ist‘s doch ein Fingerzeig, wohin die Reise geht. Die Windgeräusche und das Geknister im Song wirken mit dem Pink Faun zudem feiner granuliert, und gerade Letzteres auch plastischer, punktgenauer im Bühnenbild verortet.

Tonal tut sich dagegen nicht viel. Dafür wirkt die Stimme Natasha Khans auffallend sauberer eingefasst, steht griffiger gezeichnet in der Mitte; allerdings befindet sich die Dame jetzt eher auf Höhe der Boxengrundlinie, mit meinem Musikserver Innuos Zenith Mk3 (circa 3.500 Euro) rückt sie eine Spur nach vorne, was ich eigentlich ganz gut finde. Gut, das ist Geschmackssache. Summa summarum kann ich festhalten: Ja, man hört die höhere Qualität des Pink Faun Streamer 2.16 heraus. Aber das haut mich bei dieser Platte jetzt auch nicht aus den Socken.

Pink Faun Streamer 2.16 - Ecke mit Logo

Bei dieser Einschätzung bleibe ich in der ersten Stunde des Kreuz-und-Querhörens – bis ich bei Poliças „Violet Games“ lande. Verdammt. Da tut sich ja doch mehr als gedacht! Warum, ist mit nicht ganz klar. Vielleicht weil das Stück dichter und räumlich ausladender produziert wurde? Jedenfalls ragt die Musik nun deutlich weiter nach vorne und nach hinten als ich‘s sonst präsentiert bekomme, die Breite des Klangpanoramas legt ebenfalls zu. Wenn Sie ein Faible für weitläufig-freie Bühnendarstellungen besitzen, werden Sie spätestens jetzt schwach. Dass es bei diesem Poliça-Song mit der Musik weiter nach vorne geht, während beim Bat for Lashes-Stück etwas reservierter von der Grundlinie gespielt wurde, darf als Qualitätsmerkmal gezählt werden, schließlich zeigt es eine bessere Differenzierungsfähigkeit gegenüber unterschiedlichen Aufnahmen an. Hier wird kein Sound beziehungsweise Raum gemacht, sondern transparent nachgezeichnet.

Die schieren Dimensionen der Bühne sind aber nur das eine. Das andere, und für meine Geschmack entscheidendere, ist die punktgenauere, deckkräftigere und deutlich plastischere Abbildungsqualität. Jeder Ton wirkt mit dem Pink Faun kompakter, physischer – im Sinne von: weniger durchschimmernd, nebelig – als über meinen Innuos-Server. Das ist sogar bei den Drum-Impulsen zu Beginn des Stückes so. Keineswegs wird hier einfach „mehr Bassmasse“ in die Waagschale geworfen, und trotzdem ist der Impact größer, einfach deshalb, weil der Schlag punktgenauer ausgeführt wird. Das lässt sich ganz generell feststellen: Nicht nur wirkt die Bühne sauberer durchgestaffelt, weil die einzelnen Klänge konzentrierter abgebildet werden, die Musik kommt – als „Nebenwirkung“ der präzisen Abbildung – auch impulsiver und rhythmischer rüber.

Auf der Rückseite des Pink Faun Streamer 2.16 befinden sich zwar viele Schnittstellen, die meisten haben aber keine Funktion, sie sind dort nur, weil sie zum Motherboard gehören. Der einzig wirklich relevante Input ist die RJ45-Buchse zur Verbindung mit dem Router bzw. Switch. Ausgangsseitig sollte man die Pink-Faun-Bridges verwenden, die USB-Buchsen der Hauptplatine sind klanglich nicht zu empfehlen

Auf der Rückseite des Pink Faun Streamer 2.16 befinden sich zwar viele Schnittstellen, die meisten haben aber keine Funktion, sie sind dort nur, weil sie zum Motherboard gehören. Der einzig wirklich relevante Input ist die RJ45-Buchse zur Verbindung mit dem Router bzw. Switch. Ausgangsseitig sollte man die Pink-Faun-Bridges verwenden, die USB-Buchsen der Hauptplatine sind klanglich nicht zu empfehlen

