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Klangliche Auswirkungen des ISOL-8 MiniSub 2

Inhaltsverzeichnis

  1. 3 Klangliche Auswirkungen des ISOL-8 MiniSub 2

Bevor wir uns direkt ans Hören machen, noch eine Anmerkung vorab: Die ISOLer empfehlen, beim MiniSub 2 nach Möglichkeit auf eine gute Aufstellung zu achten, sprich ihn wie andere Komponenten ins Rack oder auf eine Base zu hieven. Nicht zuletzt aufgrund des Umstandes, dass meine zum Vergleich dienenden Netzleisten genau wie die anderen Filterlösungen, die ich bisher ausprobierte, allesamt auf dem Fußboden Platz nehmen mussten, kam auch der MiniSub ohne Sonderbehandlung direkt auf die Dielen vor das Rack.

isol-8 minisub im hoerraum

Als schöner Testtrack, um einen ersten Eindruck von einer Komponente zu bekommen, geht für mich Shearwaters „Landscape At Speed“ (Album: The Golden Archipelago, 2010) durch: Tiefe, nachhallende – und dadurch noch mächtiger wirkende – Drumschläge, fortwährend den Hochton abforderndes Hi-Hat-Spiel, das weder zu lasch-verhuscht noch zu penetrant-scharf präsentiert werden darf, eingestreute, die Dramatik des Stücks unterstützende Pianoakkorde, eine Handtrommel, die idealerwiese bühnentechnisch sauber definiert, wie „echt im Raum vorhanden“ kommen muss, sowie die das Stück prägende, ein wenig larmoyant wirkende Stimme des studierten Ornithologen Jonathan Meiburgs.

Shearwaters „Landscape At Speed“ (Album: The Golden Archipelago, 2010Und ja, eigentlich bin ich bereits (fast) wunschlos glücklich, wenn die Combo aus Northstar USB dac32 (von Laptop/foobar2000 angesteuert), Funk MTX-Vorstufe, Audionet AMP Monos und Thiel CS 3.7. Lautsprechern gänzlich ungefiltert über die MF-Electronic Netzleiste ihre Arbeit verrichtet – dennoch fühlte sich schon nach kurzem Hören mit dem eingewechselten MiniSub 2 unbewusst irgendetwas angenehmer, noch leichter verdaulich an …

Zum einen, so wurde nach einigen A/B-Vergleichen klar, liegt das daran, weil der Hochton aufs erste Hören ein wenig milder gereicht wird – alleine für sich genommen weniger spannend, weil nach meinen Erfahrungen ein eher typischer Effekt auch preiswerterer Filterlösungen.

Als interessant geht dabei aber durch, dass es „mit“ oben rum nicht nur einfach irgendwie abgerundeter oder zurückgenommener zugeht, was eben per se auch kein Klanggewinn wäre, sondern diese zusätzliche Milde insbesondere dadurch suggeriert wird, dass die Textur der Hi-Hat weniger klobig nachgezeichnet wird: Das feine, zischelige Nachschwingen der Hi-Hat-Becken gerät weniger kompakt, dafür ausgearbeiteter, ja „atmender“, lockerer und dadurch insgesamt einen Tick realistischer und eingängiger. Und um uns weiter auf Einzelheiten zu konzentrieren (in Gänze wirkt das Klangbild ohne vorgeschnallten Filter „steriler, nüchterner, fader“, wie’s in meinen Notizen heißt), geht als konkret zu vernehmender Detailgewinn zum Beispiel auch die Handtrommel durch, die bühnentechnisch in der Tat noch etwas plastischer, definierter, eingefasster und wie vom letzten Bisschen Grauschleier befreit wirkt, dadurch einen Deut farbkräftiger tönt, weshalb man – auch wenn es sich jetzt ein wenig geschwurbelt anhören mag – das Fell noch ein wenig deutlicher vor Augen beziehungsweise Ohren geführt bekommt.

