Test: B.M.C. Audio UltraDAC | D/A-Wandler & Kopfhörerverstärker | Preis: 3.198 Euro

Nur echt mit Goldkante

B.M.C. Audio UltraDAC

April 2015 / Ralph Werner

Hatten wir den nicht schon mal? Ja und nein. Es stimmt, unser aktueller Testkandidat (bmc-audio.com) besitzt sehr viele Merkmale vom vor anderthalb Jahren getesteten B.M.C. Audio PureDAC – aber der „UltraDAC“ getaufte Proband unterscheidet sich von diesem schon noch in mehr Details als den vier goldenen Kunststoffabschlusskanten an den Ecken des Gerätes. Dafür allein wäre der Aufpreis ja auch sicherlich arg happig.

BMC UltraDAC

Äußerlich und was den Funktionsumfang angeht, gleichen sich Pure- und UltraDAC so sehr, dass sie fast ununterscheidbar sind. In beiden Fällen haben wir es mit D/A-Wandlern zu tun, deren offensichtlichste Besonderheit darin besteht, dass sie nicht einfach nur „auch 'ne Kopfhörerbuchse“ bieten, sondern einen dedizierten Kopfhörerverstärkertrakt, was sich auch darin manifestiert, dass die komplette rechte Seite der Gerätefront Fernbedienung BMC UltraDACnur diesem Thema gewidmet ist – mittels zweier Anschlussbuchsen (unsymmetrisch + symmetrisch) sowie einer eigenständigen Lautstärkeregelung. Ja, sogar die Fernbedienung greift das Prinzip auf (siehe Bild rechts).

Auch hinsichtlich der Schnittstellen gleichen sich die DACs aus BMCs „PureLine“-Serie. Digital geht es vierfach hinein, nämlich je einmal per USB (asynchron), TOSLINK, koaxialem S/PDIF sowie AES/EBU, während sich das gewandelte Signal symmetrisch wie unsymmetrisch abgreifen lässt. Und dann gibt es da noch den ominösen „B.M.C. Link“: Lichtleiterausgänge, die in Verbindung mit BMC-Verstärkern für eine intelligente Abstimmung der Verstärkungsfaktoren der beteiligten Komponenten – also DAC und Amp – Sorge tragen (siehe hierzu auch unseren Test des BMC PureAMPs).

BMC UltraDAC: links ist Fixed-Out eingestellt
Hier wurde der Hochpegelausgang auf „Fixed Out“ eingestellt

Kommen wir zu den Unterschieden zwischen den D/A-Wandlern. Funktional wäre da nur ein Punkt zu nennen – der UltraDAC hat eine Fixpegelfunktion spendiert bekommen. Gleichzeitiges Drücken beider Lautstärketaster des Line-Out aktiviert diese. Allerdings kann man dergleichen eigentlich auch mit dem PureDAC haben, indem man ihn einfach auf den Wert „59“ einstellt und dann die Finger von den Tasten lässt. Doch offenbar fänden es manche Kunden wichtig, dass „FO“ für „Fixed Out“ im Display steht – oder sie würden eben routinemäßig alles über einen Kamm scheren und Pegelregelungen bei DACs pauschal aus technisch irrationalen, aber dogmatischen Gründen ablehnen, so B.M.C.-Mastermind Carlos Candeias in ganz leicht ermüdetem Tonfall. Ich finde das Ganze amüsant ...

Die wirklich relevanten Unterschiede zum günstigeren BMC-Audio-Wandler liegen im Innern verborgen, und das kann auch gar nicht anders sein, schließlich ist der UltraDAC letztlich nichts anderes als ein klanglich hochgetunter PureDAC. Man merkt das auch schon am Gewicht – der „Ultra“ wiegt ein Kilo mehr. Zum kleineren Teil dürfte das an der zusätzlichen Gehäusebedämpfung liegen, mit der Mikrofonieeffekte minimiert werden sollen, zum größeren an der aufwendigeren Stromversorgung. Der UltraDAC besitzt einen 100-VA-Trafo und 40.000 µF an Siebkapazitäten, zu denen sich noch mal 4.400 µF für den Netzspannungs-DC-Blocker gesellen. Das sind circa 70 % mehr „Muskelmasse“ als beim kleineren Bruder – erhofft werden sich hierdurch zusätzliche Stabilität und Ruhe im Klangbild.

BMC UltraDAC

Nicht nur die Stromversorgung wurde aufgepeppt, auch beide Verstärker – also Line- und Kopfhörer-Ausgangsstufen – bekamen eine Überarbeitung spendiert. Gemäß des LEF-Konzeptes (Last Effekt Frei) arbeitet bei Candeias-Verstärkerschaltungen die Spannungsquelle unabhängig von der zu treibenden Last, der Stromausgang ist sozusagen der Diener des Spannungsausgangs. Während nun beim PureDAC im Strom- wie im Spannungstrakt der LEF-Ausgangsstufen MOSFETs zum Einsatz kommen, wurden diese beim UltraDAC bei der Spannungsquelle gegen bipolare Transistoren ausgewechselt.

