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Test Hifi Röhren Voll-Verstärker Magnat RV 1 – Vergleich Lua, Magnat – Test-Bericht Stereo-Verstärker, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Test Hifi Röhren Voll-Verstärker Magnat RV 1 - Vergleich Lua, Magnat - Test-Bericht Stereo-Verstärker, High End-Hifi-Magazin fairaudio

Klang:

Magnat RV 1

Röhrenverstärker sind unten weich, in der Mitte übertrieben charmant und oben puderzuckerig – Ade, Klischee Nr. 3, davon passt nichts so richtig zum Magnat RV 1. Damit sei nicht gesagt, er klänge wie ein Transistor. Aber der Magnat RV 1 kümmert sich einfach nicht groß um altbackene Vorstellungen. Dies wird mir im Laufe der Hörsessions – bei denen ich zu Vergleichszwecken häufig zwischen ihm und dem LUA 4040C wechsele – immer deutlicher. Tonal neutral, mit sehr guter Räumlichkeit, einer Freude an Details und zudem impulsiv transportiert er die Musik – meist zumindest. Apropos Musik: Hier die Platten, die ich hörte …

gehörte Musik

Howe Gelb / The Listener: Eine Soloplatte des Giant Sand-Masterminds. Die Tracks 5 & 6 nehme ich immer wieder gerne – guter Check zur „Allgemeinbefindlichkeit“, da fast alles stimmen muss. Hier gibt’s männliche wie weibliche Stimme, ein Klavier, Bläser, Kontrabass, Congas, … und das alles ziemlich gut aufgenommen.

Tori Amos / Boys For Pele: Eigentlich die ganze Platte, aber Track 2 (Blood Roses) zuerst – die Wiedergabe des Cembalos ist fast immer kritisch und verrät einiges in tonaler Hinsicht über den Mitten- und Hochtonbereich.

Under Byen / Det Er Mig Der Holder Traeerne Sammen: Offizielle Begründung – Qualität von Synthi-Tiefbässen überprüfen. Spitze (Kollegen-)Zungen behaupten allerdings, es handele sich vielmehr um eine libidinöse Besetzung meinerseits gewissen Frauenstimmen gegenüber, was natürlich völliger Blödsinn ist.

Tord Gustavsen Trio / Being There: Als ich das erste Mal dieses Trio hörte, dachte ich: „Fahrstuhljazz“. Man sollte nicht so vorschnell sein – das Trio gehört inzwischen zu meinem festen Repertoire. Auch die Klangqualität überzeugt: Klavier, Kontrabass und derart frappierend gut aufgenommene Hi-Hat-Arbeit, dass man mit der richtigen Kette aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt.

Bonnie „Prince“ Billy / The Letting Go: Sehr schöne, ruhige und melancholische Platte. Klassisches amerikanisches Songwriting, zugegebenermaßen nicht extrem innovativ – muss aber auch gar nicht sein. Besticht durch Authentizität und Handwerk. Klang? Schon sehr gut, aber mir hierbei egal. Wirklich schöne Platte.

James Chance & The Contortions
/ Paris 1980
: Jazz-Funk-Punk. Muss empört, nervös und aufrührerisch rüber kommen. Saxophon on Speed.

Miles Davis / Kind Of Blue: Gehört nicht unbedingt zu meinem Standardrepertoire, aber das Stück „Freddie Freeloader“ dann doch. Tonaler Check für die Mitten und Auflösung im Hochton …

Nik Bärtsch’s Ronin / Holon: Finaler Tiefbass-, Dynamik- und Impulsverarbeitungs-Check. Mag ich sehr …(Rezension)

Pixies / Come On Pilgrim: Nach wie vor richtig klasse. Ist viel zu selten, dass intelligenter Indie-Rock auch so gut klingt. Hier muss Energie verabreicht werden. Feine Bassläufe.

Vielleicht sind die räumlichen Fähigkeiten und die Art, wie der Magnat RV 1 Stimmen und Instrumenten einen plastischen Körper verleiht, das „röhrentypischste“. Die Bühne ist ziemlich breit und – von mir noch mehr geschätzt – auch ziemlich tief. Die Instrumente werden lokalisationsscharf abgebildet. Aber beides fasst es noch nicht ganz oder vielmehr: es ist nur ein Bestandteil dessen, wie der Magnat „Raum baut“. Denn entscheidend scheint mit hierbei nicht „links-rechts / vorn-hinten“ -, sondern die Vermittlung der Illusion, dass die Musik in einem Raum spielt.

Die Musiker könnten mucksmäuschenstill sein – und vor mir wäre da immer noch dieser Raum (nicht mein Wohnzimmer, sondern eine Illusion). Nun ja, fast. Und dass ich diese Eigenschaft ein wenig mit Röhre konnotiere, liegt daran, dass es auch bei Studioproduktionen nicht an dieser Tendenz mangelt. So bei der genannten Platte des Tord Gustavsen Trios, aber auch bei Nik Bärtsch’s neuer.

Test: Magnat RV 1 | Vollverstärker

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