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Isol-8 MiniSub II – Hintergründiges und Bedientechnisches

Inhaltsverzeichnis

  1. 2 Isol-8 MiniSub II – Hintergründiges und Bedientechnisches

isol-8 substation

Nic Poulson heißt der Kopf der selbsternannten Performance Power Conditioner, der sein Berufsleben im Alter von siebzehn Jahren im Sound Department der BBC begann. Manch einer wird mit ihm die Firma ISOTEK in Verbindung bringen, die er 2001 mit gründete, nach drei Jahren aber ausstieg, um sich mit ISOL-8, wie er sagt, stärker seinen eigenen Konzepten widmen zu können. Anfang der 90er rief er Trilogy Audio Systems ins Leben, einen heute immer noch aktiven Verstärkerbauer.

Um aber mal zum eigentlichen Thema zu kommen: Warum braucht’s überhaupt Netzfilter? Klar, wegen des (vermeintlichen) Klanggewinns, lautet die triviale Antwort – dazu, wie performant sich das Performance Power Conditioning des MiniSub 2 im Hörraum gibt, kommen wir weiter unten.

isol-8 minisub

Da nichts so praktisch ist wie eine gute Theorie, vorab aber noch ein paar Grundüberlegungen. Als typische Störeinflüsse macht Nic Poulson unter anderem von digitalen Komponenten ausgehende Radiowellen aus, welche in den Silizium-Sperrschichten von Transistoren zu Verzerrungen mutieren, aber auch durch Abrissfunken von Schaltkontakten (jeder kennt beispielsweise die Lichtschalterknackser) hervorgerufene hochenergetische Impulse sowie breitbandig auftretende und klanglich, so Nic Poulson, als Dunstschleier wahrnehmbare Störeinflüsse von Gleichrichterdioden oder nicht zuletzt auch die im gesamten Stromnetz vagabundierende Wirkung induktiver industrieller Lasten/Verbraucher.

isol-8- minisub

All dies nehme direkt auf die Arbeit von HiFi-Komponenten Einfluss, ist doch bekanntermaßen das Musiksignal im Grunde nichts anderes als von einem HiFi-Gerät aufbereiteter, modulierter „Steckdosenstrom“. Dabei gelte es, das HiFi-System nicht nur als Ganzes von außen abzuschirmen, sondern auch die einzelnen Gräte voreinander zu schützen: Dem Thema „Cross Contamination“, also dem Umstand, dass sich die eigenen Geräte auch gerne mal untereinander „mit Dreck bewerfen“, misst man im Hause ISOL-8 große Bedeutung zu.

Bei alledem unterteilen die Londoner Conditioner die zu bekämpfenden Störeinflüsse grob in zwei Familien:

Die Unterscheidung basiert darauf, ob ein äußerer Störeinfluss unmittelbar auf nur einen der beiden Leiter eines Wechselstromkreises (entweder Phase oder Nullleiter) wirkt, oder aber vollkommen symmetrisch, phasengleich in beide Leiter einstreut. Ersteres (Differential Mode Noise) würde eher bei räumlich weiter voneinander entfernt liegenden Leitern auftreten, wie zum Beispiel im Bereich der inneren Geräteverdrahtung vorkommend, oder wenn interne Bauteile unmittelbar Störungen hervorrufen: Als Folge zirkuliere das Störsignal im zugrundliegenden Stromkreis.

Letzteres (Common Mode Noise) trete typischerweise auf, wenn Hin- und Rückleiter in enger Nachbarschaft weilen, das Störsignal zirkuliere dann, so die ISOLer, nicht im zugrundliegenden Stromkreis, sondern suche sich quasi einen eigenen Stromkreis beziehungsweise leite sich letztlich über Streukapazitäten Richtung Erde ab.

isol-8 minisub

Nach Meinung des ISOL-8-Teams ignorieren viele Hersteller nun genau die asymmetrische Art von Störeinflüssen, den Differential Mode Noise, der – anders als der Common Mode Noise – grundsätzlich mittels der Kombination aus sowohl in Hin- wie Rückleiter seriell zur HiFi-Komponente geschalteten Spulen und einem Shunt-Kondensator (parallel geschaltet und insbesondere durchlässig für hochfrequente Signale) gefiltert werden müsse. Man selbst, so ist weiterhin zu vernehmen, lege auf die gleichzeitige Bekämpfung beider Störsignalarten wert, was in etwas aufwändigeren Filterschaltungen münde – die insbesondere bei teureren Produkten wie SubStation LC oder SubStation HC realisiert und im MiniSub einfacher gehalten wurden -, welche grob skizziert so aussähen:

isol-8 filter

Bei allem Theoretischen soll aber auch das Bedientechnische nicht zu kurz kommen, auch wenn es hierbei – man kann sich’s denken – der Natur der Sache entsprechend eher schlicht zugeht: Die Kaltgerätebuchse links auf der Rückseite dient zur Verbindung des ISOL-8 MiniSub 2 mit dem Netz – ein Netzkabel gehört nicht mit zum Lieferumfang -, die Ausgänge 1 und 2 sind für leistungsintensivere Komponenten wie Endstufen/Vollverstärker vorgesehen, die Ausgänge 3 und 4 dagegen optimalerweise analogen Quellgeräten (Plattenspieler, Tuner) oder Vorstufen vorbehalten, währenddessen die Buchsen Numero 5 und 6 typischerweise Digitalkomponenten (CD-Player, DAC) zugeordnet werden, ebenfalls aber auch weitere Analoggeräte aufnehmen können.

Um dem angesprochenen Thema Cross Contamination zu begegnen, beherbergt der MiniSub 2 zunächst sechs Filter – jeder Steckplatz weist eine eigenständige Filterung auf. Während die Buchsen 3 bis 6 mit mehrstufigen Systemen beschaltet sind, welche sowohl parallel als auch in Reihe zu den Komponenten geschaltete Elemente beinhalten und darüber hinaus als Ganzes zusätzlich noch einmal von den Hochleistungsbuchsen 1 und 2 mittels einer weiteren Filterschaltung isoliert werden, weisen Letztere etwas einfachere, ausschließlich parallel geschaltete Filterelemente auf – der Energieversorgung stehen hier also keine Filterbauteile im unmittelbaren (seriellen) elektrischen Weg, um letztendlich nicht doch Gefahr zu laufen, akustisch wirksame Dynamikeinbußen zu provozieren.

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Was der MiniSub 2 nicht kann, ist Gleichspannungsanteile filtern – wichtig für Hörer, die sich über Trafobrumm ärgern (Gleichstromanteile in der Netzversorgung führen zu frühzeitiger Sättigung des Trafokerns): Hierfür hält ISOL-8 Produkte wie die PowerLine Axis (699 Euro) bereit oder aufwändigere Lösungen wie die SubStation Axis (1.799 Euro) oder SubStation HC (2.499 Euro).

Test: ISOL-8 MiniSub Netzfilter |

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