Candeias hierzu: „Beim UltraDAC konnte die Schaltung so verändert werden, dass die Spannungsquellen mit bipolaren Transistoren arbeiten und daher sowohl linearer sind als auch einen geringeren Ausgangswiderstand haben. Bei den Stromlieferanten arbeiten MOSFETs. Im Ergebnis klingt es eindeutig besser, der Klirr ist geringer und die Stabilität nahezu perfekt.“

BMC UltraDAC
Das Gehäuse des UltraDACs geht es dicht gepackt zu

Als sehr wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Beitrag zur Hebung des Klangniveaus sieht Candeias den Austausch der Referenz-Clocks an (Plural, da zwei Taktgeber verbaut sind, je einer für die 44,1- und die 48-kHz-Reihe):

„Die Clock im UltraDAC macht einen guten Teil der Extra-Kosten aus. Es wird immer wieder vergessen, dass man ein digitales Signal analog darstellen muss. Eine Clock muss als Spannung dargestellt werden und ist damit den Limitierungen üblicher Transistoren und Gegenkopplungen ausgesetzt. Es gibt auch hier Klirr, Rauschen, Intermodulationen und Modulationen durch die Spannungsversorgung. Hinzu kommen die spektrale Bandbreite des Quarzes, dessen Resonanzgüte etc. Alles das zusammen entscheidet, wie präzise die Clock am Ende arbeitet. Da diese analog dargestellte Clock jedoch digital – als Referenz, die entscheidet, wann etwas stattfindet – verarbeitet wird, variiert die Phase der Clock mehr oder weniger – je nach Qualität.“

Die Clock des BMC UltraDAC
Bildmitte: Die Clock des BMC UltraDAC

Das sogenannte „Phasenrauschen“ (= Differenz der theoretischen und tatsächlichen Phasenlage einer Schwingung, hier die der Clock; eine andere Art, Jitter auszudrücken) sei beim B.M.C. Audio UltraDAC um Größenordnungen geringer als das üblicher D/A-Wandler.

Das klingt in der Theorie alles gut – aber klar, entscheidend ist dann immer noch auf dem Hörplatz. Bevor wir dazu kommen, sei noch angemerkt: Der UltraDAC spielt eigentlich alles ab, was man so auf der Festplatte haben könnte, sprich PCM-Daten via USB bis 32 Bit/384 kHz sowie DXD, DSD64 und DSD128. Bei den drei anderen Eingängen geht es bis 24 Bit/192 kHz hinauf. Gehört habe ich ihn überwiegend über Line-Out, aber auch über Kopfhörer. Als „Softwarematerial“ wurde vornehmlich CD-Qualität gereicht, aber auch HiRes-PCM und vereinzelt DSD und MP3.

 

 

 

 

Im Test:

D/A-Wandler
B.M.C. Audio UltraDAC

UVP zum Testzeitpunkt: 3.198 Euro

Hersteller & Vertrieb:

B.M.C. Audio

Telefon:
030 - 692 00 60 61
eMail:
info@bmc-audio.com
Web:
http://bmc-audio.com

Equipment:

Quellen:

Laufwerk:
VPI Scout II

Tonarm:
VPI JMW 9T

Tonabnehmer:
Denon DL-103R
Ortofon MC Rondo Bronce
Shelter 201

Phono-Vorverstärker:
BMC Audio MCCI

SACD/CD-Player/DAC:
Luxman D-05

Computer & Co:

Audiodata MusikServer,
Readynas Duo NAS-Server,
Logitech Touch Streamer,
HP Notebook,
M2Tech Hiface

D/A-Wandler:
Benchmark DAC1 USB

Verstärker:

Vorverstärker:
Octave HP300 inklusive MC-Phonoboard

Endverstärker:
Musical Fidelity M8 700m

Vollverstärker:
Denon PMA-2010AE

Lautsprecher:

Blumenhofer Acoustics Genuin FS 1 Mk2,
Dynamikks Monitor 8.12

Sonstiges:

Rack: Creaktiv Trend 3

Stromversorgung, Netzleiste und Netzkabel: fis Audio Black Magic

Kabel:

LS: fis Audio Studioline, Ascendo Tri-Wire-Kabelsatz, Dynamikks Speakerlink, Ecosse ES 2.3, Zu Audio Libtec

NF: fis Audio Premiumline Lifetime, Vovox, Mundorf Cable und andere

Digital: Wireworld Series 7 Starlight Gold (Koax-S/PDIF), Aqvox (USB)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kommen wir zu den unterschieden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mehr muskelmasse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

neue transistoren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ganz entscheidend:
eine gute uhr