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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Märchenhaft?
  2. 2 Grimm MU1 im Hörtest
  3. 3 Grimm MU1: Einordnung & Vergleiche

Grimm audio LS1 - Aktiv-LautsprecherGrimm Audio – sind das nicht die mit den breiten Zweiwege-Lautsprechern auf Stelzen? Ja, das sind sie. Grimm LS1 nennt sich ihr Aktivsystem, das sich optional mit zwei Subwoofern ergänzen lässt (siehe Bild rechts). Wie kommt die Firma dann dazu, einen Musikserver/-streamer wie den Grimm MU1 (ab 10.800 Euro) anzubieten? Sollte der Schuster – vulgo: Lautsprecherhersteller – nicht lieber bei seinen Leisten bleiben?

Stimmt genau – würde Eelco Grimm, Eigner und kreativer Mastermind der niederländischen Audio-Schmiede (Vertrieb: www.hoerzone.de) da wohl entgegnen: Das erste Grimm-Produkt war ein A/D-Wandler, das zweite eine Masterclock – und beide konnten sich im Studiobereich Lorbeeren verdienen. Grimm Audio stellt auch, doch eben nicht nur, Lautsprecher her – dass man einen Server/Player anbietet, sei quasi die logische Konsequenz, die man aus den firmeneigenen Kernkompetenzen gezogen habe.

Ein erster Blick

Der Musikserver Grimm MU1 besitzt eine fast quadratische Grundform und ist lediglich 8,5 Zentimeter hoch. Obenauf thront ein ziemlich eleganter Jog Dial: ein mattgoldener Teller, der in einer sanften Mulde des Gehäusedeckels zu schweben scheint. Sehr schick gemacht.

Der Drück-Dreh-Knopf des Grimm MU1

Der goldene Jog Dial des Grimm MU1 thront auf der Oberseite. Mit ihm lassen sich alle Systemeinstellungen, die Eingangswahl und – so aktiviert – die Lautstärke einstellen

Auf der Front gibt‘s ein 3,5-Zoll-TFT-Farbdisplay, das die Infos zur Musikauswahl beziehungsweise den Menü-Einstellungen knackscharf darstellt, allerdings ist es so klein, dass man ab 2-3 Meter Entfernung nicht mehr alles lesen kann. Das Gehäuse des Grimm MU1 bewegt sich fernab jeder Materialschlacht, ist aber perfekt verarbeitet und bietet schlichte Eleganz.

Ein Blick auf die Rückseite erzeugt Stirnrunzeln: Da befinden sich komische oder zumindest mal ungewohnte Schnittstellen im Angebot: So ist es für einen Musikserver ja nicht wirklich üblich, Digitaleingänge feilzubieten. Das hat nun seinen einfachen Grund darin, dass der MU1 im Zusammenspiel mit dem aktiven Grimm-LS1-System auf diese Weise dessen Schnittstellenauswahl vergrößert – zudem werden die via Toslink, S/PDIF koaxial oder AES/EBU angelieferten Signale einem klangförderlichen Processing unterworfen. Gleich mehr dazu. Die beiden USB-Buchsen dienen (primär) dem Anschluss von Speichermedien.

Das Anschlussfeld des Grimm MU1

Das Anschlussfeld des Grimm MU1 offenbart manch ungewohnten Anschluss

An digitalen Ausgängen stehen zweimal AES/EBU, einmal S/PDIF koaxial und besagte USB-Schnittstelle zur Verfügung – Letztere werden aber nicht wirklich empfohlen. Weshalb nicht, dazu ebenfalls später mehr. Die „LS1 control out“ beschriftete RJ45-Buchse dient, man ahnt es, dem Anschluss des hauseigenen LS1-Systems. Hieran bitte kein Netzwerkkabel vom Router/Switch anschließen, dazu dient, logisch, die Ethernet-Buchse – Wireless-Optionen sind beim Grimm MU1 nicht vorhanden. Beziehungsweise doch: Es gibt tatsächlich eine Antennenbuchse für FM-Empfang! Zum Zeitpunkt des Tests war diese Funktion aber leider noch nicht freigeschaltet, das soll sich aber bis Ende des Jahres ändern, nötig ist dafür nur ein Firmware-Update, die Tuner-Elektronik ist schon im MU1 integriert. Apropos Firmware: Nächsten Monat soll der MU1 über ein entsprechendes Update 6-Kanal-Surroundsound-fähig werden, zudem wird dann auch eine Browser-basierte Steuerung der Geräte-Einstellungen lanciert.

