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Klangliches zum B.M.C. Audio UltraDAC

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  1. 2 Klangliches zum B.M.C. Audio UltraDAC

„Tonal muss es passen, der Rest passt dann garantiert“, könnte man, das Fazit vorwegnehmend, über den klanglichen Auftritt des B.M.C. Audio UltraDAC schreiben. Doch zunächst erst mal eine Einordnung:

BMC UltraDAC

Von meiner „Hauptreferenz“, dem SACD/CD-Player & DAC Luxman D-05, bin ich ein sehr balanciertes Klangbild gewohnt, was nicht nur tonale Neutralität (mit minimal milderem/wärmerem Einschlag) meint, sondern auch klanglich kluge Kompromisse à la „impulsiv, aber nicht überspitzt“, „fließend, aber nicht verschleifend“, „fokussiert abbildend, aber nicht artifiziell überscharf“ etc. Nach wie vor halte ich den Japaner für ein sehr feines Gerät (der Nachfolger nennt sich übrigens Luxman D-03). Im Direktvergleich seiner DAC-Funktion mit der des Testprobanden treten recht deutliche Unterschiede zutage, jedenfalls dafür, dass es sich um Digitalquellen ähnlicher Preisklassen handelt. Und tatsächlich muss ich konzedieren, dass der B.M.C. Audio UltraDAC hier und da schon die Nase vorne hat.

Etwa dann, wenn es ums schiere Auflösungsvermögen geht – und das gilt übers gesamte Frequenzband hinweg. Ob nun Kontrabass oder Glockenspiel, Frauen- oder Männerstimmen, stets habe ich das Gefühl, etwas mehr Details als gewohnt präsentiert zu bekommen; Klangtexturen werden minutiöser nachgezeichnet, leises Ausschwingen länger nachverfolgt, Impulse etwas härter und schärfer, aber auch ein wenig informationsreicher rübergebracht. Überhaupt: die Impulswiedergabe! Die scheint eine Stärke des BMCs zu sein, wie er ganz generell auch fein- und grobdynamisch sehr auf Zack ist. Saitenanrisse, Schlagwerk, Klavieranschläge – dergleichen kommt sehr prägnant rüber, was ihn zu einem rhythmisch-lebhaften Gesellen macht. Was das „flirrige“ Grundnaturell angeht, erinnert er mich an den Moon Nēo 380D, der ja beileibe auch nicht als Spaßbremse durchgeht.

Die Digitaleingänge des BMC UltraDAC
Die Digitaleingänge des B.M.C. Audio UltraDAC

Lebendig und sehr hoch auflösend also – als drittes markantes Charakterkennzeichen geht da wohl die schon lehrbuchartig zu nennende räumliche Darstellung des UltraDAC durch. Er lässt die Bühne ziemlich exakt bei der Grundlinie zwischen den Boxen starten und leuchtet sie kristallklar und sehr, sehr tief aus. Des Luxmans Vermögen zur Tiefenstaffelung halte ich ja schon für eine Stärke – doch was der B.M.C. Audio hier veranstaltet, ist noch einmal besser. Schon beeindruckend. Und in dem piekfein durchgestaffelten Bühnenraum des UltraDAC werden die Musiker dann quasi in konzentrierter Form hineingebeamt. Wenn das keine fokussierte Abbildung ist, dann weiß ich’s nicht. Auch in dieser Hinsicht bietet er mehr als ich gewohnt bin.

Charles Llyod QuartetAllerdings muss auch gesagt werden – und jetzt kommt ein kleines, geschmäcklerisches Aber –, dass es schon noch plastischer, körperlicher vorgehende Vertreter der digitalen Zunft gibt. Nicht dass man mich falsch versteht: Ist alles schon sehr okay für die Preisklasse. Aber ein bisschen geht halt schon noch, und das ist die Stelle, bei der mein japanischer Player/DAC wieder Boden gut macht, wenn man so will. Während der BMC etwa bei „Go Down Moses“ vom Charles Llyod Quartet durch die schiere Präzision und Klarheit der Abbildung fasziniert, punktet der Luxman mehr mit einer noch organischer, 3-D-hafter wirkenden Präsentation der einzelnen Klänge, insbesondere des Saxophons, welches auch etwas mehr „Bloom“, diese lebendige Aura um den Klang herum, spendiert bekommt. Ja, richtig, wir sind hier endgültig bei audiophiler Poesie angelangt – aber in dieser Preisklasse darf man ja vielleicht auch auf solche Feinheiten zu sprechen kommen.

Analog geht es symmetrisch und unsymmetrisch raus
Analog geht es symmetrisch und unsymmetrisch hinaus

Und dass es sich so verhält wie eben skizziert, dürfte unter anderem am tonalen Gesamteindruck liegen, was mir insbesondere auch im Vergleich mit Digitalquellen wie dem Alpha-New-Streamer von La Rosita oder dem DAC/Vorverstärker NAD M12 auffällt. Beide Vertreter spielen eher auf der wärmeren Seite von neutral, der B.M.C. Audio UltraDAC hingegen auf der leichteren. Und während jene Stimmen und Instrumente eher etwas größer und physischer nachzeichnen, dafür zwischen den Musikern etwas weniger Luft lassen, geht der BMC fast schon umgekehrt vor: hoch konzentriert und kompakt-randscharf in der Abbildung der einzelnen Klänge mit viel „leerem Raum“ dazwischen, was den Bühneneindruck sehr klar und aufgeräumt wirken lässt. Dass es zwischen Tonalität und räumlichem Eindruck eine psychoakustische Verbindung gibt, scheint mir ziemlich sicher zu sein.

BMC UltraDAC

Apropos: Der BMC spielt, wie gesagt, grundsätzlich tonal neutral, aber ab dem Grundton abwärts eine Nuance weniger gehaltvoll als einige andere D/A-Wandler. Eine weitere Folge dessen ist, dass der Bass zwar begnadet durchgezeichnet und informationsreich rüberkommt – aber in manchen Anlagenkonstellationen dürfte es schon ’nen Schubs mehr sein. Dito die Mitten: Auflösung ohne Ende, aber romantisch-warmer Schmelz findet sich nicht. Und die Höhen werden einfach straight durchgezogen, statt freundlich verrundet. Deshalb sagte ich eingangs, dass es tonal passen muss: In an sich schon hellen Anlagen könnte es sein, dass die Rechnung nicht aufgeht – wie es eben auch in latent warm abgestimmten Ketten mit den vorgenannten NAD/La Rosita-Quellen zu mollig-behaglich werden kann.

Test: B.M.C. Audio UltraDAC | Kopfhörer-Verstärker

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