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Inhaltsverzeichnis

  1. 1 Blitzsauber
  2. 2 GigaWatt PowerPrime: Klangeindrücke & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: GigaWatt PowerPrime

An den Einfluss der Stromversorgung auf den Klang der HiFi-Anlage muss man nicht glauben. Man kann ihn hören. Früher ging das ganz einfach: Nach Feierabend wurde der Klang fast schlagartig besser. Wer sich nur abends dem Musikgenuss hingab, hatte wenig Probleme mit „verschmutztem“ Strom. Ich konnte den Einfluss der Netzversorgung auf den Klang lange ignorieren. Bis ich angefangen habe, daheim zu arbeiten und tagsüber Musik zu hören. Da ist mir der frappierende Unterschied zwischen dem, was die Anlage tagsüber zu bieten hat und dem, was ich am Abend beziehungsweise an Wochenenden alles hören kann, aufgefallen.

Damals machte sich bemerkbar, dass die Stromlage sich verbesserte, wenn nachmittags in den Büros die Computer heruntergefahren und in den umliegenden Betrieben Feierabend gemacht wurde. Heute laufen ständig und überall Computer. Jeder Haushalt hat ein WLAN, dass 24 Stunden aktiv ist. Und in Sachen Niederspannung sind Schaltnetzteile, die mit Hochfrequenz arbeiten, weit verbreitet, weil sie viel preiswerter und kleiner sind als konventionelle Linearnetzteile. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Fakt ist, dass viele Anlagen heute unter ihren klanglichen Möglichkeiten spielen, wenn sie unmittelbar aus der Steckdose mit Strom versorgt werden.

Klar, aufwendige Stromfilter gehen ins Geld. Der hier zum Test anstehende PowerPrime-Stromfilter schlägt in Verbindung mit dem preiswertesten Netzkabel von GigaWatt (Vertrieb: www.hgfa.de), dem PowerSync Plus, mit 2.700 Euro zu Buche. Da überlegt der/die eine oder andere, ob das Geld nicht besser in ein Upgrade des Verstärkers, einen höherwertigen Tonabnehmer oder einen neuen DAC investiert werden sollte. Dem möchte ich entgegenstellen, dass Sie dann nicht wissen, wie gut Ihre vorhandenen Komponenten mit einer optimierten Stromversorgung spielen und welche Komponente denn nun wirklich das klangliche Nadelöhr ist. Eine Investition in die Stromversorgung kommt der gesamten Anlage zugute.

Den GigaWatt PowerPrime gibt es mit schwarzer und mit silberner Front, der Gerätebody ist dabei immer in Schwarz gehalten

Den GigaWatt PowerPrime gibt es mit schwarzer und mit silberner Front, der Gerätebody ist dabei immer in Schwarz gehalten

Der GigaWatt PowerPrime kam bei mir mit dem schon erwähnten Anschlusskabel PowerSync Plus (solo ab 330 Euro, 1,5 m) an. Da Jörg Klein, der GigaWatt mit seiner Firma „Hörgenuss für Audiophile“ in Deutschland vertreibt, dem Kabel zwischen der Steckdose und dem PowerPrime eine große Bedeutung beimisst, wurde dem Testpaket zusätzlich noch ein LC-3 EVO (1.095 Euro, 1,5 m) als „Ausbaustufe“ beigelegt.

GigaWatt PowerPrime: Technik & Konzept

Der PowerPrime ist das neuste Produkt von GigaWatt. Kern des Geräts ist ein RLC-Filter, das für Ströme bis zu 16 Ampere ausgelegt ist. Bei 230 Volt ergibt das eine Leistung von 3680 Watt, die durch das Filter fließen kann. Das sollte für übliche HiFi-Anwendungen reichen.

Die meisten Hersteller – und so auch GigaWatt – setzen RLC-Filter als Bandpass ein, der die 50 Hertz der Netzspannung passieren und vor allem hochfrequente Störungen außen vor lässt. Darüber hinaus hat GigaWatt dem PowerPrime eine Schutzschaltung gegen Spannungs- und Stromspitzen spendiert. Und da Stromfilter in dem Ruf stehen, die Dynamik angeschlossener Verstärker einzuschränken, hat GigaWatt ein Puffersystem integriert, das impulshaften Leistungsanforderungen nachkommen soll.

