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Die Lautstärkeregelung des UltraDACs

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Die Lautstärkeregelung des UltraDACs

Na klar, die meisten werden, wenn sie sich einen im Pegel regelbaren D/A-Wandler kaufen, nicht auch noch einen gesonderten Vorverstärker mit zulegen wollen, um dann über den die Lautstärke einzustellen – allein schon aus praktisch-funktionalen und pekuniären Überlegungen, und um den Gerätepark klein zu halten. Klangdogmatiker hingegen – die soll’s ja auch geben – sind mit solch weltlichen Argumenten freilich nicht immer zu beeindrucken. Und so muss auch ich sagen: Iin der Regel klingt es über meine Vorstufe dann eben doch etwas besser als direkt verkabelt. Auf drei-vier DACs mit Pegelregelung kommt vielleicht einer, bei dem es Geschmackssache ist, welchen Weg man vorzieht.

BMC UltraDAC

Der B.M.C. Audio UltraDAC ist so einer. „Je nach Gusto“, könnte man noch sagen, wenn’s um die schieren Bühnenausmaße geht: Mit meiner Octave-HP-300-Vorstufe wirken diese etwas tiefer und auch höher, ohne, also direkt verkabelt mit den Endstufen, dagegen breiter. Doch bei der Abbildungspräzision schlägt der Dillondirekte Weg den Umweg über die Vorstufe: Dillons Stimme bei „Tip Tapping“ (Album: This Silence Kills) steht schärfer umrissen vor mir, wenn ich den Octave außen vor lasse. Allerdings „pumpt“ die Röhrenhybrid-Vorstufe die einzelnen Klänge ein wenig auf, diese wirken also relativ größer und besitzen so etwas wie eine „lebendige Aura“, was mir persönlich gut gefällt.

Spätestens in Sachen Auflösung lohnt der direkte Weg in die Endverstärkung hinein: Ja, tatsächlich habe ich dann das Gefühl, dass die Rassel zu Anfang des Songs mit feineren Körnern gefüllt ist, dass sie weniger rauscht, vielmehr jedes Körnchen einzeln rieselt, um es mal überspitzt zu formulieren. Gleiches einen Track weiter: Das charakteristische Fingerschnippen bei „Thirteen Thirtyfive“ wirkt nicht nur konzentrierter auf den Punkt, das Verhallen des Schnippens im Raum wird minutiöser nachgezeichnet.

BMC UltraDAC

Also: Wer nur digitale Quellen besitzt/hören möchte, kann sich einen separaten Vorverstärker klemmen, somit Geld sparen und gleichzeitig noch klangliche Gewinne einfahren. Die Pegelregelung des UltraDACs funktioniert exzellent und das – nebenbei gesagt – auch im unteren Bereich.

Vergleich BMC UltraDAC – PureDAC

Kollege Jochen Reinecke hatte vor anderthalb Jahren den BMC PureDAC getestet und für so gut befunden, dass er das Testmuster kaufte. Was kann der UltraDAC nun mehr als der um 1.300 Euro günstigere PureDAC?

BMC: UltraDAC und PureDAC

Tonal ist’s im Grunde das Gleiche, die Unterschiede liegen anderswo – und zwar, es verwundert kaum, wieder einmal in den Bereichen Auflösung und Raumdarstellung. Beim Wechsel vom B.M.C. Audio Pure- zum UltraDAC habe ich nicht nur regelmäßig das Gefühl, die einzelnen Stimmen und Instrumente seien noch schärfer gefasst und klarer umrissen, sondern auch, dass der Hall im Raum, sei der nun künstlich oder echt, deutlich akkurater nachgezeichnet wird. Und eben hierdurch gewinnt der Bühneneindruck an Volumen, Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Es geht also um die noch größere Detailversessenheit bei leisen Signalen. Aufgefallen ist mir das insbesondere beim Verklingen von Akustikgitarren (zum Beispiel bei Masha Qrella/„I Want You To Know“ (Album: Luck) oder Franzoiz Breut/„Tarifa“ (Album: Franzoiz Breut)), etwas, das mit dem „Ultra“ subjektiv einfach Masha Qrellalänger dauert, sich mit dem Hall vermischt und hierdurch vermittelt den konkreteren Eindruck vom Aufnahmeraum rüberbringt. Durch die höhere Genauigkeit bei leisen Signalen ergibt sich zudem auch, dass Klangtexturen feiner strukturiert dargeboten werden – erstaunlicherweise nicht nur im Stimmbereich ein Gewinn, sondern auch im Tiefton.

Test: B.M.C. Audio UltraDAC | Kopfhörer-Verstärker

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