Ein kurzer Einschub zur Einordnung: Dass der an sich hervorragende Innuos Zenith Mk3 (wir hatten seinerzeit die Mk2-Version im Test) gegenüber dem Pink Faun 2.16 keinen Stich macht, kann ich ihm kaum verübeln, kostet er doch nicht einmal halb so viel – und wessen Budget für den Niederländer nicht reicht, darf sich freuen, mit dem Portugiesen das Gerät mit dem besseren Preis/Leistungs-Verhältnis zu bekommen. Ganz ähnlich verhält es sich in Relation zum Audiodata MusikServer MSII. Der Pink Faun zielt doch eher aufs Absolute. Um so bedauerlicher, dass mir der Antipodes K50 für einen Direktvergleich nicht mehr zur Verfügung steht, denn der war ja noch extremer, zumindest preislich (15.900 Euro). Doch auch ohne einen solchen, zwei Dinge sind ziemlich klar. Erstens: Mit beiden Musikservern geht es um die gleiche Art von klanglichen Gewinnen: die Auflösung steigt, die Raumdarstellung wirkt echter und vor allem leise Signale werden akkurater nachverfolgt. Zweites: So toll das mit dem Bühnenbild beim Pink Faun ist, da geht schon noch mehr. Das Antipodes-Flaggschiff projiziert mit den richtigen Aufnahmen einen noch weitläufigeren Raumeindruck, insbesondere nach hinten raus, und da vor allem an den Rändern der Bühne. Er wirkt hier nochmals ausgebauter.

Pink Faun Streamer 2.16

Ophélie Gaillard and Pulcinella Orchestra Vivaldi I colori dell'ombraFür wen ist so eine Maschine wie der Pink Faun Streamer 2.16 nun das Richtige? Klar: In der audiophilen Kriegskasse sollte keine Ebbe herrschen, das ist leider die Grundvoraussetzung. Aber natürlich geht es auch darum, welche Art von Musik Sie überwiegend hören und auf welche klanglichen Aspekte Sie besonders ansprechen. Schon beim zuerst genannten Musikbeispiel, dem Bat for Lashes-Album, war klar, dass der Streamer 2.16 mehr kann als andere, doch bei Wald-und-Wiesen-Rock/Pop machen sich seine Talente halt nicht überdeutlich bezahlt. Wenn man nun aber eine gute Klassik-Aufnahme in Hi-Res wie etwa Vivaldi: I colori dell’ombra vom Pulcinella Orchestra mit Ophélie Gaillard (auf Amazon anhören) nimmt, liegen die Dinge ganz anders. Wie sauber hier die Klangfarben und Holznoten der Celli herausgearbeitet werden, wie akkurat gestaffelt sich der Raum vor einem entfaltet, wie noch leisester Nachhall in diesem Raum feinsinnig ausfadet! Tja, mit solcher Musik – allgemeiner gefasst: insbesondere mit akustisch instrumentierter, gut eingefangener – ist das dann schon eine ganz andere Liga des Hörens. Das muss ich neidvoll anerkennen.

Testfazit: Pink Faun Streamer 2.16

Um es catchy zu formulieren: Der Streamer 2.16 von Pink Faun ist ein Musikserver von Besessenen für Besessene. Er ist superschwer aufgebaut, wird richtig warm im Betrieb und verbraucht auch so viel Platz im Rack wie eine amtliche Endstufe. Klanglich gibt er sich nicht so exzentrisch, wie Name und Auftritt es vermuten lassen – sondern höchst natürlich. Zu seinen besonderen Stärken zählen die enorme Auflösung und eine „einfach echt“ wirkende räumlich Darstellung des musikalischen Geschehens. Wenn Sie auf der Suche nach einem endgültigen Musikserver sind und das entsprechende Kleingeld übrig haben, gehört dieser Vertreter der Gattung auf Ihre Shortlist.

Pink Faun Streamer 2.16 - Frontplatte, seitlich

Der Pink Faun Streamer 2.16 …

  • spielt tonal neutral und leistet sich keine Tendenz ins Warme oder Kühle.
  • besticht durch eine extrem hohe Auflösung quer übers gesamte Spektrum. Das macht sich an vielen Stellen positiv bemerkbar: Leise Nebengeräusche beim Musizieren werden ganz selbstverständlich offengelegt, Klangfarben klasse differenziert, Hallfahnen mit feiner Hand „lange“ nachgezeichnet.
  • geht als außergewöhnliches „Raumtalent“ durch. Dabei spielt er vorlagengetreu: Die virtuelle Bühne kann riesig werden oder kompakt-klein bleiben, je nachdem, was die Aufnahme vorgibt. Stets zeichnet sie sich aber durch höchste Grauschleierfreiheit und Hintergrundschwärze aus. Die Abbildung der einzelnen Akteure gelingt sehr randscharf und physisch-plastisch. Andere Server wirken dagegen bisweilen geradezu milchig/schwammig.
  • wirkt rhythmisch und impulsiv, was auch mit dem Vorgenannten zu tun hat: Die punktgenaue, konzentrierte Abbildung der Klänge unterstützt indirekt einen lebhaften Flow. Zu loben ist insbesondere auch die hervorragende Balance von Attack und Sustain. Der Pink Faun wirkt weder verschliffen noch trocken-stakkatohaft.
  • ist upgrade- und ausbaubar: Es stehen unterschiedliche Festplattengrößen, Bridges und Clock-Qualitäten zur Verfügung. Und wenn einmal etwas schiefgeht, ist Remote-Support gewährleistet.