Grimm MU1: Digitaleingänge & FM-Antennenbuchse

Ein Musikserver mit FM-Antennenbuchse sieht man nicht alle Tage

Grimm MU1 – Noise- und Jitterreduktion

Ja, der MU1 sei ein perfekter Player für die hauseigenen LS1-Aktivlautsprecher, so Eelco Grimm, doch die allermeisten Kunden nutzen ihn ganz unabhängig davon, nämlich als Zuspieler für ihren D/A-Wandler. Die hohe Qualität des Servers habe sich offenbar herumgesprochen. Erreicht werde dies vor allem durch eine effektive Noise- und Jitterreduktion sowie ein spezielles Upsampling.

Taktvoll

Um die Wandlung im DAC möglichst jitterarm zu gestalten, empfiehlt Grimm, den MU1 über AES3 oder S/PDIF koaxial anzubinden, nicht über USB, denn sonst gingen neben den Vorteilen des speziellen Upsamplings auch die des proprietären Clock-Designs verloren. Hmm, Moment mal – hören wir das nicht meist genau andersherum? Ist asynchrones USB nicht gerade deshalb so gut, weil der D/A-Wandler dann unabhängig von der Signalquelle auf seine eigene Clock vertrauen kann? Ja, das könne ein Vorteil sein, gesteht Grimm zu, allerdings nur, wenn die Clock im DAC besser als die im Server sei. Im Zusammenspiel mit dem MU1 sei genau das aber unwahrscheinlich, ergänzt er trocken.

Da man in der fast zwanzigjährigen Geschichte von Grimm Audio sehr viel Erfahrung zum Thema Clocking gesammelt hat, ist der Taktgeber im MU1 kein einfaches Zukaufteil, sondern ein proprietäres Design. Auf Atomuhren oder Quarzöfen (OCXO) käme es in diesem Zusammenhang übrigens gar nicht an, so Eelco Grimm, denn deren Vorteile im Bereich der Langzeitstabilität seien im Audiobereich schlicht nicht hörbar. Entscheidend sei vielmehr die kurzfristige Genauigkeit des Referenztaktes (etwa im Bereich von bis zu zehn Sekunden), ein leichter, langsamerer Drift dagegen ziemlich irrelevant. In Zusammenarbeit mit einem deutschen Spezialisten sei es gelungen, die den Takt vorgebenden Schwingkristalle speziell für Audioanwendungen zu optimieren – zudem betreibe man eine rigorose Qualitätskontrolle, dafür habe man eigens einen Hochleistungs-Jitter-Analyzer entwickeln müssen, um die eigenen Ansprüche auch entsprechend umsetzen zu können. Letztlich sei bei einer Masterclock aber natürlich das Gesamtkonzept entscheidend und last, but not least die Stromversorgung. Deshalb setze man auf – Schaltnetzteile.

Blick aufs proprietäre Schaltnetzteil des Grimm MU1

Blick aufs Schaltnetzteil des Grimm MU1

So langsam gefällt mir der Mann, wie er so lässig nebenher HiFi-Mythen entzaubert. Echt jetzt: Schaltnetzteile? Klar, Off-the-shelf-Ware sei furchtbar, gibt Grimm zu, da seien Standard-Linearnetzteile dann schon besser, denn sie emittierten vergleichsweise weniger Störsignale. Doch wenn man wisse, wie es geht, könne man mit eigens entwickelten Schaltnetzteilen ein besseres Ergebnis erzielen. Nicht nur lasse sich dann der Noiselevel noch weiter reduzieren, auch könne das verbleibende Rauschspektrum besser in einen Bereich geschoben werden, der weniger anfällig für Interferenzen sei. Was sich bei der Clock, aber auch bei der restlichen Computerhardware des Grimm MU1 – unter anderem ein Intel-Doppelkernprozessor i3 2,4 GHz, 4 GB Arbeitsspeicher, eine SSD fürs Betriebssystem – bezahlt mache.