Blick ins Innere des GigaWatt PowerPrime Netzfilters

Blick ins Innere des GigaWatt PowerPrime Netzfilters

Der solide Aufbau des Geräts unterdrückt unerwünschte Schwingungen weitgehend und die interne Verkabelung besteht aus OFHC-Kupferleitungen mit vier Quadratmillimetern Querschnitt. Praktisch ist die Phasenkontrollleuchte auf der Rückseite, die dafür sorgt, dass das Filter im GigaWatt PowerPrime mit der „richtigen“ Phase angesteuert wird. Als Ausgänge stehen sechs hochwertige Steckdosen zur Verfügung.

Am GigaWatt PowerPrime befinden sich sechs Steckplätze - praktisch ist die Phasenkontrollleuchte auf der Rückseite

Am GigaWatt PowerPrime befinden sich insgesamt sechs Steckplätze – recht praktisch ist die Phasenkontrollleuchte auf der Rückseite

GigaWatt PowerPrime: Klangeindrücke & Vergleiche

An meiner Anlage ersetzt der GigaWatt PowerPrime eine Audioplan-Stromversorgung, bestehend aus FineFilter, PowerStar und PowerPlant-Trenntrafos vor den Digitalgeräten, alles mit sechs PowerCords der Serie II verbunden (Anschaffungspreis seinerzeit circa 2.500 Euro).

Bettye LaVette - Thankful N’ Thoughtful Als allererstes schließe ich meine Geräte ohne jeglichen Stromfilter an. Die Folge ist deutlich hörbar. Wobei mir das, was ich so ungefiltert höre, zunächst sogar gefällt. Meine Anlage klingt nämlich erst mal anspringender. Doch nach einer kurzen Einhörzeit merke ich, dass das, was zunächst etwas lebendiger, energiereicher wirkt, in Wahrheit eher ruppiger, unsauberer ist. So klingt die Stimme von Bettye LaVette (Album: Thankful N’ Thoughtful; auf Amazon anhören) deutlich kratziger – was hier zunächst durchaus passend wirkt. Doch bei genauem Hinhören stelle ich fest, dass die feinen Nuancen der Artikulation, die ich sonst problemlos hören kann, untergehen. Frischer klingt es, weil der Hochton sich in den Vordergrund drängt – vor allem mit ungewohnten Schärfen.

Omar Torrez - La Danza En Mi CorazonKlangfarben wirken im Vergleich zu meiner Audioplan-Stromlösung etwas verschmiert, unsauberer. Habe ich etwa beim „Pica Pica“ von Omar Torrez with Orpheus auf dem Album La Danza En Mi Corazon (auf Amazon anhören) keine Schwierigkeit, die beiden Gitarren anhand ihres jeweiligen Eigenklangs zu unterscheiden, gelingt mir das so ganz pur ohne Filter nicht mehr einwandfrei. Im Bass lässt die Präzision etwas nach. Der Kontrabass von Eugene Wright in „Take Five“ des The Dave Brubeck Quartet auf dem Album Time Out wirkt verschwommener. Noch stärker verliert das Schlagzeug von Joe Morello, dem tatsächlich ein Teil seines perkussiven Charakters verloren geht, auch wenn es etwas mächtiger, man könnte auch sagen: konturloser wirkt.

Ich habe eine Idee, warum Stromfilter im Ruf stehen, Dynamik zu rauben: Eigentlich tun sie das, glaube ich, gar nicht so sehr. Aber sie beseitigen einige Effekte, die beim ersten Hören anmachend klingen. Wenn man an den richtigen Stellen Verzerrungen ergänzt, klingt es unter Umständen voller, reichhaltiger, intensiver. Um nicht missverstanden zu werden: Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man seine Anlage auf einen Sound trimmt, der einem gefällt und der die Musik, die man mag, so rüberbringt, wie man sie gerne hört. Nur darf man das nicht zum Maß der Dinge erklären und alle Hersteller abwatschen, die sich um einen neutralen Klang – hohe Wiedergabetreue eben – bemühen.