Fakten:

  • Modell: Pink Faun Streamer 2.16
  • Kategorie: Musikserver & -player
  • Preis: ab 8.400 Euro
  • Maße & Gewicht: 45 x 41 x 15 cm (BxTxH), 22 kg
  • Farbe: Front Schwarz oder Silber, Body Schwarz
  • Eingänge: 1 x LAN, die USB-Ports der Hauptplatine empfehlen sich nur für den Datentransfer von USB-Speichermedien zur internen SSD
  • Ausgänge: je nach Konfiguration: I2S-Bridge (PCM 32/192), USB-Bridge (PCM/DSD), S/PDIF-Bridge (PCM 24/192)
  • Formate: USB: PCM bis 32 Bit/768 kHz, DSD512 (nativ/DoP); S/PDIF und AES: PCM bis 24 Bit/192kHz, DSD64 (DoP); I²S: PCM bis 32 Bit/384 kHz, DSD256 (DoP), DSD512 (native)
  • Leistungsaufnahme: circa 80 Watt im Leerlauf
  • Sonstiges Software: als Player/Server-Software wird Roon empfohlen, wahlweise mit/ohne mit HQPlayer; andere Software-Lösungen sind auf Wunsch möglich (Squeezelite, LMS, MPD), Administration erfolgt im Webbrowser, Remote-Support wird geboten; Streamingdienste Tidal, Qobuz, Spotify; Shairport (Airplay-Emulator); MQA möglich; Backup der Daten muss über externen Computer erfolgen
  • Sonstige Hardware: I2S-Bridge (HDMI), USB-Bridge und S/PDIF-Bridge (konfigurierbar: AES/EBU, RCA, BNC, mit/ohne Clock-Out) – jeweils +400 Euro; Clock-Upgrade für die Bridges: OCXO: +650 Euro, Ultra-OCXO: 1.500 Euro; SSD-Festplatten: 2 TB: 750 Euro, 4 TB: 1.150 Euro; 2.250 Euro; Fiber-Network-Eingang: +400 Euro
  • Garantie: 3 Jahre

Fakten:

My Sound GmbH
Würmstraße 4 | 82319 Starnberg
Telefon: +49(0)8151-9982261
E-Mail: info@my-sound.net
Web: https://my-sound.net/

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Test: Pink Faun Streamer 2.16 | Musik-Server

  1. 1 Exzentrische Exzellenz
  2. 2 Pink Faun Streamer 2.16: Hörtest & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: Pink Faun Streamer 2.16

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: SME Model 15 Tonarm: SME 309 Tonabnehmer: MC: Denon DL-103R, Dynavector DV-20X2 H, Transrotor Figaro; MM: Shelter 201 Sonstiges: Flux-HiFi (Nadelreiniger), VPI HW-16.5 (Plattenwaschmaschine)

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Rockna Wavelight Musikserver: Innuos Zenith Mk3 Computer/Mediaplayer: HP Notebook mit JRiver

Vorstufen: Hochpegel: Pass XP-12 Phonoverstärker: BMC Audio MCCI Signature ULN

Endstufen: Pass X250.8 (Stereo)

Lautsprecher: Blumenhofer Acoustics Gran Gioia 2x10

Kopfhörer: Beyerdynamic DT-990, Sony MDR-1000X

All-In-One: Ruark Audio R4

Kabel: Lautsprecherkabel: fis Audio Lifetime, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink NF-Kabel: Boaacoustic Blueberry Signal.xlr, fis Audio Lifetime, Vovox und andere Digitalkabel: Audioquest Cinnamon (Toslink), Boaacoustic Silver Digital Xeno (USB), fis Magic LAN-Kabel, Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF) Netzkabel: fis Audio Blackmagic, fis Audio Studioline Netzleiste: fis Audio Black Magic

Rack: Creaktiv Trend 3

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 40 m² Höhe: 2,45 m