Das Innenleben des Grimm MU1

Das Innenleben des Grimm MU1

Upsampling de luxe

Zentral fürs Konzept des Grimm MU1 ist das Upsampling, das er dem Digitalsignal angedeihen lässt. Hardwareseitig wird hierfür ein FPGA-Baustein aus der Artix-7-Serie von Xilinx eingesetzt. Solche Logikbausteine sind frei programmierbar, und mit einer eigens entwickelten Software versucht man sich bei Grimm Audio an einer vorgeblich wesentlich genaueren Kalkulation, als sie bei gängigen DAC-Chips in D/A-Konvertern möglich ist.

FPGA-Baustein im Grimm MU1

Im Grimm MU1 besorgt ein FPGA-Baustein die Upsampling-Kalkulation

Das Argument lautet also: Dank besserer Hard- und Software im MU1 entlastet man den DAC bei Formatumwandlungskalkulationen, man hält ihm quasi den Rücken frei, sodass er sich auf seinen Hauptjob konzentrieren kann: wandeln. Unmittelbar einleuchtend finde ich das nicht, schließlich wird der DAC-Chip auch ein upgesampeltes Signal in aller Regel vor der eigentlichen Wandlung in ein ihm genehmes Format konvertieren. Das sei schon richtig, gibt Grimm zu, es habe sich aber herausgestellt, dass insbesondere der erste, rechenintensivste Schritt beim Oversampling mit höchster Genauigkeit erfolgen sollte; das könnten DAC-Chips nicht gewährleisten, der MU1 dagegen schon.

Übrigens: Da der AES/EBU-Standard maximal 24/192 vorsieht, werden Signale mit höherer Auflösung vom Grimm MU1 downgesampelt. Der vermeintliche Nachteil werde durch die Vorteile, die der MU1 bei der Jitter- und Noise-Reduktion biete, mehr als aufgewogen, sind die Niederländer überzeugt. Als Standard wird 4-faches Upsampling empfohlen – 4-fach ist dabei der Höchstwert, CD-Auflösung wird dementsprechend auf 176,4 kHz hochgerechnet, liegt das Originalsignal aber beispielsweise schon in 96 kHz vor, so ist 192 kHz das Ergebnis, denn mehr geht bei AES/EBU ja nicht. Die Bittiefe beträgt nach dem Upsampling immer 24 Bit. Für D/A-Wandler, die höhere Datenraten nicht verarbeiten können, gibt es eine 2-fach-Upsampling-Einstellung.

Soft skills

Die Upsampling-Algorithmen sind proprietär, der Rest der Software mehr oder weniger angepasst. Als Betriebssystem kommt ein schlankes Tiny Linux OS zum Einsatz, mit teils selbst geschriebenen Treibern, etwa zur Anbindung des FPGA-Bausteins. Bei der Player- und Serversoftware setzt Grimm Audio auf Roon – der geneigte Interessent muss sich also um eine Lizenz kümmern, so noch nicht vorhanden. Der Grimm MU1 ist dabei Roon Core und Endpoint zugleich, es wird also kein separater Rechner/Server benötigt. Eine alternative, einfachere Player/Server-Lösung ist noch in der Entwicklung.

Bei der Server- und Playersoftware setzt Grimm Audio auf Roon

Bei der Server- und Playersoftware setzt Grimm Audio auf Roon

Grimm MU1 im Hörtest

Seit einigen Monaten verwende ich den fairaudio’s-favourite-Award-Preisträger Rockna Wavelight als Referenz-DAC in meiner Kette – genau die richtige Entscheidung, der Rockna hat mich klanglich ein entscheidendes Stückchen nach vorne gebracht. Das Ding ist jetzt nur – es handelt sich, zumindest optional, um einen NOS-D/A-Wandler, sprich: Non Oversampling. Ist das im Zusammenspiel mit einer upsampelnden Digitalquelle wie dem Grimm MU1 nicht ein wenig absurd?

Gar nicht, ist Eelco Grimm überzeugt, das könne sich im Gegenteil sogar als Win-Win erweisen. „Wer nicht oversampelt, kann sich auch nicht verrechnen“ – das ist, ihm zufolge, der wesentliche Vorteil von NOS-DAC. Der Nachteil seien die Spiegelspektren, die kaum abgeschwächt am Ausgang jener DACs anliegen und sich im Zusammenspiel mit der nachfolgenden Verstärkerelektronik klanglich negativ auswirken könnten. Genau deshalb könne ein Upsampling im Vorfeld aber positive Auswirkungen haben, denn besagte Spiegelspektren liegen nach dem Upsampling deutlich höher, sodass der analoge Tiefpass am Ausgang eines NOS-Wandlers sie leicht beseitigen kann – während der kritischere, nämlich näher am Audioband liegende Bereich, im Falle des CD-Standards etwa zwischen 22,05 und 154,35 kHz, von den Digitalfiltern im MU1 sauber gehalten wird.