Zurück zum eigentlichen Testobjekt. Sobald die Versorgung meiner Anlage über den GigaWatt PowerPrime läuft, der zunächst mit dem PowerSync-Plus-Kabel an die Wandsteckdose angeschlossen wurde, ist das klar hörbar. Wobei der PowerPrime das Kunststück schafft, einerseits ein gutes Stück der Lebendigkeit, die mir ungefiltert so gut gefallen hat, zu erhalten und gleichzeitig hörbare Artefakte, die mich ohne Stromfilter stören, zu beseitigen.

Gigawatt Powerprime Netzfilter, vorne-links

Fangen wir wieder mit Bettye LaVette an. Ich habe den Eindruck, dass die Stimme eine Nuance heller und frischer als mit den Audioplan-Komponenten klingt, doch gleichzeitig höre ich jetzt wieder deutlich mehr Details der Artikulation im Vergleich zur oben beschriebenen, filterfreien „Basislösung“. Auch die Gitarren des „Pica Pica“ von Omar Torrez with Orpheus kann ich wieder auseinanderhalten. Wobei – über die Audioplan-Komponenten gelingt mir das noch etwas selbstverständlicher. Dafür scheinen die Saiten der Gitarren über die GigaWatt-Lösung etwas straffer gespannt, der Dialog der Instrumente klingt noch angeregter.

Auch die tiefen Lagen gewinnen mit dem GigaWatt PowerPrime deutlich an Kontur. Ich bin etwas unsicher, ob Audioplan und GigaWatt hier gleichauf liegen – was schon ein sehr ordentliches Zeugnis wäre –, oder ob mir das Testgerät sogar etwas besser gefällt, weil es nicht nur Kontur und Kontrolle im Bass wiederherstellt, sondern – besonders beim Schlagzeug von Joe Morello – sogar noch etwas mehr Punch bietet. Wie auch immer, ich bin vom GigaWatt PowerPrime mit der PowerSync-Plus-Zuleitung jedenfalls recht angetan.

Das GigaWatt-PowerSync-Plus-Netzkabel

Das GigaWatt-PowerSync-Plus-Netzkabel

Hat die Audioplan-Lösung im Vergleich zu der von GigaWatt mit dem PowerSync-Kabel in Sachen Räumlichkeit die Nase noch etwas vorn, ändert sich das, wenn man das teurere GigaWatt LC-3 EVO als Zuleitung einsetzt. Prinzipiell bleibt der Charakter des PowerPrime zwar erhalten – ich denke, dass das Filter an sich den stärksten Einfluss auf den Klang hat. Doch mit dem LS-3 EVO als PowerPrime-Zuleitung gewinnt die Raumdarstellung noch einmal an Plastizität. Bei einem meiner All-time-favourites, Miles Davis Interpretation von Cindy Laupers „Time After Time auf dem Album Live Around the World, finde ich die Stellen, an denen die Trompete plötzlich abreißt und man den Nachhall leise verklingen hört, während die Rhythmustruppe stoisch den Takt hält, sehr bewegend. Ersetzt das GigaWatt LS-3 EVO das PowerSync Plus, scheint mir dieser feine Nachhall noch etwas klarer und definierter in der Tiefe der Bühne zu verhallen.

Mit dem GigaWatt LC-3 EVO legt die Performance des PowerPrime-Netzfilters insbesondere räumlich noch einmal zu

Mit dem GigaWatt LC-3 EVO legt die Performance des PowerPrime-Netzfilters insbesondere räumlich noch einmal zu

Noch stärker fällt mir der Unterschied bei klassischer Musik auf. Ich mag den 2. Satz, „Die Geschichte vom Prinzen Kalender“, der Scheherazade von Nikolai Rimski-Korsakow sehr (Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Kirill Kondrashin). Das Leitmotiv des Satzes nähert sich quasi „aus der Ferne“, wird von verschiedenen Instrumentengruppen aufgenommen – zuerst weit hinten von den Bläsern, dann weiter vorne von Kontrabässen und Celli, bis es die Geigen in einen bunten Reigen überführen. Ja, das ist kitschig – aber ich mag es. Ganz nebenbei vermittelt die Einspielung einen tollen Eindruck von der hervorragenden Akustik des Concertgebouw. Und tatsächlich: Auch das funktioniert mit dem GigaWatt LS-3 EVO als Zuleitung für den PowerPrime-Filter noch eine Nuance besser als mit dem PowerSync Plus.