Um dem Thema Räumlichkeit noch ein wenig näher auf den Zahn zu fühlen, insbesondere aber auch vermeintlichen Nebenwirkungen in puncto Dynamik auf die Schliche zu kommen,calibro 35 lässt sich beispielsweise das zum Teil sehr wuselig-rhythmische 2010er Album Ritornano Quelli Di… des italienischen Quintetts Calibro35 zurate ziehen: Eine interessante Mischung aus Jazz, Funk und 70er-Jahre-Krimimusik, die mir tatsächlich standesgemäß beim Italiener um die Ecke das erste Mal zu Gehör kam – falls Sie irgendwann mal zufällig in Kreuzberg sein sollten: Im vor allen Dingen in Sachen Weinauswahl empfehlenswerten Fratelli La Bionda wird in entspannt lockerer Atmosphäre von durchweg auskunftsfreudig DJs bisweilen sehr angenehm unmainstreamiges Vinyl aufgelegt …

Doch zurück zum ISOL-8 MiniSub 2: Die gleich zu Anfang des Albums lossägende Gitarre, die einsetzenden Bläser oder transiente Elemente wie die im Titel „L`Esecutore“ zu hörenden Snaredrums und Ride-Becken wirken – passend zum Vorhergehörten – räumlich freigestellter, plastischer, weniger diffus, kontrastierter ins Bühnenbild integriert. Klar, es klingt mit unserem Londoner Conditioner vornedran nun auch nicht so, als spiele eine völlig neue Anlage in meinem Raum, und man mag solche Fortschritte als mehr oder weniger subtil empfinden – mir selbst jedenfalls fehlte bei meinen Versuchen, ohne dass ich mich dabei aufs akademische Erbsenzählen verstieg, nach alledem unterschwellig immer etwas, wenn ich den MiniSub abklemmte.

isol-8 minisub innen

Nicht nur, dass sich auch bei diesem Album der Raumeindruck differenzierter und unnervöser darstellt, auch Klangfarben wirken abermals einen Deut satter und reiner: So empfinde ich besagte Gitarre – auch wenn deren Sound per se kein Ausbund an Komplexität sein mag – als weniger gepresst, etwas reichhaltiger in der Textur, ja, weniger skizzenhaft, wenn man so will; das für Ride-Becken in Relation zum Ausschwingvorgang typisch akzentuierte Anschlagsmoment wirkt reiner, klarer, etwas leuchtender, insgesamt realistischer in Szene gesetzt.

Das Schöne ist, dass dies alles weitgehend nebenwirkungsfrei geschieht: Auch die wuselige Calibro-35-Scheibe verliert nichts an involvierendem rhythmischen Moment, an Spannkraft und Lebendigkeit, wenn sie mit dem MiniSub konfrontiert wird. Klar, so merkte auch Kollege Ralph an, nachdem wir probeweise mal seine Anlage gefiltert hatten, könnte man das zum Teil seine Spitzen und Härten verlierende Klangbild wohlmöglich als „weniger anmachend“ empfinden, auch wenn ich persönlich diesen Reinigungseffekt – siehe oben – als eindeutig authentischer und musikdienlicher, keinesfalls als gesoundet-rundgelutschter empfinde. Was auch nicht zu dem passen würde, was sich unten rum tut, wenn es über den ISOL-8 MiniSub geht:

Ob die mächtigen „Paukenschläge“ in Shearwaters „Landscape At Speed“, die im dichtenThese New Puritans Gemengelage der Musik immer wieder unten hervorlugenden, trockenen Bassdrumimpulse in Calibro 35s „L`Esecutore“ oder – die Scheibe hatten wir beispielsweise noch gar nicht auf dem Plan – die stämmig-martialisch in Szene gesetzten Beats im Titel „Three Thousand“ der jungen Briten These New Puritans: Verschliffen oder impactärmer wirkt es jedenfalls nicht, wenn man sich mit dem MiniSub 2 an (grob)dynamische Aufgaben wagt – etwas, was mir ansonsten bei meinem Musikgeschmack auch schwerer zu schaffen machen würde …

Test: ISOL-8 MiniSub Netzfilter |

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