Grimm Audio MU1 - von oben-rechts

Okay, das klingt in der Theorie überzeugend. In praxi ist es allerdings ziemlich egal, ob ich den Rockna nun mit oder ohne Digitalfilter laufen lasse, zusammen mit dem Grimm MU1 klingt es immer besser als ich es sonst meist geboten bekomme. Und das teils recht deutlich. Die Voraussetzung: Man nutzt AES3 oder den koaxialen S/PDIF-Ausgang, via USB klingt zwar es auch sehr gut, aber für dieses Ergebnis muss man nicht sooo tief in die Tasche greifen, das bekommt man anderenorts günstiger. Nun, Grimm Audio hat ja selbst darauf hingewiesen.

Tonale Balance

Meistens geschieht tonal nicht viel, wenn man die Digitalquelle wechselt, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Mit dem Grimm MU1 verhält es sich etwas anders. Okay, große Änderungen sind‘s auch mit ihm nicht, aber im Vergleich zu meinem Musikserver, dem dreimal günstigeren Innuos Zenith MK3, fallen zwei Dinge auf: Der Grimm wirkt im Oberbass/Grundton straff-schlanker und oben heraus, insbesondere im Superhochton, offener. Das Ausmaß dieser Unterschiede ist im Vergleich zu den generell möglichen Auswirkungen der Raumakustik, von Lautsprechern und Verstärkern zwar vernachlässigbar, aber in einer gut abgestimmten Anlage ohne echte Schlagseite leicht festzustellen.

Arab Strap As Days Get DarkIch neige dazu, den Grimm MU1 für neutral zu halten, denn dass der Innuos minimal milder/sonorer im Vergleich zu Statement-Servern wirkt, durfte ich schon öfter erleben – wenngleich das mit dem Grimm deutlicher auffällt als gegenüber einem Antipodes K50 oder Pink Faun Streamer 2.16. Wie auch immer – dass der Grimm MU1 vergleichsweise schlanker wirkt, liegt wesentlich auch daran, dass im gesamten Tiefton mehr Qualität geboten wird: Vom Ober- bis zum tiefsten Tiefbass lässt der Niederländer es streng-konturiert angehen. Wenn Sie das genaue Gegenteil von einem One-note-Bass suchen – bitteschön, hier haben Sie’s. Schon bei einem 08/15-Basslauf wie bei „Compersion, Pt.1“ von neuen Arab Strap-Album As Days Get Dark (auf Amazon anhören) ist es klar zu erleben: Der kommt mit dem Grimm sehniger, elastischer und informationsreicher rüber. Der Innuos spielt relativ dazu lässiger, runder, weniger hart-konturiert – und wirkt deshalb auch etwas wärmer.

Das Entscheidende

Doch wie angedeutet: Die tonale Perspektive ist nicht das Entscheidende, denn alle anderen Parameter Ihrer Musikanlage dürften da einen größeren Hebel haben. Entscheidend ist vielmehr die hochaufgelöste Gangart, die der Grimm MU1 an den Tag legt – und das geradezu „multiperspektivisch“: Sei’s quer übers Frequenzband, sei’s bei Impulsen und dem Aus- und Verklingen von Tönen, sei’s in räumlicher Hinsicht – der Grimm’sche Server gibt den Musterschüler und zeichnet alles minutiös nach.