Testfazit: GigaWatt PowerPrime

Stromversorgung, Netzfilter und Stromkabel sind definitiv klangrelevant. Jeder, der das Thema unvoreingenommen angeht, kann das hören. Doch wie bei unserem schönen Hobby üblich, gibt es keine Pauschallösungen. Je nachdem, was über das Stromnetz so ankommt, wie die einzelnen HiFi-Komponenten auf den Einfluss der eingesetzten Filter und Kabel reagieren und letztendlich auch, wie der jeweilige Hörer das Ergebnis empfindet, können unterschiedliche Strom-Lösungen dem Klang in die gewünschte Richtung verhelfen.

GigaWatt PowerPrime, vorne-rechts

GigaWatt PowerPrime und PowerSync Plus sorgen definitiv für eine sauberere, verzerrungsfreie Wiedergabe und lassen dabei keine Dynamikeinschränkungen erkennen. Im Gegenteil, der Bass scheint mit dem PowerPrime sogar noch etwas mehr Durchsetzungskraft zu bekommen. Der Klang ist insgesamt sehr geradeheraus, direkt – und die Tonalität bleibt weitgehend unbeeinflusst. Auch die Raumdarstellung ist in Ordnung, wenngleich da schon noch mehr ginge. Tatsächlich ist das der Aspekt, der mit dem teureren GigaWatt LC-3 EVO am deutlichsten zulegt. Die Plastizität der Raumdarstellung macht mit dieser Zuleitung einen Schritt nach vorne.

Fakten:

  • Modell: GigaWatt PowerPrime
  • Konzept: Netzfilter mit 6 Steckplätzen
  • Preis: mit PowerSync-Plus-Kabel: 2.700 Euro, mit LC-3-EVO-Kabel: 3.300 Euro; PowerSync-Plus-Kabel einzeln: 330 Euro, LC-3 EVO einzeln: 1.095 Euro (Kabel je 1,5 m)
  • Farben: Front schwarz oder silber, Body schwarz
  • Sonstiges: Überspannungsschutz, Phasenkontrollleuchte, maximale Leistung 16 Ampere
  • Garantie: 2 Jahre

Vertrieb:

Hoergenuss Jörg Klein
Fichardstraße 56 | 60322 Frankfurt am Main
Telefon: +49(0)69-40326292
E-Mail: info@hgfa.de
Web: https://www.hgfa.de/

Billboard
Elac Solano

Test: GigaWatt PowerPrime | Netzfilter

  1. 1 Blitzsauber
  2. 2 GigaWatt PowerPrime: Klangeindrücke & Vergleiche
  3. 3 Testfazit: GigaWatt PowerPrime

Über die Autorin / den Autor

Equipment

Analoge Quellen: Laufwerk: stst Motus 2 Tonarm: stst Vertex Tonabnehmer: Zyx Yatra

Digitale Quellen: D/A-Wandler: Antelope Zodiac+, North Star Design Supremo CD-Player: North Star Design CD-Transport (Laufwerk) Musikserver: Antipodes S40

Vorstufen: Hochpegel: EAR Yoshino 868 mit NOS-Röhren

Endstufen: Bryston 4B³

Lautsprecher: Spendor D 9.2, Genelec 8020

Kopfhörer: AKG K702, AudioQuest Nighthawk, Aventho Wired, Campfire Equinox, fabulous earphones Basic Dual Driver, German Maestro GMP 8.35 D, Grado PS500, Pioneer SE Monitor5, Sennheiser HD 660S, Sennheiser HD8 DJ

Kopfhörerverstärker: SPL Crimson 3 (Audio-Interface)

Kabel: Lautsprecherkabel: Cardas Clear Light NF-Kabel: Cardas Clear Light Digitalkabel: AudioQuest Coffee

Rack: Lovan Sovereign, Tiglon TMB-10E (Gerätebasis)

Zubehör: Stromfilter: Audioplan FineFilter S, Mehrfachsteckdose PowerStar S, Gerätefilter PowerPlant S, Netzleitungen PowerCord

Größe des Hörraumes: Grundfläche: 17 m² Höhe: 2,6 m