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Zu Besuch bei Clearaudio …

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Zu Besuch bei Clearaudio ...

Clearaudio Innovation
Laufwerk Clearaudio Innovation mit Tangentialtonarm

Schnell wurde freilich die Schallplattenwiedergabe das bestimmende Thema. Der Einstieg geschah mit Nadelreparaturen und Tuning von Tonabnehmern anderer Fabrikate, was schließlich zur Entwicklung eigener – patentgeschützter – MC-Systeme führte. Nach dem Start mit Tonabnehmern Anfang der Achtziger kamen gegen Ende des Jahrzehnts auch Tonarme ins Clearaudio-Line-up. Die Erlanger sind eines der wenigen Unternehmen, das auch Tangentialarme anbietet. Deren Entwicklung bekam nicht zuletzt durch die Übernahme des US-Anbieter Souther gehörigen Schub. Und wer Arme und Systeme anbietet, „muss“ schließlich auch Laufwerke bauen – solche sind seit 1992 im Angebot.

Patrick Suchy kümmert sich bei Clearaudio um Entwicklung & Design, Organisation und den Einkauf
Patrick Suchy kümmert sich bei Clearaudio …

Entwicklung & Design, Organisation und den Einkauf
um Entwicklung & Design, Organisation und den Einkauf

Inzwischen hat Clearaudio natürlich eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Plattenspieler, Arme und Tonabnehmer im Portfolio – und neben Phono-Zubehör wie Tellermatten, Justage-Werkzeug, Plattenklemmen etc. auch Phonovorverstärker und Plattenwaschmaschinen. Die Breite des Angebots mag manchen erstaunen. Das wirklich Besondere aber ist, dass die Erlanger diese Dinge nicht nur selbst entwickeln, sondern auch herstellen – welcher andere deutsche Hersteller baut eigentlich sonst noch eigene Arme, Laufwerke sowie Systeme? –, und dass (fast) jede Produktgattung einen gewissen technischen Clou besitzt. Später, im Interview mit Firmengründer Peter Suchy, mehr dazu.

Ein wichtiges Land, aber nciht das wichtigste ...
Ein wichtiges Land, aber nicht das wichtigste …

Der Breite des Angebots entspricht der Umfang des Exportgeschäftes: In über 90 Ländern sind Clearaudio-Produkte vertreten. Deutschland nimmt da nur einen Umsatzanteil von um die 7 – 8 % ein, sehr wichtige Auslandsmärkte sind die USA, China – überhaupt Asien – und Russland. „Entscheidend ist der persönliche Einsatz vor Ort, das lässt sich nicht alles mit Telefon und E-Mail machen. Da muss man selbst hin – 270.000 Flugmeilen hab‘ ich im letzten Jahr gemacht“, verrät Exportmanager Robert Suchy. Mit dem Clearaudio-Kerngeschäft werden gut fünf Millionen Euro Umsatz erzielt. Und noch mal ein ähnliches Volumen mit dem OEM-Business und dem Industriebereich.

... Clearaudios Exportanteil liegt bei über 90 %
… Clearaudios Exportanteil liegt bei über 90 %

Bild aus der falschen Firma? Nein, der McIntosh-Dreher wird in Erlangen gefertigt
Liegt hier eine Verwechslung vor? Nein, der McIntosh-Plattenspieler wird in Erlangen gefertigt

OEM? Original Equipment Manufacturer – sprich, Auftragsfertigung für andere HiFi-Marken. Es gibt natürlich Kunden, die es nicht kommuniziert wissen wollen, wer eigentlich für sie fertigt. Aber auch solche, die es entspannter sehen: Denon, Marantz und McIntosh etwa. Nicht gerade die Nextpemunwichtigsten Player in unserem Markt. Zu Recht ist man in Erlangen Stolz darauf, solche Geschäftskunden zu haben.

Und was steckt hinter dem ominösen „Industriebereich“? Nun, das gehört nicht mehr wirklich zum HiFi-Business, ist aber trotzdem interessant: Eine Zweitfirma unter dem gleichen Dach namens „neXtPEM“ (Web: www.nextpem.com) stellt Stickstoffgeneratoren und Brennstoffzellen her. In Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sei man beispielsweise gerade in ein Projekt zum Bau des ersten energieautonomen Hauses in Erlangen involviert, klärt Suchy mich auf. Zu meinem Erstaunen – das machen die dann also auch noch?! Nicht schlecht.

Und das machen die auch noch: eien Brennstoffzelle
Und das machen die Erlanger dann auch noch: Brennstoffzellen

Ein solches Schiff lässt sich nur mit einer guten und motivierten Crew steuern. Über 40 Mitarbeiter beschäftigt Clearaudio zurzeit – gut die Hälfte davon allein in der Produktion. Kein Wunder, wenn man sich größtmögliche Unabhängigkeit von Zulieferern auf die Fahne geschrieben hat. Da werden noch die Kunststoffhülse des Plattentellergewichts und das kleine Spezialmetallteil für den Tonarmlift selbst gedreht, gefräst und entgratet … was weiß ich. Jedenfalls nicht (in Fernost) bestellt, wie man das vermuten könnte.

POM-Buchse
Von der Dornaufnahme der Plattenklemme …

Er sei froh, vor sechs Jahren die Anteile des Geschäftes auf seine Kinder übertragen zu haben – neben Export- und Marketing-Mann Robert Suchy kümmert sich Veronika Suchy um Personal- und Organisationsfragen, während Patrick Suchy für Entwicklung & Design und den Einkauf verantwortlich zeichnet –, so Peter Suchy, Gründer, Forscher und, wie er es nennt, „Berater im Hintergrund“ von Clearaudio.

Tonarmlift
… bis zum Tonarmlift. Bei Clearaudio stellt man so gut wie alles selbst her. Die hohe Fertigungstiefe garantiere Unabhängigkeit von Zulieferfirmen, so Suchy

Mit Stolz erfülle es ihn, was sie aus der Firma gemacht hätten, zu welcher Bedeutung es Clearaudio unter der Ägide der neuen Generation in den letzten Jahren gebracht habe. Er persönlich, das gesteht er zu, wäre wohl zu konservativ gewesen, diese Expansion derart voranzutreiben: „Sie treffen mich an der Spitze meiner Lebensaufgabe, wo ich 90 % der Aufgaben, die ich mir gestellt habe, gelöst habe. Und in den letzten Jahren erleben wir so eine Art Erntezeit. Es ist natürlich sehr schön, das noch zu sehen.“

… zum Interview mit Peter Suchy, dem Clearaudio-Gründer

Firmenbericht: Clearaudio

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