Der Grimm-MU1-Server von unten

Ein Beispiel: Seit Langem höre ich mal wieder „Teclo“ vom legendären P.J. Harvey-Album To Bring You My Love. Das Glöckchen am Anfang halbrechts, das kommt ja meist ganz gut rüber – aber zwischen „ganz gut“ und „fast schon erschreckend plastisch-holografisch“ ist eben doch ein Unterschied. Als wäre der Grimm mit einem ganz feinen, scharfen Modellierspachtel unterwegs, als würde er noch die letzten fransigen Ränder abschaben, legt er dieses Glöckchen komplett frei; fast hat man den Eindruck, man könne es wie einen Apfel vom Baum pflücken. Wow, eine derartig krasse Holografie-Show erlebt man selten. Natürlich muss die Kette und insbesondere der Lautsprecher das auch durchlassen können, doch damit habe ich dank der Acapella High Bassonobile nun keine Probleme. Dann beginnt Polly Jean zu singen und ich taufe den Grimm MU1 insgeheim „Bühnenbildhauer“. So skulptural wirkt das Klangbild nicht alle Tage.

Top-Platte des Grimm MU1

Sie sind der Meinung, dass Sie fürs musikalische Glück keine solche 3D-Nummer brauchen, dass es ruhig etwas weicher, runder, unbestimmter sein darf? Herzlichen Glückwunsch, so leicht lassen sich 11 kEuro sparen. Wenn Sie aber eine fatale Schwäche für derlei Bühnenbilder hegen, nun, dann wird’s im Zweifel mit anderen Servern leider auch nicht wirklich günstiger.

Avishai Cohen Big ViciousDoch natürlich geht’s beim Grimm nicht nur um die Abbildungsqualität, sondern auch um das Raumgefühl als solches, um die schieren Ausmaße, die Dimensionen des virtuellen Klangraums – und um die berühmt-berüchtigte Schwärze des Hintergrunds. So fällt mir beim schönen Avishai Cohen-Album Big Vicious (auf Amazon anhören) auf, dass das Ausklingen der Instrumente und das „Auslaufen“ des Halls im Raum viel realistischer wirken, wenn der MU1 seine Daten an meinen Rockna-DAC liefert. Das ist die hohe Kunst bei Digitalaudio: leise Signale akkurat transportieren.

Georg Friedrich Händel: Organ Concertos, Vol.2Dann setze ich Georg Friedrich Händel: Organ Concertos, Vol.2 (Lorenzo Ghielmi, La Divina Armonia, Passacaille 2012; auf Amazon hören) auf die Playlist, denn ich habe da so einen Verdacht. Und richtig, mit dem Grimm wirkt das Kirchenschiff deutlich größer als mit dem günstigeren Innuos. Klangtexturen, Nebengeräusche, Raumrückwürfe, das alles wird nochmals natürlicher transportiert; die Illusion, man befinde sich vor Ort, stellt sich ein entscheidendes Stückchen leichter ein.

Grimm MU1: Einordnung & Vergleiche

Der Grimm MU1 sortiert sich sauber in die Liga der „Super-Server“ ein. Zuletzt hatte ich den Pink Faun Streamer 2.6 am Wickel – klanglich sind beide auf Augenhöhe, sie geben sich neutral und als Raum- und Auflösungstalente zu erkennen. Preislich tut sich ebenfalls nicht viel und in Sachen User-Interface setzen beide auf Roon (auch wenn anderes möglich ist bzw. in Kürze sein wird). Ich kann hier keine Präferenz entwickeln, beides sind echte Ausnahmemaschinen. Fun fact am Rande: Auch der Pink Faun stammt aus den Niederlanden.

Grimm Audio MU1 - von oben-links

Ein wenig anders positioniert sich der Antipodes Audio K50. Auch wenn ich leider keinen Direktvergleich durchführen konnte, bin ich mir recht sicher, dass er – zumindest, was die potenziell mögliche Raumgröße angeht – doch noch mal einen draufsetzen kann, und das gegenüber beiden, Grimm wie Pink Faun. Entscheidender ist aber wohl etwas anderes: Der Antipodes ist ein Schweizer Messer, auch wenn er aus Neuseeland stammt. Er bietet eine ganze Reihe an Ausgängen inklusive I2S und Wordclock, er kann je nach Bedarf von außen mit Festplatten bestückt werden, und er hält nicht zuletzt viele Software-, Server- und Player-Optionen bereit. Ob man diese Funktionsvielfalt wirklich immer braucht, ist natürlich die Frage – die beiden anderen bieten aber klar weniger Möglichkeiten. Freilich hat das auch seinen Preis: Der Antipodes kommt einen noch mal circa 5.000 Euro teurer zu stehen.

Billboard
Nubert nuBoxx AS-225

Test: Grimm MU1 | Musik-Server, Netzwerk-Player

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